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Ohne Theorie keine Praxis












Hallo Gabriele,

Zitat:
So aber ergänzt sich eben auch das Theoretische mit dem Praktischen.


Ja, sicher ohne Theorie, keine Praxis.
Die Heiligen Schriften sind uns offenbart worden, damit wir Über-zeugung und Vertrauen gewinnen, uns auf den Weg der spirituellen Erkenntnis zu machen. Sie sind im Weiteren auch Anleitung zur Praxis. Denn der Weg zu Gott kann nur von Gott erklärt werden - wir können ihn nicht selbst erfinden oder erkennen.

In der buddhistischen Lehre sehe ich keinen Widerspruch zur Aussage Shri Krishnas in der Bhagavad-Gita. Der unüberbietbare Vorteil der Bhagavad-Gita ist, das dort eben alle Bestandteile des Selbst, sowohl die vermeintlichen als auch die wahren, erklärt und unterschieden werden.

atma ---> Seele (das transzendentale, individuelle Lebewesen)

die materiell feinstofflichen Bedeckungen:
ahankara ---> das falsche Ego, das feinstofflichste und mächtigste materielle Element.(je feinstofflicher, je mächtiger!)
buddhi ---> die Intelligenz, das Unterscheidungsvermögen
mana ---> der Geist, die Ebene wo wir Denken, Fühlen und Wünschen ("den Geist zu kontrollieren ist schwieriger als den Wind zu beherrschen", erklärt Arjuna in der Bhagavad-Gita).
Mana ist das "grobstofflichste" aller feinstofflichen Elemente.
Wenn mana und buddhi in den Dienst Gottes gestellt werden, werden sie transzendiert und ahankara verliert seine Wirkung ---> der atma ist auf dem Weg der Befreiung/Erlösung.

Die Höchste Persönlichkeit Gottes (paramatma - die Höchste Seele) wird in der Brahma-samhita als;
sac-cit-ananda-vigraha (ewig (brahman) - wissend (cit) - glückselig (ananda) - vigraha (Form) beschrieben. Und da die Lebewesen kleine, abgesonderte Teile Gottes sind, besitzen sie ebenfalls diese Qualitäten, jedoch in begrenztem Masse, wohingegen der Höchste Herr diese in unbegrenztem Masse besitzt.
Der atma, kann nicht wirklich mit dem paramatma verschmelzen (sayuja-mukti) - er bleibt individuell (unteilbar) und sein Wesen ist es, dem paramatma zu dienen (der atma der sayuja-mukti erreicht und in das unpersönliche Brahman eingeht, fällt nach einiger Zeit wieder in die materille Atmosphäre zurück und nimmt wieder einen materiellen Körper an, da er nur die sac-Verwirklichung erreicht hat, ihm jedoch die cit- und ananda-Verwirklichung fehlt, die ein Wesen seiner Selbst ist).---> was bedeutet, das der atma nicht das Glück findet das er sucht. Cit, das Wissen und Ananda die Glückseligkeit die er erfährt durch den Austausch der dienenden, libevollen Hingabe zum Höchsten Herrn.

Erst wenn der atma beginnt dem paramatma zu dienen ist er auf dem Weg beständiger, ewiger Befreiung, vimukti.

Das schwierige an diesem Thema ist, das alle, Begriffe wie "Seele", "Gott" und "Befreiung/Erlösung" benutzen, aber in Wirklichkeit Unterschiedliches darunter verstehen.
Das Sanskrit und deren spezifische Bezeichnungen für atma, paramatma, ahankara, buddhi, mana und prakriti (Materie), kann uns da entscheidend weiterhelfen.

Gruss
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum III


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