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Liebe Leser,
wer sich etwas Zeit nehmen möchte, darf gerne an einemm weiten Ausflug durch Themen wie "Was passiert nach dem Tod?", "Wann sind Zeitreisen möglich?" oder "Was passiert irgendwann einmal mit dem Universum?" teilnehmen - kostenlos und werbefrei.
Sicherlich ist es bis zu einem gewissen Punkt hilfreich, sich mit anderen Menschen über das größte Problem unserer Existenz - den Tod - auseinanderzusetzen (wie z.B. im Verwandtenkreis oder in einem hervorragenden Forum wie diesem). Ab einem gewissen Fortschritt des Denkens beruhigt einen das zugrundeliegende Prinzip "Es ging und geht schließlich allen so wie mir!" allerdings nicht mehr. Es gibt nicht viele - meistens allerdings sehr intelligente - Menschen, die diesen Punkt überschreiten. Für genau diejenigen ist dieser Beitrag gedacht.
Zunächst unterteile ich 6 Stufen des Bewusstseins, um zu veranschaulichen, wie dieser "Punkt" erreicht wird. Übrigens: Einige (teilweise sogar alle) dieser Stufen durchläuft der Mensch viele Male und beginnt stets vorne!
1. Stufe: Anlass zur Freude.
=> Diese Stufe erreichen nur sehr wenige Menschen NICHT, denen grundsätzlich psychische Probleme unterstellt werden.
2. Stufe: Abschätzung, wie lange diese Freude anhält.
=> Jeder, der die 1. Stufe durchlebt, wird schon öfters hier angelangt sein.
3. Stufe: Vermutung, dass bzw. wann man wieder in eine "schöne" Situation kommt.
=> Hier ein Beispiel: Man verlebt ein wunderschönes Abendessen mit dem Freund / der Freundin, ist sich bewusst, dass der Abend in ein paar Stunden vorüber ist (obwohl man denkt, "so könnte es immer bleiben") und man sich schlafen legt. Man denkt aber an das Konzert der Lieblingsgruppe, dass man in ein paar Wochen gemeinsam besucht.
Diese Gedankengegänge hat der Durschnitts-Mensch ca. 1-2mal pro Woche. Egal, ob grundsätzlich optimistisch (etwas öfter), neutral oder pessimistisch (etwas seltener) veranlagt. Die nächste Stufe bleibt einigen (glücklicherweise?) verborgen, einige gleiten phasenweise, andere wenige regelmäßig in sie hinein.
4. Stufe: Man kann einige/viele/zahlreiche erfreuliche Ergeignisse sammeln, blickt vielleicht sogar weiter (eigener, runder Geburtstag, Hochzeit, (Enkel-)Kinder, größere Anschaffungen (z.B. Bauvorhaben). Man genießt den Moment des Bewusstseins, wie schön das Leben ist und was es noch alles zu bieten hat. Der entscheidende Unterschied zur dritten Stufe ist allerdings:
=> Man stellt fest, dass das Leben endlich ist!
Alles, was wir kennen, was wir täglich mit unseren Sinnen wahrnehmen, wird in absehbarer Zeit nicht mehr sein - statistisch vielleicht noch 10, 20, oder 50 Jahre. In einem kurzen Moment sind Stufe-4-Absolventen irritiert, dass neben den schönen Seiten des Lebens wir nicht einmal die schlechten (die, die wir uns eigentlich stets wegwünschen!) unbegrenzt erleben werden.
5. Stufe: Verlust des Egos
=> Ein Bekenntnis vor der eigenen Nacktheit. Neben physischen Schmerzen das unerfreulichste Gefühl, das einem Menschen wiederfahren kann. Das Eingeständnis, dass selbst man selbst dieser Sache, die einen nie oder nur selten berührte - dem Tod - nicht entegehen kann. Ausnahmslos, korruptionsfrei, unabwendbar- da hilt kein Engagement, kein Geld der Welt!
6. Stufe a): Die erste Variante der letzten Stufe ist die Häufigste. Man befriedigt sich mit dem Glauben, dass es irgendwie schon weitergeht.
Variante b): Diesen Punkt erreichen nicht viele - denn er ist der Anstrengendste! Eine bewusste Unbefriedigung - sich Sätze einzureden, wie "Es geht schließlich allen so!" oder "Es geht nach dem Tod weiter!", überzeugt einen selbst nicht mehr.
