Die Personifikation Gottes


Zunaechst die Definition des Wortes Personifikation:
Zitat:
Die Personifikation, fictio personae oder Prosopopoiia (griech. prosopon poeìn = eine Maske aufsetzen) ist eine rhetorische Figur, die Tieren, Pflanzen, Gegenständen, toten Personen oder abstrakten Wesenheiten eine Stimme gibt oder menschliche Züge verleiht. Im allgemeineren Sinne spricht man auch von Anthropomorphismus. Eine erweiterte Personifikation nennt man auch Allegorie.

Die Definition des Wortes Gott:
Zitat:
Das Wort Gott steht in seinem allgemeinen Sinn als Gattungs- bzw. Sammelbegriff für transzendente (d.h. die erfahrbare Welt – auf welche Weise auch immer – übersteigende) Mächte, die ihrerseits Einfluss auf das Leben in der für uns erfahrbaren Welt nehmen. An einen Gott oder mehrere Götter glauben, heißt dann, (1) die Existenz bzw. Wirksamkeit einer solchen Macht bzw. solcher Mächte anzunehmen sowie (2) sein Leben auf diese göttliche Macht bzw. diese göttlichen Mächte in der Welt hin zu orientieren.
In einem übertragenen Sinn kann das Wort Gott generell für alles stehen, was einzelnen Menschen letzte Lebensorientierung ist („dies oder jenes ist sein/ihr Gott“). Das jeweils mit unterschiedlichen Bedeutungen gefüllte Wort Gott steht dann für miteinander konkurrierende Lebensorientierungen, unter denen die einzelnen Gottesvorstellungen ihren Platz suchen und ihre je spezifische Art des Gottesglaubens auszudrücken haben.

Kurz, per definitionem ist also Gott eine wie auch immer geartete Macht oder Lebensorientierung.

Diese Definition steht im Einklang mit dem Anfang des 2. Gebotes Moses':
Zitat:
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, ... von dem was oben im Himmel...ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht...(Ex 20,4-6 und Dtn 5,8-10)

Auch der Islam kennt eine solche abstrakte Formulierung Gottes:
Zitat:
Die 99 Namen Allahs (arabisch: Asma'u llahi l-husna) werden als Synonym für Allah verwendet.
In einem Hadith sagte der Prophet Mohammed:
Wahrlich, Allah hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt geht ins Paradies. (Sahih Buchary Ausg. 3, Band 50, Nr. 894)

Auch wenn es an dieser Stelle nicht belegbar ist, so meine ich mich zu erinnern, das die zahl 99 in der arabischen Symbolik fuer Unendlich steht. Sollte dies der Fall sein, so entspraeche diese Annahme der von Moses, sowie der Definition Gottes, so wie sie allgemein gueltig ist.

Jedoch ist ein solcher abstrakter Begriff Gottes als abstrakte Macht oder Lebensorientierung den Menschen nicht handlich genug.
So heisst es dann auch im weiteren Verlauf des 2. Gebotes dann auch: "Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetaten der Väter heimsucht ..., aber Barmherzigkeit erweist ..."
Tatsaechlich wird hier genaugenommen innerhalb eines Gebotes das Gebot selbst wiederlegt, denn wenn ich auf Gott die menschlichen Eigenschaften "eifernd" und "Barmherzig" projeziere, mache ich mir damit bereits ein Bild ueber Gott.

Dies ist eine zutieft menschliche Schwaeche, denn Personifikationen finden im Alltag staendig statt.
Sie sind ein notwendiger didaktischer Schritt zur Artikulation von Situationen, die anders nicht beschreibbar sind.
Beispiel:
„Jetzt lacht das Glück uns an / bald donnern die Beschwerden.“
(Andreas Gryphius)

„Natur schläft — ihr Odem steht,
Ihre grünen Locken hangen schwer,
Nur auf und nieder ihr Pulsschlag geht
Ungehemmt im heiligen Meer.“
(Annette von Droste-Hülshoff)

Weitere Beispiele:
„Der Dollarkurs liegt am Boden.“
„Der Tag verabschiedet sich.“

Das eigentliche Problem, das allerdings in Religionen aus der Personifikation Gottes entsteht, ist die zutiefst aberglaeubische Vorstellung irgendwo ueber den Wolken wuerde ein alter Mann mit goldenem Heiligenschein ueber dem Kopf, mit weissem Bart, in weissem Gewand, Sandalen tragend ein heiliges Buch in der Hand halten und guetige Worte sprechen.
Im Islam existiert sogar ein Gott den man fuerchten und dienen muss, der Respekt und bedingungslose Treue verlangt und der ueber Leben, Krankheit und Tod des Glaeubigen herscht, ganz so wie ein "Master" zu seinen Sklaven.*
Alleine im letzten Satz haben wir Gott 5 menschliche Eigenschaften zugesprochen: fuerchten, dienen, respektieren, Treue und Herrschaft.
Alleine deshalb zeugt ein solcher Satz von tiefsten Aberglauben.

*Ich mache den Vergleich bewusst, um das hoechst irdische (Ohn)machtpotential hinter einer solchen Haltung aufzuzeigen.
Ein glaeubiger Mensch wird solche demuetigende Verhaltensweise internalisieren (und damit zu einem hohen Masse seine eigene Wuerde ueber Bord werfen) und ist deshalb relativ einfach zu fuehren.


Was also ist Gott?
Wikipedia schreibt Gott ist eine Macht.
Sehr gut formuliert.
Es wird bewusst offengelassen, wie sich diese Macht aeussert, denn wir Menschen wissen es nicht.
Gott kann bis dato nicht bewiesen werden, also wissen wir auch nicht ob und wenn ja, welche Eigenschaften Gott hat.

Wer Gott trotzdem personifiziert, der betet das "goldene Kalb" an und ist deshalb ein Unglaeubiger, eine Heide, ein Kaf'r.

LG
Martin
Hallo Martin,
das Wort "Person" ist in Sanskrit Purusha.
Purusha bedeutet gleichzeitig Geniesser.
Wenn wir also von Person sprechen, sprechen wir gleichzeitig vom Geniesser. Genuss und Person sind untrennbar miteinander verbunden.

Wenn sich dieser Purusha fälschlicherweise mit der "Maske" seines materiellen Körpers identifiziert, spricht man von ahankara, falschem Ego.
Dies bedeutet jedoch nicht, das der Purusha kein wahres Ego hat, kein Individuum ist, kein unteilbares Selbst hat.

Zitat:
Die Definition des Wortes Gott:
Zitat:
Das Wort Gott steht in seinem allgemeinen Sinn als Gattungs- bzw. Sammelbegriff .....



