Aborigines: Schöpferwesen und Denken


Schöpferwesen und Denken der Aborigines

Nach dem Weltverständnis der Aborigines sind alle Lebensbereiche in einer höheren mystischen Einheit unauflöslich miteinander verbunden. Die Wurzel dieser höheren Einheit liegt in der Traumzeit. Nach dem Glauben der Aborigines traten in der Traumzeit mit übernatürlichen Kräften begabte Schöpferwesen aus der Erde hervor und wanderten umher. Auf dieser Reise durch die Weite des australischen Kontinentes gaben sie der unfertigen Welt ihre heutige Gestalt.
In den Legenden ist die Rede von riesigen Schlangen und urväterlichen Schöpferwesen, die unter der Erde lebten und sich dann aus ihr emporhoben. In den Augen der Aborigines hatte die Welt zu Beginn weder Gesicht noch Form. Sie war flach und öde. Dann stiegen die Geister der Unterwelt empor, um das weite Land zu erforschen. Aus jedem ihrer Schritte entwickelte sich ein Stück Leben. Tiere und Pflanzen gehörten nach einiger Zeit ebenso zur Landschaft Australiens, wie die Nachfahren der Geister, die Aborigines.
Die Aborigines sehen sich als Hüter der natürlichen Welt. Ihre Kultur befiehlt ihnen, dass sie sich an die Gesetze der Traumzeit halten müssen, um in die Welt der Geister aufgenommen zu werden. Obwohl die Aborigines in zahlreiche Stämme gegliedert sind, verläuft ihr Leben auf ähnliche Weise. Sie alle halten sich für direkte Nachkommen der Geister.
Die Tiwi sowie die Ananu sind zwei der bekanntesten Stämme. Während die Tiwi eine Insel vor der Nordküste Australiens besiedeln, leben die Ananus eher im trockenen Outback des Festlandes. Bevor einst fremde Menschen anderer Kontinente das Land der Aborigines betraten, glaubten die Tiwis, die Welt bestünde lediglich aus zwei Inseln. Ihrer eigenen sowie dem Land in dem die Ananus lebten.

Mythen über das Didjeridu:

Vor langer Zeit waren die Männer eines Stammes im Northern Territory auf der Suche nach Nahrung. Sie fanden ausgehöhlte Stämme voll mit kleinen Tieren, die sie herausschüttelten. Eines Tages versuchte eine der Männer Fische, nach dem Angeln, herauszublasen. Er war überrascht von dem Ton. Als er sich umsah, tanzten die Männer des Stamms und klatschten den Rhythmus.

Ein anderer Mythos der Aborigines aus Arnhemland erzählt, dass während der Traumzeit, die Wawilak-Schwestern auf einer Wanderung an einem See rasteten. Ihr Bad lockte die Riesenwasserschlange Yurlunggur an, die dann beide verschlang, um sie kurz darauf wieder auszuspeien. Als die Schwestern, von denen eine schwanger war, bewusstlos am Ufer lagen, erhob sich Yurlunggurs Blashorn (das Ur-Didjeridu) eigenmächtig aus dem Wasser und hauchte ihnen mit seinem Spiel wieder Leben ein.

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Begriffserklärung:
Traumzeit
Der Begriff "Traumzeit" steht für eines der umstrittensten und kompliziertesten Konstrukte im Bereich aboriginaler Kulturen überhaupt: Er entstand aufgrund von Missverständnissen zweier Ethnologen, die mit unzureichenden Übersetzungen der aranda-Vokabel "altjira rama" arbeiteten und deren Bedeutungen vermischten. "altjira rama" bedeutet stark vereinfacht gesprochen "die Fähigkeit, wie im Traum oder in einer Vision einen konkreten Ort von großer persönlicher Bedeutung für den jeweiligen Sprecher "sehen" zu können." Eine verkürzte Version des Begriffs (altjiranga) bezeichnet etwas, "das von Anfang an und in aller Ewigkeit vorhanden" war und ist. (altjeringa ist die englische Adaption von altjiranga).

