Schöpfungsmythos der Mayas


Das Buch des Pates Popol Vuh (Quiche)
Das ist die Kunde

Da war das ruhende All.
Kein Hauch.
Kein Laut.
Reglos und schweigend die Welt.
Und des Himmels Raum war leer.

Dies ist die erste Kunde, das erste Wort.
Noch war kein Mensch da, kein Tier.
Vögel, Fische, Schalentiere, Bäume, Steine, Höhlen, Schluchten gab es nicht.
Kein Gras.
Kein Wald.
Nur der Himmel war da.

Noch war der Erde Antlitz nicht enthüllt.
Nur das sanfte Meer war da und des Himmels weiter Raum.
...
(Quelle (hier weiterlesen): http://www.rafa.at/51e.htm )

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Die Mythologie der Maya

Die Götterwelt ist äußerst umfangreich und komplex. Darstellungen der Götter findet man auf Flachreliefs, Gefäßen und in den Codices. Für alle präkolumbischen Völker war jedes Ding und jedes Element im Kosmos beseelt und Ausdruck des Übernatürlichen...

Nach dem Glauben der Maya bestand das Universum aus drei Ebenen:

einer neunschichtigen Unterwelt (Xibalbá),
einer von den Menschen bewohnten mittleren Welt und
einer himmlischen Welt, die von vier Himmelsträgern (Bacab genannt) getragen wurde.
Diese drei Ebenen wurden durch den Weltenbaum (Wacah Chan) miteinander verbunden. Er symbolisierte den Verbindungsweg zwischen der natürlichen und der übernatürlichen Welt.

Im Popol Vuh, dem heiligen Buch der Quiché-Maya, ist ein detaillierter Bericht über die Unterwelt Xibalbá zu finden. Es wird von zwei jungen Männern, 1 Hunahpú und 7 Hunahpú, erzählt, die gegen die Herren der Unterwelt eine Reihe von Prüfungen zu bestehen haben...

Das Popol Vuh ist eine Kopie eines nicht mehr erhaltenen Textes aus dem 16. Jahrhundert von einem spanischen Paters namens Francisco Ximinéz. Er schrieb in lateinischer Schrift links den Quiché-Text und rechts die spanische Übersetzung. Dieses Buch erzählt die Kosmologie, die Mythologie, die Überlieferungen und die Geschichte der Quiché-Maya.

Opferriten hatten bei allen präkolumbischen Völkern eine große Bedeutung. Jede Zeremonie, ob Kalenderfeiern, Krönungen oder Einweihungen wichtiger Bauwerke, wurde von Opfern begleitet. Bei den Mayas gab es zusätzlich noch "Selbstopfer", bei denen die Beteiligten sich selbst blutige Wunden zufügten, bspw. indem dornenbesetzte Stricke durch die Zunge gezogen wurde...

Die Zeitmessung war für die Maya ein ebenso faszinierendes wie wichtiges Problem und die Kalenderwissenschaft der Maya war unglaublich entwickelt. In der Tat führten sie 2 Kalender gleichzeitig, einen mit 20 Symbolen versehenen rituellen "Tzolkin-Kalenderrad" mit 260 Tagen...

Am erstaunlichsten sind die von den Maya angestellten Berechnungen über die Bewegung der Venus. Die Maya berechneten die Venusperiode auf 584 Tage, eine Angabe, die nur den Bruchteil eines Tages von den heutigen Berechnungen abweicht...

(Zusammenschnitt aus folgenden Quellen u. zum weiterlesen: www.indianer-welt.de & http://www.mexiko-lindo.de )
(weiterführende Links: http://www.kalendersysteme.de/deuts.....chnungen/kalender_04.html http://www.mathezentrale.de/maya/maya1.htm )