Warum glaubt ihr (oder auch nicht) an Gott?


Hallo Feargirl,

Zitat:
Gott gab uns die Welt, damit jedoch WIR was drauss machen.


Ich würde vielmehr sagen,
Aus der Welt können wir nichts machen, wir sind nicht die Kontrollierenden. Vielmehr sind wir diejenigen, die von der materiellen Natur kontrolliert werden.
Natürlich haben wir einen freien Willen, aber der ist sehr begrenzt.

Die Welt ist nicht da zu da, das wir sie verändern, sondern die Welt ist da zu da, dass sie uns verändert. (unser Bewusstsein zum Besseren führt)
Gruss
kereng: "die meisten Menschen, die an Gott glauben, tun dies wegen des kulturellen Umfelds, in das sie hineingeboren wurden. "

ist sinnlos, an Gott zu glauben, nur weil die eltern das auch tun.
Man wird auch kein richtiger moslem, wenn man nur an allah glaubt, weil die eltern das auch tun. Jeder, der neu geboren wird, muss sich nochmal damit beschäftigen, denn man muss ja auch wissen was man tut.
"...denn man muss ja auch wissen was man tut."

Bei wie vielen Menschen könntest Du mit gutem Gewissen sagen, sie wissen, was sie tun...?
Guten Morgen miteinander.

jivatma Du hast geschrieben:
Zitat:
Die meisten Menschen haben eine falsche Vor-Stellung wenn sie von einer Persönlichkeit Gottes sprechen - sie versuchen Gottes Persönlichkeit aus ihrer bedingten, materiellen Sicht zu verstehen/herunter zu ziehen.

Nein, ich sehe Gott nicht als etwas Materielles, aber als die Energie die hinter allem steckt.
Das ist meine Vorstellung von Gott. Als reine Energie und nicht als eine Persönlichkeit.

Mit freundlichen Grüssen Sputnik
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Gott sprach "Es werde Licht" doch Jesus fand den Schalter nicht...
@HCL1

du müsstest auch wissen was du tust,
wenn man betet, dann muss man auch wissen, warum man betet.
"ach glaube einfach mal so, vll. passiert ja nach dem tod irgendwas" -> falsch

Wissen + Glaube = Islam

Man muss erst wissen, was und warum. Und dann sie mit glauben bestätigen.
Was ist daran so schwer?
Eben, so einfach ist das, ganz genau!


http://www.merkur.de/2007_22_Gott_d.....37.0.html?&no_cache=1

WELTBILD Gott der Physiker

Mit dem Urknall entstand das Universum. Was aber steht am Ende? Gibt es ein Ziel der Evolution? Diese Frage berührt Vernunft und Glaube.

VON WALFRIED LINDEN




STERNENSTAUB: Quasare – geheimnisvolle Zeugen der Geschichte des Universums. Forschungsfeld für die Wissenschaft.
Foto: Nasa/Esa/Eso/Wolfram Freudling et al.

Unser Universum ist vor 13,7 Milliarden Jahren in einer ungeheuren kosmischen Explosion entstanden. Für den Physiker existiert der Raum nicht ohne Materie. Auch sind Raum und Zeit nicht getrennte Parameter, sondern in der Raumzeit miteinander verbunden. Mit dem Urknall entstand unsere Raumzeit. Das Universum war zum Zeitpunkt seiner Entstehung samt Raum und Zeit auf einen winzigen Punkt konzentriert. Dies ist die kosmische Anfangssingularität.

Der britische Physiker Paul Davies beschreibt die Anfangssingularität so: „Da bis jetzt alle unsere physikalischen Theorien im Kontext von Raum und Zeit formuliert worden sind, lässt die Tatsache, dass es eine Grenze der Raumzeit gibt, vermuten, dass natürliche physikalische Prozesse über eine solche Grenze hinaus nicht fortgeführt werden können. So gesehen bildet eine Singularität letztlich eine äußere Begrenzung des natürlichen Universums.“ Und weiter heißt es bei Paul Davies: „An einer Singularität kann Materie in die physikalische Welt eintreten oder sie verlassen, und möglicherweise gehen Einflüsse von ihr aus, die, auch nur dem Grundsatz nach, die Physik nicht entwickeln kann. Eine solche Singularität ist die größte Annäherung an eine übernatürliche Wirkkraft, auf die die Naturwissenschaft bislang gestoßen ist.“

