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Die Personifikation Gottes












Zunaechst die Definition des Wortes Personifikation:
Zitat:
Die Personifikation, fictio personae oder Prosopopoiia (griech. prosopon poeìn = eine Maske aufsetzen) ist eine rhetorische Figur, die Tieren, Pflanzen, Gegenständen, toten Personen oder abstrakten Wesenheiten eine Stimme gibt oder menschliche Züge verleiht. Im allgemeineren Sinne spricht man auch von Anthropomorphismus. Eine erweiterte Personifikation nennt man auch Allegorie.

Die Definition des Wortes Gott:
Zitat:
Das Wort Gott steht in seinem allgemeinen Sinn als Gattungs- bzw. Sammelbegriff für transzendente (d.h. die erfahrbare Welt – auf welche Weise auch immer – übersteigende) Mächte, die ihrerseits Einfluss auf das Leben in der für uns erfahrbaren Welt nehmen. An einen Gott oder mehrere Götter glauben, heißt dann, (1) die Existenz bzw. Wirksamkeit einer solchen Macht bzw. solcher Mächte anzunehmen sowie (2) sein Leben auf diese göttliche Macht bzw. diese göttlichen Mächte in der Welt hin zu orientieren.
In einem übertragenen Sinn kann das Wort Gott generell für alles stehen, was einzelnen Menschen letzte Lebensorientierung ist („dies oder jenes ist sein/ihr Gott“). Das jeweils mit unterschiedlichen Bedeutungen gefüllte Wort Gott steht dann für miteinander konkurrierende Lebensorientierungen, unter denen die einzelnen Gottesvorstellungen ihren Platz suchen und ihre je spezifische Art des Gottesglaubens auszudrücken haben.

Kurz, per definitionem ist also Gott eine wie auch immer geartete Macht oder Lebensorientierung.

Diese Definition steht im Einklang mit dem Anfang des 2. Gebotes Moses':
Zitat:
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, ... von dem was oben im Himmel...ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht...(Ex 20,4-6 und Dtn 5,8-10)

Auch der Islam kennt eine solche abstrakte Formulierung Gottes:
Zitat:
Die 99 Namen Allahs (arabisch: Asma'u llahi l-husna) werden als Synonym für Allah verwendet.
In einem Hadith sagte der Prophet Mohammed:
Wahrlich, Allah hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt geht ins Paradies. (Sahih Buchary Ausg. 3, Band 50, Nr. 894)

Auch wenn es an dieser Stelle nicht belegbar ist, so meine ich mich zu erinnern, das die zahl 99 in der arabischen Symbolik fuer Unendlich steht. Sollte dies der Fall sein, so entspraeche diese Annahme der von Moses, sowie der Definition Gottes, so wie sie allgemein gueltig ist.

Jedoch ist ein solcher abstrakter Begriff Gottes als abstrakte Macht oder Lebensorientierung den Menschen nicht handlich genug.
So heisst es dann auch im weiteren Verlauf des 2. Gebotes dann auch: "Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetaten der Väter heimsucht ..., aber Barmherzigkeit erweist ..."
Tatsaechlich wird hier genaugenommen innerhalb eines Gebotes das Gebot selbst wiederlegt, denn wenn ich auf Gott die menschlichen Eigenschaften "eifernd" und "Barmherzig" projeziere, mache ich mir damit bereits ein Bild ueber Gott.

Dies ist eine zutieft menschliche Schwaeche, denn Personifikationen finden im Alltag staendig statt.
Sie sind ein notwendiger didaktischer Schritt zur Artikulation von Situationen, die anders nicht beschreibbar sind.
Beispiel:
„Jetzt lacht das Glück uns an / bald donnern die Beschwerden.“
(Andreas Gryphius)

„Natur schläft — ihr Odem steht,
Ihre grünen Locken hangen schwer,
Nur auf und nieder ihr Pulsschlag geht
Ungehemmt im heiligen Meer.“
(Annette von Droste-Hülshoff)

Weitere Beispiele:
„Der Dollarkurs liegt am Boden.“
„Der Tag verabschiedet sich.“