Bei der Definition "Gott" stimme ich dir zu.
Der eine sagt Gott ist LIEBE, der andere sagt GOTT ist das Licht der Sonne die alles Leben ermöglicht, ein anderer wiederum mag sagen das Gott die gesamte kosmische Manifestation ist. Sie alle haben "recht".
In der Bhagavad-Gita werden drei Aspekte Gottes erklärt. Unter anderem auch die so genannte "Vishva-rupa", die universale Form Gottes (die kosmische Manifestation).

Die Definition von Gott in der Brahma-samhita ist, "Gott ist der Ursprung allen Ursprungs und die Ursache aller Ursachen".

Da Gott der Ursprung der materiellen Manifestation ist, muss Gott jenseits dieser stehen. Was bedeutet das Gott nicht materiell ist, sondern Materie eine Energie Gottes ist. Gott selbst ist ursprungslos, Gott hat keinen Ursprung, sonst könnte Gott nicht Gott sein.

Gleichzeitig ist Gott jedoch auch Person. Aber nicht Purusha, sondern Purushottama. Die Höchste Person.

Zitat:
Zitat:
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, ... von dem was oben im Himmel...ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht...(Ex 20,4-6 und Dtn 5,8-10)


Dieser Vers bringt zum Ausdruck das sich der Mensch kein eigenes Bild von Gott machen sollte. Er sollte sich kein goldenes Kalb "bauen" und es als Gott verehren. Das wäre Götzenkult!

In Genesis 1.27 heisst es jedoch, das Gott den Menschen nach Seinem Ebenbild schuf.

Diese Aussage ist aus vedischer Sicht kein Widerspruch, denn der Mensch soll sich nur kein eigenes Bild von Gott fabrizieren, was nicht bedeutet das Gott formlos und unpersönlich ist.
Denn alles was erschaffen wird hat seinen Schöpfer. Und hinter einem Schöpfer steht immer ein Wunsch zu schaffen. Und wo ein Wunsch ist, da ist auch eine Person/Geniesser.
Da in Gott die Eigenschaft des erschaffens ist, ist auch in uns diese Neigung. Gott erschafft das Universum und wir eben Autos und Flugzeuge.
Kein Auto und Flugzeug kann ohne Plan erschaffen werden. Hinter jedeR Schöpfung steht ein WUNSCH und PLAN, ein intelligenter Purusha/Geniesser.
Der Mensch sollte lediglich aufhören zu versuchen sich von "Purushottama" ein eigenes Bild vor-zu-stellen. Was heisst, der Mensch sollte keine selber erfundenen Gottesbilder vor die ewige Realität der Persönlichkeit Gottes stellen.
Gott besitzt sehr wohl eine Form, diese ist jedoch adokshaya, mit materiellen Sinnen nicht wahrnehmbar.

Zitat:
Zitat:
Die 99 Namen Allahs (arabisch: Asma'u llahi l-husna) werden als Synonym für Allah verwendet.
In einem Hadith sagte der Prophet Mohammed:
Wahrlich, Allah hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt geht ins Paradies. (Sahih Buchary Ausg. 3, Band 50, Nr. 894)

Auch wenn es an dieser Stelle nicht belegbar ist, so meine ich mich zu erinnern, das die zahl 99 in der arabischen Symbolik fuer Unendlich steht. Sollte dies der Fall sein, so entspraeche diese Annahme der von Moses, sowie der Definition Gottes, so wie sie allgemein gueltig ist.


Die Veden erklären, das das was brahman, spirituell ist, oder mit anderen Worten, das was transzendental ist, nicht mit materiellen Mitteln messbar ist. Etwas was transzendental ist, besitzt kein Anfang und kein Ende, da es ewig ist. Man kann etwas transzendentales auch nicht mit einem materiellen Messband vermassen, da es endlos ist. ABER DAS BEDEUTET NICHT DAS ES FORMLOS IST, es besitzt lediglich KEINE MATERIELLE FORM. Oder mit anderen Worten, hättest du ein transzendentales Messband, könntest du transzendentale Dinge messen.

Gott besitzt sehr wohl Eigenschaften, aber diese Eigenschaften sind ABSOLUT. Denn Gott ist der Ursprung von allem, in vollem unendlichem Umfang. Gott ist das Summum Bonum.
Wir sind beispielsweise zornig, aber unser Zorn ist unvollkommen und begrenzt.
Gottes "Zorn" jedoch ist absolut (vollkommen/ohne Fehler)
Gott wird nicht durch Zorn beherrscht, denn er ist der Herrscher über den Zorn.
Und gleichzeitig ist Gott atmarama, Er ist in Sich Selbst vollkommen glückselig und zufrieden (Er geniesst in Sich Selbst unendliches Glück), daher braucht Er nichts und niemanden.
Um nochmals auf den Zorn zurück zu kommen. Gottes "Zorn" ist immer verbunden mit allem, da Er auch alldurchdringend ist, während unser Zorn immer trennend wirkt (Ich und mein).

Gruss
Hallo jivatma,

Zitat:
das Wort "Person" ist in Sanskrit Purusha.
Purusha bedeutet gleichzeitig Geniesser.
Wenn wir also von Person sprechen, sprechen wir gleichzeitig vom Geniesser.

... sofern wir Sanskrit als Deutungsplattform waehlen.
Aber gut, weiter...
Zitat:
...Genuss und Person sind untrennbar miteinander verbunden.
Wenn sich dieser Purusha fälschlicherweise mit der "Maske" seines materiellen Körpers identifiziert, spricht man von ahankara, falschem Ego. Dies bedeutet jedoch nicht, das der Purusha kein wahres Ego hat, kein Individuum ist, kein unteilbares Selbst hat.

Aha.

Zitat:
Bei der Definition "Gott" stimme ich dir zu.
Der eine sagt Gott ist LIEBE, der andere sagt GOTT ist das Licht der Sonne die alles Leben ermöglicht, ein anderer wiederum mag sagen das Gott die gesamte kosmische Manifestation ist. Sie alle haben "recht".

Wieso? Das Problem ist doch, dass derjenige der Gott ist LIEBE schreibt, meint das damit Gott nicht(!) HASS ist.
Das aber ist falsch. Gott ist eben alles und deshalb nichts.
Das wer schreibt "GOTT ist das Licht der Sonne die alles Leben ermöglicht" meint, dass deshalb NICHT meint "GOTT ist die Dunkelheit des Universums die alles Leben erlischt". Aber auch das ist Gott.
Dies ist das Kernproblem.

Zitat:
Da Gott der Ursprung der materiellen Manifestation ist, muss Gott Jenseits dieser stehen. Was bedeutet das Gott nicht materiell ist, sondern Materie eine Energie Gottes ist. Gott selbst ist ursprungslos, Gott hat keinen Ursprung, sonst könnte Gott nicht Gott sein.