Lange Zeit hat man darüber diskutiert, ob es eine solche Anfangssingularität gibt. Dann entdeckten 1964 Penzias und Wilson die Mikrowellenhintergrundstrahlung, die aus den ersten Minuten des Weltalls übrig geblieben ist. Damit war der Urknall, die Anfangssingularität, experimentell belegt. Für viele Physiker sind die Konsequenzen hieraus klar. So schreibt der in New Orleans lehrende Frank J. Tipler: „Das Universum existiert seit einer begrenzten Zeit, darüber hinaus wurden das physikalische Universum und die Gesetze, die es regieren, von einer Einheit ins Leben gerufen, die diesen Gesetzen nicht unterliegt und außerhalb von Raum und Zeit liegt. Kurzum: Wir leben in einem Universum, das von Gott geplant und erschaffen wurde.“

Danach lässt sich der Anfang des Universums in Übereinstimmung mit den Naturwissenschaften durch die Worte der Bibel beschreiben: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und es ist richtig fortzufahren: Er schuf Raum und Zeit, Naturgesetze und die Evolution. Gott ist damit wie der Gott der Sumerer, der Juden, Christen und Moslems ein Schöpfergott.

Welches Schicksal aber nimmt dieses Universum? Was ist Leben? Leben gibt es auf unserer etwa fünf Milliarden Jahre alten Erde seit etwa 3,5 Milliarden Jahren, zuerst in Form von einzelligen Algen. Lebewesen sind für den Physiker höher und komplexer organisierte Materie. Sie bestehen aus den gleichen Atomen wie die unbelebte Materie. Auf der Ebene der Atome und Moleküle ist zwischen belebter und unbelebter Materie kein Unterschied. Lebende Materie hat generell einen Bauplan und die Fähigkeit zur Selbstreproduktion. Zum Aufbau der im Bauplan kodierten Form und zu ihrer Aufrechterhaltung haben Lebewesen, wenn man von den einfachsten Formen, den Viren, absieht, einen Stoffwechsel.

Lebende Systeme kodieren eine große Menge an Information, die Erbinformation, und haben die Mittel, die Konstruktionszeichnungen nicht nur aufzubewahren, sondern sie auch auszuführen. Lebende Systeme zeichnen sich also aus durch Ordnung und Komplexität. In den Bauplänen können zufällige Änderungen auftreten, die Mutationen. Durch Mutationen kann sich Leben weiterentwickeln. Sie sind eine Grundlage der Evolution. Die Mehrheit der Physiker geht heute davon aus, dass lebende Systeme durch Selbstassoziation entstanden sind.


Lebende Systeme

Die Existenz von Leben widerspricht nicht den Gesetzen der Physik. Lebende Systeme haben eine größere Ordnung als ihre Umgebung. Nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik nimmt die Entropie, ein Maß für Unordnung, im Laufe der Zeit zu. Das widerspricht aber nicht der Evolution immer komplexerer und höher geordneter Systeme. Diese entwickeln Ordnung auf Kosten ihrer Umgebung, in der die Unordnung steigt.

Ist aber zur Erzeugung des Lebens und zum Anstoßen der Evolution ein direktes Handeln Gottes notwendig? Diese Frage wird von Paul Davies verneint. Er schreibt: „Selbstverständlich widerlegt das alles nicht die mögliche Existenz eines Schöpfergottes, aber es lässt vermuten, dass für die Biologie göttliches Eingreifen keineswegs notwendiger ist als für die Hervorbringung der Saturnringe oder der Oberflächenstruktur auf dem Jupiter... Bei unserer Suche nach Gott (aber) liefert die Existenz des Lebens, ob seine Erklärung nun mit natürlichem Wirken auskommt oder eines wundersamen Eingreifens bedarf, starke Hinweise auf eine Zweckgerichtetheit im Weltall.“

Diese Zweckgerichtetheit legt aber die Existenz eines zusätzlichen Prinzips nahe, das der Evolution von Anfang an eingegeben ist. So scheint es in ihr mehr als Zufall und Notwendigkeit zu geben, nämlich ein vorgegebenes Ziel. Derartige Überlegungen könnten die Evolutionstheorie auch einem Kreationisten nahebringen.

