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Zwei Zeiten












Schöpfung

S41,9-12: Gott schuf in zwei Zeiten die Erde,"er gründete in ihr feste Berge, [...] und ordnete auf ihr in richtigem Verhältnis ihre Nahrung in vier Zeiten...", dann holte er in zwei Zeiten Himmel und Erde zusammen.
Zusammen acht Zeiten.
s7,55: "Siehe, euer Herr ist Allah, Der in sechs Zeiten die Himmel und die Erde schuf, dann setzte er sich auf den Thron".
Ob die ersten beiden (2+4) Schöpfungen zusammengehören? Der Bericht ist stark verwandt mit dem biblischen.
Dort schuf Gott Himmel und Erde, erst in darauffolgenden Tagen wurde sie bepflanzt usw.
Es heißt im Koran, "er gründete in ihr die festen Berge". Das bedeutet doch, sie besteht schon. Wer böswillig auslegen will, kann sogar sagen, dass in den vier Zeiten nur die Nahrung angeordnet wurde.


Unabänderliche Worte

s 6,34 "Es sind wohl vor dir Gesandte als lügenhaft gescholten worden; doch, obgleich sie verleugnet und verfolgt wurden, sie blieben geduldig, bis Unsere Hilfe zu ihnen kam. Es gibt keinen, der die Worte Allahs zu ändern vermag. Wahrlich, von den Gesandten ist die Kunde zu dir gekommen. "
S10,64: "...Unabänderlich sind Allahs Worte - das ist wahrlich der gewaltige Gewinn. "
s2,106: "Wenn Wir eine Aya aufheben oder der Vergessenheit anheimfallen lassen, so bringen Wir eine bessere als sie oder eine gleichwertige hervor. Weißt du denn nicht, daß Allah Macht über alle Dinge hat?"
s16 101 "Und wenn Wir einen Vers an Stelle eines anderen bringen - und Allah weiß am besten, was Er offenbart -, sagen sie: "Du bist nur ein Erdichter." Nein, aber die meisten von ihnen wissen es nicht."


Das Nachtgebet

s73 2+3: "2. Erhebe dich und verbringe die Nacht im Gebet, stehend, bis auf ein kleines -
3. Die Hälfte davon, oder verringere es ein wenig,
4. Oder füge ein wenig hinzu - und sprich den Koran langsam und besinnlich.
5. Fürwahr, Wir legen dir da ein Wort auf, das gewichtig ist.
6. Wahrlich, die Nachtwache ist die beste Zeit zur Selbstzucht und zur Erreichung von Aufrichtigkeit in Wort."
-->Die Hälfte der Nacht zur Selbstzucht.
s73 20: "Dein Herr weiß fürwahr, daß du im Gebete stehest fast zwei Drittel der Nacht, und (manchmal) eine Hälfte oder ein Drittel davon, und ein Teil derer, die mit dir sind (tun auch so). Und Allah bestimmt das Maß der Nacht und des Tages. Er weiß, daß ihr es nicht werdet bestimmen können, darum hat Er Sich euch in Gnade zugewandt. Traget denn so viel vom Koran vor, wie (euch) leicht fällt. Er weiß, daß einige unter euch sein werden, die krank sind, und andere, die im Lande umherreisen, nach Allahs Gnadenfülle strebend, und wieder andere, die für Allahs Sache kämpfen. So traget von ihm das vor, was (euch) leicht fällt, und
verrichtet das Gebet und zahlet die Zakat und leihet Allah ein stattliches Darlehen. Und was ihr an Gutem für eure Seelen vorausschicket, ihr werdet es bei Allah finden; es wird besser und größer sein an Lohn. Und bittet Allah um Verzeihung. Wahrlich, Allah ist allverzeihend, barmherzig."
-->So viel euch leicht fällt.


Das Fasten

s2 181+182 "O die ihr glaubt! Fasten ist euch vorgeschrieben, wie es denen vor euch vorgeschrieben war, auf daß ihr euch schützet
- Eine bestimmte Anzahl von Tagen. Wer von euch aber krank oder auf Reisen ist, (der faste) an ebenso vielen anderen Tagen; und für jene, die es schwerlich bestehen würden, ist eine Ablösung: Speisung eines Armen. Und wer mit freiwilligem Gehorsam ein gutes Werk vollbringt, das ist noch besser für ihn. Und Fasten ist gut für euch, wenn ihr es begreift."
-->Das Fasten ist den Gläubigen vorgeschrieben. Aber nur denen, die es leicht bestehen können. Die anderen sollen ein gutes Werk tun.