Der erste Beweger, der Designergott. Glaubensannahmen, die sich weder widerlegen noch beweisen lassen.
Vielleicht war es Gott, der die erste Schwankung in der vollkommenen Symetrie des Uruniversums ausgeloest hat.
es gibt dazu ein sehr gutes Video:
http://www.br-online.de/alpha/centauri/archiv.shtml 07.06.06 Warum ist nicht Nichts?
Niemand weiss dies.

Zitat:
Gleichzeitig ist Gott jedoch auch Person. Aber nicht Purusha, sondern Purushottama. Die Höchste Person.

Warum?

Zitat:
Dieser Vers bringt zum Ausdruck das sich der Mensch kein eigenes Bild von Gott machen sollte. Er sollte sich kein goldenes Kalb "bauen" und es als Gott verehren. Das wäre Götzenkult!
In Genesis 1.27 heisst es jedoch, das Gott den Menschen nach Seinem Ebenbild schuf.
Diese Aussage ist aus vedischer Sicht kein Widerspruch, denn der Mensch soll sich nur kein eigenes Bild von Gott fabrizieren, was nicht bedeutet das Gott formlos und unpersönlich ist.

Natuerlich. Aber wir wissen eben nicht, wie und ob Gott aussieht und wie und ob er/sie/es Eigenschaften hat.

Zitat:
Denn alles was erschaffen wird hat seinen Schöpfer. Und hinter einem Schöpfer steht immer ein Wunsch zu schaffen.

Das ist eine unbegruendete Annahme. Wenn ich einen Unfall baue, wuensche ich mir das nicht. Wenn die Sonne Waerme erschaft, dann wuenscht sie sich das nicht, oder?

Zitat:
Und wo ein Wunsch ist, da ist auch eine Person/Geniesser.

Ja in den weingen faellen, wo Kreationen auf Wuensche zurueckfuehrbar sind, ja.
Das ist aber nur in den seltensten Faellen so.

Zitat:
Da in Gott die Eigenschaft des erschaffens ist, ist auch in uns diese Neigung. Gott erschafft das Universum und wir eben Autos und Flugzeuge.

Warum dann aber alle anderen Kreaturen Gottes nicht?
Weil sie nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden?
Wir wissen nicht, ob wir nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden.
Ergo koennen wir auch keine Aussagen ueber "vererbte" Eigenschaften machen.

Zitat:
Gott besitzt sehr wohl Eigenschaften, aber diese Eigenschaften sind ABSOLUT. Denn Gott ist der Ursprung von allem, in vollem unendlichem Umfang. Gott ist das Summum Bonum.

Woher weist du das?

Nochmal, das Problem ist die Sprache: Wenn Gott alle Eigenschaften (absolut) besitzt, so kann keine Aussage mehr getroffen werden.

Stelle dir doch mal 2 Glaubige vor:
Der eine sagt "Gott ist der gerechteste".
Der andere sagt "Gott ist der ungerechteste"
Nun soll Gott beide Attribute gleichzeitig haben.
Wie soll das gehen? Wie ist dann noch eine sinnvolle Aussage moeglich?

LG
Martin
Hallo Martin,


Zitat:
Wieso? Das Problem ist doch, dass derjenige der Gott ist LIEBE schreibt, meint das damit Gott nicht(!) HASS ist.
Das aber ist falsch. .................................................... Das wer schreibt "GOTT ist das Licht der Sonne die alles Leben ermöglicht" meint, dass deshalb NICHT meint "GOTT ist die Dunkelheit des Universums die alles Leben erlischt". Aber auch das ist Gott.
Dies ist das Kernproblem.


Dem stimme ich zu.

Zitat:
Gott ist eben alles und deshalb nichts.


Das ist wiederum nicht logisch.
ALLES bedeutet nicht NICHTS.
Wenn in den Veden beispielsweise von Brahman die Rede ist, so ist damit nicht einfach etwas unergründliches transzendentales gemeint, sondern eben auch die Materie, denn sie ist ebenfalls ein Teil des Brahman.
Materie wechselt an "ihrer Oberfläche" ständig ihr Äußeres. Dies nennen wir dann Dualität (Hass-Liebe, Licht-Finsternis etc.). Aber es gibt auch eine höhere Einheit des Ganzen!
Vergleichbar mit einem Baum, der aus Stamm, Ästen, Zweigen und Blättern, Blühten und Früchten besteht. Das Original, der wirkliche Baum steht am Ufer (Transzendenz) und der materielle Baum ist derjenige, der sich im Wasser spiegelt. Dieser Baum ist, abhängig vom Wasser (Materie) in dem er widergespiegelt wird, ständig in Bewegung.
Wenn wir im widergespiegelten Baum keine höchste Realität finden können - bedeutet das, das es gar keinen wirklichen Baum gibt?

Zitat:
jivatma@
Da Gott der Ursprung der materiellen Manifestation ist, muss Gott Jenseits dieser stehen. Was bedeutet das Gott nicht materiell ist, sondern Materie eine Energie Gottes ist. Gott selbst ist ursprungslos, Gott hat keinen Ursprung, sonst könnte Gott nicht Gott sein.

mpoetschik@
Der erste Beweger, der Designergott. Glaubensannahmen, die sich weder widerlegen noch beweisen lassen.


Das sehen die Veden anders.
Nochmals die Definition von Gott (Brahma-Samhita):
Gott ist der Ursprung allen Ursprungs und die Ursache aller UrsachenWenn also jemand von Gott spricht aber gleichzeitig dieser erwähnten Definition widerspricht, so spricht er nicht von Gott.

Zitat:
Zitat:
Gleichzeitig ist Gott jedoch auch Person. Aber nicht Purusha, sondern Purushottama. Die Höchste Person.

Warum?


Jegliche Schöpfung beruht auf einem Wunsch.
Und wo ein Wunsch ist, da ist auch immer eine Person.
(wir reden hier nicht über den "alten Mann mit weißem Bart", lassen wir einmal diese kindisch, materielle Vorstellungen beiseite)
Die Person Gottes lässt sich mit nichts vergleichen, das wir kennen.

Ein Beispiel:
Ein reicher Mann möchte Autos herstellen. Er hebt also Geld (Energie) von der Bank ab und manifestiert durch seinen Wunsch eine Fabrik die Autos herstellt. Die Fabrik läuft auch ohne die Anwesenheit ihres Besitzers.
Auch kann man durch die Untersuchung der Autos und der Fabrik nicht deren Besitzer erkennen.