Die Bezeichnung Punkt Omega für den Endzustand der Erde und der Menschheit stammt von dem französischen Paläontologen und Jesuitenpater Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955). Das Punkt-Omega-Konzept ist eine religiös-mystische Schau des Weltendes, die durch eine Theorie der mathematischen Physik für das Ende des Universums erneut Aktualität gewonnen hat.

Voraussagen über das zukünftige Schicksal des Universums sind dem Physiker inzwischen aufgrund der im letzten Jahrhundert etablierten Theorien möglich. Die relativistische Kosmologie basiert auf Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Die Friedmannschen Weltmodelle geben den Durchmesser des Weltraums in Abhängigkeit von der Zeit an. In einem bestimmten Fall dehnt sich das Universum bis zu einem Maximaldurchmesser aus, um dann anschließend sich wieder auf einen Punkt zusammenzuziehen. Das ist die Endsingularität.

Singularitäten scheinen auch derzeit zu existieren. Es sind die schwarzen Löcher im Universum. Dies sind materielle Bereiche, in denen die Massendichte so groß ist, dass jegliche Materie in diesen Bereich hineingesaugt wird. Diese Materie verschwindet hinter dem Ereignishorizont und ist für unsere Welt auf immer verloren. Die Theorie der schwarzen Löcher führte die Physiker weiter auf dem Wege zur theoretischen Erfassung der Endsingularität.

Das von dem Physiker Frank Tipler vorgeschlagene Weltmodell beginnt mit der Urknallsingularität und endet in einem Endkollaps, der Omegapunkt-Singularität. Die gesamte Raumzeit fällt in diesem Punkt zusammen. Tiplers Weltmodell und Teilhard de Chardins Konzept – ein frappierendes Ergebnis angesichts des völlig verschiedenen Vorgehens der beiden Wissenschaftler. Nach Tipler liegt der Omegapunkt in der letzten Zukunft, nicht in der Zeit, sondern an der Grenze jeder zukünftigen Zeit. Teilhard de Chardin beschreibt das so: „Er ist das letzte Glied der Reihe und doch zugleich außerhalb der Reihe. Er ist nicht nur die Krönung, sondern der Abschluss. Wenn er nicht von Natur erhaben wäre über Zeit und Raum, die er in sich sammelt, wäre er nicht Omega.“

Nach Tipler liegt der Omegapunkt wie die Endsingularität an der Spitze des Vergangenheitskegels. Teilhard de Chardin sagt: „Wenn man einen Kegel senkrecht zur Achse durchschneidet und diese Schnitte in Richtung auf die Kegelspitze zu fortgesetzt wiederholt, sodass die Schnittflächen immer kleiner werden, so kommt der Moment, wo ein unendlich kleines Vorrücken genügt, um die Fläche ganz zum Verschwinden zu bringen, da sie zum Punkt geworden ist.“


Riesiges Molekül

Nach Tipler kann der Omegapunkt einzig in einem „endlichen und begrenzten geometrischen System“, etwa der Erdoberfläche, entstehen. Teilhard de Chardin schreibt: „Hier macht sich eine anscheinend banale Tatsache geltend... die Kugelgestalt der Erde. Die geometrische Begrenzung eines Gestirns, das wie ein riesiges Molekül in sich selbst geschlossen erscheint.“

Tipler zeigt, dass das Leben in einem geschlossenen Universum gezwungen „sein wird, in einem Omegapunkt-Gott, der genau die . . . genannten wesentlichen Eigenschaften besitzt, auf sich selber und die Endzeit hin zu konvergieren“. Dieser Omegapunkt ist nach der physikalischen Theorie eine Person, allmächtig, allgegenwärtig und allwissend.

