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Schöpfung & Religon des alten Ägypten












(note: Kein Anspruch auf Vollständigkeit; die alt-ägyptische ist um vielfaches umfangreicher und ebenso Facettenreich als das jedes Detail hier aufgeführt werden könnte)


Schöpfungsmysterienspiel von Memphis
Im Anfang war das Wort
Hierophant:
Und es geschah, daß das Herz und die Zunge Macht erhielten über alle Glieder
Denn so wird uns gelehrt:
Daß Er war das Herz in jeglichen Wesens Brust, und
die Zunge in jeglichen Wesens Mund.
Von allen Göttlichen Wesen, von allen Menschen,
von allem Getier - von allem, was da kreucht und fleucht.
Sie alle haben Leben, weil Er sie denkt, und sein
Gebot schafft alles nach seinem Willen.

Es war eine Zeit, da alle die einzelnen Göttlichen Wesen noch ungeboren waren in seinem Munde.
Er aber sprach aus den Namen aller Dinge - und sie wurden.
Er schuf sie nach seinem Ebenbilde. Sie alle sind nur
die vielfachen Formen des Großen Ewigen Einen.
Er schuf das Sehen der Augen, das Hören der Ohren, Das Atmen der Nase,
Auf daß sie dem Herzen darbringen mögen die Früchte ihres Tuns.
Denn es ist das Herz, das jeden Gedanken gebiert.
Und es ist die Zunge, die jeden Gedanken verkündet,
Auf daß er Wirklichkeit werde.

So wurden geboren alle Göttlichen Wesen - das Aton
und die Heilige Neunheit der Hierarchien.
Denn jedes Wort der schaffenden Gottheit wurde Sein durch das,
Was das Herz dachte und was die Zunge gebot.
Und so sind erschaffen worden die Konstellationen am Himmel.
Und so wurden ihnen ihre Aufgaben zugewiesen durch sie,
Die alles Sein im Himmel und auf Erden nähren und erhalten.

(entnommen aus:
LIS JACOBI: Vom Werden der Welt und des Menschen./Schöpfungs- und Entstehungsmythen der Völker)

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Mythos vs. Religion
Mythen und Religionen beschäftigten sich vornehmlich in der Frühphase ihrer Entstehung mit der Schöpfung sowie dem Sein an sich, mit der Verbindung des Menschen zu seiner Umwelt sowie mit der sozialen Ordnung. Dieses prägte die altägyptische Gesellschaft. Die Gedankenwelt beschäftigte sich mit Themen wie Gut und Böse, Gefahren und Ängste sowie Wirklichkeit und Einbildung. Die von den Göttern gestiftete Ordnung wurde als Maat bezeichnet, das soviel wie Wahrheit, Gesetzmäßigkeit, Einklang und Gerechtigkeit bedeutet. Rituelle Bräuche dienten der Aufrechterhaltung der Maat.

Ursprünglich besass das Land auch nach seiner Vereinigung keine einheitliche Religion, jedes Gebiet oder jede Stadt verehrte ihre eigene Gottheit. Durch das dominieren bestimmter Regionen erreichte eine verehrte Gottheit grössere Verbreitung und konnte damit andere lokale Gottheiten verdrängen.
In späterer Zeit wurden auch reale Personen, die sich besonders verdient gemacht hatten, verehrt und vergöttlicht. Ihnen wurden spezielle Kultstätten gewidmet und wurden so zu lokale Schutzgottheiten. Nicht zuletzt besteht hier der Zusammenhang zur ägyptischen Schöpfung des Menschens in der der Mensch die Saat Gottes in sich trägt und der Sinn des Lebens darin besteht diese Saat zu nähren, wenn dabei gute Ergebnisse erzielt werden, der Lohn das ewige Leben sein wird, in dem sich der göttlichen Ursprung in ihm wieder vereinigt.

