|
|
|
| Zitat: |
Wurde der Koran-Text falsch überliefert? Nicht Jungfrauen, sondern „weiße Trauben“ warten auf den Muslim im Jenseits. Ein deutscher Wissenschaftler hat frühe Textfragmente untersucht. Seine Quellenkritik bedroht die islamische Theologie
Von Jörg Lau
Im letzten Jahrhundert rückte die Textkritik der Bibel zu Leibe. Kommt nun der Koran an die Reihe? Islamische Gelehrte haben begonnen, die amtliche Version von der Urgeschichte des Korans infrage zu stellen. Der Koran ist für die Muslime das Wort Gottes, der durch den Erzengel Gabriel in „klarer arabischer Sprache“ zum Propheten gesprochen hat. Das Bekenntnis zum „ungeschaffenen“ und „unnachahmlichen“ Koran ist nicht nur Sache der so genannten Fundamentalisten, sondern jedes rechtgläubigen Muslims. Foto: [M] akg |
Die Begriffe "Taube" und "Jungfrau" scheint es den Religionen angetan zu haben.
| Zitat: |
War die arabische Welt vor Mohammed christianisiert?
Und so ist er auch auf die Lösung des Jungfrauen-Rätsels gekommen. Die berühmten Passagen über die vermeintlichen Huris bauen auf dem Wort hur auf, einem Adjektiv im weiblichen Plural, das im Arabischen lediglich „weiße“ bedeutet. Die arabischen Kommentatoren haben pos-tuliert, dass sich dieses Adjektiv auf „weißäugige“ Jungfrauen beziehen müsse. Luxenberg zeigt nun, dass diese Deutung nichts als Mutmaßung und Wunschdenken ist und dass sie zu inneren Unstimmigkeiten mit anderen Aussagen des Korans über das Paradies führt. Den Gottesfürchtigen wird nämlich an anderer Stelle versprochen, dass sie im Jenseits mit ihren irdischen Gattinnen zusammengeführt werden, um mit ihnen „im Schatten auf Teppichen“ zu lagern. Gattinen und Huris zusammen? Ein Ort, an dem Ehefrauen und Gespielinnen aufeinander treffen, verdient wohl kaum den Namen Paradies. Im Rückgang auf aramäische Quellen lässt sich das Problem lösen: Das Wort hur bezieht sich auf die „weißen Trauben“, typische Paradiesfrüchte der christlich-syrischen Literatur. |
Quelle: Link
http://zeus.zeit.de/text/2003/21/Koran
|
|
|
|
| Zitat: |
Dort wurde klargestellt, dass der gegen Maria erhobene Vorwurf der unehelichen (illegitimen) Schwangerschaft Maria dazu veranlasst hatte, den Tod für sich herbeizusehnen, ehe sie niederkommen sollte. Die tröstenden Worte ihres Sohnes folgen in Vers 24. Dieser war bisher so mißverstanden worden:
"Da rief er ihr von unter ihr her zu: Sei nicht traurig, dein Herr hat unter dir ein Bächlein gemacht !"
Dabei ist dieser Vers syro-aramäisch so zu verstehen:
"Da rief er ihr sogleich nach ihrer Niederkunft zu: Sei nicht traurig, dein Herr hat deine Niederkunft legitim gemacht!" (a.a.O., 102-121). |
Kann man sich so mißverstehen ?
Was passiert, wenn ein Buch in alle Sprachen übersetzt wird ?
Was bleibt übrig ?
aus:
http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/2003/imp030103.html
|
|
|
|
| Zitat: |
Luxenbergs Anlayse ist deshalb brisant, weil mit ihr das christliche Erbe, das der Koran bekanntermaßen enthält, eine neue Dimension bekommt. Eine solche Erkenntnis könnte dem interreligiösen Gespräch nützen oder schaden. Dass der deutsche Philologe Luxenburg unter Pseudonym publizierte, zeigt, dass er das erstere wünscht, das zweite aber befürchtet.
