Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche

Leben, Tod und wann der Glaube nicht mehr ausreicht












Ein sehr interessanter Beitrag, zu dem ich mich bei beiden Teilnehmern bedanken möchte.

Nur, was macht Sie beide so sicher, dass es wirklich NICHTS nach unserem dahinscheiden kommt.

Ich begleite sterbende Menschen und habe schon unglaublich viele Dinge, die ich nicht mit Logik erklären konnte, erleben dürfen.

Den Aspekt mit der Astrophisik finde ich sehr gut. Sicher, auch ich glaube daran, dass wir mehrere (Parallel-) Universen haben. Wir müssen, des weiteren, sicher noch oft unsere "Gesetze der Physik" umschreiben. (vor 500 Jahren dachten die Menschen ja auch, dass die Erde flach ist, und sich nicht dreht)

Aber, kann darin nicht das Geheimnis liegen? Vielleicht hat "Gott" (ich nenne ihn jetzt mal so) die ganze Sache ja so eingerichtet, das wir Leben können, weil wir das Leben nach dem Tod nicht kennen.

Ich nehme mir einfach mal das Recht und zitiere Albert Einstein:

>Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen - ein in Raum und
Zeit begrenzter Teil. Wir erfahren uns, unsere Gedanken und Gefühle, als etwas
vom Rest Getrenntes - eine Art optischer Täuschung des Bewusstseins. Diese
Täuschung ist für uns eine Art Gefängnis, die uns auf unsere persönlichen
Wünsche und auf die Gefühle für die wenigen Personen reduziert, die uns am
nächsten sind. Unser Ziel muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien,
indem wir den Kreis unserer Nächstenliebe so erweitern, dass er alle lebenden
Wesen und das Ganze der Natur in all ihrer Schönheit einschließt. Der wahre Wert
eines menschlichen Wesens wird bezeichnet durch das Maß und den Sinn, in dem es
Befreiung vom Selbst erlangt hat. Wir werden eine grundlegend neue Art des
Denkens notwendig haben, wenn die Menschheit überleben soll.

Und, ich möchte Ihnen vorschlagen, sich mit dem Buch "Sein und Zeit" von Martin Heidegger auseinander zu setzen. Auch dort sind interessante Aspekte zu finden.

Ich freue mich aufrichtig, dass ein User wie Sie, lieber SIN3131727, in dieses Forum gefunden hat. Das hebt das Niveau um vieles an.

Bisou
Bobo
Endlich hab ich mal wieder Zeit zum Schreiben. Ich will erstmal auf das von dir angesprochene Bezugssystem zu sprechen kommen. Verstehe ich es so richtig: Mein Bezugssystem ist diese Zeit und dieses Universum. Ich existiere hier und jetzt, also auch mein "Ich". Sterbe ich, bin ich in diesem Bezugssystem tot und bleibe tot. Nun wirds konfus: Der Tod mag eine Grenze sein, aber keine feste.

Jetzt stellen wir uns mal vor, das Universum stürzt in sich zusammen, beim Endknall kommt eine kleine bis große Unregelmäßigkeit auf, ein neues entsteht, das wie unseres aufgebaut ist. Jetzt würde deiner Meinung nach ein neues Bezugssystem entstehen, das alte "unangetastet" verbleiben? Ich sehe es anders. Genau wie die Replizierung des Körpers ist das Ich replizierbar, weil es nichts anderes als Folge des Körpers ist. Der Bezug(-sraum) ist völlig unerheblich.

Ich mach mal ein kleines Beispiel (Obwohl ich solche Übertragungen eigentlich nicht mag. Die sind zu ungenau):