Da es für die Weltenschöpfung der Ägypter vielfache Erklärungen gibt, ist es schwer einem einzelnen Gott eine fest zugeschriebene Funktion zu erteilen. In vielen Fällen verschmelzen gar bestimmte Zuordnungen. Als Beispiel wären da die als Sonnengötter bezeichneten 'Ra (Re)' und 'Amun'.
Charakteristisch ist aber, dass sehr viele Götter die wichtigsten Aspekte der Schöpfung in sich vereinen.
Gott wird als ntr = neter/netert (ägypt.männl./weibl.) bezeichnet und kann allgemein 'göttlich' "oder" einen einzelnen 'Gott' meinen. Im Mittelpunkt ihres gesamten Verständnisses des Universums stand die Erkenntnis, dass der Mensch als Ebenbild Gottes erschaffen wurde und deshalb ein lebendiges Abbild der Schöpfung darstellt. Daher wurden die ägyptischen Symbole und Massstäbe auch gleichzeitig auf den Menschen - die Erde - das Sonnensystem und letztendlich das gesamte Universum bezogen. Dennoch existierte keine vorgeschriebene Form für einen/eine neter/netert, und die Ägypter glaubten, dass ein/eine neter/netert jede beliebige äussere Form annehmen könnte, da der Sinn der Darstellung eben nur darin bestand, Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken oder abstrakte Gedanken zu versinnbildlichen.

Die ägyptischen Schöpfungen ähneln den Erzählungen in den ersten Kapiteln der Genesis: Gott erschafft den Himmel und die Erde, teilt das Wasser, erschafft das Licht und schenkt den Tieren und dem Menschen das Leben.
Die ägyptische Kosmologie wurde in 4 getrennte, sich aber ergänzende Lehren aufgeteilt die als detaillierte Fassungen der verschiedenen Stadien, die in den ersten Kapiteln der Genesis beschrieben werden, betrachtet werden können.

einige kosmologische Texte der Ägypter:
Aus dem Tempel Esne
die Muttergöttin Neith
Gruß dir, Chnum-Re, Herr von Esne,
Ptah, der du die Urgötter zur Welt brachtest,
großer Gott, der du ganz zu Anfang entstandest,
herrlicher Widder vom Ersten Mal.
Er erhob den Himmel,
er erhob das Himmelsgewölbe und leuchtete dort unter der Gestalt des Schu;
dort ließ er die Seele der Götter wohnen;
er breitete die Erde aus auf ihrem Fundament

und beleuchtete die beiden Länder mit seinem Auge ...
Bildner der Bildner,
Vater der Väter, Mutter der Mütter,
der die Wesen von oben machte und die Wesen von unten erschuf,
der heilige Widder, der die Widder machte,
Chnum, der die Chnumgötter machte,
mit kraftvoller Hand, unermüdlich,
so daß es keine Arbeit gibt, die ohne ihn vollbracht wird.
Er machte die Städte, trennte die Landschaften,
schuf die beiden Länder,
befestigte die Berge.
Er hat die Menschen auf der Töpferscheibe gebildet,
er hat die Götter gezeugt, die Erde zu bevölkern
und den Kreis des Weltozeans.
Er kommt zur rechten Zeit, um allen Leben zu spenden,
die auf seiner Scheibe entstanden,
er machte das Kraut, um alle Tiere zu erhalten,
und den Lebensbaum für den Lebendigen...
Er hat den Himmel gemacht bis zum heutigen Tage,
der vollkommene Gott aus unvordenklichen Zeiten,
der von der Frühe an am Himmel einherfährt und das Land
mit seinen Wohltaten anfüllt.
Schicksal und Unterhalt der Kinder stehn ihm zu Diensten;
Wasser und Wind stehn ihm zu Diensten,
und was aus seinem Munde hervorgeht, leidet keinen Verzug.
Er ist der Urheber von allem,
denn es ist kein Werk, bei dem er fehlte.
Du bist der Meister der Töpferscheibe, dem es gefällt,
auf der Scheibe zu bilden,
der wohltätige Gott, der das Land belebt,
der die Keime der Erde in Berührung bringt...
Du bist der Allmächtige... und du hast die Menschen auf der Scheibe gebildet,
du hast erschaffen,