Und genau an diesem Punkt beginnt der eigentliche Beitrag:
Der menschliche Glauben ist äußerst vielseitig. Die Einen glauben, sie würden wiedergeboren, die Anderen, sie würden in den Himmel (wie auch immer sie ihn sich vorstellen) geführt. Menschen, die sich für intellektuell halten, bezeichnen den Tod als den Übergang in eine andere Dimension. Warum gibt es Menschen, die sich hiervon nicht zufrieden stellen lassen? Erstens, weil dies "nur" Glaube und keinesfalls wissenschaftlich und somit nicht endgültig überzeugend ist. Zweitens, weil man zurecht ein Problem damit hat, dass es auf jeden Fall nicht genauso weitergeht, wie wir uns wohlfühlen - in unserem Körper, in unserer Welt und mit unserem Verstand.
Das ist verständlicherweise problematisch: "Wenn irgendetwas passiert, dann ist es auf JEDEN Fall nicht das, was ich will." Ein Gefühl, dass einen Schock im Menschen auslöst. Und nach dem Schockzustand geht es hier weiter:
Der Glaube kann uns also nicht befriedigen, also schauen wir uns diese Problematik mit Logik und Wissenschaft an. (Das können wir uns herausnehmen, denn wissenschaftlich befindet sich die Welt heute auf einem faszinierenden Stand.)
Der Mensch stirbt: Alle Organe hören nacheinander auf zu arbeiten, das Blut zirkuliert nicht mehr. Der Zustand für uns persönlich ist etwa gleichzusetzen mit dem Schlafzustand - nur ohne Träume. Und: Wir wachen nicht mehr auf! Es besteht nicht nur keine Wahrnehmung mehr für Raum und Zeit - es besteht gar keine Wahrnehmung mehr. Denn das, was uns ausmacht (unsere "Seele") sitzt in den Gehirnzellen, die unsere Fähigkeiten, unser Wissen, unsere Erfahrung und unseren Charakter ausmachen. Auch unser Gehirn hört leider auf zu funktionieren.
Ich habe neulich zu dem Thema "Nach dem Tod.." gelesen "Energie kann nie verschwinden, sondern nur seine Form ändern". Dies ist physikalisch richtig. Allerdings: Das Bisschen kinetische Energie, das ein sterbender Körper in sich trägt, verwandelt sich nach dem Tod noch schnell in Wärmeenergie und gibt diese an die Umgebung ab. Also, mehr als ein kleiner, warmer Dunst bleibt da von uns nicht übrig. Und - wie wir alle wissen, verfällt der Körper relativ zügig, während die Knochen noch etwas länger überstehen.
In meiner 6-Stufen-Theorie (in der sich hoffentlich der ein oder andere wiedergefunden hat) ist von dem Verlust des Egos die Rede. An dieser Stelle setze ich also voraus, dass man sich damit abgefunden hat, dass man im Angesicht des Todes nicht wichtiger ist, als alle anderen. Sollte es ein Seelen-Sammelbecken für alle bisher Billiarden Gestorbenen geben? Und: dann müssten dort ja auch die Seelen von allen bisher gestorbenen Hunden, Katzen .. Moskitos .. Dinosauriern herumgeistern. Oder gibt es für jede Lebensart eine eigene Abteilung? Äußerst befremdliche Thesen, wenn man diese logische Kette verfolgt, nicht wahr?
Aber nun zurück zu dem Fassbaren: Es gibt noch zwei "Rettungswesten" für den Stufe-6-b-Geschädigten:
Zum Einen wäre da die Wissenschaft der Zukunft: Lebensverlängende Medizin (oder auch das Tiefkühlen des Menschen) oder die Zeitmaschine. Wir haben Mel Gibson in "Forever Young" gesehen. Die Folgen des Einfrierens des Menschen: Dramatisch. Ausserdem für uns uninteressant, denn diese Technologie wird zu unserer Lebzeit nicht mehr ausreifen.
Die Zeitmaschine: O. G. Wells hat ja eine Möglichkeit, was passieren kann, sehr schön dargestellt. Ich persönlich komme zu dem Schluß.. naja. Angenommen, in 14 Tausend Jahren wäre es möglich, durch die Zeit zu reisen. Und in 16 Tausend Jahren besäße jeder zweite Mensch eine Zeitmaschine für den Privatgebrauch. So müssten also bis zum Untergang der Erde ca. im Jahre 11.002.007 n.Chr. 112.000.000.000.000 (112 Billionen) Menschen im Besitz einer Zeitmaschine gewesen sein. Dieser Zahl Menschen müsste es also bereits möglich gewesen sein, uns im Jahre 2007 zu besuchen. Dies ist nun mal nicht passíert (davon ist zumindest auszugehen!), weshalb ich zu dem Schluß komme: Zeitreisen wird dem Menschen niemals möglich sein. Und auch Ausserirdische aus Gegenwart und Zukunft scheinen kein Interesse an uns zu haben.
