Gott - Aus den Bahai-Schriften


Hallo Bonk,

das hast Du aber sehr schön gesagt !

Mich berührt diese Stelle immer sehr:
Zitat:
O Wesen der Leidenschaft!

Wie oft kam Ich zur Dämmerstunde aus den Reichen des Raumlosen zu deiner Wohnung und fand dich auf dem Lager der Muße mit anderem beschäftigt als mit Mir. Da kehrte Ich dem Blitzstrahl des Geistes gleich zu den Reichen himmlischer Herrlichkeit zurück. Den Heerscharen der Heiligkeit an Meinem Ruhesitz droben verriet Ich nichts.

Baha'u'llah

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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
[quote="Deas"]
Zitat:
Gepriesen und verherrlicht bist Du, o Herr, mein Gott! Wie kann ich Dich erwähnen, da ich doch weiß, daß keine Zunge, und wäre ihre Weisheit noch so tief, Deinen Namen gebührend rühmen kann, und daß der Vogel des Menschenherzens, so sehr er sich auch sehne, niemals hoffen darf, zum Himmel Deiner Erhabenheit und Deines Wissens aufzusteigen.

Wenn ich Dich, o mein Gott, als den All-Wahrnehmenden beschreibe, muß ich zugeben, daß Sie, die höchsten Verkörperungen der Wahrnehmung, auf Dein Geheiß erschaffen wurden. Und wenn ich Dich als den Allweisen preise, muß ich zugleich anerkennen, daß die Urquellen der Weisheit selbst durch das Wirken Deines Willens entstanden. Und wenn ich Dich als den Unvergleichlichen verkünde, erkenne ich bald, daß Sie, die der Inbegriff der Einheit sind, durch Dich herabgesandt wurden und nur Beweise Deines Werkes sind. Und wenn ich Dich als den Allwissenden begrüße, muß ich bekennen, daß Sie, die der Inbegriff des Wissens sind, nur Schöpfung und Werkzeug Deiner Absicht sind.

Erhaben, unermeßlich erhaben bist Du über das Bemühen der Sterblichen, Dein Geheimnis zu enträtseln, Deine Herrlichkeit zu schildern oder die Art Deines Wesens auch nur anzudeuten. Denn was immer solches Bemühen erreichen mag, - nie darf es hoffen, jene Grenzen zu überschreiten, die Deinen Geschöpfen gesetzt sind, ist dieses Streben doch durch Dein Gebot bewirkt und durch Dein Ersinnen gezeugt. Die erhabensten Gefühle, die die Heiligsten der Heiligen zu Deinem Lobe bezeigen können, und die tiefste Weisheit, die die gelehrtesten Menschen bei dem Versuch, Dein Wesen zu begreifen, zu äußern vermögen, kreisen alle um jenen Mittelpunkt, der Deiner Herrschaft völlig untertan ist, Deine Schönheit verehrt und durch die Bewegung Deiner Feder Antrieb findet.

Nein, verhüte, o mein Gott, daß ich jemals Worte äußere, die zwangsläufig eine unmittelbare Beziehung zwischen der Feder Deiner Offenbarung und dem Wesen alles Erschaffenen andeuten. Weit stehen jene, die Dir verbunden sind, über der Vorstellung einer solchen Beziehung. Alle Vergleiche und Ähnlichkeiten vermögen dem Baum Deiner Offenbarung nicht gerecht zu werden, und jeder Weg zum Verständnis der Manifestation Deiner selbst und des Tagesanbruchs Deiner Schönheit ist verschlossen.

Fern, fern von Deiner Herrlichkeit sei, was der Sterbliche von Dir behaupten oder Dir zuschreiben, oder der Lobpreis, mit dem er Dich verherrlichen kann! Was immer Du Deinen Dienern als Pflicht auferlegt hast, damit sie Deine Majestät und Herrlichkeit aufs höchste preisen, ist nur ein Zeichen Deiner Gnade für sie, auf daß sie fähig werden, zu der Stufe aufzusteigen, die ihrem eigenen innersten Wesen verliehen wurde, der Stufe der Erkenntnis ihres eigenen Selbstes.

Niemand außer Dir war jemals fähig, Dein Geheimnis zu ergründen oder Deine Größe geziemend zu preisen. Unerforschlich und hoch erhaben über das Lob der Menschen wirst Du für immer bleiben. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Unerreichbaren, dem Allmächtigen, dem Allwissenden, dem Heiligen der Heiligen.