Zitat:
Zitat:
Dieser Vers bringt zum Ausdruck das sich der Mensch kein eigenes Bild von Gott machen sollte. Er sollte sich kein goldenes Kalb "bauen" und es als Gott verehren. Das wäre Götzenkult!
In Genesis 1.27 heisst es jedoch, das Gott den Menschen nach Seinem Ebenbild schuf.
Diese Aussage ist aus vedischer Sicht kein Widerspruch, denn der Mensch soll sich nur kein eigenes Bild von Gott fabrizieren, was nicht bedeutet das Gott formlos und unpersönlich ist.

Natuerlich. Aber wir wissen eben nicht, wie und ob Gott aussieht und wie und ob er/sie/es Eigenschaften hat.


Ich verweise nochmals auf das Beispiel mit dem Baum am Ufer der sich im Wasser widerspiegelt (dieses Beispiel wird im Shrimad-Bhagavatam gegeben)
Auf grund der Widerspiegelung im Wasser können wir davon ausgehen das es ein Original gibt.

Zitat:
Zitat:
Denn alles was erschaffen wird hat seinen Schöpfer. Und hinter einem Schöpfer steht immer ein Wunsch zu schaffen.

Das ist eine unbegruendete Annahme. Wenn ich einen Unfall baue, wuensche ich mir das nicht. Wenn die Sonne Waerme erschaft, dann wuenscht sie sich das nicht, oder?


Nein, das ist keine unbegründete Annahme, denn eine Eigenschaft Gottes ist Allmacht, sonst könnte man nicht von Gott sprechen.
Wir sind diejenigen die von der materiellen Natur kontrolliert werden und die materielle Natur ihrerseits wird von Gott kontrolliert.
Die Sonne spendet Wärme und Licht, aus unserer Sicht ist sie nur ein lebloser Klumpen komprimierter Materie in der eine Umwandlung von Wasserstoff in Helium vollzogen wird, mit dem "Nebeneffekt" das durch diesen Prozess etwas Wärme und Licht abgesondert wird.
Die Frage ist jedoch, wer hat den Wasserstoff zur Verfügung gestellt?

Zitat:
Zitat:
Und wo ein Wunsch ist, da ist auch eine Person/Geniesser.

Ja in den weingen faellen, wo Kreationen auf Wuensche zurueckfuehrbar sind, ja.
Das ist aber nur in den seltensten Faellen so.


Nein, es ist immer so.
Alle Lebewesen ob mit pflanzlichem, tierischem oder menschlichem Körper gehen den vier Tätigkeiten (Schlafen, Essen, sich verteidigen, Fortpflanzung) nach - mit dem Ziel/Wunsch zu geniessen.
Wir als individuelle Personen werden als nityo cetanash, ewig empfindend/bewusst, bezeichnet (Katha Upanishad 2.2.13).
Und die Höchste Persönlichkeit Gottes wird als "nityo nityanam cetanash cetananam" - als der höchste Ewige und der höchste bewusste/empfindende, bezeichnet.
Es gibt nichts was aus sich selbst heraus entsteht.
Wenn du der Kette der Entstehung der Dinge nachgehst, wirst du nie etwas entdecken was aus sich selber heraus entsteht - ausser Gott (der selbst keinen Ursprung hat).

Zitat:
Zitat:
Da in Gott die Eigenschaft des Erschaffens ist, ist auch in uns diese Neigung. Gott erschafft das Universum und wir eben Autos und Flugzeuge.

Warum dann aber alle anderen Kreaturen Gottes nicht?
Weil sie nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden?
Wir wissen nicht, ob wir nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden.
Ergo koennen wir auch keine Aussagen ueber "vererbte" Eigenschaften machen.


Nochmals das Beispiel mit dem Baum der am Ufer steht und im Wasser gespiegelt wird.
Der wirkliche Baum weisst eine Vielfalt auf - Äste, Zweige, Blätter, Blüten, Früchte etc. All diese Vielfalt macht den Baum aus. Und diese Vielfalt wird auch im Wasser (Materie) widergespiegelt. Mit dem Unterschied das in der materiellen Welt alles zeitweilig ist, genau betrachtet, gar keine Wirklichkeit hat. Denn nur das hat Wirklichkeit/Realität, was ewig ist. Es wäre aber falsch zu sagen, das "das Nichts" die eigentliche Realität ist, nur weil es sich um eine Spiegelung handelt die wir da betrachten (die Realität steht am Ufer).
In diesem Sinne müssen wir erkennen, das wir weder Materie noch ein Produkt von Materie sind. Wir sind ebenfalls transzendental.
Vergleichbar mit dem Fahrer und dem Auto in das er einsteigt. Oder den Kleidern die wir zur Zeit tragen. Es wäre ver-rückt zu sagen "ich Mercedes" oder "ich blaues Hemd", aber genau das tun wir, wir identifizieren uns mit dem zeitweilig, materiellen Körper.

Wir sind abgesonderte, fragmentarische Teile der Höchsten Persönlichkeit Gottes. Qualitativ gleich (göttlich), quantitativ unendlich viel kleiner als Gott.

Zitat:
Zitat:
Gott besitzt sehr wohl Eigenschaften, aber diese Eigenschaften sind ABSOLUT. Denn Gott ist der Ursprung von allem, in vollem unendlichem Umfang. Gott ist das Summum Bonum.

Woher weist du das?


Die Veden unterscheiden drei Arten des Beweises (Pramana):

1. pratyaksha = Beweis durch direkte Sinnes-Wahrnehmung
(die Sinne/unsere Wahrnehmung sind sehr begrenzt)

2. anumana = Beweis durch Hypothese (deduktive und induktive Logik) (aber auch hier, keine absolute Sicherheit)

3. shabda = Beweis durch Wissen von höheren Quellen.
(shabda bedeutet auch Klang ---> das was man aus höheren Quellen hört)
Transzendentale Themen können nicht durch empirische und theoretische Methoden verstanden werden. Man muss sie annehmen wie sie sind.
(was nicht heisst das wir sie blind akzeptieren sollten!)

Das Shrimad-Bhagavatam gibt ein einfaches Beispiel:
Wenn du wissen willst wer dein Vater ist, kann dir niemand ausser deiner Mutter helfen. Sie ist die Autorität, die dir die Frage schlüssig beantworten kann. (du "musst" ihr vertrauen, denn sie ist die höchste Autorität die du finden kannst um dir diese Frage verlässlich zu beantworten)
Aus diesem Grund werden die Veden als die "Mutter" betrachtet, die uns über transzendentale Themen Auskunft gibt.

Die Höchste Persönlichkeit Gottes sagt in der Bhagavad-Gita (2.Teil 15.15)
"Das Ziel aller Veden ist es, Mich zu erkennen. Wahrlich, Ich bin der Verfasser des Vedanta, und ich bin der Kenner der Veden."

