Warum glaubt ihr (oder auch nicht) an Gott?


Hallo Sputnik96,

Zitat:
Hallo liebe Mitschreiber.

Ich glaube nicht an Gott als eine Persönlichkeit und auch nicht an die Bibel.
Ich definiere meinen "Gott" als das was ALLES ist, ALLES was existiert.
Immer schon existente, immer existierende sich wandelnde Energie.


Dem stimme ich zu, das ist eine Seite Gottes.

Die vedische Definition von Gott ist:

Gott ist der Ursprung allen Ursprungs und die Ursache aller Ursachen.
oder mit deinen Worten,
alles was ist, alles was existiert kommt von Gott.

Die Bedeutung des Wortes Krishna, ist der Allanziehende. Derjenige von dem ALLES ausgeht, der wirkt auch auf alle anziehend.
Aus diesem Grund erklären die Veden das die Klangschwinung Krishna die vollkommenste Bezeichnung, der vollständigste Name Gottes ist.

Shri Krishna sagt in der Bhagavd-Gita:
Zitat:
"Ich bin der Ursprung aller spirituellen und materiellen Welten. ALLES geht von mir aus. Die Weisen, die dies vollkommen erkannt haben, beschäftigen sich in Meinem hingebungsvollen Dienst und verehren Mich von ganzem Herzen."


Die Worte die Shri Krishna in diesem Vers benutzt sind unmissverständlich; mattaha (von Mir), sarvam (ALLES) und pravartate (geht aus).

Gott ist somit der Ursprung von dem was du als "alles was existiert, alles was ist" beschreibst.
Jede Art von Energie hat auch einen Energieursprung. Die materielle Schöpfung ist wie ein gigantisches Bauwerk, und Gott ist der Ursprung dieses Bauwerkes, der vollkommene Baumeister.

In den Veden gibt es vier Sampradayas, eine Kette von Meister-Schüler-Nachfolge, die von Gott ausgehen.
Es sind dies Shri-, Brahma-, Rudra- und Kumara-sampradaya. Diese vier Schulen innerhalb der Veden kennen vier siddhantas (Schlussfolgerungen), die sich alle ergänzen und vervollständigen, wie die Ansicht eines Objektes aus vier Himmelsrichtungen.

In diesen siddhantas geht es um shaktiman und shakti, Energieursprung und Energie. Wenn man von Energie redet so muss man auch von Energieursprung sprechen. Beide gehören untrennbar zusammen und doch sind sie nicht das gleiche!

Diese sind:
vashista-advaita = qualifizierter Nichtdualismus
Dvaita = Unterschied (Dualismus)
Shuddha-advaita = gereinigte Nichtdualität
Dvaita-advaita = Unterschied und gleich sein in einem

Darüber hinaus gibt es noch eine Lehre außerhalb der Veden die kevala-advaita (vollständiger Monismus) genannt wird. Diese Lehre wird manchmal auch nur als Advaita bezeichnet (sie ist auch als "versteckter Buddhismus" bekannt). Sie widerspricht aber der Aussage der Veden, da sie keinen Unterschied zwischen der Energie und dem Energieursprung macht.
Die kevala-advaita Philosophie lehrt das ALLES WAS EXISTIERT NUR EIN TRAUM, EINE VORSTELLUNG IST - IN WIRKLICHKEIT EXISTIERT NUR DAS FORMLOSE, UNPERSÖNLICHE BRAHMAN (Energie), SONST IST NICHTS WIRKLICH.
Gemäß der Advaita Philosophie gibt es dich also gar nicht Sputnik96, du bildest dir das alles nur ein.

Wir mögen bei der Betrachtung der kosmischen Manifestation zum Schluss kommen das es nur diese Energie (Materie) gibt die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Aber 1. "wo Energie ist, da ist auch ein Energieursprung" und 2. beide sind nicht das Gleiche obwohl sie untrennbar miteinander verbunden sind - wie die Sonne und der Sonnenschein.
Alles ist göttliche Schöpfung (Energie) und doch ist es nicht Energieursprung (Gott).
Ich hoffe ich konnte die siddhanta, die Schlussfolgerung der Veden verständlich rüber bringen ...