Quelle: Baha'u'llah, Ährenlese



Er hätte sich auch kürzer fassen können. Der letzte Satz hätte meiner Meinung nach gereicht.
Zitat: "Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Unerreichbaren, dem Allmächtigen, dem Allwissenden, dem Heiligen der Heiligen."

Dieser Satz gefällt mir überhaupt nicht, er ist eigentlich völlig verdreht, eigentlich "pervertiert" dieser Satz meiner Meinung nach das Wesen Gottes.

Nicht, dass mich jemand falsch versteht. Deswegen möchte ich versuchen zu erklären, wie ich das meine:

Meiner Meinung nach sind wir alle auf dem Weg vollkommene Wesen (also göttliche Wesen) zu werden.

Genauso wie alle Eltern möchten, dass die eigenen Kinder am Besten noch besser werden als man selber ist, wünscht sich Gott das bestimmt auch für seine Kinder (also uns).

Eigentlich will Gott bestimmt nicht immer der "Oberste" und "Klügste" sein, genauso wenig will er des Huldigens wegen "gehuldigt" werden.

Bestimmt wünscht er sich vielmehr, wenn jeder versuchen würde ein zweiter (so gut wie) Jesus zu sein und jeder Jesus versuchen würde ein zweiter (so gut wie) Gott zu sein.

Also grundsätzlich müsste er sich stets wünschen, dass jeder in jeder Beziehung das Beste anstrebt.

Rein von der Logik her, kann das nur eines der höchsten Wünsche und Ziele des Universums sein.

Sollte es jemand schaffen, noch besser zu sein als der Beste, bitteschön, soll er den Job "des Besten" machen. Ob das jemals jemand schaffen kann und ob es überhaupt noch besser geht als Gott, steht nicht zur Diskussion.

Es geht hier um die richtige Ideologie.

Den Gedanken weiter gedacht, wäre es dann so, dass jeder der es schafft, so gut zu sein wie Gott (von mir aus mit Hilfe von Gott), er wäre sicherlich wahrlich willkommen bei Gott (also im Paradies).

Wie sagt man so schön, auf den oberen Stufen einer Leiter ist immer genug Platz .

Diesen Gedanken umgesetzt, müsste der oberste Satz umgeschrieben werden und zwar: "Ich hoffe, es wird mehr Götter geben neben Dir, helfe uns allen auf dem richtigen Weg zu Dir!"

Gott will bestimmt kein König unter Bauern sein, er will bestimmt ein König unter Königen sein.

Nach dem Motto: Jede Seele die heller leuchtet, erhellt das gesamte Licht.

Begrenzte geistige menschliche Machtgedanken, Eifersüchteleien u.s.w. gibt es dort bestimmt nicht.
Gott ist die Gesamtheit aller Individuen und Dinge. Auch wir sind Teil dessen.
Viessmann hat folgendes geschrieben:


Eigentlich will Gott bestimmt nicht immer der "Oberste" und "Klügste" sein, genauso wenig will er des Huldigens wegen "gehuldigt" werden.

Bestimmt wünscht er sich vielmehr, wenn jeder versuchen würde ein zweiter (so gut wie) Jesus zu sein und jeder Jesus versuchen würde ein zweiter (so gut wie) Gott zu sein.

Also grundsätzlich müsste er sich stets wünschen, dass jeder in jeder Beziehung das Beste anstrebt.

Zitat:
Den Gedanken weiter gedacht, wäre es dann so, dass jeder der es schafft, so gut zu sein wie Gott (von mir aus mit Hilfe von Gott), er wäre sicherlich wahrlich willkommen bei Gott (also im Paradies).


Ich glaube, du denkst da zu sehr in menschlichen Vorstellungen.

Gott selbst zu definieren gelingt uns ja von hier aus gar nicht.

Wir brauchen mühsame Bilder, die die Realität ohnehin nie treffen.

Gott selbst ist im Ursinne Energie- auf Erden zeigt sie sich in elektrischem Strom.
Gott ist aber auch der Toaster, die Steckdose und der Mensch, der den Toaster bedient.
Gott ist die Summe aller Lebewesen, aller Energie und alles Geschaffenen.

Da gibt es nun also ältere Wesen, die in der Liebe viel größer sind als wir und jüngere Lebewesen, die in der Liebe weniger sind als wir.

Natürlich wachsen wir in Richtung Paradies und Gott wünscht sich für jeden, dass er wachse.
Jeder wächst in Richtung Liebe auch ohne Wünsche, da das die Natur der Wesen ist, zur Liebe zu wachsen.

