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Geschichtliche Gerichte












@Genc85

Gott im Alten und Neuen Testament
Für unser Gottesbild bedeutet das: Man darf nicht einen "alttestamentlichen Rachegott" gegen einen "neutestamentlichen Gott der Liebe und Vergebung" ausspielen; Gott ist im Alten und im Neuen Testament ein und derselbe.

Es gilt vielmehr, zwei Wesenszüge Gottes zusammenzudenken:

# Die Gerechtigkeit Gottes, die in den geschichtlichen Gerichten im Alten Testament sichtbar wird (aber auch vom stellvertretenden Opfer Jesu Christi aus Liebe zu uns Menschen her verstanden werden muss).

# Die Liebe Gottes, die sich bereits im Alten Testament in Gottes vierhundert Jahre lang dauernden Geduld mit Kanaan zeigt und besonders in Jesus Christus sichtbar wird (aber auch vor dem dunklen Hintergrund der zerstörerischen Macht der Sünde und der ewigen Verlorenheit des Menschen gesehen werden muss).

Solange wir Gott seine Gerechtigkeit als Grausamkeit vorwerfen und von ihm verlangen, er solle doch „einfach so“ vergeben, aus der Blindheit der Liebe heraus, solange verkennen wir unseren eigenen Zustand. Wir verkennen, wie abgrundtief uns unsere Schuld von Gott trennt und wie unausrottbar unsere Feindschaft gegen Gott dadurch im Innern unseres Menschseins verankert ist. Dass Gott uns dennoch liebt und alles getan hat, um uns den Rückweg aus der Gefangenschaft in uns selbst frei zu machen, bedeutet nicht zugleich, dass Gott dadurch ein gutmütiger Liebhaber ist, der - blind vor Liebe - nicht anders könnte als zu vergeben und alles in eine kosmische Harmonie zurückzuführen.


Fazit: Wie ist Gott?
Ob es uns nun passt oder nicht: Genau das, ist der Gott der Bibel! Wir können an ihn glauben oder nicht, aber wenn wir uns entschlossen haben, an ihn zu glauben, dann müssen wir ihn so sehen, wie er ist. Und dann müssen wir auch davon ausgehen, dass unsere Sicht von Gerechtigkeit, von Barmherzigkeit, Vergebung und all den anderen Dingen, die uns im Grunde zu hoch sind, verzerrt ist.

Verzerrt, weil wir Menschen sind, die in einer Welt und mit einem Ich aufgewachsen sind, das von Gott naturgemäß nichts weiß – und auch nichts wissen will. Und dann müssen wir auch bereit sein zuzugeben, dass wir nicht wirklich wissen, was Gerechtigkeit in Wahrheit ist, und unsere Sicht korrigieren zu lassen. Da geht es mir persönlich nicht anders: Wir tun gut daran, unsere Einwände zunächst zurückzustellen und uns um ein Verständnis zu bemühen anstatt Gott einfach anzuklagen und abzuurteilen.

(aus Nikodemus.net)
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