Zitat:
Stelle dir doch mal 2 Glaubige vor:
Der eine sagt "Gott ist der gerechteste".
Der andere sagt "Gott ist der ungerechteste"
Nun soll Gott beide Attribute gleichzeitig haben.
Wie soll das gehen? Wie ist dann noch eine sinnvolle Aussage moeglich?


Sehr gut!
Das ist die Sicht des Dualisten, der nur die Bewegung des Baumes sieht der sich im Wasser spiegelt. In dieser Welt der zeitweiligen Erscheinungen können wir Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit finden.
Die Widerspiegelung des wirklichen Baumes ist verzerrt. Wir können sie nicht im 1:1 Maßstab auf das Original übertragen.
Ein Baum mag auf seiner Sonnenseite viele Früchte tragen und auf der Schattenseite keine. Bedeutet das das die Schattenseite des Baumes ungerecht ist?
Die Wolken tragen das Wasser über das ganze Land und viele Pflanzen wachsen dank des Regens, kann nun der Regen dafür verantwortlich gemacht werden welche Pflanzen wachsen? (giftige oder heilende)

Die zeitweilig, materielle Welt ist dazu da, das wir wieder in Kontakt treten mit der Höchsten Person und eine individuelle dienende Beziehung aufnehmen. Da wir Teile des Ganzen sind, ist unsere Position, die des Dieners für das Ganze. Der Finger dient der Hand, die Hand dem Körper etc.
Die Schraube der Maschine.
Aber was ist, wenn der Finger unabhängig sein will?
Was für eine Bedeutung hat eine Schraube ohne Maschine?
Beide sind nutzlos.

In der Welt der Dualität, versucht jeder ein König zu sein.
Und so streiten sich alle wie Katzen und Hunde.
Advaita - Nichtdualität bedeutet, wieder mit dem Höchsten und grössten Lebewesen den gleichen Wunsch zu haben. Der Finger findet seine Vollkommenheit in der Aufgabe der Hand zu dienen. Keiner der anderen Finger kann seine Aufgabe so perfekt übernehmen wie er. Vollkommenheit bedeutet nicht Gott zu werden, das ist Un-sinn. Denn Gott kann man nicht werden. Gott ist und bleibt Gott. Gott kann nicht in Unwissenheit fallen, ein bedingtes Dasein annehmen und dann wieder Gott "werden" - das ist Unsinn.

In der Transzendenz lebt jedes Wesen in vollkommener Harmonie mit dem Wunsch des Höchsten und grössten Wesens, in dem es seine Stellung als Vollkommener Diener erkannt hat.
So gibt es in der Transzendenz auch Vielfalt wie Gerechtigkeit und Betrug.
Aber der Betrug in der Transzendenz ist absolut und trägt zur Freude aller bei, da niemand Gott sein will (da alle Gott und ihre eigene Stellung kennen).
Durch die dienende Hingabe aller Lebewesen für das Höchste Lebewesen steigert sich die Freude aller beteiligten. Alles ist voll ewiger Substanz, wissend und glückselig ---> sat-cit-ananda vigraha

Gruss
Hallo ihr Lieben und Frieden sei mit euch

Hier wird ja heiß diskutiert ich wollte nur die Dinge aus meiner muslimischen Sicht schreiben im Islam ist es verboten sich ein Bild von Gott zu machen und ihm menschliche Eigenschaften zu zu schreiben, da hat martin schon recht jedoch dienen die 99 Namen nicht dazu ihn zu personifizieren sondern hier berichtet Gott selber von seinen Eigenschaften, denn Gott kann keiner irgendwie mit seinem Verstand erfassen.

Ist Gott nur eine höhere Macht und greift er aktiv in das Leben eines jeden ein? oder ist er nur ein Beobachter der seine Schöpfung sich selbst überläßt? ich finde Antworten im Buch Gottes.

Zitat:
Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, der König, der Heilige, der Eigner des Friedens, der Gewährer von Sicherheit, der Beschützer, der Allmächtige, der Verbesserer, der Majestätische. Hoch erhaben ist Allah über all das, was sie ihm beigesellem! Er ist Allah, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter. Sein sind die schönsten Namen. Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist Ihn, und Er ist der Allmächtige, der Allweise. (59:23-24)
Er weiß, was in die Erde eingeht und was aus ihr hervorkommt, was vom Himmel niederkommt und was zu ihm aufsteigt. Und Er ist mit euch, wo immer ihr sein mögt. Und Allah sieht alles, was ihr tut. (57:4)
„Blicke können Ihn nicht erreichen, Er aber erreicht die Blicke. Er ist der Unerforschliche und Allwissende.“ (6:103)
"Er ist Allah, ein Einziger ,Allah, der Absolute (Ewige Unabhängige, von Dem alles abhängt). Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden , und Ihm ebenbürtig ist keiner."(112.)
Nichts ist Ihm gleich, und Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ (Sure 42 /11)
Der Allerbarmer hat den Qur'an gelehrt. Er hat den Menschen erschaffen. Die Sonne und der Mond kreisen nach einer festgesetzten Berechnung. Und die Sterne und Bäume fallen (vor Ihm) anbetend nieder. Und den Himmel hat Er emporgehoben. Und Er hat das (richtige) Abwiegen zum Gebot gemacht,...lles, was auf (Erden) ist, wird vergehen. Aber das Angesicht deines Herrn bleibt bestehen - des Herrn der Majestät und der Ehre. Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen? Ihn bitten alle, die in den Himmeln und auf Erden sind. Er ist tagtäglich in jeglichem Einsatz. Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen? (sure 55)

Und sie sagen: "Allah hat Sich einen Sohn genommen." Gepriesen sei Er! Wahrlich, Ihm gehört, was in den Himmeln und auf der Erde ist - alles ist Ihm untertan , Dem Schöpfer der Himmel und der Erde! Wenn Er eine Sache beschließt, so sagt Er nur zu ihr: "Sei!" und sie ist. (Sure2)
Wahrlich, Allah ist Allverzeihend, Barmherzig. Und wenn ihr straucheln solltet, nachdem die Beweise zu euch gekommen sind, dann wisset, daß Allah Allmächtig ist und Allweise.Erwarten sie etwa, daß Allah ihnen beschirmt von Wolken erscheine und mit Ihm die Engel - doch dann ist die Sache schon entschieden. Und zu Allah werden alle Dinge zurückgeführt. [2:209]
Allah - kein Gott ist da außer Ihm, dem Ewiglebenden, dem Einzigerhaltenden. Ihn ergreift weder Schlummer noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt; sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen, es sei denn das, was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie (beide) zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Erhabene.


