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Das Zeitalter der Aufklaerung












Hallo, Salam und Schalom,

Wir alle sind Bestandteil unserer Geschichte und unser Leben ist Resultat dessen, was vor rund 300 - 400 Jahren an gesitiger Revolution in Europa einsetzte.
Ohne diese Revolution, Aufklaerung genannt, wuerde die Menschen der westliche Welt wohl immer noch von Monarchen regiert, dem Aberglauben froehnent ueberwiegend Karoffeln und Rueben anbauen, Kuehe und Schafe hueten und fierend hoffen, das der Winter nicht zu hart wird, weil das Winterholz vom Landlord pro Familie begrenzt wurde.

Es gaebe keinen PC, keinen Strom, keine Wasserversorgung.
Keine Autos, keine Notfallambulanz, keine Narkose.
Keine Schiffe, keine Flugzeuge nicht einmal Fahrraeder und erst recht keine Raumfahrt.
Die meisten von uns koennten weder lesen noch schreiben, haetten nie eine Schule besucht.

Die folgenden Merkmale sind Typisch fuer das Zeitalters der Aufklaerung, deren Durchsetzung uns unser angenehmes Leben ermoeglichte:
Zitat:
- Denkbewegungen auf allen Gebieten
- Kritisches Fragen, Denken und Zweifeln werden zur Tugend
- Toleranz der Religionen gefordert
- Diesseitsorientierung der Menschen (nicht mehr Konzentration auf Leben nach dem Tod)
- Bürger erlangen Selbstbewusstsein durch ökonomische Veränderungen
- Lesegesellschaften, da die meisten Bürger nicht lesen konnten und somit „die Aufklärung des bürgerlichen Lesers“ behindert wurde
- Wachsende Wichtigkeit der Erkenntnis aus der Sinneswahrnehmung (Empirismus)
- Wachsende Relevanz der im Verstand gegründeten Denkfähigkeit (Rationalismus, logisches und eigenständiges Denken)
- Glaube an die Erziehbarkeit des Menschen
- Weisheit und Intellekt werden zu Tugenden
- Tugend und ihre Förderung werden zum Hauptziel der Epoche
- Das „Gute“ und das „Vernünftige“ werden gleichgesetzt
- Natur statt offenbarter Religion als Referenz
- Menschlicher Verstand als Instrument der Wahrnehmung
- Freiheit statt Absolutismus; Gleichheit statt Ständeordnung; Erfahrung, wissenschaftliche Erkenntnis statt Vorurteil und Aberglauben, Toleranz statt Dogmatismus


Wer Teile oder sogar alle diese Punkte ignoriert, widerspricht damit seiner eigenen Existenz.
Machen wir uns doch nichts vor.
Kaum einer von uns koennte in einer Zeit ueberleben, die vor der Aufklaerung lag.
Viele von uns waeren laengst an Hunger, Krankheiten oder Unterkuehlung gestorben. Wir haetten, relativ zur heutigen Zeit, unertraegliches Leid auszustehen, und aehnlich wie in vielen Teilen Afrikas, waeren Kinder immer noch unsere einzige Altersversorgung.

Das alles werfen wir gedanklich weg:
- Wenn behauptet wird kritisches Fragen, Denken und Zweifeln tun nur Unruhestifter
- Wenn hunderttausende von Menschen auf Grund hierer Religion hingerichtet, gefoltert und verfolgt werden.
- Wenn sich Menschen mehr auf ihr Jenseits konzentrieren sollen
- Wenn wir gegen Globalisierung ist.
- Wenn wir meinen, die heiligen Buecher muessten, um sie zu verstehen, in der Originalsprache gelesen werden.
- Wenn wir die Wichtigkeit der Erkenntnis aus der Sinneswahrnehmung (Empirismus) anzweifeln.
- Wenn wir meinen, das hwerz und die Seele gegründeten die Denkfähigkeit (Absage an Rationalismus, logisches und eigenständiges Denken)
- Wenn wir an die Vorherbestimmtheit durch Gott glauben.
- Wenn wir autoritaetshoerig sind.
- Wenn das „Gute“ nicht gleich dem „Vernünftigen“ ist.
- Wenn wir Offenbarter Religion statt Natur als Referenz anerkennen
- Wenn wir Subjektive Emotionen und Gefuehle als Instrument der Wahrnehmung erkennen.
- Wenn wir Dogmen folgen