Du siehst also, auch im Koran gibt es schwierig zu vereinbarende Stellen.







Vorbemerkung
"Die nun im Herzen zweifeln, diese wollen aus Begierde, Spaltungen zu veranlassen, und aus Freude am Deuten jene Gleichnisse erklären" Mit diesen Worten verurteilt der Koran (3, die Beschäftigung mit Zweideutigkeiten. Mag diese Seite sich auch vornehmlich an gefestigte Charaktere wenden, so sind Vielfalt und Einheit doch kein Widerspruch, zumindest, wenn man die Einheit auf das Ziel und die Vielfalt auf die Wege zu diesem Ziel bezieht.

Die vorliegende Auswahl von Widersprüchen und Gegensätzen will in keiner Weise den Offenbarungscharakter des Koran und den Wert der Sunna in Frage stellen. Widersprüche sind vielmehr ein Schlüssel und eine Aufforderung zu einem tiefergehenden und umfassenderen Verständnis der Offenbarung. Sie zeugen von der Unmöglichkeit, der Offenbarung mit einem einfachen verschulten Lernen gerecht zu werden. Sie zeugen von der Notwendigkeit, sich mit Verstand, Herz und Seele in die Auseinandersetzung mit der Offenbarung zu stürzen und so zu einer eigenen Überzeugung zu finden und dem Allmächtigen so nicht nur mit dem äußerlichen Befolgen seiner Gebote, sondern auch mit dem Innersten des Herzens und mit erkennendem Verstehen demütig zu dienen.

Sprich: "Wenn selbst das Meer Tinte wäre, das Wort meines Herrn ganz niederzuschreiben, so würde doch das Meer noch eher als das Wort meines Herrn erschöpft sein, und wenn wir auch noch ein ähnliches Meer hinzufügten" 18,110

Die Offenbarung ist nicht vollständig, darum ist der Mensch der Suche nach dem rechten Weg niemals enthoben.

Alle Stellenangaben beziehen sich - sofern nicht anders a ngegeben - auf den Koran. In der Verszählung folge ich i.A. der Übersetzung von Ullmann/Winter, die die nahezu jeder Sure vorangestellte basmala "Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen" im Gegensatz Verszählung z.B. in der Übersetzung von Max Henning durchgängig bereits als ersten Vers zählt. Wer also bei Henning die Zizate nachschlagen möchte, muß bei den meisten Stellenangaben die Versnummer um eins erniedrigen, um an die richtige Stelle zu gelangen.

1. Der Koran selber zu seiner eigenen Widersprüchlichkeit
Es gibt keine Widersprüche im Koran:
Wollen sie denn nicht über den Koran aufmerksam nachdenken? Wäre er nicht von Allah, so müßten sich viele Widersprüche darin finden 4,83

Es gibt Widersprüche im Koran:
Verwerfen wir gegebene Zeichen des Buches (im Koran) oder heißen wir sie vergessen, so gibt unsere Offenbarung gleich Gutes dafür oder Besseres. Weißt du denn nicht, daß Allah allmaächtig ist? 2,107
Wenn wir eine Vers im Koran hinwegnehmen und einen anderen an dessen Stelle setzen - und Allah muß doch wahrlich die Richtigkeit seiner Offenbarungen am besten kennen -, so sagen sie, daß dies eine Erfindung von dir sei; doch der größte Teil von ihnen vesteht nichts davon 16,102
Vergleichbar auch die Verse 87,8 und 14,40

Umgang mit dieser Widersprüchlichkeit:
"Über 200 Verse wurden auf Allahs Geheiß einer neuen Rechtssituation angepaßt und abgeändert" heißt es in der Anmerkung meiner Koranausgabe zum Vers 2,107. Diese zeit- oder besser situationsgebundene Gültigkeit offenbarter Verse verpflichtet den Ausleger, nicht nur die Übertragbarkeit auf heutige Verhältnisse sorgfältig zu prüfen, sondern auch die Sinnhaftigkeit der betreffenden Änderungen anhand der in Koran und Sunna überlieferten jeweiligen historischen Situationen nachzuvollziehen. Damit wird die Koranauslegung ein klein wenig von der weniger autoritativen Sunna bzw. vom "gesunden Menschenverstand" abhängig.

