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Nicht Allahs Wort
Die ketzerischen Thesen des Islamwissenschaftlers Ibn Warraq
Islamische Selbstmordattentäter töten Ungläubige und sich selbst, weil sie glauben, als Märtyrer ins Paradies zu kommen. Der Glaube an Bäche von Milch und Honig und zahllosen Jungfrauen lässt sie zu lebenden Bomben werden. "Das aber steht auf jeden Fall nicht im Koran", sagt ausgerechnet ein Moslem. Islamforscher Ibn Warraq geht in seinem Buch "Warum ich kein Muslim bin" auf die Quellen des Koran zurück. Er stellt die Frage, die christliche Forscher auch schon an die Bibel hatten: Ist der Koran das Wort Allahs, oder ist er von Menschenhand und redigiert?
"Bei der Überlieferung, der so genannten Hadith, bei der Übersetzung des Koran, der ursprünglich Syroaramäisch verfasst war, ins Arabische, hat es viele Übersetzungsfehler gegeben", sagt Ibn Warraq. "So kam es zum Beispiel, dass das Wort für Paradiesjungfrauen, Huris, eher mit Trauben und kalten Getränken, also kühlen Drinks übersetzt werden müsste. Das ist historisch auch viel logischer."
Paradies ohne Jungfrauen
Kalte Drinks und Trauben statt Jungfrauen im Paradies? In der islamischen Welt gilt man für solche Aussagen als Ketzer - das weiß Ibn Warraq. Sein jetzt auf Deutsch erschienenes Buch "Warum ich kein Muslim bin" ist ein Frontalangriff auf den Islam. Warraq stellt wie Luther Fragen, die einst auch der katholischen Kirche unbequem waren und die Inquisition auf den Plan riefen. Er sieht sich in der philosophischen Tradition christlich-europäischer Aufklärung. Warraqs Ziel: Auch ein Muslim soll wie Nietzsche sagen dürfen "Gott ist tot", ohne dafür sterben zu müssen. Als Islamforscher hinterfragt er die Existenz und die Schwächen Allahs und seines Propheten. Während in der Bibel nicht jedes Wort für göttlich gelte, nähmen Muslime den Koran für Gottes Wort.
Warraq kritisiert auch den Koran. Dafür steht im Islam die Todesstrafe. "Das ist nicht Gott, der im Koran spricht", sagt Warraq. "Im Gegenteil, es sind Mohammed oder Muslime, die zu Gott sprechen. Oder es könnten Engel sein, die sprechen aber nicht Gott. Das haben auch schon viele muslimische Gelehrte vor Jahrhunderten festgestellt. Abgesehen davon - und das sagen auch Gläugbige, wimmelt der Koran nur so von Missverständnissen, geschichtlichen Fehlern, geographischen Ungereimtheiten und unzähligen Grammatikfehlern. Für mich steht fest, der Korann ist ein menschliches Produkt."
Gott als Symbolfigur
Ist also der Koran nicht das Wort Gottes, sondern ein menschliches Produkt? Existiert Gott? Existiert Allah? Der tunesische Schriftgelehrte Abdelwahhab Meddeb sagt: "Wen kümmert es, ob Gott existiert oder nicht? Das ist eine Frage, die für mich nicht zählt. Wichtig ist doch, dass er für die Menschen, die ich kenne und treffe, zählt. Es ist ganz einfach - Gott ist eine Metapher. Er ist eine Symbolfigur. Ist der Koran Gottes Wort oder Menschenwort? Für mich steht fest, das ist das Wort der Menschen. Für mich ist wichtig, dass wir den Koran kritisch in einen historischen Bezug setzen müssen."
Nur eine Korankritik, so Warraq und Meddeb, könne den Moslems dabei helfen, ihre heiligen Texte rationaler und mit größerer Objektivität zu interpretieren. Es sei kein Zufall, dass das Toleranzideal in der Aufklärung mit der Entwicklung der historischen Bibelkritik einhergegangen sei. Nur wenn eine Religion sich zu ihren heiligen Quellen zu distanzieren vermag, können Toleranz und Pluralismus anstelle des religiösen Absolutheitsanspruches treten. Die Korankritik könnte verhindern, dass sich gläubige Moslems von den Suren und Predigern aufhetzen lassen. Die Gefahr der falschen Koraninterpretation gehe heute vor allem von den religiös Halbgebildeten aus.
Totalitärer Islam
"Die Mehrheit der Muslime ist nicht arabischsprechend und hat den Koran in seiner Originalfassung nie gelesen, sondern nur Übersetzungen", meint Ibn Warraq. "Viele haben dem Islam den Rücken gekehrt, weil sie den Koran zum ersten Mal gelesen haben. Aber der Abfall vom Glauben wird im Islam mit dem Tod bestraft. Sie werden eliminiert." Der Islam, so der Islamforscher weiter, erlaube keinen Abfall vom Glauben. Der Islam kenne keine Reformation und Aufklärung wie das Christentum. Auch in der Bibel fänden sich gewalttätige Stellen, Vorstellungen von Gericht, Verdammnis und Hölle. Doch das Christentum akzeptiert universale Menschenrechte.