=> Am Rande bemerkt: Diese Überlegungen stelle ich im ernsten Willen an!
Ich sprach allerdings von ZWEI "Rettungswesten": Auf der Suche nach dem "Leben nach dem Tod" kommen wir nun an eine letzte Station: Die Astro-Physik. Klingt langweilig? Klingt nach der einzigen Lösung, der ich nun auf den Grund gehen möchte - weiterhin zwar nicht in komplizierender Form, aber exemplarisch und korrekt:
Zunächst einmal gibt es in einer der spannendsten Wissenschaften das so genannte "Parallele-Welten-" oder "Unendliche-Welten-Modell". Dies beinhaltet - simpel ausgedrückt - die mathematische Schlussfolgerung, dass wenn es ein oder zwei parallele Universen zu dem unseren gibt, dass es unendlich viele geben kann. Da "unendlich" eine fantastische Angabe ist, wäre folgendes denkbar: Uns gibt es unendlich oft - zu unendlich vielen Zeitpunkten. Natürlich merken wir davon nichts (einige meinen doch, aber zu diesem Thema darf jeder gerne unter "X-Faktor"googeln, da dies nicht hierher gehört). Es wäre also denkbar, dass unser aktueller Papst homosexuell und Stallmeister an König Arturs Hof ist und seine Seele wirklich nach dem Tod irgendwohin wandert. Mit diesem Beispiel und weiteren denkbaren lasse ich Sie nun kurz mit sich allein. Aber: Dies ist eine angesehene Theorie! Dass all das Genannte in unserer hiesigen Dimension nicht vorstellbar ist, sollte jedoch auch klar sein. Übrigens: Ich entschuldige mich, wenn sich Einzelne aufgrund des Beispiels mit dem Papst, beleidigt fühlen. Aber so habe ich ohnehin kürzlich erfahren, dass Jesu Nachfolger eigentlich eine Frau sein müsste, um seine Kirche zu führen.
...
Aber nun zu dem letzten Kapitel meines bescheidenen Beitrages - der Krönung, wenn man so will. Denn noch ist keine befriedigende Lösung zu dem größten Problem der Menschheit (ja, dieses Problem haben nur wir, denn Tiere haben kein Bewusstsein für den Tod) gefunden. Wir wissen mittlerweile, wie unwahrscheinlich es ist, dass zunächsteinmal nach dem Tod nicht nichts ist. Ohne zu Seufzen bitte ich Sie, zur Kenntnis zu nehmen, dass es in der Astronomie (nicht AstroLoGie! - wenn Sie sich dafür interessieren, können Sie sich gerne unter 0180/535 55 87 bunte Steinchen für gar nicht soviel Geld bestellen, die Sie sich dann um den Hals, Finger oder sonstwohin hängen, damit Sie weiterhin kein Glück im Beruf haben), jedenfalls dass es in der Astronomie zwei grundsätzliche Theorien zur Zukunft des Universums gibt:
1) Alle Gestirne streben weiter und weiter auseinander bis in alle Zeit. Eine Vorstellung, die uns nicht weiterhilft, denn abgesehen davon, dass wir bis dahin ohnehin seit Jahr-Trillionen nicht mehr sein werden, bliebe letztendlich eine Elementarteilchen-Suppe übrig, die einfach nur immer lichter würde.