2. Zwang im Glauben
Zwang ist untersagt:
Zwingt keinen zum Glauben, da die wahre Lehre vom Irrglauben ja deutlich zu unterscheiden ist. ... 2,257
Weitere Zitate siehe tolerkor.htm

Zwang ist möglich?
Allah verehrt, freiwillig oder gezwungen, was in Himmeln und was auf Erden ist, ja selbst ihr Schatten dient ihm des Morgens und des Abends. 13,16 (ähnlich: 3,84)

"gezwungen" ist vielfältig deutbar: Bezieht sich dieses Attribut lediglich auf den unbelebten Teil der Schöpfung, wie zum Beispiel den Schatten, der morgens und abends sich zur Gebetszeit - den Naturgesetzen folgend - wie ein Betender lang auf den Boden legt?

Zwang ist geboten:
Sind aber die heiligen Monate, in welchen jeder Kampf verboten ist, verflossen, dann tötet die Götzendiener, wo ihr sie auch finden mögt; oder nehmt sie gefangen oder belagert sie und lauert ihnen auf allen Wegen auf. Bereuen (bekehren) sie (sich) dann, verrichten das Gebet zur bestimmten Zeit und geben Almosen, dann laßt sie frei ausgehen; denn Allah ist verzeihend und barmherzig. 9,5

Hier ist die historische Situation von Bedeutung für die Interpretation. Wie man den Versen 3 oder 28 entnehmen kann, ist der Anfang der neunten Sure kurz vor oder kurz nach der Eroberung Mekkas durch die Muslime offenbart worden; einem Eroberungsfeldzug, den die Muslime übrigens nach einem Vertragsbruch seitens der Ungläubigen (vgl. Vers 9,4 oder 9,7 - Vertrag von Hudaibiya, einen Waffenstillstandsvertrag) unternahmen. -
Von einem freiwilligen Übertritt zum Islam kann natürlich keine Rede sein, wenn der Ungläubige den Tod durch die muslimischen Kämpfer als Alternative vor Augen hat. Auf der anderen Seite ist es für die Muslime aber auch nicht möglich, in so einem Fall zwischen einem opportunistischen Scheinübertritt und einem Übertritt aus Überzeugung so einfach zu unterscheiden. Denn in die Herzen schaut nur Allah (vgl. 4,95 6,53 und 9,64 oder 49,15), und die Tötung eines Gläubigen ist nicht erlaubt. vgl.
4,93f: Tötung eines Gläubigen nicht erlaubt
4,95 / 6,53 / 9,101 / Buhari 56,77: die hinter Handlungen stehende Gesinnung ist nicht zu beurteilen
9,64 / 9,101 / 49,15 / Buhari 56,77: Allah schaut dagegen in die Herzen

3. Ist eine Diskussion mit Andersgläubigen über Religion erlaubt?
Ja:
Mit den Schriftbesitzern (Christen und Juden) streitet nur auf die anständigste Weise, nur die Frevler unter ihnen seien ausgenommen, und sagt: "Wir glauben an das, was uns, und an das, was euch offenbart worden ist. Allah, unser Gott und euer Gott, ist nur einer, und wir sind ihm ganz ergeben." 29,47
Rufe mit Weisheit und milder Ermahnung die Menschen auf den Weg deines Herrn, und wenn du mit ihnen streitest, so tu es auf die sanfteste Weise; ...16,126

Nein:
Wenn ihr die Zeichen Allahs hören werdet, so werden sie (die Juden) nicht daran glauben, sondern sie nur verspotten. Darum setzt euch nicht zu ihnen, oder nur dann, wenn sie sich von anderen Dingen unterhalten, denn sonst werdet ihr wie sie. 4,141
Siehst du Leute, die über unsere Zeichen streiten, so entferne dich von ihnen so lange, bis sie eine andere Unterhaltung beginnen... 6,69

4. sonstige Streitereien
Notwehr erlaubt?
Diener des Allbarmherzigen sind die, ... die Menschen , welche Allah zu töten verboten hat, nur wegen einer gerechten Ursache um das Leben bringen...25,64.69

Notwehr nicht erlaubt?
"Wenn zwei mit Schwertern aufeinander losgehen, werden beide in die Hölle kommen, der Täter wie das Opfer", sprach der Prophert. "O Gesandter Gottes", wunderten sich seine Gefährten, "daß der Täter in die Hölle kommt, verstehen wir. Aber warum muß auch das Opfer in der Hölle schmoren?" "Weil es genau wie sein Gegner darauf bedacht war zu töten." Nauawi 5