Das eigentliche Problem, das allerdings in Religionen aus der Personifikation Gottes entsteht, ist die zutiefst aberglaeubische Vorstellung irgendwo ueber den Wolken wuerde ein alter Mann mit goldenem Heiligenschein ueber dem Kopf, mit weissem Bart, in weissem Gewand, Sandalen tragend ein heiliges Buch in der Hand halten und guetige Worte sprechen.
Im Islam existiert sogar ein Gott den man fuerchten und dienen muss, der Respekt und bedingungslose Treue verlangt und der ueber Leben, Krankheit und Tod des Glaeubigen herscht, ganz so wie ein "Master" zu seinen Sklaven.*
Alleine im letzten Satz haben wir Gott 5 menschliche Eigenschaften zugesprochen: fuerchten, dienen, respektieren, Treue und Herrschaft.
Alleine deshalb zeugt ein solcher Satz von tiefsten Aberglauben.

*Ich mache den Vergleich bewusst, um das hoechst irdische (Ohn)machtpotential hinter einer solchen Haltung aufzuzeigen.
Ein glaeubiger Mensch wird solche demuetigende Verhaltensweise internalisieren (und damit zu einem hohen Masse seine eigene Wuerde ueber Bord werfen) und ist deshalb relativ einfach zu fuehren.


Was also ist Gott?
Wikipedia schreibt Gott ist eine Macht.
Sehr gut formuliert.
Es wird bewusst offengelassen, wie sich diese Macht aeussert, denn wir Menschen wissen es nicht.
Gott kann bis dato nicht bewiesen werden, also wissen wir auch nicht ob und wenn ja, welche Eigenschaften Gott hat.

Wer Gott trotzdem personifiziert, der betet das "goldene Kalb" an und ist deshalb ein Unglaeubiger, eine Heide, ein Kaf'r.

LG
Martin
Hallo Martin,
das Wort "Person" ist in Sanskrit Purusha.
Purusha bedeutet gleichzeitig Geniesser.
Wenn wir also von Person sprechen, sprechen wir gleichzeitig vom Geniesser. Genuss und Person sind untrennbar miteinander verbunden.

Wenn sich dieser Purusha fälschlicherweise mit der "Maske" seines materiellen Körpers identifiziert, spricht man von ahankara, falschem Ego.
Dies bedeutet jedoch nicht, das der Purusha kein wahres Ego hat, kein Individuum ist, kein unteilbares Selbst hat.

Zitat:
Die Definition des Wortes Gott:
Zitat:
Das Wort Gott steht in seinem allgemeinen Sinn als Gattungs- bzw. Sammelbegriff .....



Bei der Definition "Gott" stimme ich dir zu.
Der eine sagt Gott ist LIEBE, der andere sagt GOTT ist das Licht der Sonne die alles Leben ermöglicht, ein anderer wiederum mag sagen das Gott die gesamte kosmische Manifestation ist. Sie alle haben "recht".
In der Bhagavad-Gita werden drei Aspekte Gottes erklärt. Unter anderem auch die so genannte "Vishva-rupa", die universale Form Gottes (die kosmische Manifestation).

Die Definition von Gott in der Brahma-samhita ist, "Gott ist der Ursprung allen Ursprungs und die Ursache aller Ursachen".

Da Gott der Ursprung der materiellen Manifestation ist, muss Gott jenseits dieser stehen. Was bedeutet das Gott nicht materiell ist, sondern Materie eine Energie Gottes ist. Gott selbst ist ursprungslos, Gott hat keinen Ursprung, sonst könnte Gott nicht Gott sein.

Gleichzeitig ist Gott jedoch auch Person. Aber nicht Purusha, sondern Purushottama. Die Höchste Person.

Zitat:
Zitat:
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, ... von dem was oben im Himmel...ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht...(Ex 20,4-6 und Dtn 5,8-10)


Dieser Vers bringt zum Ausdruck das sich der Mensch kein eigenes Bild von Gott machen sollte. Er sollte sich kein goldenes Kalb "bauen" und es als Gott verehren. Das wäre Götzenkult!

In Genesis 1.27 heisst es jedoch, das Gott den Menschen nach Seinem Ebenbild schuf.