Arabien gehörte damals zu den letzten Teilen des Orients, in dem sich archaische Vielgötterei erhalten hatte. Die zahlreichen, aus apokryphen Quellen bekannten Anverwandlungen christlicher Legenden im Koran zeigen jedoch, dass nicht nur die verbürgten jüdischen Gemeinden, sondern auch christliche Vorstellungen in Arabien verbreitet waren, wenn auch nicht in institutionalisierten, so doch in oral vermittelten Formen. Mohamed selbst hat mehrere Karawanenreisen in das damalige "Syrien" unternommen und besaß zweifelsohne Kenntnisse im Aramäischen. Selbst wohl keiner Schriftsprache mächtig, bat er seinen Sekretär Zayd ibn Tabit, "Syrisch und Hebräisch" zu lernen, um die in diesen Sprachen verfassten Schriften genau kennen zu lernen. Ihm war klar, dass die religiöse Zersplitterung auch eine politische Schwäche gegenüber den beiden Großreichen Byzanz und Persien bedeutete, die in mehreren Anläufen versucht hatten, die Küsten zu besetzen und damit die Handelswege zu kontrollieren. |
| Zitat: |
DIE WELT: Welche Beziehung besteht zwischen Arabisch und Aramäisch?
Luxenberg: Sie ähnelt der zwischen Deutsch und Holländisch. Beide haben gemeinsame Wurzeln, aber Unterschiede in der Bedeutung. So heißt "bellen" auf Holländisch "klingeln", während in Deutschland keiner auf die Idee käme, an der Haustür zu bellen. |
Was wird noch kommen ?
Interessante Links.
Geben sie uns einen Querschnitt der Inhalte des Koran ?
Wirken sie aufklärend ?
Was ist dran an den Aussagen ?
Was wissen wir wirklich vom Orient und wie alles zusammen hängt ?
Und vielleicht haben viele Religionen ihren Ursprung im Orient ?
| Zitat: |
| Luxenbergs Werk hat nicht nur eine Pointe für die Muslime, sondern auch für die Christen. Auch sie werden gezwungen, im vermeintlich Anderen das Fortleben der eigenen Tradition zu erkennen |
|
|
|
|
Also zum beisoiel, diese falsche übersetzung mit der Nieder kunft, die asu dem Bächlein gemacht wurde ist lächerlich.
Denn in weiteren Versen heisst es Maria solle daraus trinken.
Ihr mit eurem syro aramäisch, nur weil das verschollene Evangelium aramäisch oder hebräisch war soll es der Quran auch gewesen sein.
Fürchtet gott.
Und sprecht nicht über ihn ohne Wissen.
Wie gesagt, die Mekkaner hätten dies als erste bemerkt und ihr kommt 1429 Jahre nachher damit an.
hier die entlarvung eurer lügen
In letzter Zeit stürzen sich diverse Internetseiten und Zeitschriften auf die Ausführungen eines “Experten“ mit dem Pseudonym Christoph Luxenberg. Seine “Studien“ scheinen ihr Bild des Islam zu stützen und so wird es gerne als “wissenschaftliche“ Grundlage für Agitationen gegen den Islam benutzt. Dieser Artikel soll aber auch eine Hilfe für Muslime sein, denn einige könnten überfordert sein, auf die hochtrabende Wortakrobatik richtige Antworten zu finden. Möge Allah (swt) unser Wissen mehren und uns vor Fitna schützen. Amin!
Bismillah ar-rahman ar-rahim!
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!
Der besagte “Experte“ hält seine wahre Identität bedeckt. “Seine arabischen Freunde“, wie er sagt, hätten ihm dazu geraten, zum Schutze vor Fundamentalisten1 Ein kluger Schritt, schlägt man so doch gleich zwei Fliegen auf einmal. Einerseits wird auf diese Weise die Botschaft transportiert, radikale Muslime würden Islamkritiker erbarmungslos verfolgen und kalt stellen wollen - und gleichzeitig kann ein Niemand zu einem deutschen Fachmann in Sachen semitischer Sprachen erhoben werden. Stets wird ja in der Argumentation hervorgehoben, dass seine Studien nur für fachkundig geschultes Publikum geeignet seien, gleichzeitig wären aber die Schlüsse, welche er daraus zieht für jedermann leicht verständlich formuliert und nachvollziehbar.
Interessant ist auch die Wahl des Pseudonyms “Christoph Luxenberg“, was soviel bedeutet wie “Christusträger Lichtenberg“. Was will unser imaginärer Experte denn damit andeuten? Offenbar entlehnte er diesen Namen dem Freimaurer Christoph Lichtenberg. Wie auch immer, solche Spielereien sind der Glaubwürdigkeit des Autors nicht sonderlich dienlich und jeder soll davon halten was er will.