Wenn zwei Gruppen der Gläubigen miteinander streiten, so stellt die Eintracht unter ihnen wieder her; wenn sich aber die eine Partei gegen die andere verfehlt, so bekämpft die schuldige, bis sie sich dem Befehl Allahs unterwirft. Unterwirft sie sich, dann sucht sie in Billigkeit wieder zu einigen und handelt gerecht; denn Allah liebt die Gerechten. Die Gläubigen sind Brüder, darum stiftet Eintracht unter euren Brüdern und fürchtet Allah, damit er sich eurer erbarmt. (49,10-11)

Wie soll das aber bei gewalttätigen Streitereien praktikabel sein, wenn doch gilt:

Ein Rechtgläubiger darf keinen Rechtgläubigen töten, es geschehe denn unvorsätzlich ... 4,93

5. Stellvertretendes Handeln/Leiden
Keine belastete (Seele) braucht zusätzlich die Last einer anderen zu tragen. Und wenn eine schwerbelastete (Seele einer anderen) zurufen sollte, einen Teil ihrer Last zu übernehmen, so soll diese doch nichts (davon) tragen dürfen, und wären beide auch noch so nahe miteinander verwandt. 35,19

Ein Mann sagte zum Propheten (S): "O Prophet, meine Mutter ist überraschend gestorben. Ich glaube, sie hätte Almosen gegeben, wenn sie noch Zeit gehabt hätte, ihren letzten willen zu äußern! Wenn ich an ihrer Stelle Almosen gebe, wird sie dann dafür belohnt werden?" Der Prophet (S) erwiderte: "Ja." Buhari 23,95
"Wißt ihr, wann jemand bankrott ist?" fragte der Prophet. "Ja, natürlich", antworteten seine Gefährten, "bankrott ist jemand, der weder Drachmen noch Besitz sein eigen nennt." "Nein", erwiderte der Prophet, "bankrott ist derjenige, der am Tag der Auferstehung zwar Gebete, Fasten und Almosen vorzuweisen hat, der aber diesen geschlagen, jenen beschimpft und eines anderen Ehre beschmutzt hat. Diese Menschen werden von seinen guten Taten entschädigt werden. Reichen seine guten Taten nicht aus, so wird er entsprechend von ihren bösen Taten tragen müssen." Muslim 16,135f

vgl Koran 16,26 vs. 7,39

6. Verdienst vs. Gnade
Die Taten sind entscheidend:
(Am Jüngsten Tage)wird jede Seele wissen, was sie getan und was sie versäumt hat. ... Die Gerechten werden in das wonnevolle Paradies kommen, die Missetäter aber in die Hölle. 83,6.14.15
Was ihr den Armen Gutes tut, wird euch einst belohnt werden. 2,273
die Befreieung eines Gefangenen oder die Speisung eines Hungernden oder einer verwandten Waise oder eines in Not darniederliegenden Armen: zur Zeit der Hungersnot. Wer solches tut, gehört zu den Gläubigen, die sich gegenseitig zur Geduld und Barmherzigkeit anregen. Diese sind Gefährten der rechten Hand. 90,14ff
Der Ausdruck "Gefährten der rechten Hand" bezeichnet die Gerechten, vgl. 56,28.

Die Herzenseinstellung ist entscheidend:
Ein wort voll Güte und Milde ist besser als eine unfreundliche Gabe. 2,264

Der Glaube ist entscheidend:
Wer bezeugt, daß es keine Gott außer Gott gibt und er keinen Teilhaber hat, daß Muhammed sein Diener und sein Gesandter ist, daß Jesus Gottes Diener, Sein Gesandter, Sein Wort, welches er Maria anvertraut hat, ist und von seinem Geist ist, daß das Paradies wahr ist und das Höllenfeuer wahr ist, den wird Gott ins Paradies eingehen lassen, was auch immer er getan hat. Buhari 16,27

Ungewißheit:
O Gläubige, kehrt mit aufrichtiger Reue zu Allah zurück, vielleicht, daß euer Herr euere bösen Handlungen von euch nimmt und euch in Gärten führt, welche Wasserläufe durchströmen... 66,9

Gnade:
'Keiner von euch wird durch seine Taten errettet werden' , sprach der Prophet. 'Auch du nicht, o Gesandter Gottes?' fragten die Leute. 'Auch ich nicht, es sei denn, Gott nimmt mich in seiner Barmherzigkeit auf.' (Buhari 23, 63)

7. Wer schenkt den Ungläubigen die Kinder?
Es ist Gott:
(Der Herr,) er ist es, der den Menschen aus Wasser erschaffen hat und demselben Verwandtschaft durch Blut, dann Heirat gab; denn dein Herr ist allmächtig. Und dennoch verehren sie statt Allah irgendwelche Wesen ...25,55f
Den Menschen schafft er aus Samentropfen, und dennoch will dieser die Auferstehung krittelnd bestreiten.16,5

