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http://www.8-pfad.de/theosophie/konstanz/erwachen/vorberei.htm
Die Vorbereitung des Erwachens auf Erden
Es wurde bereits ausgeführt, dass die Halle des Lernens, wie sie von den Lehrern genannt wird, einfach ein Ort ist, wo jene lernen, die zu erwachen beginnen. Sehr viele Seelen, die nur an die Möglichkeit eines Erwachen zu glauben beginnen, treten dort ein. Sie sind verschleiert, blind und taub. Sie füllen den grossen weiten Raum und beten stumm an. Die meisten von ihnen sind Mitglied der einer irdischen Kirche oder eines Ordens, und ihre Stunden der tiefsten Konzentration sind während der Zeit der öffentlichen Andacht, der sie beiwohnen. Deshalb geschieht auch in diesen Stunden so vieles in der Halle, und so viele verschiedene Gestalten können dann dort von jenen wahrgenommen werden, die zu sehen begonnen haben. Der Anblick dieses Ortes ändert sich fortlaufend. Aber es besteht eine bestimmte Wirklichkeit und Dauer innerhalb der Veränderungen. Trotz der Tatsache, dass sich der feste Boden öffnen und einen dunklen Strom zeigen kann, besteht hier ein tieferes Gefühl des Daheimseins als in irgendeinem Hause oder einer Kirche auf der Erde. Hier ist die Freundlichkeit und Vertrautheit des Heimes und der Schule von Verkörperung zu Verkörperung und auch zwischen den Verkörperungen. Denn es ist ein Ort, wohin jene aus einem spirituellen Zustande kommen können, um jenen begegnen. die sie auf der Erde zurückliessen. Für den Menschen, der sich erhebt und nach dem einen ausschaut, den er geliebt und verloren hat, bedeutet es eine große Freude, wenn er ihm auf diesem Plane der Erfahrung begegnet. Manchmal wird der reinen Seele, die in weit entfernten Sphären wirkt oder ruht, erlaubt, in diesen Zustand einzutreten, um sich jenen, die um ihren Tod trauern, als ein lebendes, liebendes Wesen zu enthüllen und um ihnen zu zeigen, wie sie lernen müssen. Nahe beim grossen Altar ist die Tür, die zur Kapelle des Feuers führt, wo jene eintreten, die ihre Sünden durch physisches oder mentales Leid büssen. Oft besteht dieses Leid in einer blinden und hartnäckigen Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen. Und die Seele jenes geliebten Menschen wird dem Blindtrauernden die Tür zur Kapelle des Feuers öffnen und ihn unsichtbar durch seinen Schmerz leiten. Die tiefe Gemeinschaft, die zwischen ihnen besteht, vereint sie während dieses ganzen schrecklichen Erlebnisses, obwohl das die rebellierende und verblendete Seele leugnet, ebenso wie rebellierende und verblendete Menschen leugnen, dass es eine alles leitende Macht gibt, den Vater, dessen lenkende Hand sie mitten im Getöse der Elemente erhält und der Natur gebietet, für sie aus dem Chaos ein Heim zu schaffen. Die alltäglichen Wunder sind für den, der sich niederbeugt und im Sumpf nach persönlichem Vergnügen sucht, ein Nichts. So wird auch die noch verschleierte, büssende Seele inmitten noch grösserer Wunder dahinschreiten und nichts davon wissen. Sie wird Hand in Hand mit der Seele wandern, deren Verlust sie betrauert, und wird sie nicht erkennen.