Der Koran
Wie wir Muslime wissen stellt der Koran Allahs (swt) offenbartes Wort dar. Die Verse des Koran wurden wortwörtlich dem Propheten Mohammed (s.a.s.) durch den Erzengel Gabriel übermittelt. Diese wurden sowohl mündlich als auch schriftlich überliefert und sind bis heute in ihrer Urform erhalten. Dies ist das Buch des Islams, der wahren Religion, welches Allah (swt) bis ans Ende der Tage für alle Welt als Leitung erhält.
Schon Goethe sagte zum Koran folgendes: „Der Stil des Korans ist (...) streng, groß, wahrhaft erhaben; so treibt ein Keil den anderen, und es darf sich über die große Wirksamkeit des Buches niemand verwundern.“2 Die Frage ist also wie der Prophet Mohammed (s.a.s.), ein Analphabet, ein Buch schreiben konnte, welches selbst einen der größten deutschen Dichter in Erstaunen versetzte? Zumal eine deutsche Übersetzung niemals an das arabische Original heranreichen kann. Für einen Muslim liegt die Antwort auf der Hand. Der Koran ist eine göttliche Offenbarung!
All jene, die das Wunder des Koran nicht anerkennen wollen, suchen seit jeher nach Ausreden oder gehen der Fragestellung grundsätzlich aus dem Weg. So begann die westliche Koranforschung erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts und bis heute bleibt ihre Ausbeute spärlich, und basiert lediglich auf Wiedergebungen von Arbeiten der großen Korankommentatoren der islamischen Geschichte.
Luxenbergs Thesen
Nun wollen wir die zentralen Thesen des Buches und die Schlussfolgerungen, welche daraus gezogen werden, etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Zunächst sei gesagt, dass kritische Koranbetrachtung nichts sonderlich Neues in der Geschichte des Islams ist. Schon seit Beginn fordert der Quran die kritische Auseinandersetzung mit seinem Inhalt, so dass es sich hier also keineswegs um Pionierarbeit handelt, wie es gerne hervorgehoben wird. Der Koran fordert also selbst:
Studieren sie den Koran denn nicht? Wenn er von einem anderen als Allah stammte, fänden sie in ihm gewiss viele Widersprüche.
(Koran 4:82)
oder weiter:
Dennoch sagen sie: »Er (Mohammed) hat ihn (den Koran) sich ausgedacht!« Sprich: »So bringt (wenigstens) eine einzige ebenbürtige Sure hervor, und ruft dafür an, wen ihr könnt - außer Allah -, sofern ihr wahrhaftig seid.«
(Koran 10:3
Behauptung 1: Der syro-aramäische Koran
Luxenberg stellt folglich die Behauptung auf, der Koran sei ursprünglich nicht in Arabisch, sondern in einer dem Arabischen ähnlichen Sprache verfasst worden, nämlich dem syro-aramäischen Dialekt, welcher damals im nahöstlichen Großraum eine verbreitete Schrift- und Kultursprache gewesen sein soll. Dabei knüpft er an die Thesen des als möglichen Verfälschers in Kirchenkreisen umstrittene Minganas3 an, welcher angab, die „Quellen“ des Korans zu kennen und sie sogar in Prozentzahlen darstellen könne. Nach seinen Behauptungen besteht der Koran aus den folgenden Sprachanteilen: „5% Äthiopisch, 10% Hebräisch, 10% Graeco-Romanisch, 5% Persisch, und nahezu 70% Syro-Aramäisch einschließlich Christlich-Palästinensisch.“4 Natürlich bleibt er jeden Beweis schuldig, warum gerade diese Prozentverteilung der Wahrheit entspricht oder warum nicht eine andere Sprache, z.B. das Hebräische (es gab in der arabischen Halbinsel damals mehr Juden als Christen!) nicht überwiegen sollte. Luxenberg geht nun ebenso davon aus, dass der Koran ursprünglich eine Sammlung christlich liturgischer Texte darstellte, welche von einigen Arabern im Raum Mekka ins Arabische übersetzt wurden.