Es ist Satan, der seine Finger da mit im Spiel hat:
Als wir zu den Engeln sagten: "Fallt vor Adam verehrungsvoll nieder", da taten sie so, mit Ausnahme Iblis', des Satans, der sagte: "Wie soll ich den verehren, welchen du aus Lehm geschaffen hast? Was denkst du wohl von diesem Menschen, welchen du mehr ehrst als mich? Wenn du mir bis zum Tage der Auferstehung Aufschub geben willst, dann will ich seine Nachkommen alle, bis auf wenige, ins Verderben stürzen." Darauf sagte Allah: "Geh hin! Doch wenn dir einer von ihnen folgt, dann soll die Hölle euer Lohn sein. Wahrlich, das ist reichliche Vergeltung. Verführe nun durch deine Stimme von ihnen, wen du kannst, wende deine ganze Macht an, gib ihnen Vermögen und Kinder und versprich ihnen alles." Die Versprechen des Satans sind jedoch immer nur Täuschungen. 17,62-65

8. Ist der Koran verständlich?
Ja:
Dieses Buch, dessen Verse nicht verfälscht, sondern deutlich und klar sind ... 11,2

Nicht immer:
Er offenbarte dir die Schrift, in der viele Verse maßgebend und grundlegend sind: sie sind die Mutter (Grundsäulen) der Schrift; andere dunkle (vieldeutige) sind bildlich zu nehmen ... 3,8

9. Zins
Beim Vergleich des damaligen muslimischen und des heutigen kapitalistischen Wirtschaftssystems ist u.A. zu beachten, daß heutzutage die Bandbreite der Produktivität ungleich größer ist, als damals. Weiter war früher der Boden der wichtigste Produktionsfaktor, heute hat die Landwirtschaft dagegen nur einen minimalen Anteil am Bruttosozialprodukt. Auch die Handelsspannen sind kräftig gesunken.
Die konkreten Regulierungen, wie sie damals vom Propheten für die damalige Wirtschaft erlassen wurden, können deshalb nicht so ohne weiteres auf die heutige Zeit übertragen werden, weil die Verhältnisse sich geändert haben. Man muß vielmehr bemüht sein, den Geist zu erfassen, der hinter den konkret erlassenen Regulierungen steht, um diesen Geist dann in einem auf die heutigen Verhältnisse zugeschnittenen Rechtssystem wiedererstehen zu lassen.

Was wollte Mohammed mit dem Zinsverbot erreichen, und was wurde überhaupt unter Zins verstanden?

a) MW geht es vor allem darum, daß - wenn schon der Gewinn aus einer gemeinsamen Sache geteilt wird, dann auch der mögliche Verlust geteilt werden muß, was beim Verleihen mit (festen?) Zinsen nicht der Fall ist.
(nach M. Hamidullah: Der Islam, Seite 200, leider ist dort keine Belegstelle aus der Sunna angeführt)

Ist das nicht im kapitalistischen System aber zumindest teilweise realisiert? Die Banken legen die Verluste aus faulen Krediten um und können dann nur entsprechend weniger Zinsen zahlen. Der Sparkonto-Inhaber ist mit Zinsabschlägen an Verlusten beteiligt. Es ist also keineswegs so, daß der Kreditnehmer das ganze Risiko alleine trägt. Besonders deutlich wird das auch in der Regelung des Verbraucherkonkurses.

b) Was unter Zins zu verstehen ist, das findet man im Koran 3,131:
O Gläubige, greift nicht so gierig nach dem Wucher mit allen seinen Verdopplungen
Es sind also Renditen von mehreren 100% angesprochen. Wo - so möchte man fragen - gibt es solche Renditen aber in einem kapitalistischen System? Zu Mohammeds Zeiten waren Handelsspannen von 1000% oder gar 2000% möglich. Wenn im Koran (2,276) nun gesagt wird, daß Handel erlaubt, Wucher aber verboten sei, dann muß man das vor diesem Hintergrund sehen: Zinssätze von 1000% innert ein oder zwei Jahren (oder wie lange eine Karawane auch immer braucht von Mekka nach Damaskus und zurück) sind da vermutlich angesprochen.