Diese Aussage ist aus vedischer Sicht kein Widerspruch, denn der Mensch soll sich nur kein eigenes Bild von Gott fabrizieren, was nicht bedeutet das Gott formlos und unpersönlich ist.
Denn alles was erschaffen wird hat seinen Schöpfer. Und hinter einem Schöpfer steht immer ein Wunsch zu schaffen. Und wo ein Wunsch ist, da ist auch eine Person/Geniesser.
Da in Gott die Eigenschaft des erschaffens ist, ist auch in uns diese Neigung. Gott erschafft das Universum und wir eben Autos und Flugzeuge.
Kein Auto und Flugzeug kann ohne Plan erschaffen werden. Hinter jedeR Schöpfung steht ein WUNSCH und PLAN, ein intelligenter Purusha/Geniesser.
Der Mensch sollte lediglich aufhören zu versuchen sich von "Purushottama" ein eigenes Bild vor-zu-stellen. Was heisst, der Mensch sollte keine selber erfundenen Gottesbilder vor die ewige Realität der Persönlichkeit Gottes stellen.
Gott besitzt sehr wohl eine Form, diese ist jedoch adokshaya, mit materiellen Sinnen nicht wahrnehmbar.

Zitat:
Zitat:
Die 99 Namen Allahs (arabisch: Asma'u llahi l-husna) werden als Synonym für Allah verwendet.
In einem Hadith sagte der Prophet Mohammed:
Wahrlich, Allah hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt geht ins Paradies. (Sahih Buchary Ausg. 3, Band 50, Nr. 894)

Auch wenn es an dieser Stelle nicht belegbar ist, so meine ich mich zu erinnern, das die zahl 99 in der arabischen Symbolik fuer Unendlich steht. Sollte dies der Fall sein, so entspraeche diese Annahme der von Moses, sowie der Definition Gottes, so wie sie allgemein gueltig ist.


Die Veden erklären, das das was brahman, spirituell ist, oder mit anderen Worten, das was transzendental ist, nicht mit materiellen Mitteln messbar ist. Etwas was transzendental ist, besitzt kein Anfang und kein Ende, da es ewig ist. Man kann etwas transzendentales auch nicht mit einem materiellen Messband vermassen, da es endlos ist. ABER DAS BEDEUTET NICHT DAS ES FORMLOS IST, es besitzt lediglich KEINE MATERIELLE FORM. Oder mit anderen Worten, hättest du ein transzendentales Messband, könntest du transzendentale Dinge messen.

Gott besitzt sehr wohl Eigenschaften, aber diese Eigenschaften sind ABSOLUT. Denn Gott ist der Ursprung von allem, in vollem unendlichem Umfang. Gott ist das Summum Bonum.
Wir sind beispielsweise zornig, aber unser Zorn ist unvollkommen und begrenzt.
Gottes "Zorn" jedoch ist absolut (vollkommen/ohne Fehler)
Gott wird nicht durch Zorn beherrscht, denn er ist der Herrscher über den Zorn.
Und gleichzeitig ist Gott atmarama, Er ist in Sich Selbst vollkommen glückselig und zufrieden (Er geniesst in Sich Selbst unendliches Glück), daher braucht Er nichts und niemanden.
Um nochmals auf den Zorn zurück zu kommen. Gottes "Zorn" ist immer verbunden mit allem, da Er auch alldurchdringend ist, während unser Zorn immer trennend wirkt (Ich und mein).

Gruss
Hallo jivatma,

Zitat:
das Wort "Person" ist in Sanskrit Purusha.
Purusha bedeutet gleichzeitig Geniesser.
Wenn wir also von Person sprechen, sprechen wir gleichzeitig vom Geniesser.

... sofern wir Sanskrit als Deutungsplattform waehlen.
Aber gut, weiter...
Zitat:
...Genuss und Person sind untrennbar miteinander verbunden.
Wenn sich dieser Purusha fälschlicherweise mit der "Maske" seines materiellen Körpers identifiziert, spricht man von ahankara, falschem Ego. Dies bedeutet jedoch nicht, das der Purusha kein wahres Ego hat, kein Individuum ist, kein unteilbares Selbst hat.

Aha.

Zitat:
Bei der Definition "Gott" stimme ich dir zu.
Der eine sagt Gott ist LIEBE, der andere sagt GOTT ist das Licht der Sonne die alles Leben ermöglicht, ein anderer wiederum mag sagen das Gott die gesamte kosmische Manifestation ist. Sie alle haben "recht".

Wieso? Das Problem ist doch, dass derjenige der Gott ist LIEBE schreibt, meint das damit Gott nicht(!) HASS ist.
Das aber ist falsch. Gott ist eben alles und deshalb nichts.
Das wer schreibt "GOTT ist das Licht der Sonne die alles Leben ermöglicht" meint, dass deshalb NICHT meint "GOTT ist die Dunkelheit des Universums die alles Leben erlischt". Aber auch das ist Gott.
Dies ist das Kernproblem.