Über die Hintergründe dieser dubiosen Übersetzergemeinschaft hüllt er sich allerdings in Schweigen.Waren es christliche Missionare, die arabische Heiden zum Christentum bekehren wollten und denen die ganze Sache etwas entgleist ist? Oder haben wir es gar mit einer konspirativen Gruppe zu tun, welche eine eigene Religion konstruieren wollte? Andere Möglichkeiten bleiben schließlich kaum offen. Sieht man sich den Islam nun nüchtern an, so muss man eingestehen, dass diese Thesen absolut unhaltbar sind. Christliche Texte wurden ja in verschiedenste Sprachen übersetzt und Missionare verstreuten sie in aller Welt. Doch nirgends entstand dadurch eine neue Weltreligion, die das Christentum von damals bis heute dermaßen übertraf, aus der gesamten Region verbannte und in den Schatten stellte. Zu perfekt, kohärent und einleuchtend ist dieser wunderbare Islam, der Koran und das Beispiel unseres Propheten (s.a.s.) um durch menschliche Geisteskraft erschaffen zu sein. Zumal ja die Herausforderung des Koran nie aufgenommen wurde:
Und falls ihr über das, was Wir auf Unseren Diener herniedersandten, in Zweifel seid, so bringt eine gleiche Sure hervor und ruft andere Zeugen als Allah an, so ihr wahrhaftig seid.
(Koran 2:23)
Wäre also der Koran nur eine Abschrift bereits existierender Schriften, so würde das Unmengen an Fragen aufwerfen. Weshalb gab es keine zweite Gruppe von Übersetzern, die gemäß obigem Koranvers auch nur eine ähnliche Sure (Kapitel), geschweige denn einen ganzen Koran erdichteten bzw. einfach übersetzten? Wo sind diese syro-aramäischen Fragmente geblieben? Gibt es denn keine erhaltenen Schriften, welche auch nur einen Teil des syroaramäischen „Urkoran“ beinhalten? Und warum ist in den seriösen und höchst wissenschaftlichen Arbeiten der frühen Gelehrten, wie Luxenberg in seinem Buch selbst eingesteht, kein Hinweis darauf zu finden? Luxenberg bleibt dem Leser in seinem Buch jeglichen Beweis für seine Spekulationen schuldig.
Das Ziel des Autors ist nunmehr klargeworden, nämlich den Koran als selbst gebasteltes Menschenwerk abzustempeln. Sicherlich wäre es möglich eine übergroße Fülle an Beweisen für die Authentizität und den Wahrheitsgehalt des Offenbarungscharakters des Korans darstellen, doch würde das den Rahmen dieses Artikels sprengen, so dass in diesem Zusammenhang auf die in Fülle vorhandenen Internetseiten und Buchpublikationen zu diesem Thema der Authentizität verwiesen werden muss und nur die konkreten Vorwürfe des Buches behandelt werden können.
Der Prophet Mohammed (s.a.s.) war wie allgemein bekannt, ein Analphabet, somit weder des Lesens noch des Schreibens kundig und er war auch kein Poet. Die Araber seiner Zeit waren großteils Heiden und dem Götzendienst verfallen. Die Christen und Juden unter ihnen hatten sich auch weit vom Monotheismus entfernt und die heidnischen Bräuche der damaligen Zeit übernommen und integriert. Mitten in dieser Zeit der Verirrung wurden dem Propheten Mohammed während einer Meditation auf einem Berg Worte geoffenbart, absolut vollkommen, in perfekter arabischer Sprache, voll innerer Harmonie, Schönheit und ewiger Wahrheit. Diese Worte zogen Tausende zu seiner Zeit in den Bann und heute sind weit über einer Milliarde Muslime von der Perfektion des Korans überzeugt, der selbst Zeugnis über seinen göttlichen Ursprung ablegt.
Behauptung 2: Die sieben Lesearten des Koran
Nun nimmt Luxenberg einige Ahadith zum Thema Ahruf (Lesearten) aus dem Kontext, um sie für seine Zwecke zu interpretieren und den Anschein zu erwecken, als wären seine Thesen aus der islamischen Hadithliteratur ableitbar. Er maßt sich gar an, das Werk früher islamischer Gelehrten, wie Tabari, den er allzuoft zitiert, in ihrem Sinne fortsetzen zu wollen. Nun waren aber Korangelehrte wie Tabari bekanntlich große Geister, welche in ihrer höchst wissenschaftlichen Arbeit vom Koran überzeugt waren. Luxenberg hingegen nimmt einige Überlieferungen aus dem Kontext um seine vorgefertigten Irrvorstellungen rückwärts zu „beweisen“, von Wissenschaftlichkeit keine Spur.
