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Der Wert eines Lebens












Moretti: Platz für das „Welke“

http://www.diepresse.com/home/kultur/news/299201/index.do
Zitat:

Nach Pest und Krieg „die Alten“
Und heute? „Pest, Hunger und Krieg sind überwunden – nun sind die Alten da“ – titelte die deutsche „Zeit“ 1984. Die Alten als Plage? Christoph Gisinger, Ärztlicher Direktor im Haus der Barmherzigkeit in Wien, warnte in seinem Vortrag vor einem „Age-ismus“, einer Diskriminierung alter Menschen. Die steigende Zahl an Behandlungsmöglichkeiten, die immer knapperen Ressourcen würden das Problem verschärfen, so der Mediziner – umso wichtiger sei die Besinnung auf den Hippokratischen Eid: „Als Arzt ist man dem Einzelnen verpflichtet, nicht einer Verwaltung oder einem Kontrollamt.“

Wenn aber der Einzelne sterben möchte? Befürworter aktiver Sterbehilfe sprechen von der Autonomie, die man jedem Menschen zubilligen müsse. Ausdruck der höchsten Freiheit sei es, selbst über sein Lebensende bestimmen zu können. Falsch, sagt Johannes Meran, Onkologe und Mitglied der Ethikkommission des Bundeskanzleramtes. „Um mit dem Philosophen Gilbert Ryle zu sprechen: Es handelt sich um einen Kategorienfehler. Jemand, der sein Leben als nicht mehr lebenswert beurteilt, vergleicht es mit Nichtleben. Man könnte sagen, er spricht wie ein Blinder von Farben.“

Meran kritisierte Verdrängung von Leid und Tod: „Leid kann nicht durch die Abschaffung der Leidenden aus der Welt geschafft werden.“ Die Art und Weise, wie Angehörige und Ärzte mit Schwerkranken umgehen, sei essenziell für deren Lebenswille. „Nur wenn der Patient die Erfahrung macht, angenommen zu sein, kann er sein Leid annehmen.“



Wenn man das heute so liest: Nachdenklichkeit folgt: es wird ja Jeder alt, wenn er es bis ins hohe Alter schafft und das ist heute nun einmal der Fall.
Denn keiner weiß, ob er/sie im hohen Alter fit bleibt oder ans Bett gebunden, gebunden an Verwandte und deren Wohlwollen. Hat man seine Kinder so erzogen,daß sie die Liebe wiedergeben können, mit der man sie ins Leben begleitete ?
http://www.zuhause3.de/_leben/2004-05/index2.shtml

Zitat:
"Ich gestehe eine gewisse Furcht vor der Durchschnittlichkeit des Lebens. Wie schnell ist man alt, und wie schnell stellt man fest: Erschreckend wenig hat man anfangen können mit seiner Zeit."

Er habe zum Glück einen Beruf, in dem er auch den Körper spüren dürfe, und immer suche er Herausforderungen, die in dieser Hinsicht wahrlich schweißtreibend sind – in Schweden etwa, während der Dreharbeiten zum Mankell-Krimi, wurde ihm das Radfahren zur neuen genießerischen Beschäftigung.

Moretti sieht mit Sorge eine "Amerikanisierung" des alltäglichen Lebens. McDonald’s regiert die Gesellschaft. Die körperliche Gleichgültigkeit, die überhaupt alles Formbewusstsein fallen lässt – oder die Maskerade, die nur noch Form zulässt. Aus den Städten dringt Gleichmacherei wie ein schlechter Atem in die Welt. Aus Städten, in die man zog, um ungestört allein bleiben zu können, wurden Ghetto-Ansammlungen, in denen man niemandem mehr wirklich begegnet. Da wird das eigene Haus abseits der Betonierungen zum Refugium "für eine ganz andere Lebensluft, für etwas Unerklärbares".



http://www.politikstube.de/forum/ch....._ihr_europe_christ-2.html

http://www.kath.net/detail.php?id=16606
Zitat:

Der österreichische Schauspieler sprach bei der Internationalen Hartheim Konferenz über die Gefahr des Nützlichkeitsdenkens.

Wien (www.kath.net) Vor „schönen Begriffen“, die „grausame Sachen“ verschleiern, warnte der österreichische Schauspieler Tobias Moretti bei der Internationalen Hartheim Konferenz „Sinn und Schuldigkeit“ am 21. April.

Hinter „Gesundheitsökonomie“ verstecke sich die Abtreibung behinderter Kinder, ebenso „schön“ klingen die Begriffe „Euthanasie“ – der schöne Tod, warnte Moretti.

Auch die „Eugenik“ falle in diese Kategorie: „Die schönen Gene – eine Begrifflichkeit, die in Zeiten wie unseren, Zeiten der Gentechnologie, nicht so weit weg scheint. Denn wenn es gesunde Gene geht, oder nützliche, wertvolle Gene oder schöne Gene, die die schönen Nasen machen. Dann gibt es auch die hässlichen und nutzlosen und vor allem die ungesunden Gene, die keiner haben will.“


http://derstandard.at/?url=/?id=2851381
Zitat:

Er habe den Eindruck, dass das Thema Sterbehilfe in Österreich heute - oft jedenfalls - in ziemlich sachlicher Weise diskutiert werden könne, erklärte Fischer. Vielleicht auch deswegen, weil mit der Patientenverfügung ein Instrument geschaffen worden sei, das dem einzelnen Menschen die Chance gebe, nach sorgfältiger Überlegung und allenfalls Beratung Einfluss darauf zu nehmen, wie mit ihm in jener Phase, wo sich der Lebensweg seinem Ende nähert verfahren werden solle. Gleichzeitig sei mit der Hospizbewegung, ein verdienstvolles Modell geschaffen worden, das sich der Begleitung Todkranker und Sterbender in mitmenschlicher Weise widme.

Sterben nicht um jeden Preis hinausschieben


Der Einsatz der ärztlichen Kunst im Kampf gegen das Sterben vor der Zeit sei grundsätzlich begrüßenswert, stellte der Bundespräsident fest. Das bedeute aber nicht, dass Sterben am Ende des natürlichen Lebensweges mit sämtlichen Mitteln der Technik und um jeden Preis hinausgeschoben werden solle. Der Tod sei etwas Natürliches und sollte seiner Natürlichkeit nicht beraubt werden. Die Grenze zur aktiven Sterbehilfe sei aber sorgfältig zu beachten. Damit meine er nicht ein bloßes Hinnehmen des Erlöschens der Lebensflamme, sondern ein aktives Auslöschen, ein Durchtrennen des Lebensfadens. Der Wille des Betroffenen sollte so weit wie möglich in ernsthafter Weise erwogen werden, verlangte er.
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