Bekannte Vertreter der Aufklärung
Zitat:
Cesare Beccaria (Italien)
Nicolas de Condorcet (Frankreich)
August Friedrich Wilhelm Crome (Deutschland)
Denis Diderot (Frankreich)
Claude Adrien Helvétius (Frankreich)
aJohann Gottfried Herder (Deutschland)
Paul Heinrich Dietrich von Holbach (Deutschland)
David Hume (Schottland)
Maria-Theresia (Österreich)
Friedrich II. (Preußen)
Joseph II. (Österreich)
Friedrich Heinrich Jacobi (Deutschland)
Theodor Gottlieb von Hippel (Preußen)
Immanuel Kant (Deutschland)
Ignacy Krasicki (Polen)
Julien Offray de La Mettrie (Frankreich)
Gotthold Ephraim Lessing (Deutschland)
John Locke (England)
Moses Mendelssohn (Deutschland)
Montesquieu (Frankreich)
Thomas Paine (England)
Stanislaw August Poniatowski (Polen)
Carl Leonhard Reinhold (Österreich)
Jean-Jacques Rousseau (Frankreich / Schweiz)
Christian Thomasius (Deutschland)
Pietro Verri (Italien) (ital. Wikipedia)
Voltaire (Frankreich)
Christian Jacob Wagenseil (Deutschland)
Christian Felix Weiße (Deutschland)
Christoph Martin Wieland (Deutschland)
Christian Wolff (Deutschland)
Friedrich Nicolai (Deutschland)
Christian Garve (Deutschland)


Zitate
Zitat:
Immanuel Kant:
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Gotthold Ephraim Lessing: „An die Stelle der Religion muss die Überzeugung treten.“
Alles http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitalter_der_Aufkl%C3%A4rung


LG
Martin
Hallo Martin,

ich kann da nur zustimmen! Aufklärung versus Dummheit, denn das Gegenteil von Aufklärung ist die selbst gewählte Dummheit! Wer aber freiwillig Dumm ist, der verweigert sich des göttlichen Auftrags!

Zitat:
ueberwiegend Karoffeln und Rueben anbauen
Zum Kartoffelanbau hat übrigens der alte Fritz die Bauern zwingen müssen. Die aus Südamerika stammende Wurzel, wurde nämlich anfangs hier abgelehnt!

Gruß Heiko
Hallo Martin

Das Zeitalter der Aufklärung geht sicher mit der Erfindung des Buchdruckes in den Jahren 1452/55 einher. Erst dadurch wurde Wissen verbreitet und für jedermann zugänglich.
Die Autoritäten in Europa guckten plötzlich ganz dumm aus der Wäsche, da ihre (einzige) Meinung einfach umgangen wurde.
Buchdruck, Renaissance u. Reformation griffen ineinander.
Die davon ausgelöste zivilisatorische Beschleunigung ist ohne Beispiel u. da mich in dieser Hinsicht der Islam besonders interessiert:

In der islamischen Zivilisation war das etwas anders.
Denn erst dreihundert Jahre nach der Erfindung des Buchdruckes wurde die Druckerpresse im Bereich des Islam großteils eingeführt.
Islamische Rechtsgelehrte verhinderten in der Zeit des 15. Jahrhunderts die Einführung der Druckerpresse u. von diesem Zeitpunkt an treten die Entwicklungen von Westen u. Orient massiv auseinander.

Ibn Hanbal (780-855) vertrat die Haltung, nur Koran u. Hadith seien der Verschriftlichung wert. Alles andere trage zur Verwirrung d. Gläubigen bei.
Die sich daraus ergebenden Konsequenzen sind bis jetzt spürbar.

Ist in der islamischen Tradition nicht eine auffällige Scheu od. z.T. sogar eine Aversion gegen die Verschriftlichung (qahr al-kitab) zu erkennen?