Gruss
Hallo miteinander.

Lieber jivatma Freund Krishnas

Bitte nimm meine demütigen Ehrerbietungen entgegen.
Alle Ehre sei Srila Prabhupada!

Ich habe nicht geschrieben oder gemeint:

Zitat:
alles was ist, alles was existiert kommt von Gott.


Ich sehe wie schon geschrieben Gott nicht als eine Persönlichkeit an,
sondern alles was ist, alles was existiert ist Gott.
Somit unser gesamtes Weltall und auch jedes Atom ist Gott.

Dass ich Gott nicht als eine Persönlichkeit ansehe und nicht an die Bibel glaube, macht mich ja erst zu einem Atheisten.

Mit lieben Grüssen Sputnik
_________________
Gott sprach "Es werde Licht" doch Jesus fand den Schalter nicht...
@ Sputnik

Zitat:
Dass ich Gott nicht als eine Persönlichkeit ansehe und nicht an die Bibel glaube, macht mich ja erst zu einem Atheisten.

Wieso sollte Dich das zu einem Atheisten machen?
Für mich ist das eher agnostisch.
Auch ich glaube nicht, dass Gott eine Person ist. Da aber Gott frei ist, in Seiner/Ihrer Ausdruckskraft kann Gott durchaus persönliche Aspekte annehmen.

Und was heißt schon, nicht an die Bibel glauben?
Es gibt manche Dinge in der Bibel, an die man besser nicht glauben sollte.

Zitat:
Zweites Buch Samuel 7:14 Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein. Wenn er sich verfehlt, werde ich ihn nach Menschenart mit Ruten und mit Schlägen züchtigen.

Eine Schweizer Sekte besteht auf der Route, von ihr kommt das Buch: „Papa, bitte züchtige mich.“ Dies führte dazu, dass die Jugendämter diesen Eltern die Kinder wegnahmen. Zum Glück! ! !

Wer an alles was darin steht wörtlich glaubt, der ist für diese Gesellschaft eine Bedrohung.
okay... mal eine Frage, wieso glaubt ihr an Gott?
Gott ist allmächtig. Okay... Wieso lässt Euer "gott" dann bitte zu dass schreckliche Dinge geschehen? Wieso verhunger jeden Tag tausende von Menschen, wegen der Ungerechtigkeit. Wieso passieren diese Schicksaale immer den guten/ unschuldigen? Wieso bringt sich ein Mädchen um, weil sie von ihrem Freund betrogen wurde?... wieso wird ein unschuldiger zum Tode verurteilt? ich bitte um Antwort und sagt nicht sowas wie : " Gott kann seine Augen nicht überall haben" oder " das ist die eigene Entscheidung des Menschen" es heisst unser Gott ist der Gott der Gerechtigkeit oder? was bitte daran ist Gerecht? und sagt nicht " alles passiert aus einem bestimmten Grund" - wo liegt der Sinn darin, wenn ein 7 jähriges kind in Afrika einen hungerstot erleiden muss?... ja es hämmt die bevölkerungsexplusion na türlich.... -.-
Es ist so dass Gott uns eine freie Entscheidungswahl gegeben hat. Wir sind selbst für unser Handeln verantwortlich. Doch Gott gibt einem durch den Glauben die Kraft, dass es weiter geht. Gott verzeiht und steht einem in schlechten Zeiten bei, denn wer an Gott glaubt fühlt sich nicht allein. Du hast recht es ist schlimm was viel passiert (Hunger, Not und Leid) doch dafür ist nicht Gott der Schuldige sondern wir Menschen. Gott gab uns die Welt, damit jedoch WIR was drauss machen.
@ koRn,

Gott beschränkt Seine/Ihre eigene Macht um uns eine Macht einzuräumen.
In Dir und mir steckt auch göttliche Macht, aber nur sehr wenige Menschen sind in der Lage diese Macht zu entwickeln und selbst mit dieser Macht haben sie keine Möglichkeit (glücklicherweise) in den freien Willen eines andern Meschen einzugreifen.
Hallo ihr lieben Mitschreiber, hallo martin.

