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Einleitung zur Lehre der Wiederverkörperung












http://www.8-pfad.de/theosophie/konstanz/reinkarn/r_einlei.htm

Einleitung
Ist es schon infolge der grossen Menge marktschreierischer, unserer modernen Zivilisation kennzeichnender Anpreisungen an sich für eine neue Wahrheit schwierig, sich ein geeigtes Gehör zu verschaffen, so steigert sich diese Schwierigkeit natürlich noch ganz bedeutend, wenn es sich darum handelt, einer Wahrheit Geltung zu verschaffen, welche infolge ihres Alters heutzutage teilweise in Vergessenheit geraten ist und jetzt erst wieder neu belebt werden soll. Wäre es uns möglich, die intellektuelle Entwicklungsgeschichte des gegenwärtigen Menschengeschlechtes auf Tausende von vergangenen Jahrhunderten vor unsern Augen aufgerollt zu sehen, wie schwach würde dann der Eindruck sein, welchen der Blick auf irgend eine für die kurze Dauer nur weniger Jahrhunderte und nur bei einzelnen Nationen die Welt beherrschende Idee in uns hervorbringen könnte. Wenn aber solche ein Rückblick auf einen kleinen Teil vergossener Vergangenheit sich auf die intellektuelle Entwicklung Europas bezieht und von Europäern auf seinen Wert geprüft wird, dann sind wir gewöhnt, ihm eine Wichtigkeit beizulegen, welche in gar keinem Verhältnisse steht zu seinem Alterswerte sowohl wie in Bezug auf die Tragweite seiner Beweiskraft. Es soll ja gar nicht in Abrede gestellt werden, dass Europa grosse und wertvolle Beiträge zur geistigen Schatzkammer der Menschheit geliefert hat, aber die Europäer sind doch nur zu leicht zur Überschätzung derselben geneigt, und sie vergessen meistenteils, dass die verhältnismässig sehr kurze Periode geistigen Schaffens in diesem Erdteile doch nicht für wichtiger gehalten werden kann, als die Gesamtsumme der im Laufe von Tausenden von Jahrhunderten erworbenen geistigen Errungenschaften der nichteuropäischen Rassen. Gleichwie eine vor unseren Augen befindliche Blende uns das Sonnenlicht verhüllt, so verschleiert dieses unausgesetzte Hinblicken nur auf die jüngste Vergangenheit unseren klaren Blick auf die Vergangenheit der Welt im ganzen und birgt eine Gefahr in sich, vor welcher wir wohl auf unserer Hut sein sollten. Geistige Anmassung ist weder für das Individuum noch für Nationen gleichbedeutend mit geistiger Grosse. Es ist ein sehr kleinliches und von Beschränktheit zeugendes Gefühl, welches den Europäer auf alle dunkelfarbigen als auf tief unter ihm stehenden Menschen herabblicken und sie insgesamt als "Schwarze" , von welchen man gar nichts lernen kann, verachten lässt. Ein Weiser hört gerne auf solche Menschen, deren Denkweise von seiner eigenen ganz verschieden ist, weil er sich bewusst ist, auf diese Art vielleicht neue Gesichtspunkte zur Erforschung der Wahrheit erhaschen zu können, anstatt nur immer neuerdings den Wiederschein ihm längst bekannter Anschauungen zu finden. Bei Interesse Text weiter lesen.
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