Der Begründer d. neueren Islamwissenschaft, Ignaz Goldziher, sprach von einem regelrechten „Widerwillen“ gegen das Schreiben.
Diese Distanz zum Schriftlichen führt zu einem Generalverdacht gegen das Schreiben: Es könnte sich daraus ein zweites Buch ergeben.

Im Islam wird ja immer noch eine große Tradition d. Mündlichkeit, des Rezitierens u. Memorierens, hochgehalten. Denn dadurch wurde
die Einführung des Buchdrucks im Islam regelrecht (gewollt?) verschlafen u. deren Defizite sind bis heute sichtbar u. ist einer der Gründe warum eine Aufklärung nie stattgefunden hat.

Obwohl mancherorts behauptet Aufgeklärt zu sein, wie ich festgestellt habe (in einigen orthodoxen Muslimischen Foren). Eine gegenteilige Ansicht wird kompromittiert von sich gewiesen. So meine Erfahrung.
Auch wäre interessant zu wissen ob das Wort „Aufklärung“ in der hoch arabischen Sprache vorkommt, wie es in Europa verinnerlicht ist u. ob dies überhaupt als Ziel od. Weg angesehen wird. Wahrscheinlich wird´s dem Teufel zugeschrieben - eh klar od. nem Tschin.
Meiner Meinung nach, wird von Autoritäten her dagegen gearbeitet u. der Gläubige klatscht auch noch Huldigung. Stichwort Unmündigkeit. Woher soll er´s den auch wissen. Er ließt ja nichts anderes. Ist wie eine sakral verordnete Buch Zensur deren kleinste Abweichung Minuspunkte produziert. Mit einem schlechten Gewissen lässt sich nun mal gut arbeiten.
Wie bei uns, vor etwa einem halben Jahrtausend. Die Parallelen sind evident.

Das ist auch der Grund warum das Zitat von Immanuel Kant zwar gelesen jedoch so wenig verstanden wird, von den orthodoxen. Da wird sich so schnell, ausser Beunruhigung, nix ändern - wie wir sehen werden.

LG
Hallo Parazone,

Zitat:
Das Zeitalter der Aufklärung geht sicher mit der Erfindung des Buchdruckes in den Jahren 1452/55 einher. ...Islamische Rechtsgelehrte verhinderten in der Zeit des 15. Jahrhunderts die Einführung der Druckerpresse u. von diesem Zeitpunkt an treten die Entwicklungen von Westen u. Orient massiv auseinander.

Rchtig!
Dieses war der Anfang vom Ende der technologischen und philosophischen Weiterentwicklung des Islams.

Zitat:
Ibn Hanbal (780-855) vertrat die Haltung, nur Koran u. Hadith seien der Verschriftlichung wert. Alles andere trage zur Verwirrung d. Gläubigen bei. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen sind bis jetzt spürbar.

Allerdings! Hier liegen die eigentlichen Gruende fuer die massive Bildungsmisere in Laendern mit ueberwiegend muslimischer Bevoelkerung.

Zitat:
Ist in der islamischen Tradition nicht eine auffällige Scheu od. z.T. sogar eine Aversion gegen die Verschriftlichung (qahr al-kitab) zu erkennen?

Sie ist bis heute zu erkennen.
Auch wenn es sich die Menschen in Mitteleuropa kaum vorstellen koennen, aber der Begriff "lesen" hat BIS HEUTE in Laendern mit ueberwiegend muslimischer Bevoelkerung nicht notwendig die Bedeutung des Verstehens des Gelesenen, sondern lediglich des Ablesens von Buchstaben. So meint "Koran in arabisch lesen" lediglich das richtige Aussprechen der Worte, mit Nichten jedoch das richtige Erfassen der Inhalte.

[QUOTE]Der Begründer d. neueren Islamwissenschaft, Ignaz Goldziher, sprach von einem regelrechten „Widerwillen“ gegen das Schreiben.
Diese Distanz zum Schriftlichen führt zu einem Generalverdacht gegen das Schreiben: Es könnte sich daraus ein zweites Buch ergeben.
Das zeigt sich auch im Internet. Die quantitative Anzahl von muslimischen Seiten entspricht nicht der prozentualen Zahl der Glaeubigen.