Die Auffassung, dass die Existenz von Göttern und anderen höheren Wesen grundsätzlich unerkennbar sei, wird als starker Agnostizismus bezeichnet.

Während ein schwacher Agnostiker auf die Frage, ob es einen Gott gibt, mit „Ich weiß es nicht“ antworten würde, würde ein starker Agnostiker mit „Ich kann es nicht wissen” antworten. Ein sehr starker Agnostiker wie ich es bin, würde antworten, „Ich werde niemals an einen Gott oder an die Bibel glauben“

Ich bin daher kein Atheist?

O.k. dann bin ich eben eine Agnostiker aber ein sehr, sehr, sehr starker.

Aber da sich Gott nicht beweisen lässt, sind wir alle Agnostiker, denn wir können ja nicht wissen ob es einen Gott gibt und somit auch nicht beweisen.

Mit lieben Grüssen Sputnik
_________________
Gott sprach "Es werde Licht" doch Jesus fand den Schalter nicht...
Gott lässt sich nicht beweisen, aber Gott lässt sich erfahren.

Die Erfahrung kann direkt aber nur dem einzelnen dienen und nicht einem anderern.

Die Erfahrung dient indirekt dem andern da sie denjenigen der sie erfuhr weiter und offener macht.

Allerdungs kann ein Mensch auch durch bloße Ethik weiter und offener werden.
Hallo Sputnik,
sorry das ich erst jetzt antworte, ich war auf Reisen.
du schreibst:
Zitat:
Ich sehe wie schon geschrieben Gott nicht als eine Persönlichkeit an, sondern alles was ist, alles was existiert ist Gott. Somit unser gesamtes Weltall und auch jedes Atom ist Gott.


Das ist nicht falsch aus vedischer Sicht. Das Universum ist die Vishvarupa Gottes - Seine universale Form.
Aber Gott ist nicht lediglich Materie, Materie ist eine Energie Gottes.
Durch den Einfluss der Zeit zerfällt das Atom.
Ist also Zeit mächtiger als Gott (Materie)? (das würde jedoch bedeuten das die Bezeichnung "Gott" nicht richtig definiert ist, nicht richtig verstanden wird)
Die Frage ist; welches Bewusstsein gibt dem Atom seine Form und lässt es wieder zerfallen? ---> Schöpfung-Erhaltung-Vernichtung
Alles was existiert, basiert auf dem Gesetz von Ursache und Wirkung.
Gott per Definition ist die Ursache aller Ursachen und der Ursprung allen Ursprungs.
Gott ist somit auch der Ursprung und die Ursache von Zeit.

Shri Krishna erklärt:
"... unter den Bezwingern bin ich die Zeit ... " (BG 10.3)

Zitat:
Dass ich Gott nicht als eine Persönlichkeit ansehe und nicht an die Bibel glaube, macht mich ja erst zu einem Atheisten.


Der "Gott" der Bibel ist nicht der gleiche wie der Gott der Veden!

Die meisten Menschen haben eine falsche Vor-Stellung wenn sie von einer Persönlichkeit Gottes sprechen - sie versuchen Gottes Persönlichkeit aus ihrer bedingten, materiellen Sicht zu verstehen/herunter zu ziehen.

Gott ist jedoch vibuhu (Sanskrit; unbegrenzt, unerschöpflich)
und das Lebewesen ist anu, atomisch klein.