Stell dir vor, du baust gleiche 2 PC´s. Auf dem ersten installierst du Windows. Dann kommt er in eine Schrottpresse.
Jetzt nimmst du den zweiten, aus den gleichen Teilen. Wenn du hier Windows installierst, wird es genau die gleichen Funktionen und -sweisen haben wie das alte.
Das Gehirn müsste natürlich unglaublich ähnlich sein, damit das gleiche Ergebnis rauskommt. Aber unendlich = machbar. Jetzt kommt die Stelle, an der ich Probleme bekomme: Der freie Wille und das "Ich". Hier ergibt sich ein Unterschied zwischen Mensch und Programm. Im Endeffekt: Warum kann ich 2 mal das gleiche Ich erzeugen, dann aber darin unterschiedliche Erfahrungen und Persönlichkeiten erschaffen? Wenn das Bezugssystem egal ist, reicht die Erzeugung eines "Ich"s, eines unglaublich komplexen Programms. Denn letztendlich sind alle Faktoren, die ein Bewusstsein in einem Körper erzeugen, beschreibbar.
So, jetzt habe ich mich wieder im Kreis gedreht. Meine Kernaussagen sind die gleichen wie im letzten post. Aber ich denke nicht, dass ein Bezugssystem so wichtig ist (zumindest nach der Definition, wie ich sie mir bilde).
Nur kommen jetzt massig Probleme auf: Es muss doch auch Universen geben, in dem es den 100,00% gleichen Körper 2- oder mehrmals gibt. Die einzelnen Atome (Stoffe/Elektronen) wären zwar andere, aber wenn sie nicht allzu sehr abweichen, dann ist so etwas egal. Der PC führt Windows immer gleich aus, auch wenn die Einzelteile nicht aus den gleichen Atomen aufgebaut sind.
Also 2 mal dasselbe "Ich" in einem Universum. Da das nur beinahe unendlich unwahrscheinlich ist, muss es das irgendwann mal geben. Was passiert jetzt? Das setzt natürlich auch vorraus, dass die Kinder zu jedem Zeitpunkt ihrer Kindheit und in der Gebärmutter mit den exakt gleichen Mengen von Nähstoffen versorgt wurden - auch beinahe unmöglich.
Meine Theorie (mehr ist es nicht; vll sogar eine Wunschtheorie) führt so zu seltsamen, undenkbaren Ergebnissen.

Alles in allem fürchte ich sowieso, dass das "Ich" einzigartig ist und bleiben wird. Das führt zu deiner Frage, wie ich mich dabei fühle. Naja, so und so. Einerseits natürlich schei** (treffender kann ich es nicht ausdrücken). Jeder Moment des Lebens ist irgendwann mal vorbei, auch wenn es der schönste des Lebens ist. Irgendwann mal bin ich völlig vergessen, nichtexistent, weg. Am passendsten ist die Analogie vom Schlaf ohne Traum: Bei so was merkt man nicht, wie die Zeit vergeht, dass man da ist. Man schläft ein und wacht auf. Die Zeit dazwischen ist subjektiv NICHTS. Was, wenn man nicht mehr aufwacht? Unendliche Langeweile. Immerhin merke ich nichts davon, doch irgendwie kann das meine Erwartung von der Langeweile nur noch verschlimmern. Wenn es so langweilig ist, dass ich nicht mal die Langeweile bemerke, dann ist es EXTREM öde.
Selbst bei bestem Zureden kann ich mich von dieser Ansicht lösen. Unser Leben ist zu kurz. Was sind schon 80 Jahre (falls ich die schaffe).
Und jetzt schau man sich mal andere Menschen an. Vor grade mal 60 Jahren starben einfach so 60 Mio Menschen, ein großer Teil davon noch keine 30! Babys sterben, Kinder sterben, wir sind so dumm und töten uns weiterhin fröhlich gegenseitig. DAS regt mich auf. Wenn uns nur eine Lebenszeit gegeben ist, dann sollten wir in einer Lebenszeit so viel wie möglich erreichen. Nicht nur privat, sondern global!

Andererseits: Man gewöhnt sich ein wenig an den Gedanken. Zwar nicht vollkommen, und im Alter wirds vll schlimmer, aber ein wenig hilfts. Milliarden sind vor mir gestorben, haben ihr Leben schon hinter sich (wenn sie überhaupt ein richtiges hatten, frei von extremen Qualen). Ich folge halt eines Tages. Himmel wird auch irgendwann mal langweilig: Unendliche Glückseligkeit = Unendliche Langeweile. Man hat irgendwann alles unendlich oft gemacht, was Spaß macht. Von daher: Das Leben kann gerne länger sein, aber wenn man den Augenblick vor dem Tod nochmal alle guten Dinge vorbeiziehen lässt, stirbt man in Ruhe und Frieden. Das ist doch auch eine Form der ewigen Glückseligkeit.

Jetzt will ich aber auch deine Ansichten erfahren....


Zitat:
Rein rational besteht hier ein Widerspruch: Was wäre das Logischste, das ein Mensch tun könnte, wenn ihm bewusst wäre, dass er genau ein Leben hat, auf das bis in alle Unendlichkeit nichts folgt? => Jede Sekunde das zu tun, zu dem er gewillt ist! Und, glaube mir - unabhängig allen Anstands, Werten, Gesetzen, Rechten.