Die Muslime wiederum haben ihre eigene Menschenrechtsdeklaration veröffentlicht. Im Koran finden sich keine festgeschriebenen Menschenrechte. Der Gewaltbegriff im Koran spaltet die islamischen Denkschulen. Ibn Warraq hat den Koran gründlich analysiert: "Nein, der Islam ist keine Religion des Friedens. Sie müssen sich nur den Koran anschauen. Ein Skeptiker hat ihn einmal untersucht. Es hat sich gezeigt, dass es über 560 Passagen mit Gewalt und Grausamkeit gibt und nur ungefähr 60 Passagen, die Toleranz predigen. Das ganze Buch ist übersät mit Drohungen des Höllenfeuers. Der Islam ist totalitär, es gibt strikte Vorschriften, wie man sich waschen soll, mit welcher Hand man essen soll, wie man Liebe machen soll. Die Religion will alles kontrollieren, ist totalitär. Sie will vorschreiben, was man lesen und denken soll und was nicht."
Krieg der Interpretationen
Eine Religion, die den Anschluss an die Moderne zwar sucht und braucht, aber die demokratische Gesellschaft ideologisch und religiös nicht wirklich akzeptiert. Der Islam kennt keine Trennung von Staat und Religion. Freier Wille und Eigenverantwortung stehen gegen die kollektive Vorbestimmung Allahs. Der radikale Islam nimmt Säkularisierungstendenzen und eine Modernisierung als Existenzbedrohung wahr.
Nicht erst der Mord am holländischen Regisseur van Gogh konfrontiert auch uns mit dem Problem: Braucht der Islam eine Reformation, um seine Art der Aufklärung zu erfahren? "Die Krise des heutigen Islam ähnelt der des Christentums im 16. Jahrhundert", meint Abdelwahhab Meddeb. "Es war auch damals ein Krieg der Religionen. Es war schon immer ein Krieg der Interpretationen. Die Moslems dürfen den Koran nicht wörtlich nehmen, sie müssen sich vom Text emanzipieren. Das hat auch in Europa zur Aufklärung geführt und das kann auch den Islam zur Aufklärung führen. Ich glaube, der Fundamentalismus und Islamismus der heutigen Zeit ist eine Sackgasse und ein Phänomen, das sich selbst auflösen wird. Ich denke, es kann 20, 30 oder auch 40 Jahre dauern, aber nicht Jahrhunderte."
Doch noch ist es nicht soweit. Das bedauert besonders Ibn Warraq. Er sieht sich als Reformierer und das erfordert großen Mut. Er fühlt sich als säkularer Humanist, nicht als Glaubensfeind. Ein Moslem, der es wagt, auszusprechen, was viele über den Islam nur denken. Deswegen ist er immer noch auf der Flucht.
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http://www.3sat.de/3sat.php?http://.....lesezeit/74133/index.html
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Die beiden Autoren sind bekannt dafür, dass sie so ziemlich jedes Rätsel lösen: Qumran und ein angeblich erfundenes Christentum, der heilige Gral, die Templer usw. In der Tat liest sich das Buch spannend, für diejenigen, die aber nur dieses Buch lesen, ohne das Umfeld (historisch, religiös u. wissenschaftlich) zu betrachten, scheint es mitunter sehr glaubhaft. Näher betrachtet strotzt es vor Fehlinformationen, zusammengesponnenen Hypothesen und falschen Behauptungen. Wer einmal selbst in Qumran war, wird sicherlich nie auf die Idee kommen, die essenische Klosteranlage als Fort zu bezeichnen. Und dass es eine Schmiede gab, ist lange noch kein Indiz- in jedem mittelalterl. Kloster gab es das auch!
Übrigens sind inzwischen ALLE Schriften veröffentlicht.
Merkwürdig, dass das Antwortbuch "Jesus, Qumran und der Vatikan" mit all den Richtigstellungen nicht in den Bestsellerlisten auftaucht- riecht ja auch zu wenig nach "Aha-jetzt haben wir`s ja"- Sensation. Die Autoren scheffeln Geld mit angeblichen Enthüllungen, die halt keine sind. Halbwahrheiten und pure Erfindungen werden hier gepaart und in thrillerhafter manier als Fakten angepriesen.Und auf den Fund von einer Münze werden abstruse Gedankenkonstruktionen errichtet, die so himmelschreiend hanebüchen sind... Ganz in Erich-von-Däniken-manier. Hauptsache man hat etwas unglaubliches herausgefunden und offenbart. Jemand aufgefallen, dass selbst auf dem Umschlag der hebräische Text auf dem Kopf steht? Ein trauriger Beitrag zur gegenwärtigen Strömung, das Christentum an den Pranger zu stellen! fakt ist: Qumranrollen und Christentum haben gewissen Ähnlichkeiten- aber das muss ja so sein, da sie beide aus der gleichen Quelle schöpfen. Ansonsten sind aber keine direkten Berührungspunkte beleg- oder beweisbar. Die Rollen von Qumran sind ein interessantes, inspirierendes Zeugnis der jüdisch-essenischen Geisteswelt im 1. Jahrhundert, aber eben keine christlichen Schriften.Am besten gleich Übersetzungen der Rollen lesen und sich selbst ein Bild machen... |
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Sakina für alle.
@Nikko
Hast du Keine eigene Meinung zu dem was du hier reinkopierst?
Hast du das Buch gelesen?
@Pax
Kennst du Jaya Gopal und oder Horst Hermann?
mfggg gnostik
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Hallo,
Jaya Gopal kenne ich.
Sein Buch möchte ich auch noch lesen.
Wer ist Horst Herrmann und was für Bücher schrieb er?
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