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Hallo Termini,
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| "Hier werden dogmatisch ein lebendiger "(dynamischer) Gott postliert." |
Ja, wo? |
Hier:
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| In dem Moment, in dem Aussagen über die Existenz oder Nichtexistenz des „lebendigen (dynamischen) Gottes“ ...gemacht werden, ...versucht (die Wissenschaft) religiöse Aussagen naturwissenschaftlich zu begründen oder zu widerlegen. |
Die Existenz des „lebendigen (dynamischen) Gottes“ wird von den Religionen postuliert. Wissenschaft reagiert hier lediglich durch Begruendung oder Widerlegung.
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| Es ist das Recht der Wissenschaft etwas zu widerlegen oder zu begründen wenn sie den bereich der Religion betritt? |
Selbstverstaendlich! Z.B. Theologie und verwandte Disziplinen beschaeftigen sich fast ausschließlich mit diesem Forschungsfeld.
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| Nein, es ist das Recht des Menschen, der versucht damit seine persönliche Philosophie zu untermauern |
Richtig, und der Mensch nutzt dabei tunlichst die Ergebnisse der Wissenschaft und sitzt eben nicht allein in seinem Kämmerlein und entwickelt seine eigene Philosophie.
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| und da ist der Begriff Apologetik absolut passend. |
Nein, nicht notwendiger Weise! Durch die selektive Wahrnehmung des Einzelnen mischen sich oft Wissenschaften und Mythen. Eine rein apologetische Sichtweise spreche ich vor allem den gläubigen Menschen a priori ab.
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| "Das ist Richtig. Individuelle Erfahrung hat jedoch keinen erkenntnistheoretischen Wert, da sie einer solchen Beweisfuehrung entbehrt." |
Also sollte man Definitionen von Religion ganz unterlassen, ja. |
Dann, wenn sie auf individueller Erfahrung beruhen, ja.
Definitionen haben allgemein gueltigen Charakter und individuelle Erfahrung kann solange nicht als allgemein gueltig angenomen werden, wie sie nicht von allen Individuen geteilt wird. (vergl. Kant - Kritik der reinen Vernunft)
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| Es gibt unzählige Philosophen, die stringent argumentieren, was Wirklichkeit ist. |
Natuerlich, ebenso tut das die Psychologie und viele, viele andere Geistes- und Naturwissenschaften.
Wobei klar sein muss, das Wirklichkeit ungleich der Realitaet ist.
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| Das Problem ist, dass sie sich gegenseitig widersprechen. |
Nein, tun sie nicht, solange man die chronoloogische reienfolge beachtet.
(Ich kann Kant nicht mit Platon oder Vollmer vergleichen und vice versa)
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| Die Naturwissenschaft untersucht grossteilig Materie, deswegen wird ein Materialismus oft vermessenerweise axiomatisch als absolute Wirklichkeit angenommen. |
Diese, deine Aussage ist grundfalsch!
Kein seriöser Naturwissenschaftler würde so etwas behaupten.
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| Die evolutionäre Erkenntnistheorie wird von vielen Materialisten zur untermauerung ihrer Naiv-Realistischen annahmen(die Welt ist so, wie wir sie intersubjektiv sensorisch wahrnehmen) verwedet, |
Nein, die Annahme lautet "Unsere intersubjektiv sensorisch Wahrnehmung passt auf die Realitaet, sie ist jedoch nicht dazu notwendiger Weise geeignet, die Realitaet an und für sich wahrnehmen zu koennen.
Eine von dir beschriebene naiv-realistische Sichtweise vertritt niemand ernsthaft.
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| doch bei der evolutionären Erkenntnistheorie wird schon vorausgesetz, was abgeleitet werden soll und sie ist damit zirkulär d.h nicht bewiesen. |
Auch wenn die Erklärung hier den Rahmen sprengen würde, aber diese Theorie geht von Trivialitäten aus, die keiner weiteren Beweise bedürfen, da ihre Annahme als im kantschen Sinne vernünftig angesehen werden koennen.
Beispiel:
Schaue die Konstruktion deiner Hand an.
Sie ist in der Lage Dinge zu greifen.
Die Tatsache, daß gemäß dem Prinzip der Evolution nichts unnützes weiterentwickelt wird, sondern Nützliches durch Anpassung optimiert wird, weist darauf hin, das es offensichtlich Dinge in der Realitaet gibt (z.B. Nahrung), bei denen es füer dich wichtig ist, daß du sie (be)greifen kannst.
Es is also offensichtlich nuetzlich Haende zu haben. (Trivial, oder? )
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| Was Wirklichkeit ist(im ontologischen Sinne), ist umstritten. |
Nein, Wirklichkeit, im Gegensatz zur Realitaet, beruht auch individueller Wahrnehmung.
Allgemeingueltige Aussagen sind hier per se nicht möglich.
Wohl aber kann man vernünftige Annahmen machen.
Diese basieren auf strenggenommen immer auf empirischen Versuchsreihen.