2) Die (wissenschaftliche!) Theorie, die einen Hoffnungsschimmer gibt und gar nicht mal unwahrscheinlich zu sein scheint: Seit dem Urknall können wir das Universum mithilfe unserer Naturgesetze beschreiben. Dies bedeutet unter anderem, dass die Wirkung des Urimpulses, der die Himmelskörper seit 12-13 Mrd. Jahren auseinandertreibt, messbar nachlässt. Die Schlussfolgerung ist: Irgendwann ist die Gravitationskraft der Gestirne untereinander größer als die Kraft, die sie auseinandertreibt. Der Prozess würde also rückwärts laufen. Zunächst (viele Millionen Jahre) unmerkbar - aber, um den Bezug klarzumachen: wir wären ohnehin tot und bekämen gar nichts mehr mit -, allerdings würde diese Kraft mit abnehmender Entfernung der Körper untereinander exponentiell zunehmen. Im weiteren Verlauf würde sich das gesamte Universum (denn jegliche Materie unterliegt der Gravitation) auf einen immer kleineren Punkt konzentrieren - impludieren, bis das Bestreben sich auszubreiten größer wäre, als sich weiter zu konzentrieren - das Universum würde in einem zweiten Urknall erneut explodieren. Bzw. könnte man dann natürlich nicht sagen, ob es der Zweite gewesen wäre, denn dieser Vorgang könnte sich dann beliebig oft wiederholen. Für uns würde das bedeuten: Wir leben ein zweites Mal! Bzw. ein x-tes Mal. Ohne es zu wissen, da wir Trillionen Jahre tot gewesen wären..
Gewiss ist es anstrengend, über derartiges nachzudenken. Dies habe ich, wenn Sie sich erinnern möchten, bei der Erklärung der b)-Variante der 6. Stufe des Todes-Bewussteins bereits erwähnt. Vielleicht bleibt noch die Frage offen, was Gott mit alledem zu tun hat oder ob ich persönlich an Gott glaube. Die Antwort auf letzteres ist eindeutig JA, wenngleich ich nicht überzeugt bin, dass er für unsere Existenz direkt verantwortlich ist. Vielleicht ist er derjenige, der dem Ur-Urknall die notwendige Energie zur Aktivierung gab, vielleicht ist Gott das Gute im Menschen. Vielleicht wartet er irgendwo auf uns! Vielleicht rede ich mit mir selbst und weil das etwas zu bringen scheint, nenne ich dieses Phänomen "Gott".
Erleuchtung? Fehlanzeige. Erlösung für zutiefst Deprimierte? Bestimmt nicht. Aber eines habe ich zu bieten: Die Offenbarung der technischen Möglichkeiten des Lebenssinnes. Sich für eine entscheiden, muss jeder selbst.
Lassen Sie mich ausnahmsweise Ihnen einen Denkanstoss mit auf den Weg geben: Leben entsteht, um wieder vernichtet zu werden. Dies geschieht, um neues Leben entstehen zu lassen. Am Ende jedoch wird alles Leben nicht mehr sein. Wie ist der Plan? Oder gibt es keinen? Ist der Sinn des Lebens, über ihn nachzudenken oder eine reine rethorische Erfindung des Menschen?
-- Wir sind nur zu Besuch.
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Hast du den Beitrag selber geschrieben? Ich finde ihn sehr interessant, v.a. weil ich schon ähnliche Gedanken hatte. Im Internet bin ich dann mal auf eine Seite über die Vielewelten-Theorie gestoßen. Anschließend habe ich mich auch gefragt, ob es nicht nach einem Endknall wieder einen neuen Urknall geben könnte - sollte es den Endknall geben. Interessant ist doch auch, dass dies sogar für völlige Atheisten und "Ungläubige" zumindest einen Hoffnungsschimmer darstellt...
Es entstehen aber auch Probleme in diesen Theorien. Meiner Meinung nach das schwerwiegendste: Wie stark müssen sich die Universen unterscheiden, damit das nicht mehr "Ich" sondern eine fremde Person ist, die dort lebt?
Wenn nur die Haarfarbe anders ist, sollte es die gleiche Person sein. Aber wenn ein kleines Hirnareal anders ist? Ein winziger Unterschied? Eigentlich müsste das auch noch "Ich" sein. Doch ab welchem Grad an Abweichung ist das eine andere Person? Wenn es 3 kleine Areale sind, die anders sind, das aber zu einer schwerwiegenden geistigen Behinderung führt?
Wie gesagt, schwer einzuschätzen. Vom Prinzip her bin ich trotzdem der Theorie zugeneigt. Sehr interessant. Auch wenn ich mich nicht darauf verlassen würde...
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Hallo,
3:00 Uhr nachts ist sicherlich nicht die Zeit, zu der ich fremdes Gedankentum in Internetforen kopiere.
>> Es entstehen aber auch Probleme in diesen Theorien. Meiner Meinung
>> nach das schwerwiegendste: Wie stark müssen sich die Universen
>> unterscheiden, damit das nicht mehr "Ich" sondern eine fremde
>> Person ist, die dort lebt?