Aber die Wesen, die größer sind als wir, wachsen auch beständig weiter.

Du wirst also die großen Wesen niemals "einholen" können.

Aber was stört das?

Baha'u'hulla hat eben versucht, das Wesen der Energie in Worte zu fassen, um denen zu helfen, die selbst das Wesen der Energie noch nicht empfinden können- um den anderen einen Anreiz zu geben, doch dorthin zu streben.

Da geht es doch nicht um besser oder weiter.

Wenn Baha'u'hulla sagt, Gott währe unerreichbar und erhaben, so meint er nicht unnahbar und überheblich, wie mir scheint, dass es bei dir angekommen ist, sondern er meint eben, dass Gott so groß ist und wir so klein, dass wir für immer streben können und doch die Größe Gottes nie erreichen.

Er wollte damit aber nicht sagen, dass wir das Paradies nicht erreichen.
Jeder erreicht es.

Aber da Gott selbst und alle höheren Wesen in der Zeit auch weiter gewachsen sind, werden sie immer größer sein als wir.

Das stört doch nicht.

Wer in der Liebe ist, kann Größe anerkennen.

Ich empfinde es als beruhigend, dass da für immer etwas Größeres als ich besteht, denn dann werde ich mich für immer dorthin fallen lassen können und verstehe diese Größe als Schutz und Geborgenheit-
anderen Wesen, die kleiner sind als ich, werde ich Geborgenheit geben können.
Wir stehen für immer in der Mitte zwischen den Größeren und den Kleineren, dennoch erleben wir ständiges Wachstum nach mehr Liebe und Glück.

Gott sehnt sich nach unserer Liebe viel mehr als wir uns nach Ihm sehnen- das meint Baha'u'hulla viel mehr damit- nicht, dass Gott unerreichbar ist in dem Sinne von Ihn nicht kontaktieren können- sondern im Umfang und der Intensität nicht erreichbar.

So wie du nie so viel Geld erarbeiten wirst, wie ein ganzer Staat besitzt, so wie du nie so viel Strom verbrauchen kannst, wie ein Kraftwerk produziert, so wirst du nie so viel Liebe werden wie Gott ist.

Das meint er wohl.

Aber so viel könnten wir auch nicht verkraften.

Die Liebe, die wir erzeugen und zurück bekommen, entspricht immer unseren Grenzen- sonst würden wir verbrennen.

Verstehst du, was ich meine?
Liebe soraja,

als Bahá'i hätte ich das wirklich nicht besser erklären können. Vielen Dank !



Liebe Grüße
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"Live long and prosper!"
Viessmann Zitat
"Eigentlich will Gott bestimmt nicht immer der "Oberste" und "Klügste" sein, genauso wenig will er des Huldigens wegen "gehuldigt" werden"

Lieber Vissman
ich finde besser und umfassender als Soraya
das jetzt tat ,kann man nicht erklären-

aber ich möchte ergänzend schreiben das in in dem Satz Bahullahs i absolut nichts verdreht und nichts pervertiert ist und nichts zu lang und nichts zu unnötig;

sondern es ist hier ein Lobgesang.. eines seines Schöpfers Grösse Erkennenden!

Und der lässt sich natürlich nicht mit Menschlichen Begriffen und Vergelichen, vergleichen ,

ob es dir das so gefällt oder nicht

und so wie du das auch selbst erkennst:
Zitat:
"Begrenzte geistige menschliche Machtgedanken, Eifersüchteleien u.s.w. gibt es dort bestimmt nicht"..
Vielen Dank für die gute Erklärung, Soraya!

Ich möchte an dieser Stelle nur erwähnen, dass Sein Name korrekt Bahá'u'lláh lautet.

LG!
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Rahiym hat folgendes geschrieben:
Liebe soraja,

als Bahá'i hätte ich das wirklich nicht besser erklären können. Vielen Dank !



Liebe Grüße

Wenn es wahr ist, so gibt es keine Widersprüche, egal wie man sich nennt...
Minou hat folgendes geschrieben:
Vielen Dank für die gute Erklärung, Soraya!

Ich möchte an dieser Stelle nur erwähnen, dass Sein Name korrekt Bahá'u'lláh lautet.

LG!

Wahnsinnig schwerer Name- ich denke, er ist nicht sauer, wenn ich ihn ab jetzt Bahi nenne?

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