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| Eine neurotheologische Schlussfolgerung ist folglich auch umstritten, daher ist ein Vorwurf philosophisch unzureichender Reflexion der ontologischen und erkenntnistheoretischen Annahmen Andersdenkender nicht verwunderlich. |
Nein, ich sehe hier immer noch keine plasibele Begruendung.
Empirische Forschungsergebnisse werden als solche kaum bestriten.
Was lediglich hypothetischen Charaker hat, ist der Schluss von der Existenz eines "Gott Moduls" auf die Entstehung der Religionen.
Dieser deduktive Schluss ist jedoch sehr naheligend (vernünftig), vor alem dann, wenn man zusaetzlich die Forschungen von Massenpsychologie (hier Phaenomen des Massenwahns), aber auch der Archeologie und Geschichtswissenschaften hinzuzieht.
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Das Problem liegt auch bei Qualia.
Die Menschen erleben dabei individuelle Religiöse Erfahrungen,... |
Inhaltlich individuell,die Tatsache, daß es sich um (wie auch immer geartete) religöse Erfahrungen handelt, ist jedoch Allgemein.
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| ...wie will man da objektive Wissenschaft in Bezug auf den theologischen Aspekt der Neurotheologie, ..., betreiben? |
Ist doch eigentlich trivial.
Stelle dir vor, uns wuerden Außerirdische besuchen.
Die sehen, wie Millionen um die Kaaba in Mekka wandern und wundern sich.
Die Fragen sich dann:
Warum haben diese Kohlenstoffeinheiten (Menschen) dieses merwürdige Bedürfniss, immer im Kreis um einen Stein zu wandern.
Was werden sie tun? Genau, sie wuerden im Gehirn nachsehen, dort, wo allen anderen Gedanken und Bedürfnisse auch entstehen.
Die Annahme, daß ausgerechnet dieses Bedürfniss woanders lokalisiert werden könnte, ist unplausibel.
Eine inhaltliche (ontologische) Untersuchung einzelner Religionen ist für die Neurotheologie offensichtlich irelevant.
Aber insofern hat die Neurobiologie sogar die Chance vieleicht irgendwann eine allgemeingültige Definition von Religionen zu erschaffen.
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| Wenn jemand sagt, es handele sich bei diesen Experimenten um ein Erleben einer höheren Wirklichkeit, oder um die Erfahrung Gottes(ontologisch), wirst du ihm das genausowenig widerlegen können, wie demjenigen der behauptet, es handele sich dabei um ein Erleben einer Halluzination. |
Ich denke, da kann man sich noch kein abschliessendes Urteil erlauben.
Warten wir ab. Diese Disziplin steckt noch in den Kinderschuhen, aber ich halte ihr Potential für enorm.
Interessant aber dieses:
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Da ist zum einen die niederländische „Neurotheologin“ Nina Azari, die je einen Doktorgrad in experimenteller Psychologie und in Theologie erworben hat.
In Zusammenarbeit mit den Neurologen der Universität Düsseldorf entwickelte sie ein elegantes Experiment. Azari und ihre Kollegen beobachteten die Gehirnaktivitäten von Probanden während der Rezitation des bekannten Psalms 23.
Der Clou dabei war, dass die Probandengruppe je aus evangelikalen Christen einer Freikirche und erklärten Nichtreligiösen bestand.
Das Ergebnis war intuitiv erwartbar und ist doch von einiger Konsequenz:
je nach religiösen Vorannahmen wurden unterschiedliche Gehirnregionen angesprochen. Für gläubige Christen war die intensive Psalmrezitation selbst in der Forschungsumgebung eine sozialrelationale (zu Gott!), kognitive und konzentrierte Angelegenheit, die sich besonders in einigen vorderen Hirnregionen abspielte.
Für jene Probanden aber, die sich dezidiert nichtreligiös verstanden, war sowohl die Rezitation an sich, verstärkt sicher auch die Umgebung, eine eher amüsant-interessante
Erfahrung, die entsprechend emotionale Belohnungssysteme aktivierte.
Diese Versuchsanordnung (die inzwischen mit einem erweiterten Setting wiederholt und wesentlich bestätigt wurde) bekräftigt damit neurobiologisch, was Theologen und
Religionswissenschaftler regelmäßig ausarbeiten:
dass Religion und Person in einer ständigen Wechselbeziehung zueinander stehen und sich nicht voneinander trennen lassen.
...
Religion und Hirn stehen sich nicht als isolierte Blöcke gegenüber, die einander quasi per
Knopfdruck stimulieren, sondern konstruieren einander in ständiger Interaktion.
http://tobias-lib.ub.uni-tuebingen......senschaftlicher_Sicht.pdf |
So schreibt
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Meine persönliche Prognose ist, dass die „Neurotheologie“ der kommenden Jahre
zunehmend ihre Ansprüche auf theologisch-philosophische Wahrheitsdeutungen aufzugeben
lernt und zu einer ernsthaften und außerordentlich ertragreichen Disziplin zwischen Biologie
und Religionswissenschaft reift. |
Dem schliesse ich mich an.
LG
Martin
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