Osiris, der höchste Gott
Kleinvieh und Großvieh hast du gestaltet,
alles hast du auf deiner Scheibe gebildet, täglich,
in deinem Namen Chnum, der Töpfer.
Du bist der Herr von Esne, der Gott der Töpferscheibe,
der die Götter formte,
der die Menschen bildete und auch die Tiere ...
Der vielgeliebte Widder, der schuf, was ist und noch nicht ist,
der die Götter zur Welt brachte, die Göttinnen zeugte ...
Du bist der ehrwürdige Gott, dessen Gestalt man nicht kennt;
du kamst aus dem Nun, erschienst mit der Flamme;
der Nil fließt aus den beiden Höhlen unter seinen Füßen hervor,
ihm entströmt der sanfte Hauch des Nordwinds
für die Nasen der Götter und Menschen...
Du bist Tenen, erhabener als die Götter;
seine Tat hat das Land belebt:
die Scheibe ist vor ihm,
seine beiden Arme sind gerade beim Gestalten,
seine Finger lösen die Glieder...
Du bist es, der den Himmel erhebt,
Heh, der Nut erhöht,
Schu, des Atum ältester Sohn.
Er ist der einzige, der alles, was ist, zur Welt brachte,
der Schu erschuf mit seinen beiden Augen,
die beiden Länder zu erleuchten...

(Grundlagen = Egyptian Cosmology ISBN: 0-9652509-3-8 )

Was in der christlichen Religion als Bibel niedergeschrieben ist, findet sich auch in alt ägyptischen Schriften wieder. Diese haben aber keine einheitliche Darstellung, was damit zusammen hängt das jede Ansicht und jede Meinung als ein weiterer Schlüssel zur Wahrheit betrachtet wurde. Ein Bekenntnis, wie wir es also in der Bibel finden, existiert hier nicht. Einzigst der Glaube an den Sinn eine bestimmte Rolle in der Schöpfung zu spielen galt als annehmbares Bekenntnis und dies findet sich in allen bisher bekannten Schriften der Ägypter wieder. Jede dieser Schriften betont Aspekte zum Leben, Tod und den Glauben an eine Wiedergeburt.
Wir kennen diese Schriften unter Namen wie 'Buch der Höhlen', 'Buch der Tore' oder als 'ägyptisches Buch vom Tod' - wobei hier ein Übersetzungsfehler vorliegt, denn es handelt sich ursprünglich um den tragenden Titel 'Buch vom weiterkommen bei Tages'.


Jenseitsglaube
Da das Kapitel um den Glauben an das Jenseits, seitens der Ägypter, so vielfältig ist, gestatte ich mir an dieser Stelle lediglich einige Auszüge aus dem oben benannten Buch.


Kapitel LXVI
Vom Hinaustreten der Seele in das volle Tageslicht

Das geheime Wissen, ich hab es erlangt!
Ich weiß, dass Sekhmet-Göttin im Schoß mich getragen;
Die Neith-Göttin mich ins Leben gerufen,
Dass ich zugleich die Uadschit-Göttin mit Schlangenkopf bin,
Ausstrahlung auch des göttlichen Auges des Horus;
Seht, wie ich schwebe, den Vögeln des Himmels gleich!
Jetzt steige ich nieder zur Stirn von Ra
Und segle im Frieden auf dem himmlischen Meer
Sitzend im Sonnenboot…

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Spruch XXV
Ich habe meinen Namen in das oberägyptische Heiligtum gesetzt,ich erinnere mich meines Namens im unterägyptischen Heiligtum in jener Nacht, in der die Jahre gezählt und die Monate berechnet werden.

Möge ich nie unter die Messer kommen, die grausames Leiden verursachen. Denn ich kenne ihre Namen undich kenne das Wesen "Matchet", das sich unter ihnen im Hause des Osiris befindet. Erläßt Strahlen aus seinen Augen schießen, und ist selbst unsichtbar.