Die Frage habe ich, ehrlich gesagt, nicht verstanden. Also es gibt ja zwei Definitionen für das "Ich": Zum Einen die rein biologische Existenz (Körper, Organe etc.) und zum anderen das Bewusstsein (oder auch "Seele", aber dieser Ausdruck stammt aus einer Zeit, lange bevor man herausfand, die Erde sei eine Scheibe (nein, ich habe mich nicht verschrieben)).
Bewusstsein: Pro Sekunde werden durch Millionen kaum messbarer Stromstöße im Gehirn Veränderung des Bewusstseins herbeigeführt und in dem Massenspeicher unserer Gehirnwindungen abgespeichert - je nachdem auf kurze oder lange Zeit. Was passiert also, wenn dem Speicherzentrum (und ja: da und nirgendwo anders sitzt unsere "Seele", auch nicht im Herzen) die Energie abgeschaltet wird? Also jedenfalls eines NICHT: Diese "Seele" verlässt nicht den Körper und kommt auch nicht irgendwann irgendwohin. Diese Vorstellung ist historisch übrigens nicht aus Angst vor dem Tod entstanden, sondern als ein Teil der Glaubensvorschriften durch Despoten und Tyrannen, um durch religiöse Überlegenheit weltweit Völker zu knechten.
Körper: siehe Beitrag
Soweit so gut.. Also es ist ja nicht so einfach, von einem "Hoffnungsschimmer" zu sprechen. Wir alle haben ja schon etwas Erfahrung mit den Launen der Natur.. mit Logik und Wissenschaft. Daher mag es nicht nur eine Behauptung sein, dass nach dem Tod Schluß sei. Und zwar für alle Ewigkeit - ohne Widerruf. Ich freue mich für jeden, der es schafft, ein Leben lang den eigenen Verstand zu verunglimpfen und davon überzeugt ist, dass es da irgendwo weitergeht. Diese ganze Konstellation - davon bin ich überzeugt - war so ursprünglich nicht geplant. Natürlich waren die Möglichkeiten des Zufalls gegeben, um eine Lebensart allen anderen überlegen sein zu lassen, die Intelligenz annimmt, und ihr Wissen nicht nur weitergeben, sondern auch extern speichern kann. Aber dass es irgendwann einmal Lebewesen geben würde, die hinter den natürlichen Kreislauf des Lebens kommen und dann auch noch nicht einverstanden mit dem Tod sind, war von dem Auslöser des Universums wohl eher nicht geplant (da ich diesem Gott, Zufall usw. keine sadistische Veranlagung unterstellen möchte).
Aber wo war ich stehen geblieben? Genau - mit dem Tod ist das Ende besiegelt. Was besagt also diese bemerkenswerte Theorie? In der Zusammenfassung soviel: Und zwar, dass sich die Abfolge (jeweils innerhalb einiger Trilliarden Jahren) von Explosion und Implusion des Universums beliebig oft wiederholt. Sprechen wir vom Unendlichen, wäre die Wahrscheinlichkeit 100%, dass wir unendlich oft leben würden. In genau der heutigen oder einer x-beliebigen anderen Form (s. Beispiel mit dem Papst). Zwei Nachteile gäbe es da allerdings: 1. Wir wüssten nichts davon und müssten bis in alle Ewigkeit erneut Angst vor dem Tod haben und 2. Dimension, Zeit, Ort und Form (Geschlecht, Gesinnung etc.) unserer Existenz wären willkürlich. Schlussfolgerung: Wir müssten diesen Vorgang fast unendlich oft durchleben, bis wir vor unserem Computer sitzen, wie wir es gerade tun. Also extrem ausgedrückt: Einmal als Pharaonin im alten Ägypten, einmal als Gaukler an König Arthurs Hof... einmal an einer ganz anderen Stelle im Universum... vielleicht im Jahre 10.000.. Naja, aber Vorteil: Wir dürften "wieder" leben, wobei es ja mit "wieder" so eine Sache ist, denn pro Dimension gäbe es "uns" ja nur einmal. Wobei auch dies wieder so eine Sache ist: Dieses "uns" lässt sich keinesfalls auf das "uns" heute beziehen. Denn wie oben deutlich gemacht: Das "Ich" gibt es nach dem Tod nicht mehr. Und da sich diese Geschehnisse erst lange nach unserem Tod ereignen, haben wir mit diesen "Ich"s nichts mehr zu tun. Im Endeffekt ist dies also auch eine durchaus tragische Theorie, wenn man sie bis zu Ende denkt.