(Das Bankensystem in der BRD ist fernst ab von solchen Zuständen.)

c) Von Interesse ist auch noch die Praxis des Propheten.
Muslim berichtet:
(Quelle: "Von der Sunna des Propheten" Seite 552)
Gabir Ibn Abdullah, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: 'Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, verfluchte den Zinsnehmer, den Zinsgeber, sowie den Schreiber und die Zeugen eines Zinsvertrages und sagte: ^Diese alle sind (in der Schuld) gleich^'
Ein weiterer Hadith wird von Buhari (43,7) berichtet:
Gabir Ibn Abdullah (Ra) berichtet: '...Der Prophet (S) hatte Schulden bei mir. Er bezahlte sie zurück und gab mir etwas mehr als jenen Betrag!'

Etwas mehr zurückzugeben kann mit der Verurteilung des Zinses im ersteren Hadith also nicht gemeint gewesen sein. Die Praxis des Propheten belegt damit, daß nicht Zinsen generell verboten waren, sondern nur jene damals üblichen und auch aus heutiger Sicht absolut überhöhten Zinsen.

Ich komme damit zu dem Schluß, daß sich vor allem das Verbot von Wucherzinsen aus Koran und Sunna belegen läßt. Wo ein darüber hinausgehendes Zinsverbot herkommt, weiß ich nicht, bzw. ich kann nur spekulieren, daß es von einer allzu wörtlichen Koranauslegung herrührt, die die damaligen Umstände nicht berücksichtigt.

Auf keinen Fall kann ich aber die Polarisierung (hier der verkommene, zinsnehmende Westen - dort der zinsfreie muslimische Raum) nachvollziehen. Der Geist des koranischen Zinsverbotes ist in den Gesetzen der BRD nämlich durchaus wiederzufinden (Wucherverbot §138 BGB oder der Verbraucherkonkurs).

10. Muß man dem Propheten und Vorgesetzten gehorchen?
Ja:
Abu Huraira (Ra) berichtet, der Gesandte Gottes (S) habe gesagt: Wer mir gehorcht, gehorcht Gott. Und wer mir den Gehorsam verweigert, verweigert Gott den Gehorsam. Buhari 43,1
O Gläubige, gehorcht Allah, gehorcht seinem Gesandten und euren Vorgesetzten, und seid ihr in irgend etwas uneinig untereinander, so bringt es vor Allah und seinen Gesandten, ...4,60

Nur bedingt:
'Abdullah (Ra) berichtet, der Prophet habe gesagt: Der Muslim soll auf den Befehlshaber hören und ihm gehorchen, mag er seine Anordnungen gutheißen oder nicht, solange ihm nichts Widersetzliches befohlen wird. Sollte dies aber der Fall sein, dann soll er nicht auf ihn hören und ihm den Gehorsam verweigern! Buhari 93,4 (ähnlich: Buhari 56,108)
Umm Salama (Ra) berichtet, der Gesandte Gottes (S) habe gesagt:
Ich bin auch nur ein Mensch! Ihr kommt mit euren Streitigkeiten zu mir, damit ich zwischen euch urteile. Es mag vorkommen, daß der eine seinen Streitpunkt besser vertreten kann als der andere. Ich muß aufgrund dessen entscheiden, was ich gehört habe! Wenn ich jemandem mit meiner Entscheidung das Recht zubillige, das seinem Kontrahenten zusteht, so darf er es auf keinen Fall annehmen! Im anderen Fall wird ihm das Recht, das ihm zu unrecht zugesprochen wurde, zu einem Teil des Höllenfeuers werden! Buhari 93,20

11. Der zuletzt geoffenbarte Vers
Heute habe ich für euch euere Religion vollendet 5,4

Ibn 'Abbas, Allahs Wohlgefalen auf beiden, berichtete: "Der zuletzt offenbarte Qur'an-Vers was der Vers (2:275ff.) über das Vebot der Zinsen (Riba)." Buhari
(Quelle: "Von der Sunna des Propheten" Seite 552)

12. Alkohol
Und von der Frucht der Palmbäume und den Weintrauben erhaltet ihr berauschende Getränke und auch gute Nahrung. Auch hierin liegt ein Zeichen für verständige Menschen. 16,68

Auch über Wein und Spiel (arab. Meisar: Pfeilspiel um ein Kamel) werden sie dich befragen. Sag ihnen: "In beiden liegt Gefahr der Versündigung - doch auch Nutzen für den Menschen; der Nachteil überwiegt jedoch den Nutzen!" 2,220