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Neues Reich
Dein Sein ist die Zeitfülle,
Dein Abbild ist die Dauer,
dein Ka ist alles Geschehende.

Dir ist dein Herz von der Mutter her gegeben
und dein Herz deines Leibes.
Dein Ba gehört zum Himmel,
dein Körper unter die Erde.

"Mögest du geben, dass mein Gesicht geöffnet sei
auf dem Wege der Finsternis,
dass ich mich vereinigte mit deinem Gefolge in
der Dat.
Mögest du meinen Ba zu einem Ach machen,
so dass ich göttlich bin und dich anbeten kann
inmitten der Götter
bei deinem Erscheinen in der Tagesbarke."

---

Was Neheh betrifft – das ist der Tag.
Was Djet betrifft – das ist die Nacht.

Du vereinst dich mit Neheh,
wenn er aufgeht am Morgen,
mit Djet,
wenn er untergeht in der Nacht.

---

Rechtfertigung vor dem Totengericht
Gruß dir, du größter Gott, Herr der Vollständigen Wahrheit!
Ich bin zu dir gekommen, mein Herr, ich bin geholt worden, um deine Vollkommenheit zu schauen.

Ich kenne dich und ich kenne deinen Namen, ich kenne die Namen dieser 42 Götter, die mit dir sind in dieser Halle der Vollständigen Wahrheit, die von denen leben, die zum Bösen gehören, und sich von ihrem Blut nähren, an jenem Tag, an dem Rechenschaft abgelegt wird vor Wennefer.

"Der, dessen beide Augen seine Töchter sind, Herr der Vollständigen Wahrheit" ist dein Name. Ich bin zu dir gekommen, ich habe Dir das Recht gebracht und habe dir das Unrecht vertrieben.

Ich habe kein Unrecht gegen Menschen begangen, und ich habe keine Tiere misshandelt. Ich habe nichts "Krummes" an Stelle von Recht getan. Ich kenne nicht, was es nicht gibt und ich habe nichts Böses erblickt.

Ich habe nicht am Beginn jedes Tages die vorgeschriebenen Arbeitsleistung erhöht, mein Name gelangte nicht vor den "Leiter der Barke". Ich habe keinen Gott beleidigt. Ich habe kein Waisenkind an seinem Eigentum geschädigt. Ich habe nicht getan, was die Götter verabscheuen. Ich habe keinen Diener bei seinem Vorgesetzten verleumdet.

Ich habe nicht Schmerz zugefügt und hungern lassen, ich habe keine Tränen verursacht. Ich habe nicht getötet und ich habe nicht zu töten befohlen, niemandem habe ich ein Leid zugefügt.

Ich habe die Opferspeisen in den Tempeln nicht vermindert und die Götterbrote nicht angetastet, ich habe die Opferkuchen der Verklärten nicht fortgenommen. Ich habe nicht geschlechtlich verkehrt und keine Unzucht getrieben an der reinen Stätte meines Stadtgottes.

Ich habe am Hohlmaß nichts hinzugefügt und nichts vermindert, ich habe das Flächenmaß nicht geschmälert und am Ackerland nichts verändert. Ich habe zu den Gewichten der Handwaage nichts hinzugefügt und das Lot der Standwaage nicht verschoben.

Ich habe die Milch nicht vom Mund des Säuglings fortgenommen, ich habe das Vieh nicht von seiner Weide verdrängt. ich habe keine Vögel aus dem Sumpfdickicht der Götter gefangen und keine Fische aus ihren Lagunen. Ich habe das wasser nicht zurückgehalten, ich habe dem fließenden Wasser keinen Damm entgegengestellt, und ich habe das Feuer nicht ausgelöscht, wenn es brennen sollte.