Ähnliche Vorstellungen vertritt Teilhard de Chardin. Auch bei ihm konvergiert die Entwicklung des Universums in Gott, und zwar in Christus: „Christus umkleidet sich organisch mit der ganzen Majestät seiner Schöpfung.“

Wir stehen hier also vor dem erstaunlichen Faktum, dass mystisch-religiöse Weltsicht (auf der Basis fundierter evolutionsbiologischer Kenntnisse) und theoretisch-physikalische Berechnungen auf der Grundlage von allgemeiner Relativitätstheorie und Quantenmechanik identische Ergebnisse erbringen. Die Ausführungen über den Gott der Physiker lassen sich am besten mit einem Satz Alberts des Großen zusammenfassen: „Vernunft und Glaube sind in Harmonie.“
Walfried Linden ist Professor für Biophysik in Hamburg. Zuletzt veröffentlichte er gemeinsam mit Alfred Fleissner: Geist, Seele und Gehirn. Entwurf eines gemeinsamen Menschenbildes von Neurobiologen und Geisteswissenschaftlern (Lit Verlag, Münster 2005).
© Rheinischer Merkur Nr. 22, 31.05.2007
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Zu zweit ist das Singlesein viel schöner
egal ob es etwas außerhalb der Raumzeit gibt.
gabrielle hat folgendes geschrieben:
Der Sinn des Lebens ist das Leben wirklich zu leben, jeden Tag voll leben.


Ja, genau das ist es. Leben, wirklich leben, Heraustreten aus den Schatten der zahlreichen und nie enden wollenden Existenzbedrohungen.

Der Glaube zielt auf nichts Anderes ab als das wahre und volle Leben zu geben.

Und warum brauchen wir das?
Das Leben ist doch ohnedies sehr schön, werden einige sagen (zumindest für Viele, bei Weitem auch nicht für Alle, hier in der Wohlstandsgesellschaft). Das Leben ist das, was wir daraus machen, werden Andere sagen. "Jeder ist seines Glückes Schmied", werden wieder Andere sagen. Alles Aussagen, die im Grunde nicht falsch sind - nur geben sie eben das Wesentliche nicht wieder.

Wir brauchen den Glauben, weil wir eben das volle Leben nicht "haben", nach dem wir uns aber sehnen - irgendetwas "fehlt" ständig, als Menschen sind wir "Mängelwesen". Auch der beste Urlaub im 6-Sterne-Club ist irgendwie ein schnell verpuffendes Glück. Da ist ein Getränk zu sauer, oder die Klimaanlage rattert - und "Puff", wieder am Boden der Realität, weg ist das "Paradies" aus dem Katalog.

Unser Leben ist von Krankheit, Tod, Existenzsorgen, Streit und Hader ständig bedroht. Eigentlich ist unser irdisches Leben ständig höchst bedroht, auch wenn wir uns hier im Westen (zum Unterscheid von den anderen 80% der Menschheit) scheinbar bequem "einbetten" können in Versicherungspolizzen, moderne Medizin, Airbags, gesundheitsoptimierte Reformkost. All das sind per se nicht schlechte Dinge - nur sie geben eben "das Leben" nicht. Das kann nur einer. Nämlich der, der es wirklich "hat" - und zwar unumschränkt - nicht übertragen, geliehen, bekommen so wie wir, sondern das Leben wirklich hat. Nicht Empfänger eines schwachen Lichts, das vom Ausgehen bedroht ist, sondern selbst Eigentümer und Urheber des Lebens.

Es gibt Einen, der das Leben im Unterschied zu uns wirklich voll und ganz hat. Er hat das Leben nicht übertragen bekommen, als zerbrechliche vergängliche Leihgabe, er hat das Leben selbst - er hat es als sein Urheber, ist Eigentümer des Lebens. Und er hat das eben nicht nur behauptet das Leben voll zu haben, sondern er hat es durch seine Auferstehung aus dem Grab ins neue Leben hinein, die im Evangelium glaubwürdig bezeugt ist, auch bewiesen, dass er das ganze Leben in seiner Fülle innehat.

"Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben." (Joh 5,26)

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