... erzählt Abu Dharr ... Als der Prophet bei mir angekommen war, konnte ich mich nicht gedulden, sondern mußte ihn fragen: "O Gesandter Gottes, möge Gott mich an deiner Stelle opfern, mit wem hast du bei den schwarzen Steinen gesprochen? Ich habe niemanden gehört, der dir etwas erwiderte."
"Das war der Engel Gabriel, Friede sei mit ihm, der mir bei den schwarzen Steinen entgegenkam. Und er sagte mir: 'Beglückwünsche deine Gemeinde: Wenn einer stirbt, ohne daß er Gott etwas beigesellt hat, wird er ins Paradies kommen.'
Ich fragte: 'O Gabriel, auch wenn er stiehlt? Auch wenn er Unzucht begeht?'
'Ja', antwortete er.
'Auch wenn er stiehlt? Auch wenn er Unzucht begeht?' fragte ich nochmals.
'Ja', antwortete er mir erneut.
'Auch wenn er stiehlt? Auch wenn er Unzucht begeht?'
'Ja.'
'Auch wenn er alkoholische Getränke zu sich nimmt?'
'Ja.' " Buhari 23,50
Vergleichbar: Buhari 86,5

O Gläubige, der Wein, das Spiel, Bilder und Loswerfen sind verabscheuungswürdig und ein Werk des Satans; vermeidet sie, damit es euch wohl ergehe. 5,91

Von Dschabir: Allahs Gesandter hat gesagt: "Fleisch, das auf Verwehrtem wuchs, geht nicht in den Paradiesgarten ein. Auf alles Fleisch, das auf Verwehrtem wuchs, hat das Feuer mehr Anspruch." Ahmad, Darimi, Baihaqi
Nach Abu Bakr hat Allahs Gesandter gesagt: "Ein mit Verwehrtem ernährter Körper geht nicht in den Paradiesgarten ein." Baihaqi
(entnommen aus: "Worte des Propheten", Seite 12)

13. Schläge für Frauen?
Denjenigen Frauen aber, von denen ihr fürchtet, daß sie euch durch ihr Betragen erzürnen, gebt Verweise, enthaltet euch ihrer, sperrt sie in ihre Gemächer und züchtigt sie. Gehorchen sie euch aber, dann sucht keine Gelegenheit, gegen sie zu zürnen. 4,35

Für die Frau als Gattin gibt es den berühmten Ausspruch Muhammads:
"Der Beste unter euch ist der, der seine Frau am besten behandelt."
In seiner denkwürdigen Abschiedsrede anläßlich seiner letzten Pilgerfahrt hat Muhammed auch des längeren von der Frau gesprochen; er sagte dabei vornehmlich:
"Und dann, o mein Volk: eure Frauen haben wirklich ein Recht über euch, und ihr habt ein Recht über sie. Ihnen obliegt es, daß sie eure Betten nicht von anderen benutzen lassen als von euch, daß sie niemandem erlauben, in eure Häuser einzutreten, den ihr nicht liebt; und daß sie keine Schandtaten zulassen. Tun sie es dennoch, so gestattet euch Gott, sie zu verwarnen, sie von euren Betten fernzuhalten und selbst zu schlagen, aber nicht hart; wenn sie aber sich dessen enthalten und euch gehorsam sind, dann obliegt es euch, sie zu ernähren und zu kleiden gemäß gutem Brauch. Und ich befehle euch, die Frauen gut zu behandeln, denn sie befinden sich bei euch als Gefangene, die nichts für sich selbst besitzen ..."
Entnommen aus: Hamidullah: "Der Islam" §382

Allahs Gesandter hat gesagt: "Die vollkommensten im Glauben sind von den Gläubigen die Besten an Charakter und Benehmen, und die Besten von euch sind die, die ihre Frauen am besten (behandeln). Tirmidhi
Entnommen aus: "Allahs Gesandter hat gesagt ..." Nr.659

Laquit berichtete: Ich sagte (einmal): "Allahs Gesandter, ich habe eine Frau, der etwas auf der Zunge liegt, nämlich üble Rede." Er sagte: "Trenne dich von ihr." Ich sagte: "Ich habe Kinder von ihr, und sie ist (doch) meine (Lebens-) Gefährtin." Er sagte: "Dann weise sie zurecht. Wenn in ihr Gutes ist, wird sie nachgeben, aber schlage deine Gattin niemals wie eine Magd!" Abu Dawud
Entnommen aus: "Allahs Gesandter hat gesagt ..." Nr.661

Allahs Gesandter teilte Ali einen Knecht zu und sagte: "Schlage ihn nicht, denn mir wurde verboten, Leute, die das Gebet verrichten, zu schlagen, und ich habe ihn (doch) beten sehen." Mischkat
Entnommen aus: "Allahs Gesandter hat gesagt ..." Nr.570