Es gibt noch mehr Verse aber ich denke das reicht um euch ein Einblick darüber zu verschaffen was Gott selbst über sich aussagt.

mfg keys.
_________________
Der Unterschied zwischen denen, die Gottes gedenken und denen, die Gottes nicht gedenken ist der gleiche Unterschied wie zwischen den Lebenden und den Toten
Hallo Keys,

Zitat:
im Islam ist es verboten sich ein Bild von Gott zu machen und ihm menschliche Eigenschaften zu zu schreiben, ...jedoch dienen die 99 Namen nicht dazu ihn zu personifizieren

Ich las einmal, das 99 im arabischen oft fuer Unendlich steht.
Zumal unter den 99 Namen auch widerspruechliche Auftauschen.
Wenn aber beide widerspruechlichen Eigenschaften gleichzeitig gelten, ist eine Aussage sinnlos. Und genau das sollte m.E. mit dieser Namensgebung erreicht werden.
Welch ein unmoegliches Unterfangen!
Und so wurde statt keiner/allen Eigenschaften, immer eine Eigenschft nach Gutduenken herausgepicht und verwendet, weil sie auch vorkommt. Das aber ist Aberglaube.
Ich bin der Ueberzeugung das der intelektuelle Schritt hin zu einem unpersoenlichen Gott in aller Regel nicht vollzogen werden kann.
Vermutlich existiert hier bei den meisten ein "psychologischer Riegel" in den Koepfen, der eine solche abstrakte Konstruktion verbietet.

Zitat:
sondern hier berichtet Gott selber von seinen Eigenschaften,

Nur dann, wenn man an die Unerschaffenheit des Korans, so wie wir ihn kennen, glaubt.

Zitat:
denn Gott kann keiner irgendwie mit seinem Verstand erfassen.

Auch das kaufe ich so nicht.
Denn Assotiationen wie "guetig", milde", "weise" und dazu noch Bezeichnigen wie "Herr", dem man dienen muss oder "unser Vater" bringen ganz bestimmte Bilder in das Bewustsein der Glaeubigen. Und so kommt es auch, das Gott ganz unbewusst sogar Eigenschaften zugeschrieben werden, die so nirgendwo stehen. Die Verbindung vom Bildnis Gottes im Kopf des Glaeubigen und den beschriebenen Attributen ist eindeutig.
Versuche dir mal Gott als eine Formel vorzustellen. Sofort wirst du an der ueblichen Interpretation Gottes scheitern.
So kann eine Formel ja schlecht barmherzig sein, oder?

Zitat:
Ist Gott nur eine höhere Macht und greift er aktiv in das Leben eines jeden ein? oder ist er nur ein Beobachter der seine Schöpfung sich selbst überläßt? ich finde Antworten im Buch Gottes.

Auch hier ist die Vorraussetzung, das man an die unerschaffenheit des Korans, so wie wir ihn kennen, glaubt.

LG
Martin
Hallo Martin,

Ich glaube nicht an einen Gott der nur das Gute erschaffen hat und sein Gegenspieler der Teufel sein soll und das Böse vertritt.

Es gibt einen Gott der alles erschaffen hat das Böse und das Gute, Licht und Dunkelheit meinst du das damit wenn du sagst es tauchen widersprüchliche Namen auf? Eben weil Gott nunmal der Erschaffer von allem ist es gibt keinen der ihm gleicht alles steht unter seiner Kontrolle. Das mein ein Namen rauspickt kommt nicht einfach von Lust und Laune, den auch hier hält man sich an den Quran und ein gläubiger Muslim fängt alles in seinem Namen an ( in Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen).

Aber wie stelltst du dir Gott vor? Du glaubst an eine höhere Macht jedoch weißt du nichts über sie oder? sondern folgst deinen Instinkten, so wie du meist formulierst...wie näherst du dich so einem gott, nimmt er deine Gebete an? Kannst du Gott mit einer Formel ausmachen und wie sieht dan dieser Gott aus nicht bildlich gesprochen natürlich...Glaub mir das geht nicht !


Zitat:
Nur dann, wenn man an die Unerschaffenheit des Korans, so wie wir ihn kennen, glaubt.
Was meinst du mit Unerschafenheit ?

mfg keys
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Der Unterschied zwischen denen, die Gottes gedenken und denen, die Gottes nicht gedenken ist der gleiche Unterschied wie zwischen den Lebenden und den Toten
Hallo Martin,

Zitat:
Ich bin der Ueberzeugung das der intelektuelle Schritt hin zu einem unpersoenlichen Gott in aller Regel nicht vollzogen werden kann.

Es geht hier doch um weit mehr als um einen "psychologischen Hinkelstein" den wir nicht überwinden können, wenn es um die Personifikation Gottes geht.

Die Veden erklären; wenn du Gott in Seinem unpersönlichen Aspekt erkennen willst, musst du selbst deine Persönlichkeit aufgeben.
Bei diesem Prozess hilft dir niemand und er dauert tausende von Leben.
Schlussendlich hast du jedoch nur einen Teil deines Selbst (deinen und Gottes unpersönlichen Aspekt) erkannt, aber nicht dein ganzes transzendentales Wesen.
Im weiteren heisst es; das wenn du dich dem Höchsten Aspekt Gottes nähern willst, die Höchsten Persönlichkeit Gottes erkennen willst, du zuerst deine ursprüngliche Stellung als Teilchen des Ganzen erkennen musst. Das Wesen des Teilchens ist es, dem Ursprung des Ganzen zu dienen.
Dieser Vorgang wird Bhakti-yoga genannt. Bei diesem Vorgang steht dir Gott persönlich "zur Seite", da es sich erstens um einen persönlichen Austausch handelt und zweitens um die vollständige Erkenntnis des Selbst (unser ursprüngliches Wesen) als Diener Gottes geht.
Wohingegen die unpersönliche "Verschmelzung" einen Versuch darstellt, das man Gott selbst werden möchte (was nicht möglich ist da man ewig ein individuelles Teilchen bleibt) ---> wieso sollte uns Gott dabei helfen mit Ihm Selbst in "Konkurrenz" zu treten?

Shri Krishna erklärt uns in der Bhagavad-Gita folgendes dazu:
"Ich weile im Herzen eines jeden, und von Mir kommen Erinnerung, Wissen und Vergessen. Das Ziel aller Veden ist es, Mich zu erkennen. Wahrlich, Ich bin der Verfasser des Vedanta, und Ich bin der Kenner der Veden." (BG 15.15)

Erinnerung, Wissen und Vergessen, das ist alles was uns ausmacht ...