Tatsächlich wurde der Koran gemäß einem Hadith5 in sieben Ahruf (Lesearten) offenbart. Darunter sind sieben verschiedene Aussprachen zu verstehen, ohne dass die Bedeutung variiert, ähnlich den Dialekten. Zur Zeit des dritten Kalifen Uthman (r.a.), als der Islam zu weiter Ausbreitung fand, wurde beschlossen den Koran erstmals schriftlich als einheitlichen Band zusammenzufassen. Zuvor schien die mündliche und schriftliche (einzelne Fragmente) Überlieferung ausreichend. Als der Islam jedoch in Länder getragen wurde, die der arabischen Sprache nicht mächtig waren, entschieden die Gelehrten zur Zeit des Kalifen Uthmans (r.a.) diesen einheitlichen Band abzufassen. Dabei stützten sie sich auf eine Leseart, die denen der Quraish entsprach. Dieses Urteil trugen alle Sahaba (Gefährten des Propheten) mit, denn als der Islam über die arabische Halbinsel hinaus ging, war es nicht mehr von Nöten den Koran in den verschiedenen arabischen Dialekten zu rezitieren und eine Vereinheitlichung war sinnvoll. So wurde der Koran zusammengefasst und Kopien in alle Zentren der islamischen Welt verschickt. Einige dieser ersten Bände sind noch erhalten, wie in den Museen von Istanbul und Taschkent.
Die Behauptung, es hätte auch eine „syro-aramäische Leseart“ des Koran gegeben, ist völlig aus der Luft gegriffen. Abgesehen davon, dass diese Lesearten sich nur an einigen Stellen in Details der Aussprache unterschieden, welche keine Veränderung der Bedeutung erwirkten, muss festgehalten werden, dass alle Lesearten eines gemein hatten, nämlich die arabische Sprache. Auch lässt sich dies nicht als Argument gegen die Glaubwürdigkeit oder Authentizität des Koran verwenden. Denn Allah (swt) hat den Koran in sieben Ahruf herabgesandt und der Prophet (s.a.s.) hatte alle Ahruf als gleichwertig erklärt. Es ist also völlig nebensächlich in welcher Leseart der Koran nun rezitiert wird.
Behauptung 3: Die arabische Schrift und Fehler der arabischen Koranexegese
Die arabische Schrift war zur Zeit des Propheten (s.a.s.) noch kaum ausgereift. Sie diente mehr als Merkhilfe für Schreiber und Dichter, um Texte leichter zu behalten. Die Araber waren begeisterte Dichter und wahre Meister im Auswendiglernen von Texten. Es wird berichtet, dass es Wettbewerbe gab, in denen beispielsweise ein Gedicht verlesen wurde, welches dann von den Teilnehmern frei aus dem Kopf wiedergegeben werden musste. Dies kam natürlich dem Koran zugute, als er offenbart wurde. Trotzdem ordnete der Prophet (s.a.s.) stets einige Schreiber an, jede koranische Offenbarung auch schriftlich zu fixieren. Es war diese segensreiche Kombination aus schriftlicher Überlieferung und peniblem Auswendiglernen, welche den fehlerfreien Erhalt des Koran bis heute gewährleistet hat und auch weiterhin gewährleisten wird. Es ist auch eine Irrvorstellung den Koran lediglich als den schriftlichen Teil zu definieren, denn zumindest eine alte Koranausgabe würde einem Arabisten, der nichts vom Koran auswendig beherrscht, nicht weiterhelfen und er könnte den Koran damit nicht rechtmäßig rezitieren, auch wenn er die arabische Sprache noch so gut beherrscht.