Zitat:
Da Gott der Ursprung der materiellen Manifestation ist, muss Gott Jenseits dieser stehen. Was bedeutet das Gott nicht materiell ist, sondern Materie eine Energie Gottes ist. Gott selbst ist ursprungslos, Gott hat keinen Ursprung, sonst könnte Gott nicht Gott sein.

Der erste Beweger, der Designergott. Glaubensannahmen, die sich weder widerlegen noch beweisen lassen.
Vielleicht war es Gott, der die erste Schwankung in der vollkommenen Symetrie des Uruniversums ausgeloest hat.
es gibt dazu ein sehr gutes Video:
http://www.br-online.de/alpha/centauri/archiv.shtml 07.06.06 Warum ist nicht Nichts?
Niemand weiss dies.

Zitat:
Gleichzeitig ist Gott jedoch auch Person. Aber nicht Purusha, sondern Purushottama. Die Höchste Person.

Warum?

Zitat:
Dieser Vers bringt zum Ausdruck das sich der Mensch kein eigenes Bild von Gott machen sollte. Er sollte sich kein goldenes Kalb "bauen" und es als Gott verehren. Das wäre Götzenkult!
In Genesis 1.27 heisst es jedoch, das Gott den Menschen nach Seinem Ebenbild schuf.
Diese Aussage ist aus vedischer Sicht kein Widerspruch, denn der Mensch soll sich nur kein eigenes Bild von Gott fabrizieren, was nicht bedeutet das Gott formlos und unpersönlich ist.

Natuerlich. Aber wir wissen eben nicht, wie und ob Gott aussieht und wie und ob er/sie/es Eigenschaften hat.

Zitat:
Denn alles was erschaffen wird hat seinen Schöpfer. Und hinter einem Schöpfer steht immer ein Wunsch zu schaffen.

Das ist eine unbegruendete Annahme. Wenn ich einen Unfall baue, wuensche ich mir das nicht. Wenn die Sonne Waerme erschaft, dann wuenscht sie sich das nicht, oder?

Zitat:
Und wo ein Wunsch ist, da ist auch eine Person/Geniesser.

Ja in den weingen faellen, wo Kreationen auf Wuensche zurueckfuehrbar sind, ja.
Das ist aber nur in den seltensten Faellen so.

Zitat:
Da in Gott die Eigenschaft des erschaffens ist, ist auch in uns diese Neigung. Gott erschafft das Universum und wir eben Autos und Flugzeuge.

Warum dann aber alle anderen Kreaturen Gottes nicht?
Weil sie nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden?
Wir wissen nicht, ob wir nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden.
Ergo koennen wir auch keine Aussagen ueber "vererbte" Eigenschaften machen.

Zitat:
Gott besitzt sehr wohl Eigenschaften, aber diese Eigenschaften sind ABSOLUT. Denn Gott ist der Ursprung von allem, in vollem unendlichem Umfang. Gott ist das Summum Bonum.

Woher weist du das?

Nochmal, das Problem ist die Sprache: Wenn Gott alle Eigenschaften (absolut) besitzt, so kann keine Aussage mehr getroffen werden.

Stelle dir doch mal 2 Glaubige vor:
Der eine sagt "Gott ist der gerechteste".
Der andere sagt "Gott ist der ungerechteste"
Nun soll Gott beide Attribute gleichzeitig haben.
Wie soll das gehen? Wie ist dann noch eine sinnvolle Aussage moeglich?

LG
Martin
Hallo Martin,


Zitat:
Wieso? Das Problem ist doch, dass derjenige der Gott ist LIEBE schreibt, meint das damit Gott nicht(!) HASS ist.
Das aber ist falsch. .................................................... Das wer schreibt "GOTT ist das Licht der Sonne die alles Leben ermöglicht" meint, dass deshalb NICHT meint "GOTT ist die Dunkelheit des Universums die alles Leben erlischt". Aber auch das ist Gott.
Dies ist das Kernproblem.


Dem stimme ich zu.

Zitat:
Gott ist eben alles und deshalb nichts.