Wenn ich diesen Vers zitiere geht es mir nicht darum "meinen" Gott als den wahren zu präsentieren.
Wie ich schon geschrieben habe ist die Definition von Gott:
"der Ursprung allen Ursprungs und die Ursache aller Ursachen"
Als solches ist Gott mit allem was existiert (sichtbar oder unsichtbar) verbunden.
Der vergängliche materielle Körper den wir zur Zeit bewohnen ist grundsätzlich untauglich etwas transzendentales mit den Sinnen oder dem Verstand wahrzunehmen.
Jedoch können wir sehr wohl Gott mit der transzendentalen Seele, unserem wahren Selbst wahrnehmen - dies ist jedoch mit einem grossen ABER verbunden.
Um es mit den Worten eines Heiligen auszudrücken:
"Versuche nicht Gott zu sehen, versuche vielmehr so zu handeln das Gott dich sehen will."
Die Veden erklären; "Gott offenbart sich lediglich Seinem Geweihten".Niemand kann Gott zwingen Sich sichtbar zu machen. (dies würde dem Begriff GOTT widersprechen)

Andererseits bezeichnen die Veden sich selbst, als die "Wissenschaft über Gott".
Beispielsweise wird in der Bhagavad-gita von zwei grundsätzlichen Energien gesprochen apara-prakriti (Materie) und para-prakriti (Antimaterie). Antimaterie, para-prakriti, wird als transzendental erklärt.

Am 26. 10. 1959 wurde zwei Atomwissenschaftlern (Dr. E. Segre u. Dr. O. Chaberlain) der Nobelpreis für die Entdeckung des Antiprotons verliehen. Dies bedeutet das wir sehr wohl Transzendenz beweisen können, jedoch wird sie nicht als solches erkannt. Sondern man glaubt es mit einer anderen Form von Materie zu tun zu haben.

Beispielsweise gibt es in den Veden die Bezeichnung anu, Atom. Und materielle Zeit, kala, wird als "die Bewegung des anu innerhalb des Raums" beschrieben.

Die Veden selbst bezeichnen sich als Shabda-brahman. Shabda bedeutet Klangschwingung und brahman ist transzendental. Man könnte es auch als "transzendentale In-Form-ation" bezeichnen.
Das Guiness-Buch der Rekorde nennt als größte Zeiteinheit das Kalpa der altindischen Zeitrechnung: 4 320 000 000 Jahre! Aber das ist bei weitem nicht die grösste Zeiteinheit ...

Im 5. Canto des Shrimad-Bhagavatam wird eine ganzheitliche Kosmologie (die weit über die Welt der Materie geht) präsentiert, die seit kurzem sogar weitsichtige Wissenschaftler aufhorchen lassen.

hierzu folgender interessanter Link:

http://vedenakademie.de/artikel/vasati/vasati-global-scaling.htm
Um nochmals auf den scheinbaren Widerspruch der Dualität in Bezug zur Persönlichkeit Gottes zurück zu kommen.

Hass/Liebe
Finsternis/Licht
Tod/Geburt
Leid/Freude etc.

Wenn man diese Gegensätze versucht mit materiellem Bewusstsein "ich bin der Körper" betrachtet, scheinen sie einen Widespruch in Bezug zum "guten Gott" zu sein.
In der Bhagavad-Gita erklärt Shri Krishna seinem Geweihten Arjuna:
"Dem materiellen Körper des unzerstörbaren, unmessbaren und ewigen Lebewesens ist es mit Sicherheit bestimmt zu sterben. Deshalb kämpfe o Nachkomme Bharatas ." BG 2.18 (Arjuna steht stellvertretend für uns als "spirituelle Krieger")
Ob wir bei der Geburt oder erst nach 100 Jahren den Körper aufgeben müssen, der Tod ist uns sicher - totsicher.
Humanität auf der Grundlage des zeitweiligen Körpers ist vergänglich und letztlich Illusion.
Humanität in Verbindung mit der unsterblichen Seele, atma, ist hingegen ewig und somit Wahrheit.

Die Veden erklären diese Gegensätze der Dualität aus höherer Warte und geben uns folgendes Beispiel:
Die Sonne erzeugt die Wolken. Die Wolken bewirken, das wir die Sonne nicht sehen können.
Gott ist mit der Sonne vergleichbar und die Wolken sind vergleichbar mit der Illusionierenden Energie Gottes - Mahamaya. Mahamaya, ist das Täuschende, Trennende (diabolisch).
Ursprünglich gibt es nur eine innere Freudenenergie Gottes, Yogamaya. Und Mahamaya ist eine Teilerweiterung Yogamayas die auf der materiellen Ebene die bedingten Lebewesen alle verwirrt.

Mahamaya bewirkt, das wir uns mit dem Körper identifizieren und diese falsche Identifikation wird ahankara, falsches Ego, genannt.
In Tat und Wahrheit jedoch kann die Wolke die Sonne gar nicht verdecken, die Sonne ist immer die leuchtend helle Sonne. Es ist lediglich unser Standort/Bewusstsein, das es ermöglicht, das sich die Wolke vor die Sonne schieben kann und diese von unserer Warte aus verdeckt.

Gott selbst kann also nicht in Illusion fallen. Gott ist und bleibt Gott. Zu denken man könne Gott werden wenn man die Wolke vertreibt ist ebenfalls Illusion. Die Veden erklären, das dies die letzte aber auch die grösste Illusion sei - der Versuch des "Eins-werden" mit dem unpersönlichen Aspekt Gottes.

Aber nun wieder zur Dualität.
Diese beiden Gegensätze Hass/Liebe, Tod/Geburt, Leid/Freude werden von der selben bedeckenden Energie Gottes erzeugt - Mahamaya.
Denn nicht nur das materielle Leid sondern auch die materielle Freude sind zeitweilig und somit Illusion. Gerade die scheinbaren Freuden halten das transzendentale Lebewesen in der Gefangenschaft des Kreislaufes von Tod und Geburt (die Anziehung zum anderen Geschlecht ist abenfalls ein Ausdruck Mahamayas). Ihre Aufage ist es, uns in diesem Kreislauf, samsaras, zu behalten.
Die Illusion begegnet uns also sowohl im liebenswürdigen Kindergesicht als auch im tobenden Schlachtfeld. Und bewirkt unser ICH und MEIN.
MEINE Kinder, MEIN Haus, MEIN Land, MEIN Körper etc.

Die Frage ist wieso existiert Freud/Leid, wieso diese verhüllende Mahamaya?
Das Shrimad-Bhagavatam erklärt; weil es gebraucht wird.
Alles was ist, existeirt aus dem Grund weil ein Bedarf dafür besteht. In der Natur können wir das sehr leicht beobachten.

Das Shrimad-Bhagavatam erklärt, das die materielle, zeitweilige Schöpfung existeirt weil sie für die bedingten Seelen die von der Höchsten Persönlichkeit Gottes getrennt geniessen wollen, gebraucht wird.

Die befreiten Seelen stehen unter der Herrschaft von Yogamaya und geniessen transzendentale Glückseligkeit.