Zitat:
Im Islam wird ja immer noch eine große Tradition d. Mündlichkeit, des Rezitierens u. Memorierens, hochgehalten. Denn dadurch wurde die Einführung des Buchdrucks im Islam regelrecht (gewollt?) verschlafen u. deren Defizite sind bis heute sichtbar u. ist einer der Gründe warum eine Aufklärung nie stattgefunden hat.

Und damit die Gedankenwelt der orthodoxen Muslime immernoch durchtraenkt ist von Aberglaube und Unwissenheit.

Zitat:
Mit einem schlechten Gewissen lässt sich nun mal gut arbeiten. Wie bei uns, vor etwa einem halben Jahrtausend. Die Parallelen sind evident.

Der Unterschied liegt vieleicht zum Einen in der bewussten geistigen Ablehnung dessen was die Aufklaerung ausmacht und in ihrer Folge produziert. Zum Anderen in der gleichzeitigen, ganz opportunistischen, Nutzung der Resultat der Aufklaerung.

Zitat:
Das ist auch der Grund warum das Zitat von Immanuel Kant zwar gelesen jedoch so wenig verstanden wird, von den orthodoxen. Da wird sich so schnell, ausser Beunruhigung, nix ändern - wie wir sehen werden.

Yep!

LG
Martin
Hallo ihr Lieben,

die Schlüsselfähigkeit zur Bildung ist Lesen und schreiben! Sehr interessant hierzu die Unesco Berichte und Statistiken:
http://www.uis.unesco.org/ev.php?ID=6705_201&ID2=DO_TOPIC
Bei Zahlen zu Analphabetismus ist grundsätzlich zwischen Primär- (hat lesen und schreiben nie gelernt) und Sekundäranalphabetismus (hat es zwar gelernt, kann es aber nicht mehr) zu unterscheiden. Im Bereich Primär Analphabetismus sind die Länder mit islamischer Bevölkerungsmehrheit führend. Insbesondere erschreckend der unverhältnissmäßig hohe Anteil von Frauen, die nie lesen gelernt haben.
http://www.uis.unesco.org/ev.php?ID=4960_201&ID2=DO_TOPIC
Analphabeten in:
Marocco = 47,7% Anteil unter Frauen = 60,4%
Saudi Arabien = 20,6% Anteil unter Frauen = 30,7%
Iran = 23% Anteil unter Frauen = 29,6%

In Deutschland ist die Zahl der primär Analphabeten praktisch Null. Dennoch gibt es etwa 5% Sekundär Analphabeten in Deutschland und das sind keineswegs nur Einwohner mit Migrationshintergrund.
http://www.zweite-chance-online.de/zco/alphabetisierung.html

Wenn man diese Verhältnis auf Saudie Arabien hochrechnet, dürfte die tatsächliche Analphabetenrate (Primär + Sekundär) über 50% liegen.

Sekundär Analphabetismus, wo fängt das an? Wie kann man Lesefähigkeit beurteilen?
Der Durchschnittsdeutsche (geübt) liest und versteht etwa 200 - 300 Wörter pro Minute. Kann man hier Testen:
http://ritterspeedreading.de/test.htm
Spizenleistungen leigen so um die 800 WPM. J.F. Kennedy war in diesem Fach Meister, er kam auf 1200 WPM.

Dabei geht es noch um einfache Texte, bei Fachliteratur hört bei vielen der Spaß schon auf. Da ist dann nicht mehr die Grundfähigkeit gefragt, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit! Die Zahl derer, die nicht in der Lage (hab keine Lust = nicht in der Lage) sind ein Fachbuch zu lesen wird wohl bei über 20% in der BRD liegen!

Wer in Ländern wie Saudi Arabien oder Iran Fachbücher lesen kann, gehört wohl automatisch zu den oberen 10000 der Bildungselite!

Gruß Heiko
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