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Für mich sind die Zeugen Jehovas sektiererisch.
Gesetzlichkeiten oder Gnade. Beides zusammen ist unvereinbar.
Christlicher Glaube lebt aus und von der Gnade Gottes.
Alle anderen Religionen leben aus Gesetzen.
Dies ist der große Unterschied, bitte nicht verwechseln.
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Hallo Flip,
Deine sachliche Darstellung gefällt mir.
Inanna
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An Inanna
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| Wieviele Religionsgemeinschaften gibt es, die ihre Kinder gegen die Gesellschaft erziehen. Wieviele Eltern lassen ihre krebskranken Kinder nicht behandeln, weil sie etwas gegen die Schulmedizin haben, weil sie einen anderen gesundheitlichen "Glauben" haben. Wieviele Eltern sind selbst so krank, dass ihre Kinder gar nicht anders können, als Neurosen auszubilden. Das ist unsere Welt, so sieht sie aus. Wenigstens in ihrer dunklen Seite. |
In meiner dreijährigen Arbeit an einer psychosomatischen Klinik kann ich ein Lied darüber singen. Meine Kritik ist nicht ausschließlich auf die Zeugen Jehovas gerichtet, sondern generell auf „Glaubensfesseln“. Mein bester Geschäftskollege war ein Zeuge Jehova, wir waren gewisser Weise Leidensgenossen, denn es gab viele, die uns beide mobbten. Ich, weil ich ständig vor mich hinstrahle (das wird oft als überheblich interpretiert), er weil er Zeuge Jehova war. Ich hatte auch andere Freundschaften zu Zeugen Jehovas und freue mich immer, wenn die ein Stück weit ihr enges Geistes-Korsett abstreifen, denn eigentlich dürfen sie keine Freundschaften außerhalb ihres Glaubens haben. Ich weiß auch, dass deren Kinder Glücklich sind. Sie sind es vor allem deshalb, weil die Eltern nicht dermaßen Abgrenzend sind. Ich bin gegen die Abgrenzung. Es ist egal woran jemand Glaubt.
Und ich bin gegen Dogmen. Aber da bin ich einfach sensibilisiert, denn in 18 Jahren katholischer Gehirnwäsche (Kirchenzwang) hab ich mein unabhängiges Denken bewahrt und wohl auch manches Mal über dieses Ziel hinausgeschossen – das gebe ich ja zu!
| Zitat: |
| Uns geht das nichts an, wir sind nicht die Richter darüber, was geschieht auf dieser Welt. Was wir tun können, ist dort, wo wir der dunklen Seite begegnen, ein Licht anzuzünden, vorsichtig Liebe auszustrahlen. Vorsichtig, denn gerade Du weißt das doch, eingreifen in die Schicksale dürfen wir nicht. |
Ich glaube nicht mal, dass Gott ein Richter oder eine Richterin ist.
Das eingreifen in Schicksale ist eine Pflicht, wenn wir dabei etwas positives Bewirken können.
Liebe Grüße
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Lieber Martin,
ich weiß, dass Du zu den offenen Menschen gehörst, zu denen, die nicht werten, zu denen, die nicht urteilen, zu denen, die strahlen - Liebe ausstrahlen. Deshalb hat es mich ja auch gewundert, als Du losgeprescht bist gegen die Zeugen.
Es ist egal, woran jemand glaubt: das sehe ich auch so. Hauptsache, er glaubt und schon ist er besser dran, als der, der nicht glaubt. Ich verteidige die Zeugen, so wie ich jede Religion verteidige, die angegriffen wird. Glaubensfreiheit ist ein so hohes Gut. Im Mittelalter wäre ich mit meiner Vorstellung, dass ich einen direkten Draht zu Gott habe, auf dem Scheiterhaufen gelandet.
Gegen Glaubensfesseln und Dogmen bin ich auch, und wie. Aber ich weiß halt auch, dass es viele Menschen gibt, die die Sicherheit der Dogmen und Vorschriften brauchen, weil sie zu unsicher sind, selbst in sich hinein zu fühlen und die Wahrheit, ihre Wahrheit heraufzuholen.
Ob wir eingreifen sollen in Schicksale? Da müßten wir erst mal klären, was Du und ich damit meinen. Ich werde auch ein Kind, das auf die Straße vor ein Auto läuft, zurückreißen. Auf anderen Ebenen ist es nicht so leicht zu beantworten.
Natürlich ist Gott oder die Göttin weder Richter noch Richterin. Gott liebt mich, so wie ich bin, mit allen Fehlern und Schwächen. Das ist doch das Wunderbare!
Lieber Martin, auch Du bist ein glücklicher Mensch mit Deiner offenen Art des Gottesdienstes (ich sage bewusst nicht "Glauben"), stimmts?
Herzliche Grüße
von der Inanna
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Hallo Inanna!
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| Deshalb hat es mich ja auch gewundert, als Du losgeprescht bist gegen die Zeugen. |
Wie gesagt, ich hatte immer wieder Zeugen als Freunde. Als aber mal zwei Zeugen-Frauen an meiner Tür klingelten und gleich die Bibel aufschlugen. Fragte ich sie, ob sie denn alles glauben, was in der Bibel steht.
„Ja!“
„Dann lest mit bitte vor: Timotheus 1, Kap.2, Vers 11-13“
„Eine Frau soll sich still und in aller Unterordnung belehren lassen. Daß eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, daß sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten. Denn zuerst wurde Adam erschaffen, danach Eva.“
Und dann gingen sie wieder. Ich gebe zu, ich hatte eine bestimmte Schadenfreude: Mit den eigenen Waffen geschlagen. Ich selbst finde diese Bibelstelle besch...eiden.
Kurz: auf Dogmen reagiere ich immer wieder Allergisch. Überreaktion, ich weiß – aber ist schon weit besser geworden – der Klosterschwesterkindergarten, die Kirchenzwänge, die Kirchenchorzwänge, und die Androhung eines Klosterinternates, das ist ja nun schon ein paar Jahre her! (Ganz zu schweigen vom Religionsunterricht.)
Ich selbst bin glücklich, mich weitgehend oder vielleicht vollständig aus den Dogmen befreit zu haben. Gott ist direkt erfahrbar. Diese Erfahrungen haben soooooo viel mehr gebracht als all die langweiligen Stunden, die ich in Kirchen absitzen musste.
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