Blindheit und Unwissenheit sind die ersten Ursachen für den langsamen Fortschritt der Menschheit auf dem Pfade. Und nur der Mensch allein kann diese beiden abschütteln. Jeder muss das selbst vollbringen. Weder dem Christus, noch dem Vater, noch jenen, die von den Toten zurückkehren durften, ist es erlaubt, den Schleier beiseite zu ziehen, oder den Schlafenden zu erwecken. Wenn er sich in seinem Schlafe rührt, ist allerseits Hilfe zur Hand, um sein Erwachen zu fördern. Mit dem Erwachen kommt das Sehen und allmählich auch die Kraft, das Erschaute zu beurteilen. Zu gegebener Zeit ist es ihm möglich, alle Aussprüche und Regeln, die als "Licht auf dem Weg" bekannt sind, an der Wand, auf der sie erscheinen, zu sehen und zu lesen. Einige sehen diese Wand so, wie ich sie zuerst sah, nämlich als eine leuchtende Juwelenpracht. Doch früher oder später erkennt der sich entwickelnde Blick die Bedeutung dieser glänzenden Pracht, und die Juwelen zeigen sich als leuchtende Worte, die das Licht enthalten, das der Schüler fordert. Ich habe in dieser Kapelle nie etwas anderes gesehen als ein Lesepult, auf dem ein grosses Buch liegt. Soweit mir bis jetzt bekannt ist, kann das Buch nur von jemandem gelesen werden, der geführt und belehrt wird. Die Hand des Meisters ist nötig, um die Seite zu wenden und auf die Worte zu zeigen. Denn die Worte, die jedermann auf diesen Seiten liest, beziehen sich nur auf sein eigenes persönliches Leben und auf dessen eigene Natur. Die Worte an der Wand sind für alle Schüler, die Worte im Buch für jeden einzelnen Schüler besonders bestimmt. Wenn nicht jemand anwesend ist, der lehrt, ist das Buch geschlossen. Denn die Seele des verkörperten Menschen, dem nicht geholfen wird, weiss nicht, welche Seite aufgeschlagen oder was man auf irgendeiner Seite lesen soll. Wie ich bereits sagte, können einige nur mit Hilfe der Idee der Mutterliebe das Ziel erreichen. Für sie zieht die Madonna den Schleier fort, der das Endliche vom Unendlichen trennt. Fortwährend ziehen Menschenseelen an ihrer Gestalt vorüber und verschwinden über sie hinaus in den Weiten des spirituellen Seins. Noch weiter ab vom physischen Leben gibt es BeBewusstseinszustände, die jenen bekannt sind, die sich von ihren Körpern lösen und sich ausserhalb der Materie bewegen können. Es gibt einen Ort jenseits der Halle des Lernens, der noch weiter entfernt ist von der materiellen Welt. Dort empfangen die Lehrer der Menschen Ideen und Eingebungen. Seher nehmen es als ein grosses Gebäude wahr, das auf einem einsamen Felsen inmitten der weiten See steht. Und sie sehen, wie Scharen geflügelter Boten von ihm aus über das Wasser zur Erde fliegen. Es gibt gewisse Einzelheiten, die alle, die das Gebäude sahen, wahrgenommen haben. Alle sehen nahe der Längswand eines grossen Saales einen langen Tisch, an dem einige Personen sitzen, die ständig schreiben. Alle sehen eine breite Treppe, die zu einem oberen Saal hinaufführt. Auf dieser Treppe sahen einige gleichzeitig Scharen tanzender Gestalten leicht und anmutig heruntersteigen, die wie junge Mädchen aussahen. Sie kommen in die Mitte des grossen Saales, und ihr Tanz zeigt soviel Natürlichkeit und Ungezwungenheit wie der Tanz der Mücken in der warmen Sommerluft. Dann plötzlich, wenn ein bestimmter Punkt ihrer Vorbereitung erreicht ist, verwandeln sie sich in Vögel, nehmen die Botschaften auf, welche die Schreiber am Tisch niederschreiben fliegen aus der weiten Tür, die sich direkt nach dem Meere zu öffnet, hinaus über das Wasser in die weite Ferne. Sie sind so vorbereitet und ausgerüstet, dass sie in die materielle Welt eintreten können. Sie sind auch, dank der Anstrengungen der spirituellen Helfer an der Schwelle des menschlichen Lebens, alle befähigt, den Weg zu einem Menschen zu finden, der nach einer Eingebung sucht, um damit der Welt zu helfen. Diese Boten werden durch die nie irrende spirituelle Anziehungskraft nur zu jenen Menschen geführt, die für das Wohl der Welt wirken. Der ehrgeizige Mensch, der nur zu seinem eigenen Nutzen und Vorteil ein großer Schriftsteller oder Redner wird, genießt ihre Hilfe nicht. Seine Redegewandtheit wird keine spirituellen Gedanken enthalten und auch kein dauerndes Leben in sich haben. Doch die selbstlos Wirkenden, die einzig und allein nur der Welt helfen wollen, üben eine Kraft aus wie ein großer Magnet. Über das große Meer hinweg und durch den Äther in die Materie hinein kommen die geflügelten Boten geradewegs zu ihnen.
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vorberei.txt
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