"Rational"/Logisch gesehen ja, aber von einem "vernünftigen" Standpunkt aus nicht. Deine Beschreibung wäre die erste Ebene. Aber man könnte mit ein wenig Anstand (ok, mit viel Anstand) auch folgern, dass wir einfach für jeden Menschen auf der Erde das schönstmöglichste Leben ermöglichen sollen. Das würde vielleicht bedeuten, dass wir unsere Ansprüche etwas zurückschrauben müssen. Leider ist die Menschheit zu dumm, um dahinter zu kommen. Geld, Macht, Herrschaft, (zT fehlgeleitete) Religion kann auch beitragen, die Welt zu verschlechtern.




@Bobo:

Was macht dich so sicher, DASS etwas danach kommt?
-deine Erfahrungen?

1. Habe ich keine derartigen Erfahrungen
2. Erfahrungen sind höchst subjektiv. Sowohl deine als auch diejenigen derer, die du in den Tod begleitest hast.
3. Wenn man 2 bedenkt, dann habe ich keine ernsthaften Gründe, ein Leben nach dem Tod im spirituellen Sinne auch nur ansatzweise in Erwägung zu ziehen. Leben = Stoffaustausch. Das endet nach dem Tod.
Außerdem: Wenn wir ein Leben nach dem Tod haben, warum nicht die Affen? Sie sind nicht sehr verschieden zu uns? Ab wann in der Menschheitsgeschichte sollte eigentlich die Grenze sein, ab der wir plötzlich ein Leben danach erlebten?
Wenn Tiere ein Leben danach haben, wie weit kann das gehen? Ratten, Insekten, Würmer, Kleinstlebewesen, Bakterien? Irgendwann vermischen sich außerdem Tiere und Pflanzenwesen.

Aussagen wie "vielleicht hat Gott das-und-das gemacht/gewollt..." sind auch höchst subjektiv, entsprechen einem eigenen Gedankengang und so z.T womöglich auch gewissen Wunschvorstellungen (zB "Ich glaube an Gott, so halt. Und es gibt bestimmt auch ein Leben nach dem Tod. Sonst wären 80 Jahre zu kurz" - keinerlei Argumentation). So was mag sich schön anhören, aber wenig bringen [Achtung: Meine Meinung!].


Falls es kein Leben nach dem Tod gibt:
- Ich gehe davon aus. Also habe ich mich schon teilweise damit abgefunden.
- Gläubige gehen vom Gegenteil aus, die verpassen dann verdammmmmt viel.

Falls es eines gibt:
- Naja, umso besser! Wird zwar auch irgendwann mal öde, aber immerhin! Das dauert dann ein paar Billiarden Jahre.
- Der Gläubige geht hiervon schon aus

Ich gehe auch nicht 100% vom atheistischen (Welt-)bild aus. Nur zu 98%...
Ich finde das leben mach dem tot überhaupt nicht so schlecht es kann sogar besser sein als das scheiss leben auf der Erde was jeder Mensch von und durchlaufen muss leider. Also Respekt an jeden der sich umgebracht hat oder bei einen Unfall ums leben gekommen ist er’s ist echt besser so nach dem Leben nach dem tot da ist man Sorgen frei als auf Erden da man nur mit Sorgen eingedrückt wird. Und ich hasse es auch wenn man verstorben ist und die die Familie alles bekommt am besten verbrennen alles das dann nix mehr übrig ist ich bin der Meinung das der Nachlass keiner bekommen sollte lieber alles im grab nehmen das ich viel besser als ein anderer alles bekommt. Sorry das ich mich wiederhole.

MFG Pharao.
Naja, wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, ist die sch**** hier alles, was man hat. Und selbst das nur auf begrenzte Zeit. Also würde ich nicht unbedingt nur auf das Leben danach hoffen. Niemand weiß, ob was kommt. Und wenn, was dann kommt. Es ist nicht gesagt, dass ein gutes, gottgefälliges Leben ein gutes Leben nach dem Tod sichert. Das haben nur die Menschen so interpretiert.
Mit Leadbeater gesagt: Aus "Das Leben in der geistigen Welt"

Was würden wir zunächst sehen, wenn wir in diese neue Welt hinausschauten ? Nehmen wir an, jemand von uns verlegte sein Bewußtsein auf die Astralebene. Welche Veränderungen würden ihm zuerst auffallen ? Auf den ersten Blick würde er keinen großen Unterschied bemerken, und er würde glauben, auf dieselbe Welt zu schauen wie vorher. Lassen Sie mich Ihnen wenigstens teilweise erklären, warum das so ist; denn eine vollständige Erklärung würde eine ganze Abhandlung über Astralphysik beanspruchen. Einzelheiten darüber finden sich in meinen Buche "Jenseits des Todes".