Ich habe keine Fleischopfer versäumt an den Tagen des Festes, ich habe nicht die Viehherden des Tempelbesitzes zurückgehalten, ich bin nicht dem Gottesbild bei seiner Prozession in den Weg getreten.

Ich bin rein, ich bin rein, ich bin rein, ich bin rein!
Meine Reinheit ist die Reinheit jenes großen Benu-Vogels, der in Herakleopolis ist, denn ich bin ja jene Nase des Herrn des Lebensatems, der alle Leute am Leben erhält, an jenem Tage, an dem das heilige Auge in Heliopolis gefüllt wird, am letzten Tag des zweiten Monats der Peret-Jahreszeit vor dem Herrn dieses Landes. Ich bin es, der das Füllen des heiligen Auges in Heliopolis gesehen hat. Nichts Böses kann mir zustoßen in diesem Land, in dieser Halle der Vollständigen Wahrheit, denn ich kenne die Namen dieser Götter, die in ihr sind.

---

Anrufung der 42 Totenrichter
o Weitausschreitender, der aus Heliopolis hervorgeht; ich habe kein Uunrecht getan
o du, der die Flamme umarmt, der aus Alt-Kairo hervorgeht; ich habe nichts gestohlen
o du mit dem Schnabel,
der aus Hermopolis hervorgeht; ich war nicht habgierig
o Schattenverschlinger, der aus der Grube hervorgeht; ich habe mir nichts angeeignet
o Schreckgesicht, der aus Rasetjau hervorgeht; ich habe keinen Menschen umgebracht
o Löwenpaar, das aus dem Himmel hervorgeht; ich habe das Hohlmaß nicht verletzt
o du, dessen Augen Messer sind, der aus Letopolis hervorgeht;
ich habe nichts "Krummes" getan
o Brennender, der umgedreht hervorgeht;
ich habe mir keinen Tempelbesitz angeeignet
o Knochenzerbrecher, der aus Herakleopolis hervorgeht: ich habe keine Lüge gesagt
o Flammenreicher, der aus Memphis hervorgeht; ich habe keine Nahrung gestohlen
o Grubenbewohner, der aus dem Westen hervorgeht; ich habe kein Geschrei gemacht
o Weißzahn, der aus dem Fajum hervorgeht;
ich bin nicht aggressiv gewesen
o Blutfresser, der aus der Schlachtstätte hervorgeht; ich habe kein Gottesvieh getötet
o Eingeweidefresser, der aus dem Dreißiger-Gerichtshof hervorgeht;
ich haben keinen Kornwucher? begangen
o Herr der Wahrheit, der aus dem Ort der Vollständigen Wahrheit hervorgeht; ich habe die zugeteilten nicht veruntreut
o Abgewendeter, der aus Bubastis hervorgeht; ich habe nicht unüberlegt geredet
o Glänzender, der aus Heliopolis hervorgeht; ich habe nicht unüberlegt geredet
o Üble Schlange, die aus Busiris hervorgeht; ich habe nur um meinen Besitz gestritten
o Wamemti-Schlange, die aus der Schlachtstätte hervorgeht; ich habe nicht die Frau eines Mannes beschlafen
o du, der schaut, was er gebracht hat, der aus dem Tempel des Min hervorgeht; ich habe keine Unzucht getrieben
o Höchster der Ältesten, der aus Imau hervorgeht; ich habe keinen Schrecken erregt
o Umstürzender, der aus Xois hervorgeht; ich habe keinen Schaden gestiftet
o du mit gewaltiger Stimme, der aus dem Heiligtum hervorgeht;
ich bin nicht hitzig gewesen
o Kind, das aus dem Heka-Anedj-Gau hervorgeht,
ich bin nicht taub gegen gerechte Rede gewesen
o du mit verkündender Stimme, der aus Wensi hervorgeht;
ich habe keinen Streit entfacht
o Basti, der aus der Schetit hervorgeht; ich habe nicht zugeblinzelt
o Hintersichschauer, der aus der verschlossenen Grube hervorgeht;
ich habe nicht gleichgeschlechtlich verkehrt
o Heißfuß, der aus der Dämmerung hervorgeht; ich bin nicht nachlässig gewesen
o Verhüllter, der aus der Verhüllung hervorgeht; ich habe mich nicht gestritten
o du, der sein Opfer holt, der aus Sais hervorgeht; ich bin nicht gewalttätig gewesen
o Vielgesichtiger, der aus Nedjefet hervorgeht; ich bin nicht jähzornig gewesen
o Ankläger, der aus Utjenet hervorgeht; ich habe nicht meine
Natur überschritten und einen Gott angegriffen
o Herr des Doppelhornes, der aus Siut hervorgeht;
ich habe nicht viel Gerede gemacht, wegen einer Sache
o Nefertem, der aus Memphis hervorgeht; ein Vergehen
von mir gibt es nicht, ich habe nichts Schlechtes getan
o du, der nichts übrig lässt, der aus Busiris hervorgeht;
ich habe den König nicht beleidigt
o du, der nach seinem Willen tut, der aus Antaiopolis hervorgeht,
ich habe mich nicht auf Wasser gestützt
o Ihi, der aus dem urozean hervorgeht; ich habe nicht meine Stimme erhoben
o du, der den Leuten befiehlt, der aus seinem Schrein hervorgeht;
ich habe keinen Gott beleidigt
o Neheb-Nefret, der aus seinem Tempel hervorgeht; ich habe mich nicht aufgeblasen
o Neheb-Kau, der aus seiner Grube hervorgeht;
ich habe mich nicht über meinen Stand erhoben
o hochgereckte Schlange, die aus ihrer Kapelle hervorgeht; meine Ansprüche gingen nicht über das hinaus, was ich besaß
o du, dessen Arm herbeiholt, der aus dem Totenreich hervorgeht; ich habe meinem Stadtgott keine Schande bereitet