Ein Großteil dieses Problem ist allerdings auch gesellschaftlich bedingt. Es ist selbstverständlich, zu leben (warum auch nicht). Die Frage, wie alles weitergeht, stellen sich Erwachsene meistens erst dann, wenn sie niemanden mehr haben, um sich anzuvertrauen bzw. wenn sie Gewohnheit und scheinbare Reife dazu zwingen, ihre Gedanken zu verdrängen. Von Seelsorgern und (Groß-)Eltern hört man irgendetwas von Himmel und Hölle oder dass sie auch nicht mehr wüssten. Alle trauern, wenn jemand stirbt.. Ist es jemand bekanntes, lässt man die Öffentlichkeit teilhaben, vielleicht spricht sogar die Bundeskanzlerin. Aber warum, wo es doch nach dem Tod (mindestens genauso schön) weitergeht? Aus Egoismus? Sicherlich nicht.. Aus genau dem Grund, dem ein Wissen zu Grunde liegt, das aber aus vielen Gründen niemals der Menschheit bewusst gemacht werden darf, da Anarchie und undenkbar grauenvolle Zustände die Folge wäre. Soviel, lieber Benno, zum Thema Hoffnungsschimmer.
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Ich wollte ja nicht unterstellen, deine Beiträge sind halt sehr lang und angenehm zu lesen... OK, was ich mit meinem anderen Beitrag sagen wollte ist ein wenig konfus. Das lass ich mal weg.
Der Absatz ab
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| Aber wo war ich stehen geblieben? Genau.... |
entspricht auch genau meinem Gedankengang. Manchmal kehre ich es nur ein wenig beiseite...
Hmm wenn ich nachdenke zweifle ich etwas an dem, was ich jetzt schreibe:
Die Replizierung des Gehirnes, des Körpers usw. scheint ja durchaus zu 100% machbar, falls es Paralleluniversen/andere Dimnesionen unendlich oft gibt. Das Bewusstsein siehst du (wie ich) als körperlich bedingt an, als Fähigkeit des Gehirnes. Bewusstsein entsteht also durch die stoffliche Umgebung. Zu jeder Millisekunde befinden sich Nervenzellen, Botenstoffe und Elektronen an einer ganz bestimmten Stelle. Diese Stelle ist also relativ einfach beschreibbar. Diese Stellen zu jeder Zeit unseres Lebens machen das Bewusstsein aus. Das Bewusstsein ist 100% stofflicher Natur. Es besteht daher keinerlei Unterschied zwischen diesen Universen. Ich kann also nicht sagen, dass das Bewusstsein im nächsten Universum in irgendeiner Form anders als meines ist. Warum kann ich dann sagen, dass dies ein anderes Ich ist? Daraus müsste ich doch folgern, dass doch ein Unterschied besteht. Sonst würden in 2 perfekt gleichen Systemen trotz gleicher stofflichen Struktur andere Bewusstseine herrschen - eigentlich unmöglich. Dann wäre das Bewusstsein nämlich nicht mehr nur durch das Gehirn bestimmt, die Ströme darin.
Ich sehe das "Ich" weniger als etwas Besonderes, Einzigartiges. Es ist eher eine Eigenschaft, die reproduzierbar ist. Genau wie der Körper, der dafür ja ausschlaggebend ist. Der Tod wäre demnach keine allzu starke Grenze mehr. Das Bewusstsein erlischt, bis die Konstellation der Stoffe wieder eines erschafft.
Aus deiner Sicht: Wieso ist das Bewusstsein im nächsten Universum derartig von meinem anders, dass nicht "Ich" entstehe - wie ich es jetzt bin?
Nach dem Tod könnte sich also das gesamte Bewusstsein "wiederholen" - Wobei dann auch das "Ich" wieder Ich wäre.
Dabei treten aber auch wieder Probleme auf. Besonders bei der Vielwelten-Theorie. Wenn unendlich viele "Ichs" existieren, warum wechsle ich nicht ständig die Dimension? usw...
Alle paar Sekunden bin ich hin- und hergerissen zwischen den 2 Möglichkeiten. Schwer, zu beschreiben, was ich meine...
Deine Ausführungen sind verständlich, auch wegen der Endlichkeit des Bewustseins. Dann schleichen sich mir allerdings die obigen Fragen ein.