Der Grund dafür ist der, dass die ersten Koranausgaben weder diakritische Punkte noch weitere Hilfszeichen enthielten. Das führt dazu, dass mehrere Laute durch ein und dasselbe Schriftzeichen definiert waren. Später erarbeiteten die Gelehrten verschiedene Hilfszeichen in Form von Punkten und Strichen, um diesem Problem der arabischen Schrift Abhilfe zu verschaffen und die unveränderte Erhaltung des Korans zu gewährleisten. Man kann also sagen, dass sich die arabische Schrift durch den Koran entwickelte, sodass sich aus heutigen Koranausgaben selbst ohne gedächtnisgestützte Textkenntnis richtig rezitieren lässt. Trotzdem lernen Muslime bis heute Suren auswendig, da dies ein Erfordernis für die fünf täglichen Gebete darstellt, aber auch mit dem Ziel im Auge einmal den edlen Titel des Hafith zu erreichen, also die Fähigkeit zu besitzen, den gesamten Koran aus dem Gedächtnis fehlerfrei zu rezitieren. Heute finden ständig in der islamischen Welt Wettbewerbe statt, in denen sich die Huffath (pl. Von Hafith) zueinander messen.
Es ist also wie bereits gesagt, die Kombination aus schriftlicher und mündlicher Überlieferung, welche die Beständigkeit des Koran sichern. So möchte ich als Beispiel noch eine zweite wichtige islamische Quelle neben dem Koran aufführen, die Hadithe, die Überlieferungen des Propheten (s.a.s.). Diese wurden in den ersten Jahrzehnten lediglich mündlich überliefert und erst später von Hadithgelehrten gesammelt und schriftlich festgehalten. Hier gibt es tatsächlich Meinungsverschiedenheiten, und verschiedene Versionen zu ein und demselben Geschehen, sodass eine solche Überlieferung nicht vorbehaltslos annehmbar ist und weshalb die Hadithwissenschaft bestimmte Kriterien erarbeitet hat, um diese wichtige Quelle trotzdem nutzbar zu machen. Die Veränderung und Ungenauigkeit ist das Schicksal eines jeden menschlichen Werkes oder Ausspruchs, dies verdeutlichen die Hadithe des Propheten (s.a.s.) und lassen die Besonderheit des Korans, nach 1400 Jahren immer noch unverändert zu existieren, ganz besonders deutlich werden.
Ebenso birgt also eine rein schriftliche Überlieferung die Gefahr, dass die Texte in ewige Vergessenheit geraten, wenn die Originaldokumente, z.B. in Zeiten der Unterdrückung und Verfolgung verloren gehen, zerstört oder gar mutwillig manipuliert werden, bzw. eine Rekonstruktion nur sehr vage und fehlerhaft möglich macht. So durchlief beispielsweise die Bibel beide dieser Stadien. In den ersten Jahrhunderten bis zu den ersten Konzilen dominierte die mündliche Überlieferung, während später die schriftliche Überlieferung wegweisend war, sodass es neben verschiedenen Textversionen sogar verschiedene Meinungen über den Bibelkanon selbst gibt. Insofern ist es für einen Muslim regelrecht absurd eine der heutigen Bibeln als „Gottes Wort“ zu akzeptieren, und selbst Christen können diesen Mythos nur mit dem Heiligen Geist-Inspirations-Konstrukt aufrechterhalten.
Die Methodik Luxenbergs - dunkle Koranstellen
Wie der Autor auf den Seiten 10ff seines Buches erklärt, geht er nun folgendermaßen vor: a.) „dunkle“ Koranstellen schlägt er erst in arabischen Koranerläuterungen nach; findet er keine ausreichende Erklärung; b.) wird in einem arabischen Wörterbuch nachgeschlagen, bringt auch das kein Ergebnis; c.) wird geprüft ob es im syro-aramäischen eine homonyme Wurzel gibt; d.) oder es wird versucht den Text von angeblich falsch gesetzten diakritischen Punkten zu reinigen und „korrigieren“ (!)...
Zunächst sei gesagt, dass es logischerweise keinen Sinn macht von einer völlig aus der Luft gegriffenen und unbewiesenen Behauptung ausgehend, weitere darauf aufbauende Studien anzustellen. Dies wurde oben schon ausführlich geklärt. Deshalb sehe ich auch keine Notwendigkeit auf weitere Ausführungen und Spekulationen des Autors näher einzugehen.
Es sollten nur noch ein paar Worte zur Begrifflichkeit „dunkle“ Koranstellen gesagt werden. Luxenberg geht willkürlich davon aus, dass es sich hierbei um Fremdwörter aus der syro-aramäischen Sprache handelt, für die es kein Äquivalent im Arabischen gab, weshalb sie einfach einarabisiert wurden. Indem man sie nun „rückübersetzt“ und die Bedeutung der syro-aramäischen Wurzel findet, könne der wahre Sinn des Verses ergründet werden, so Luxenberg.