---

(Quellen: Die Unterweltsbücher dr Ägypter (ISBN: 3491690463); Das Totenbuch der Ägypter (ISBN: 3491691230); Die Weisheitsbücher der Ägypter (ISBN: 3760812023); Religionen in der Umwelt des Alten Testaments, Bd.3, Die Religionen der Alten Ägypter (ISBN: 3170144480); Maat Magic: A Guide to Self-Initiation (ISBN: 0877288275); Altägyptische Dichtung (ISBN: 3150093813) & Altägyptische Märchen (ISBN: 3424010111) )
Das Land, die Menschen und ihre Riten

sehr ausführlich und uns in heutiger Zeit leider etwas befremdlich schildert der Grieche Herodot seine Erkenntnisse, über Ägypten und dessen Leute, die er auf Reisen ermitteln konnte.

Ein Auszug aus seinen Historien:
38. Die Stiere sind dem Epaphos heilig. Deshalb nimmt man mit den Opferstieren eine Untersuchung vor, und wenn man nur ein einziges schwarzes Haar an ihnen findet, werden sie nicht als rein befunden. Dies untersucht ein eigens dazu bestimmter Priester, und das Tier steht dabei aufrecht und wird auch auf den Rücken gelegt. Auch die Zunge zieht man heraus, ob sie von gewissen Zeichen rein ist, die ich an anderem Orte beschreiben werde. Er beschaut auch die Haare des Schweifes, ob sie natürlich gewachsen und geformt sind. Wird das Tier in allen Stücken rein befunden, so windet ihm der Priester Byblos um die Hörner, drückt seinen Siegelring in die darauf gestrichene Siegelerde, und dann führt man den Stier hinweg. Auf die Opferung eines nicht gezeichneten Stieres teht Todesstrafe.