Die Ursache deines Körpers liegt bei deinen Eltern und deren Ursache wiederum bei deren Eltern usw. Niemand kann sagen das er keine Eltern hat - ausser Gott.
Wenn wir von GOTT sprechen, müssen wir uns zuerst über die Definition einig werden.

auch an dich liebe Grüsse
Hallo koRn,

Zitat:
okay... mal eine Frage, wieso glaubt ihr an Gott?
Gott ist allmächtig. Okay... Wieso lässt Euer "gott" dann bitte zu dass schreckliche Dinge geschehen?


Du fragst,
"Wieso gibt es so viel Leid in dieser Welt die doch von einem höchsten liebenden Wesen (Gott) kontrolliert wird?

Shri Krishna gibt in der Bhagavad-Gita folgende Antwort:

Körperliches Leid ist nicht das grösste Leid, es ist vielmehr die Unwissenheit.
Mit der Geburt wird ebenfalls der Tod geboren. (materielles Leben ist immer untrennbar mit der Erfahrung von Leid verbunden).
Die Geburt für sich, ist also nichts Glücksverheißendes.
(wir wollen es durch unsere "rosa Brille" nur so sehen, wir ignorieren den Tod)

Niemand in dieser Welt ist "unschuldig" nur weil er den Körper eines kleinen Kindes hat. Das Gesetz von Aktion und Reaktion bestimmt wo, wann und in welcher Form wir Geburt nehmen. So wie man in den Wald ruft, so schallts heraus ...

Solange das Lebewesen sich mit seinem zeitweiligen, materiellen Körper identifiziert, lebt es in Unwissenheit. Das ist die Ursache allen Leides.

Anstatt zu verstehen, das dieser Körper lediglich wie Kleider ist, die wir anziehen, eine zeitlang tragen und dann, wenn sie zerschlissen sind, wieder ablegen, streiten alle miteinander.
Ich bin Amerikaner, ich bin Iraker, ich bin Ire, ich bin Engländer, ich bin Jude, ich bin Moslem, ich bin weiss, ich bin schwarz ...
Aber ist das Leid des "schwarzen" Körpers verschieden vom Leid des "weißen" Körpers? Das Leid des Juden verschieden vom Leid des Moslems?
Alle haben das gleiche Problem ---> Geburt, Alter, Krankheit, Tod

Das sind die Probleme die der Mensch lösen sollte. Aber "der Mensch" ignoriert diese Probleme und vergeudet seine Zeit mit der Konstruktion komplizierter Spielzeuge, die er wichtig nennt - Flugzeuge, Autos, TVs, Handys, PCs
Dafür wird geschuftet wie ver-rückt ...

Ob wir nun einen Monat oder hundert Jahre leben, macht keinen Unterschied, solange wir nicht die vier Grundprobleme der materiellen Existenz gelöst haben. (Geburt,Alter;Krankheit,Tod)

Leid hat nichts mit Gott zu tun. Sondern mit Ignoranz. Wenn jeder glaubt er lebe nur einmal, da er sich mit seinem materiellen Körper identifiziert, lebt jeder nach der Philosophie, "nach mir die Sinnflut", was zwangsläufig zu elenden Zuständen auf Erden führen muss.

Die Antwort Shri Krishnas auf deine Frage lautet; die Abwesenheit von Gottesbewusstsein in der Welt führt zu Leid.

Friede und Glück kann nicht erreicht werden durch die Philosophie "ein Stück für dich ein Stück für mich" (lasst uns alle brav teilen). Die Demokratie kann zweifellos als gescheiterte Gesellschaftsform betrachtet werden. (nicht nur der Komunismus)
Der einzige Besitzer aller Dinge ist Gott, aber solange jeder um das "beste Stück" mit dem Nächsten streitet, weil jeder denkt "das ist mein", wird das Elend in dieser Welt kein Ende nehmen, ganz im Gegenteil.

Wir sollten damit beginnen alles als den Besitz Gottes zu betrachten ("spiritueller Komunismus") und nicht als unser/e Genussobjekt/e.

Gruss

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