Um diese These zu beweisen, benutzt er völlig irrig einen Koranvers, um sich schlussendlich selbst zu widersprechen:
Er ist es, Der auf dich das Buch herabsandte. In ihm sind eindeutig klare Verse — sie sind die Mutter des Buchs - und andere, mehrdeutige...
(Koran 3:7)
Luxenberg behauptet nun die sogenannte Mutter des Buchs sei der syro-aramäische Urtext während die mehrdeutigen Verse aus Apokryphen stammen würden.6 Er widerspricht sich hier aber insofern, dass er gemäß seiner oben erwähnten Methodik gerade die unklaren (mehrdeutigen) Stellen heranzieht, um sie mit der syro-aramäischen Leseart zu ergründen.
Tatsächlich aber erklärt dieser Vers die Angelegenheit bezüglich dunkler Koranstellen hervorragend. Interessant ist auch zu erwähnen, dass Luxenberg den Vers nicht vollständig zitiert, sondern nur, den oben erwähnten Teil. Der Vers setzt sich jedoch fort mit:
...Diejenigen nun, deren Herzen zum Abweichen neigen, suchen vor allem das Mehrdeutige darin, um Uneinigkeit zu verursachen und es (nach eigenem Gutdünken) auszulegen. Seine Deutung kennt jedoch niemand außer Allah. Und die mit fundiertem Wissen sprechen: »Wir glauben daran. Das eine wie das andere ist von unserem Herrn.« Aber nur die Verständigen beherzigen es.
(Koran 3:7)
Denn dieser Vers in seiner Vollständigkeit legt gar Zeugnis ab, gegen die falsche Vorgehensweise des Autors, weshalb er diesen Teil offenbar unterschlagen wollte.
Als Argument werden dann auch unterschiedliche Koraninterpretationen verschiedener Kommentatoren herangezogen. So sei den Kommentatoren die Bedeutung einzelner Verse nicht immer vollkommen klar. Das weise darauf hin, dass der Koran ursprünglich eben nicht arabisch war. Dieses Scheinargument ist natürlich unzulässig. Der Koran stammt von Allah (swt) und ein Vers kann verschiedene Bedeutungen tragen. Diese sind natürlich nicht immer offensichtlich und bedürfen ein eingehendes Studium. Manche Verse tragen neben einer klaren Bedeutung vielleicht noch eine prophetische Nebenbedeutung. Oft werden uns diese Bedeutungen erst im Laufe der Zeit oder mit zunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnisstand bewusst. Nehmen wir zur Veranschaulichung die Stelle „al-Alaq“ in der 96 Sure, welche Luxenberg in seinem Buch als Beispiel heranzieht7 . So hat das Wort Alaq drei Bedeutungen im Arabischen: Anhängsel, Blutegel und geronnenes Blut. Nun verwunderten sich die arabischen Kommentatoren der Vergangenheit über die Bedeutung dieses Begriffes, denn im zweiten Vers dieser Sure heißt es: „(Gott) Erschuf den Menschen aus Alaq.“; Die Bedeutung dieses Begriffes wurde uns Menschen erst mit der modernen Embryologie bekannt. So wandert die befruchtete Eizelle durch den Eileitergang um sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten und bildet tatsächlich das Bild eines Anhängsels
[Abb.1].
In der frühen Embryonalperiode ähnelt der menschliche Embryo auch dem Aussehen eines Blutegels (Abb.2) und er hat die Konsistenz eines geronnenen Blutpfropfens.
[Abb.2]
In Wahrheit ist diese Koranstelle ein grosses Wunder, welches beispielsweise den kanadischen Embryologen Keith Moore veranlasste eine Ausgabe seines Buches mit Hinweisen zum Koran aufzulegen.
Behauptung 4: Die mündliche Überlieferung, eine Fiktion?