Das ist wiederum nicht logisch.
ALLES bedeutet nicht NICHTS.
Wenn in den Veden beispielsweise von Brahman die Rede ist, so ist damit nicht einfach etwas unergründliches transzendentales gemeint, sondern eben auch die Materie, denn sie ist ebenfalls ein Teil des Brahman.
Materie wechselt an "ihrer Oberfläche" ständig ihr Äußeres. Dies nennen wir dann Dualität (Hass-Liebe, Licht-Finsternis etc.). Aber es gibt auch eine höhere Einheit des Ganzen!
Vergleichbar mit einem Baum, der aus Stamm, Ästen, Zweigen und Blättern, Blühten und Früchten besteht. Das Original, der wirkliche Baum steht am Ufer (Transzendenz) und der materielle Baum ist derjenige, der sich im Wasser spiegelt. Dieser Baum ist, abhängig vom Wasser (Materie) in dem er widergespiegelt wird, ständig in Bewegung.
Wenn wir im widergespiegelten Baum keine höchste Realität finden können - bedeutet das, das es gar keinen wirklichen Baum gibt?

Zitat:
jivatma@
Da Gott der Ursprung der materiellen Manifestation ist, muss Gott Jenseits dieser stehen. Was bedeutet das Gott nicht materiell ist, sondern Materie eine Energie Gottes ist. Gott selbst ist ursprungslos, Gott hat keinen Ursprung, sonst könnte Gott nicht Gott sein.

mpoetschik@
Der erste Beweger, der Designergott. Glaubensannahmen, die sich weder widerlegen noch beweisen lassen.


Das sehen die Veden anders.
Nochmals die Definition von Gott (Brahma-Samhita):
Gott ist der Ursprung allen Ursprungs und die Ursache aller UrsachenWenn also jemand von Gott spricht aber gleichzeitig dieser erwähnten Definition widerspricht, so spricht er nicht von Gott.

Zitat:
Zitat:
Gleichzeitig ist Gott jedoch auch Person. Aber nicht Purusha, sondern Purushottama. Die Höchste Person.

Warum?


Jegliche Schöpfung beruht auf einem Wunsch.
Und wo ein Wunsch ist, da ist auch immer eine Person.
(wir reden hier nicht über den "alten Mann mit weißem Bart", lassen wir einmal diese kindisch, materielle Vorstellungen beiseite)
Die Person Gottes lässt sich mit nichts vergleichen, das wir kennen.

Ein Beispiel:
Ein reicher Mann möchte Autos herstellen. Er hebt also Geld (Energie) von der Bank ab und manifestiert durch seinen Wunsch eine Fabrik die Autos herstellt. Die Fabrik läuft auch ohne die Anwesenheit ihres Besitzers.
Auch kann man durch die Untersuchung der Autos und der Fabrik nicht deren Besitzer erkennen.

Zitat:
Zitat:
Dieser Vers bringt zum Ausdruck das sich der Mensch kein eigenes Bild von Gott machen sollte. Er sollte sich kein goldenes Kalb "bauen" und es als Gott verehren. Das wäre Götzenkult!
In Genesis 1.27 heisst es jedoch, das Gott den Menschen nach Seinem Ebenbild schuf.
Diese Aussage ist aus vedischer Sicht kein Widerspruch, denn der Mensch soll sich nur kein eigenes Bild von Gott fabrizieren, was nicht bedeutet das Gott formlos und unpersönlich ist.

Natuerlich. Aber wir wissen eben nicht, wie und ob Gott aussieht und wie und ob er/sie/es Eigenschaften hat.


Ich verweise nochmals auf das Beispiel mit dem Baum am Ufer der sich im Wasser widerspiegelt (dieses Beispiel wird im Shrimad-Bhagavatam gegeben)
Auf grund der Widerspiegelung im Wasser können wir davon ausgehen das es ein Original gibt.

Zitat:
Zitat:
Denn alles was erschaffen wird hat seinen Schöpfer. Und hinter einem Schöpfer steht immer ein Wunsch zu schaffen.

Das ist eine unbegruendete Annahme. Wenn ich einen Unfall baue, wuensche ich mir das nicht. Wenn die Sonne Waerme erschaft, dann wuenscht sie sich das nicht, oder?