Genau so, wie es auf Erden verschiedene Arten von Stoffen gibt, feste , flüssige und gasförmige, so gibt es verschiedene Zustände oder Dichtigkeitsgrade der astralen Materie , und jeder Grad wird von dem ihm ähnlichen auf der physischen Welt angezogen und stimmt mit ihm überein. Unser Freund würde also immer noch die Wände und Möbel sehen, an die er gewöhnt war; denn obgleich der physische Stoff , aus dem sie zusammengesetzt sind, für ihn nicht mehr sichtbar wäre, so würde ihm doch die dichteste Art der Astralmaterie einen ebenso klaren Umriß davon geben wie früher. Wenn er den betreffenden Gegenstand genau untersuchen würde, so könnte er bemerken, daß alles Partikelchen in rasender Bewegung sind, was auf der physischen Ebene unsichtbar war für ihn; aber wenige Menschen sind genauer Beobachter, und deshalb weiß ein eben Verstorbener zuerst oft gar nicht, daß eine Veränderung mit ihm vorgegangen ist.

Er schaut um sich und sieht die ihm vertrauten Räume noch immer von denen bewohnt, die er gekannt und geliebt hat - denn auch sie haben Astralkörper, die innerhalb seines neuen Sehbereiches sind. Erst nach und nach wird er sich bewußt, daß in mancher Hinsicht ein Unterschied besteht.

Er findet zum Beispiel bald heraus, daß es für ihn weder Schmerz noch Müdigkeit mehr gibt. Wenn sie sich vorstellen können, was es heißt, dann haben sie einen Begriff davon, was das höhere leben wirklich ist. Bedenken Sie nur, Sie , die unter dem Drucke des geschäftigen Lebens sich kaum erinnern können, wann sie zuletzt frei waren von Müdigkeit, bedenken Sie; was würde es für sie heißen, nie mehr die Bedeutung der Worte Müdigkeit und Schmerz zu kennen ?

Wir Bewohner der westlichen Länder haben unsere Lehre über die Unsterblichkeit schlecht gehandhabt, daß es ein Verstorbener gewöhnlich schwer hat zu glauben, daß er tot ist, aus dem einfachen Grunde, weil er immer noch sieht und hört, denkt und fühlt. oft wird er sich sagen:" ich bin nicht tot; ich bin so lebendig wie sonst, und besser als ich je war."
Das ist er natürlich; aber gerade das hätte er erwarten sollen, wenn er richtig belehrt worden wäre.


Die Erkenntnis seines Zustandes kommt ihm vielleicht auf folgende Weise: Er sieht seine Freunde um sich; aber er entdeckt bald, daß er nicht immer mit ihnen verkehren kann. Er spricht manchmal mit ihnen; aber sie scheinen ihn nicht zu hören. Er versucht, sie zu berühren; aber er bemerkt , daß sie nicht darauf reagieren. Selbst dann redet er sich eine Zeitlang noch ein, daß er träumt und bald erwachen wird; denn zu anderen Zeiten - wenn seine Freunde schlafen, wie wir sagen - sind sie sich seiner vollständig bewußt und sprechen mit ihm wie früher. Aber nach und nach erkennt er die Tatsache, daß er doch tot ist, und dann wird er gewöhnlich bedrückt.

Warum ?

Wiederum nur, weil er so ungenaue Belehrungen erhalten hat. da sein Zustand nicht dem entspricht, was er vom orthodoxen Standpuntk aus erwartete, begreift er nicht, wo er ist und was geschehen ist. Ein englischer General sagte einmal bei einer solchen Gelegenheit: " Aber wenn ich tot bin, wo bin ich ? Wenn jenes der Himmel ist, so halte ich nicht viel davon, und wenn es die Hölle ist, so ist sie besser, als ich erwartete! "
Forum -> Leben nach dem Tod

Zurück  
1, 2, 3, 4  Weiter
Ähnliche Themen
Ist Gott notwendig für ein eventuelles Leben nach dem Tod?
Wieso kommt Gott nicht selbst auf die Erde?
Ein Leben nach dem Tod lässt sich nicht beweisen
Chinese will nicht arbeiten ...
Malediven: Nicht-Muslime können keine Bürger sein
Was ist der wahre christliche Glaube?
"Die Schöpfung " Nicht zu ernst nehmen!
Keine Avatare mehr?
Warum glaubt ihr an ein Leben nach dem Tod?
Adam und Eva: War mein Leben meine Entscheidung ?