(Quellen: www.australien-info.de & www.google.de)
Vom Glauben der Aborigines

Die Ureinwohner Australiens verfügen über eine hervorragende Kenntnis ihrer natürlichen Umwelt. Das Wissen der Aborigines wird von Generation zu Generation über die Älteren weitergegeben, doch sobald dieser Prozess des Übermittelns abgeschlossen ist, gibt es keinen Platz mehr für weitere Erkenntnisse. Dies stellt einen wesentlichen Unterschied zwischen ihrer und unserer Erkenntnistheorie dar. Unser Wissen entwickelt sich ständig weiter und erneuert sich. Die Ureinwohner sahen ihr Wissen dagegen als unveränderlich und ausreichend an.


Das Gesetz ...
Aborigines können kein Gesetz machen.
Es kommt aus ferner Vergangenheit.
Vom Anbeginn her.
Es kann sich nicht verändern.
Bleibt immer gleich.

Unsere Kultur kann sich nie ändern,
Unser Gesetz kann sich nie ändern.
Nur Menschen können sich ändern.
Sie leben ...
Sie sterben.
Das Gesetz aber bleibt gleich.

Jede Person ist verantwortlich für das
Gesetz und für die Kultur.



So eng mit ihrer Natur in Verbindung stehend und sich mit ihr identifizierend, betrachten sie die Naturerscheinungen, Tierarten usw. als Wesen mit menschlichen Charakteristika. Umgeben von einer unveränderlichen Welt malt sich der Ureinwohner aus, wie diese Welt in einer längst vergangenen Zeit, von solchen Kreaturen mit menschlichen Eigenschaften geschaffen worden war. Diese für den Erkenntnisstand der Ureinwohner rationelle Erklärung fand in vielen sagenhaften Mythen ihren Ausdruck und entwickelte so zu einer allumfassenden Glaubensvorstellung.


Wie der Tod zu leben begann

In der allumfassenden Mythensammlung der Aborigines gibt es natürlich auch eine Geschichte, die die Entstehung des Todes beschreibt.
Diese erzählt von Purukupali und Bima, die einen kleinen Sohn namens Djinini hatten. Am Tage wurde dieser von seiner Mutter Bima mit auf Nahrungssuche genommen. Sobald er müde wurde, legte ihn seine Mutter in den Schatten eines Baumes, damit er dort schlafen konnte.
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(kompletter Text (hier weiterlesen): http://www.steuben-gesamtschule.de/.....hule/sek2/philo/andre.htm)


Was bedeutet der Tod bei den Aborigines

Der Tod stellt für die Aborigines eher einen Übergang als ein Ende dar. Dieses Prinzip liegt in allen Mythen der Traumzeit eingebettet. Trotz seiner persönlichen und rituellen Bedeutung, ist der Tod gleichzeitig ein anerkannter Teil des immerwährenden Kreislaufes von Schöpfung und Zerstörung von Empfängnis, Geburt, Heranwachsen, Reife, Niedergang, Tod und Wiedergeburt.
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(kompletter Text (hier weiterlesen): http://www.steuben-gesamtschule.de/.....hule/sek2/philo/andre.htm)
Wie Mutter Sonne die Welt zum Leben erweckte

Einst lagen Finsternis und Stille über der Erde, und nichts regte sich auf ihrer öden Oberfläche. In einer tiefen Höhle unter der Nullarbor-Ebene schlief eine wunderschöne Frau, die Sonne. Der mächtige All-Vater weckte sie sanft und gebot ihr, aus ihrer Höhle zu steigen und die Welt zum Leben zu erwecken. Mutter Sonne schlug ihre Augen auf, und die Finsternis verschwand, als ihr strahlender Blick über die Erde glitt...
(Quelle (hier weiterlesen): http://mypage.bluewin.ch/oepfu/publ.....origines/Mythen_Start.htm )

Wie die Menschen in Stämme eingeteilt wurden

Nachdem die Schöpfung der Welt vollendet war, heirateten Brüder und Schwestern und andere nahe Verwandte wahllos untereinander, bis die schlimmen Folgen einer solchen Willkür deutlich zutage traten. Da wurde eine große Versammlung zusammengerufen, doch niemand wußte den rechten Rat. Nach langem Hin und Her wurde beschlossen, den guten Schöpfergeist Muramura um Rat zu bitten...

(Quelle (hier weiterlesen): http://mypage.bluewin.ch/oepfu/publ.....origines/Mythen_Start.htm )