39. Ist das Tier auf die genannte Weise untersucht, so geht die Opferung in folgender Weise vor sich. Das gezeichnete Tier wird zu dem Opferaltar geführt und ein Feuer angezündet. Dann begießen sie über dem Altar das Opfertier mit Wein, und nach Anrufung des Gottes schlachten sie es und schneiden der Leiche den Kopf ab. Sie wird abgehäutet, aber ohne den Kopf; der Kopf wird mit einem schweren Fluch beladen und, falls sich ein Markt in dem Ort befindet und hellenische Kaufleute sich bei ihnen aufhalten, auf den Markt gebracht und verkauft. Sind keine Hellenen am Orte, so wirft man ihn in den Nil. Der Fluch, der über den Kopf gesprochen wird, lautet: wenn ihnen, den Opfernden, oder dem ganzen ägyptischen Lande ein Unheil drohe, so möge es auf dies Hatipt fallen. Dieser Gebrauch mit dem Kopf der Opfertiere und der Weinausgießung ist allen Ägyptern gemeinsam und wird bei jedem Opfer beobachtet. Daher rührt es, daß kein Ägypter von dem Kopfe irgendeines Tieres ißt.

40. Die Art, wie man beim Ausweiden Lind Verbrennen der Opfertiere verfährt, wechselt je nach den Opfern. Die größte Göttin der Ägypter, der auch das größte Fest gefeiert wird, ist namlich die lsis. Bei dem Isisopfer wird nach Abhäutung des Stieres gebetet, der ganze Magen herausgenommen, Eingeweide und Fett aber daringelassen. Schenkel, Steißbein, Schultern und Hals schneiden sie ab. Nun wird der übriggebliebene Rumpf mit gereinigtem Brot, Honig, getrockneten Weinbeeren, Feigen, Weihrauch und dem übrigen Räucherwerk gefüllt, dann angezündet und eine große Menge Öl ins Feuer gegossen. Vor diesem Opfer fasten sie; während das Feuer brennt, schlagen sich alle Anwesenden selber, und wenn des Schlagens tind Wehklagens genug ist, bereiten sie aus den ztirückgelassenen Teilen des Opfertieres ein Mahl.


Dies und noch einiges mehr kann auszugsweise hier nachgelesen werden:
www.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Auditorium/LaVoSprA/SO4/Her_Aeg.htm
www.mein-altaegypten.de/internet/Alt_Aegypten_2/herodotframe.htm
www.meritneith.de/herodot.htm
Dem alten Testament nach brachten die Juden nach Moses ebenfalls Tieropfer dar...und die Ägypter...und die Kreten...und die Griechen...und und und.... Hat sich da etwas erhalten, was von einer ursprünglichen, auf nahezu alle damaligen Kulturkreise einwirkenden Ur-Religion übrig geblieben ist....?
Lieber Thomas,
meinst Du ob hinsichtlich der Opferung etwas erhalten geblieben ist oder allgemein gesehen die Tatsache zb. das auch damals schon allen Göttlichkeiten nur 'ein einziger übergeordneter Gott' zugesprochen war?

Wenn man die damaligen Glaubensrichtungen vergleicht sieht man auch da, das verschiedene Ursachen in verschiedenen Ländern auch verschiedenen Namen (der Götter) zugeordnet waren die allerdings gleiche Wirkung hatten.
Gott/Göttin des Krieges:

Sumerer: Inanna

Bab/Ass: Ischtar

Akk: Nergal

Griechen: Athena, Ma oder Ares

Ägypt.: Sachmet, Month

Also alle für ein und dieselbe Kategorie bloss anders benannt...
lässt Paralellen zu heute zu: Jeder betet einen anderen Namen an - und meint doch dasselbe.. Nur: soweit mir bekannt ist, waren die alten Kulturen toleranter - die Griechen und Römer hatten nix dagegen, das jeder seinem Gott huldigt und ahen vielfach die Ähnlichkeiten zwischen den Religionen. Man könnte nun sagen : "Wir sind genauso - in Berlin gibt`s auch Tempel, Moscheen und Kirchen..." Aber bei uns schreien die Prediger vielfach nach Mord und Totschlag für "die Anderen" - siehe Niederlande, mit den angezündeten Moscheen und Kindergärten...
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