14. Trennung des Weltlichen vom Religiösen?
Der Prophet kam nach Madina, wo (die Leute) die Dattelpalmen befruchteten. Er fragte: "Was macht ihr?" Sie antworteten: "Das haben wir schon immer so gemacht." Darauf entgegnete er: "Vielleicht wäre es besser für euch, es nicht zu tun." So ließen sie es, und (die Ernte) war geringer. (Der Überlieferer) sagte: Sie berichteten es (dem Propheten). Da sagte er: "Ich bin nur ein Mensch. Wenn ich euch hinsichtlich eurer Religion etwas anordne, so befolgt es. Wenn ich euch jedoch etwas aufgrund meiner Meinung anordne, so bin ich nur ein Mensch." Muslim
Entnommen aus: Allahs Gesandter hat gesagt ..., Nr.98. In einer Anmerkung wird auf eine andere Überlieferung hingewiesen, nach der es heißt: "Ihr kennt euch besser aus in euren irdischen Angelegenheiten"

15. Das Verhältnis zu früheren Offenbarungen, insbesondere der Bibel
Der Koran bestätigt sie:
Er offenbarte dir die Schrift mit der Wahrheit und bestätigte hiermit sein schon früher gesandtes Wort. Er offenbarte schon vorher die Thora und das Evangelium ... 3,4 (ähnlich: 5,49)

Der Koran berichtigt Verfälschungen:
O ihr Schriftbesitzer, unser Gesandter ist nun zu euch gekommen, um euch viele Stellen in der Schrift anzuzeigen, die ihr weggelassen habt. 5,16

Offenbar kann aber auch etwas außer Kraft gesetzt werden:
Was Allah dem Propheten, in Übereinstimmung mit der Verordnung Allahs, gegen vorherige Bräuche (Gebote) erlaubt hat, ist auch kein Verbrechen für ihn; denn Allahs Befehl ist fest und bestimmt. Auch wenn sie (frühere Gesandte) andere Befehle Allahs gebracht haben. 33,39f

16. Rücknahme von Geschenken und Spenden
ist geboten:
An-Nu'man Ibn Basir berichtet: Mein Vater ging mit mit zum Gesandten Gottes und sagte zu ihm: "Ich habe diesem meinen Sohn einen Sklaven geschenkt!" Der Prophet (S) fragte: "Hast du deinen anderen Kinder in gleicher Weise beschenkt?" - "Nein!" - "Dann nimm das Geschenk zurück!" Buhari 51,12

ist verboten:
Es ist nicht zulässig, ein Geschenk oder eine Spende zurückzunehmen. Buhari 51,30

17. Der Koran, verbalinspiriert? und wortwörtlich getreu überliefert?
- grundsätzlich ja! aber:

- Unter Abu Bakr ist bereits eine erste Zusammenstellung der Offenbarungen an Mohammed vorgenommen worden (vgl Buhari 93,37). Der uns heute überlieferte Koran wurde aber erst unter Uthman redigiert

- Es existieren unterschiedliche Vokalisationen des konsonantischen Korantextes, die Bedeutungsunterschiede sind allerdings nur geringfügig.

- Die Koranhandschriften aus dem Jemen belegen Lesarten, die in gewichtigerer Weise vom Kairoer Text abweichen.

- die Satanischen Verse 53,21ff: Gibt es eine Garantie, daß nicht weitere derartige Fehler im Koran enthalten sind, die nicht berichtigt worden sind?

- Wir haben noch keinen Gesandten oder Propheten vor dir (Mohammed) geschickt, welchem nicht, wenn er vorlas (seine Sendung zu erfüllen trachtete), der Satan irgendein Irrtum in seine Vorlesung (sein Streben) eingestreut hätte; aber Allah wird vernichten, was der Satan eingestreut hat. Allah wird seine Zeichen (gegen den Satan) bekräftigen; denn Allah ist allwissend und allweise. Er läßt dies aber zu, damit das, was der Satan einstreut, eine Versuchung werde für die, deren Herz schwach oder verhärtet ist - .... 22,53f



18. Wie lange währt der Tag des Gerichts?
32,6 - Der Tag dauert 1.000 Erdenjahre
70,5 - Der Tag dauert 50.000 Erdenjahre
22,48 - Ein Tag Gottes ist gleich 1.000 Erdenjahren



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erstellt: 2002 letzte Änderung:17.07.2003
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