Generell daran "glauben" tue ich eh nicht. Ich vermute auch mal, dass der Tod ein ewiges End darstellt.
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| Alle trauern, wenn jemand stirbt.. Ist es jemand bekanntes, lässt man die Öffentlichkeit teilhaben, vielleicht spricht sogar die Bundeskanzlerin. Aber warum, wo es doch nach dem Tod (mindestens genauso schön) weitergeht? |
Haha, genau dasselbe habe ich mich vor ein paar Wochen selber gefragt. Mir fällt grade ein: Als Johannes Paul II starb, hat man überall im TV und Radio gehört, dass "der ganze Vatikan trauert". Äußerst ungeschickt formuliert, wenn es ihm jetzt doch angeblich besser geht... Genau da sehe ich auch oftmals den Punkt: Wenn selbst höchst Gläubige um ihre Toten trauern, ist das höchst paradox. Und zeigt vielleicht, das auch diese den Tod als Abschied für möglicherweise immer ansehen. Zumindest unterbewusst.
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| Aus genau dem Grund, dem ein Wissen zu Grunde liegt, das aber aus vielen Gründen niemals der Menschheit bewusst gemacht werden darf, da Anarchie und undenkbar grauenvolle Zustände die Folge wäre. Soviel, lieber Benno, zum Thema Hoffnungsschimmer. |
Wer weiß, wenn es den Menschen bewusst wäre, dass wir vielleicht nur einmal existieren, könnte das auch eine bessere Welt bescheren. Als ich auf den Gedanken gekommen bin, hat es mich um einiges ruhiger und gelassener werden lassen. Leider würden selbst dann auch noch Verbrechen und Morde geschehen. Die Menschen sind einfach zu dumm...
Schlimm finde ich es auch, dass so einige ein Leben nach dem Tod als Fakt hinnehmen und sich danach ausrichten. (öhhm ich hoffe, ich habs richtig verstanden. Der letzte Teil bei dir ist nicht so gaanz klar)
Falls es zwar unendlich viele Universen gäbe, die Menschen darin allerdings nicht Ich selber bin, sondern ein meinem Bewusstsein sehr ähnliches anderes Bewusstsein, so gibt das doch immer noch ein wenig her: "Man" erlebt die glücklichsten Momente im Leben unendlich oft wieder, hat unendlich viel Spaß. Auch wenn ich nicht daran teilhaben könnte, er wäre existent. Ich selbst wäre nicht ewig, dafür aber ein mir sehr ähnlicher Teil. Immerhin.
Wenn Ich erstmal tot bin, nützt mir das freilich reichlich wenig. Aber besser als garnix
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Also ich hätte es nicht erwartet, aber du motivierst mich mit deinen Beiträgen, die Diskussion fortzusetzen.
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Der Absatz ab Zitat:
Aber wo war ich stehen geblieben? Genau....
entspricht auch genau meinem Gedankengang. Manchmal kehre ich es nur ein wenig beiseite... |
Und das macht den Menschen aus! Wir sind nicht nur in der Lage, uns mit den Zeiträumen ausserhalb unseres Lebens zu beschäftigten, sondern sie sogar auszublenden. Über diese Erkentnisse kann man stolz sein.
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| Die Replizierung des Gehirnes... |
Ein präzise formulierter Absatz, der sich mit meiner Ansicht deckt.
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| Es besteht daher keinerlei Unterschied zwischen diesen Universen. Ich kann also nicht sagen, dass das Bewusstsein im nächsten Universum in irgendeiner Form anders als meines ist. Warum kann ich dann sagen, dass dies ein anderes Ich ist? Daraus müsste ich doch folgern, dass doch ein Unterschied besteht. Sonst würden in 2 perfekt gleichen Systemen trotz gleicher stofflichen Struktur andere Bewusstseine herrschen - eigentlich unmöglich. |
Mir gefallen deine Gedankengänge sehr gut. OK, dann wird das Niveau nun angehoben: Um etwas zu vergleichen, benötigt man - einen Bezug! Ein Vergleich ist natürlich nur innerhalb eines Bezugraumes möglich. Aufgrund unserer Fähigkeit, abstrakt zu denken, fällt es uns theoretisch nicht schwer, jeweils ein "Ich" in zwei verschiedenen Universen miteinander zu vergleichen. Hier liegt allerdings bereits der Fehler (die Frage "Welche Unterschiede.." ist bereits hinfällig). Dein "Ich" existiert exakt einmal - und zwar dort, was wir "Hier und Heute" nennen. Somit kannst du dieses "Ich" mit keinem anderen "Ich" vergleichen, da es innerhalb eines Bezugraumes jeweils nur EIN "Ich" gibt. Wie ein "Ich" innerhalb eines unendlich willkürlichen Universums erscheint oder sich entwickelt (s. Beispiels oben) ist daher vollkommen unerheblich. Leider möchte ich sagen, denn ich merke, Fragen wie "Warum muss das ein anderes 'Ich' sein?" verlangen in dir danach, gestellt und beantwortet zu werden.