In seinem Resümee spricht Luxenberg in einem Anflug von Hybris den Muslimen die Fähigkeit zur mündlichen Überlieferung des Koran ab8. Als „Beweis“ führt er an einer anderen Stelle9 einen Hadith auf, indem Uthman (r.a.) eine Witwe des Propheten (s.a.s.) bittet die „Blätter des Koran“ herbeizuholen. Wie ich bereits ausführlich erklärt hatte, war es ein Befehl des Propheten (s.a.s.) selbst, den Koran sowohl im Gedächtnis als auch schriftlich zu fixieren. Als Uthman (r.a.) nun den ersten vollständigen Koranband schreiben ließ, wurden selbstverständlich die einzelnen Textfragmente herbeigebracht und zusammen mit der mündlichen Überlieferung abgeglichen, um absolute Gewissheit zu erhalten.
Das phänomenale Merkvermögen der Araber seinerzeit und der starke Glauben der Gefährten des Propheten, zusammen mit der schriftlichen Überlieferung sicherten den Erhalt des Koran auf beeindruckende Weise, wie selbst westliche Historiker eingestehen müssen. Und auch heute ist der Koran in den Herzen der Muslime allgegenwärtig. Jeder Muslim beherrscht zumindest einige Suren des Koran auswendig und viele sogar das gesamte Buch. Wie schon gesagt finden mindestens jährlich weltweit Kompetitionen statt, in denen die Huffath (pl. von Hafith) ihre Fähigkeit den gesamten Koran aus dem Gedächtnis zu rezitieren jedes Mal aufs Neue beeindruckend darstellen. Es zeugt von Überheblichkeit, Verblendung und Oberflächlichkeit diese Tatsache einfach zu ignorieren. Würde man eine Gruppe ernsthafter Muslime versammeln, so könnten sie gemeinsam den gesamten Koran aus dem Gedächtnis niederschreiben.
Schlusswort
Der Stil des Buches ist der einer sinnlosen Endlosschleife. Es wird von unbewiesenen, gar haltlosen Annahmen ausgegangen, die sich bei näherer Betrachtung als leere Behauptungen entpuppen. Diese werden auf den ersten Seiten des Buches in Kürze erläutert und als Tatsachen präsentiert. Darauf aufbauend folgen in die Länge gezogene „sprachwissenschaftliche Analysen“ auf Wörterbuch-Nachschlag-Niveau, um schlussendlich unzulässige Interpretationen zu ziehen, welche wiederum die primären Annahmen bestätigen sollen.
So kommt der Autor beispielsweise in seinem Resümee zur völlig lächerlich anmaßenden Schlussfolgerung, „dass man schon jetzt sagen kann, dass die Koranexegese in Ost und West von historisch falschen Voraussetzungen ausgegangen ist.“10 Angesichts der Tatsache, dass islamische Bibliotheken Dutzende von Arbeiten islamischer Koranexegeten enthalten die teilweise bis zu zwölf Bände umfassen, und von Gelehrten geschrieben wurden, die ihre Lebenszeit dafür aufopferten den Koran zu verstehen, ist es mehr als absurd, dass ein Autor mit einem kleinen Büchlein, zu so einer Aussage kommt, die einem Muslim höchstens ein müdes Lächeln entlocken wird.
--------------------------------------------------------------------------------
1 DIE ZEIT 15.05.2003 Nr.21
2 WA I, 7, 35/36
3 christlicher Koranforscher aus Ostsyrien (1878-1937)
4 Christoph Luxenberg, Die syro-aramäische Leseart des Koran, Das Arabische Buch, S. 5
5 „Jibreel lehrte mich eine Art (Harf) und ich wiederholte sie bis er mir mehr beibrachte, und ich fragte ihn nach anderen und er gab mir andere bis es letztendlich sieben Arten (Ahruf) waren.“ (überliefert von al-Bukhaari, 3047; Muslim, 819)
6 S.81ff.
7 S.277ff
8 S.303f., S.306
9 S.19f.
10 S.304
|
|
|
|
Also das mit der sonne, da musss ich inschaAllah den Tafsir mal nachchecken .
Aber das szimmt nicht mit dem Geozentrischen weltbild.
Denn Himmel und erde wurden aus einer einzigen Masse erschaffen die Allah spaltete .
Der Himmel war Rauch und kam mit der Erde ins dasein.
Die sieben Himmel können auch erst vollendet seien wenn der unterste auch ausgeprägt ist . Allah weiss am besten
Aus dem Wasser wurde alles Lebendige erschaffen
|
|
|