Durch den Einfluss Mahamayas, der "Wolken" die sich vor unser ursprünglich reines Bewusstsein schieben, gehen wir Tätigkeiten der Sinnesbefriedigung nach (ich bin der Körper und "ich" kann nur glücklich/zufrieden sein, wenn ich meine Sinne be-friedige).
Es gibt für einen Menschen zwei Wege; entweder er ist godasa (Go=Sinne, Dasa=Diener) oder er ist gosvami (Svami=Meister).
Wahre Religion/Spiritualität beginnt, wenn sich der Mensch zum Gosvami hin ent-wickelt.

In der transzendentalen Welt gibt es ebenfall Vielfalt, dort wird jedoch alles in den Dienst der Höchsten Persönlichkeit Gottes gestellt. Tun wir das in der materiellen Welt, wandelt sich Mahamaya in Yogamaya. Dieser Prozess wird Bhakti-yoga genannt.

Ein Gutes Beispiel hierfür ist "Mutter Ganga" in Indien. Die Menschen gehen zu diesem heiligen Fluss entnehmen aus ihm etwas Wasser und opfern dem Fluss dieses Wasser mit einer leicht kreisenden Handbewegung um es dann wieder zurück in den Fluss zu giessen.
Aus der Sicht eines Materialisten ist das unlogisch. Aber genau das ist ewige Realität.
Alles gehört der Höchsten Persönlichkeit Gottes. Wir können Seinen Besitz in Seinen Dienst stellen. Durch diese einfache Hingabe verbinden wir uns wieder mit Ihm und beginnen wieder eine Beziehung mit Ihm aufzunehmen. Anstatt alles mit einem PRIVAT-Schild zu versehen.
(Privat bedeutet übergiens in seiner ursprünglichen Bedeutung "gestohlen")

Im Gegenwärtigen Zeitalter ist das Opfer das die Höchste Persönlichkeit Gottes von uns Wünscht, Ihn durch seine Tranzendentalen Namen zu Lobpreisen - Harinamsankirtan. Das Singen Seiner Heiligen Namen die man in den Veden unter dem Begriff Mantra kennt.

Ein Beispiel in Bezug zur Dualität unserer Sichtweise ist der Sadhu, der Heilige, der in Kalkutta in der Ganga badet. Die Gnaga ist in Kalkutta unglaublich schmutzig, soviel Unrat der auf dem Fluss schwimmt, aber das ist eine Eigenschaft des Wassers. Ein wirklicher Sadhu lässt sich nicht stören von wiedrigen äusseren Umständen. Er wischt den Unrat links und rechts etwas zur Seite und badet voller Dankbarkeit in Mutter Gangas Wasser und erhält die Segnung (Auflösung des angesammelten Karmas).
Er braucht nicht in den Norden des Landes bis nach Prayag (Allahabad) hinauf zu reisen, Mutter Gnaga gewährt in Kalkutta die gleiche Segnung.
Hallo Keys,

Sorry, ich hatte deinen Beitrag zwar gelesen, aber vollkommen vergessen darauf zu antworten, deshalb mit leichter Verspaetung.

Zitat:
Ich glaube nicht an einen Gott der nur das Gute erschaffen hat und sein Gegenspieler der Teufel sein soll und das Böse vertritt.

Immerhin! Also behauptest du, das es den Satan/Teufel, somit die Hoelle und das Fegefeuer nicht gibt.
Damit alledings lehnst du bereits weite Teile des Korans ab. Ist dir das klar?

Zitat:
Es gibt einen Gott der alles erschaffen hat das Böse und das Gute, Licht und Dunkelheit meinst du das damit wenn du sagst es tauchen widersprüchliche Namen auf?

Ja auch, aber auch barmherzig, unbarmherzig, Liebe, Hass, Erschaffende, Zerstoerende, ...du kanst m.E. saemtliche existierenden Attribute dafuer benutzen. Er hat auch ales erschaffen und gleichzeitig nichts erschaffen. Er existiert und existiert gleichzeitig nicht...merkst du, auf was ich hinnaus will?
Keine Aussage ueber Gott ist sinnvoll, da immer auch gleichzeitig die Negation gilt.
Allgemein:
A kann nicht gleichzeitig B und nicht B sein.
Somit kann ich keine Aussage ueber A bezgl. B machen.

Zitat:
Eben weil Gott nunmal der Erschaffer von allem ist es gibt keinen der ihm gleicht alles steht unter seiner Kontrolle.

Ich mag das Wort Kontrolle hier nicht. Das klingt wieder nach aktiven Gott.
Kontrolliert uns die Schwerkraft?
Besser waere doch "Wir stehen unter dem Einfluss der Schwerkraft/ des Schoepfers (so es ihn den gibt).

Zitat:
Das mein ein Namen rauspickt kommt nicht einfach von Lust und Laune, den auch hier hält man sich an den Quran und ein gläubiger Muslim fängt alles in seinem Namen an ( in Namen Allahs des Allerbarmers des Barmherzigen).

Ich weiss, aber warum tut das ein gläubiger Muslim.
Aber das ist bei genauer Betrachtung doch vollkommener Unsinn!
Wie kann kann jemand in Namen Allahs einen Aufsatz schreiben?
Mit welchem Recht? Hatt Allah ihn jemals dazu authorisiert einen solchen Aufsatz zu schreiben?
Ich halte das fuer einen extremen Fall von Blasphemie.

Ganz nebenbei:
Ein atheistischer Physiker faengt seine Aufsaetze ja auch nicht mit "Im Namen der Schwerkraft" an.
Obwohl diese Macht ja sogar bewiesen ist.

Zitat:
Aber wie stelltst du dir Gott vor?

Gar nicht Keys, denke an das 2 Gebot!
Sich Gott vorzustellen, bedeutet automatisch dem Aberglauben zu verfallen.
Dabei ist es vollkommen egal ob ich mir Gott als goldenes Kalb oder Baertigen Mann in weissem Gewand und in Sandalen vorstelle.

Zitat:
Du glaubst an eine höhere Macht jedoch weißt du nichts über sie oder?

Natuerlich weiß ich nichts über sie.

Zitat:
sondern folgst deinen Instinkten, so wie du meist formulierst...wie näherst du dich so einem gott

Ich weiss nicht, ob ich mich so einem Gott naehere. Mir ist das relativ egal.

Zitat:
...nimmt er deine Gebete an?

Weiss ich nicht.

Zitat:
Kannst du Gott mit einer Formel ausmachen und wie sieht dan dieser Gott aus nicht bildlich gesprochen natürlich...Glaub mir das geht nicht !

Natuerlich nicht. Und das ist auch gut so. Ganau das ist es was Moses gewollt hat!

Zitat:
Was meinst du mit Unerschafenheit ?

Von Gott diktiert

LG
Martin

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