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| Ich sehe das "Ich" weniger als etwas Besonderes, Einzigartiges. Es ist eher eine Eigenschaft, die reproduzierbar ist. Genau wie der Körper, der dafür ja ausschlaggebend ist. Der Tod wäre demnach keine allzu starke Grenze mehr. Das Bewusstsein erlischt, bis die Konstellation der Stoffe wieder eines erschafft. |
Dieses ist wieder sinnig: Bei unendlich vielen Möglichkeiten gibt es natürlich auch die, dass ein "X-Ich" in einem "X-Universum" unsergleichen identisch wäre, d.h. Zeitpunkt, Aussehen, Bewusstein etc. - genauer gesagt, gäbe es diese Möglichkeit unendlich oft.
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| Wenn unendlich viele "Ichs" existieren, warum wechsle ich nicht ständig die Dimension? usw... |
Wer weiß, vielleicht wechseln wir ja unendlich oft zwischen den unendlich vielen Dimensionen, in denen es die Konstellationen, wie wir sie gerade erleben, unendlich oft gibt. Vielleicht passiert es manchmal, dass wir - während wir schlafen - in eine Dimension geraten, die nicht deckungsgleich mit der eigentlichen unseren ist.
=> Kommentar zu diesem Absatz: Dies ist Phantasie - nicht Theorie!
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| Ich vermute auch mal, dass der Tod ein ewiges End darstellt. |
Mich würde persönlich interessieren, mit welchen Gefühlen dich diese Gewissheit erfüllt.
Da wir mittlerweile einige Stunden diskutieren (und ich finde es sehr spannend, denn wenn du auf nur einen Punkt kommen solltest, den ich NICHT beachtet haben sollte, würde etwas interessantes passieren), unterstelle ich dir - bevor ich das Folgende schreibe, dass du mich nicht für einen Anarchisten hälst.
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| Wer weiß, wenn es den Menschen bewusst wäre, dass wir vielleicht nur einmal existieren, könnte das auch eine bessere Welt bescheren. Als ich auf den Gedanken gekommen bin, hat es mich um einiges ruhiger und gelassener werden lassen. Leider würden selbst dann auch noch Verbrechen und Morde geschehen. Die Menschen sind einfach zu dumm... |
Rein rational besteht hier ein Widerspruch: Was wäre das Logischste, das ein Mensch tun könnte, wenn ihm bewusst wäre, dass er genau ein Leben hat, auf das bis in alle Unendlichkeit nichts folgt? => Jede Sekunde das zu tun, zu dem er gewillt ist! Und, glaube mir - unabhängig allen Anstands, Werten, Gesetzen, Rechten. 7 Milliarden individuelle Existenzen, die sich an keine Richtlinien oder Vorgaben hielten - solange bis nur noch wenige von ihnen in ihrem willkürlichen Handeln existierten: Eine Art Status Quo.
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| Schlimm finde ich es auch, dass so einige ein Leben nach dem Tod als Fakt hinnehmen und sich danach ausrichten. (öhhm ich hoffe, ich habs richtig verstanden. |
Einerseits beneide ich diese Menschen, andererseits bemitleide ich sie um das, auf das sie wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit verzichten.
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"Man" erlebt die glücklichsten Momente im Leben unendlich oft wieder, hat unendlich viel Spaß. Auch wenn ich nicht daran teilhaben könnte, er wäre existent. Ich selbst wäre nicht ewig, dafür aber ein mir sehr ähnlicher Teil. Immerhin.
Wenn Ich erstmal tot bin, nützt mir das freilich reichlich wenig. Aber besser als garnix |
Hier teilen wir beide den zentralen Gedankengang. Ich bezweifel, dass sich allzu viele in ihrem Leben zu diesem gedanklichen Resultat hervortasten.
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