Nein, das ist keine unbegründete Annahme, denn eine Eigenschaft Gottes ist Allmacht, sonst könnte man nicht von Gott sprechen.
Wir sind diejenigen die von der materiellen Natur kontrolliert werden und die materielle Natur ihrerseits wird von Gott kontrolliert.
Die Sonne spendet Wärme und Licht, aus unserer Sicht ist sie nur ein lebloser Klumpen komprimierter Materie in der eine Umwandlung von Wasserstoff in Helium vollzogen wird, mit dem "Nebeneffekt" das durch diesen Prozess etwas Wärme und Licht abgesondert wird.
Die Frage ist jedoch, wer hat den Wasserstoff zur Verfügung gestellt?

Zitat:
Zitat:
Und wo ein Wunsch ist, da ist auch eine Person/Geniesser.

Ja in den weingen faellen, wo Kreationen auf Wuensche zurueckfuehrbar sind, ja.
Das ist aber nur in den seltensten Faellen so.


Nein, es ist immer so.
Alle Lebewesen ob mit pflanzlichem, tierischem oder menschlichem Körper gehen den vier Tätigkeiten (Schlafen, Essen, sich verteidigen, Fortpflanzung) nach - mit dem Ziel/Wunsch zu geniessen.
Wir als individuelle Personen werden als nityo cetanash, ewig empfindend/bewusst, bezeichnet (Katha Upanishad 2.2.13).
Und die Höchste Persönlichkeit Gottes wird als "nityo nityanam cetanash cetananam" - als der höchste Ewige und der höchste bewusste/empfindende, bezeichnet.
Es gibt nichts was aus sich selbst heraus entsteht.
Wenn du der Kette der Entstehung der Dinge nachgehst, wirst du nie etwas entdecken was aus sich selber heraus entsteht - ausser Gott (der selbst keinen Ursprung hat).

Zitat:
Zitat:
Da in Gott die Eigenschaft des Erschaffens ist, ist auch in uns diese Neigung. Gott erschafft das Universum und wir eben Autos und Flugzeuge.

Warum dann aber alle anderen Kreaturen Gottes nicht?
Weil sie nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden?
Wir wissen nicht, ob wir nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden.
Ergo koennen wir auch keine Aussagen ueber "vererbte" Eigenschaften machen.


Nochmals das Beispiel mit dem Baum der am Ufer steht und im Wasser gespiegelt wird.
Der wirkliche Baum weisst eine Vielfalt auf - Äste, Zweige, Blätter, Blüten, Früchte etc. All diese Vielfalt macht den Baum aus. Und diese Vielfalt wird auch im Wasser (Materie) widergespiegelt. Mit dem Unterschied das in der materiellen Welt alles zeitweilig ist, genau betrachtet, gar keine Wirklichkeit hat. Denn nur das hat Wirklichkeit/Realität, was ewig ist. Es wäre aber falsch zu sagen, das "das Nichts" die eigentliche Realität ist, nur weil es sich um eine Spiegelung handelt die wir da betrachten (die Realität steht am Ufer).
In diesem Sinne müssen wir erkennen, das wir weder Materie noch ein Produkt von Materie sind. Wir sind ebenfalls transzendental.
Vergleichbar mit dem Fahrer und dem Auto in das er einsteigt. Oder den Kleidern die wir zur Zeit tragen. Es wäre ver-rückt zu sagen "ich Mercedes" oder "ich blaues Hemd", aber genau das tun wir, wir identifizieren uns mit dem zeitweilig, materiellen Körper.

Wir sind abgesonderte, fragmentarische Teile der Höchsten Persönlichkeit Gottes. Qualitativ gleich (göttlich), quantitativ unendlich viel kleiner als Gott.

Zitat:
Zitat:
Gott besitzt sehr wohl Eigenschaften, aber diese Eigenschaften sind ABSOLUT. Denn Gott ist der Ursprung von allem, in vollem unendlichem Umfang. Gott ist das Summum Bonum.

Woher weist du das?


Die Veden unterscheiden drei Arten des Beweises (Pramana):

1. pratyaksha = Beweis durch direkte Sinnes-Wahrnehmung
(die Sinne/unsere Wahrnehmung sind sehr begrenzt)

2. anumana = Beweis durch Hypothese (deduktive und induktive Logik) (aber auch hier, keine absolute Sicherheit)

3. shabda = Beweis durch Wissen von höheren Quellen.
(shabda bedeutet auch Klang ---> das was man aus höheren Quellen hört)
Transzendentale Themen können nicht durch empirische und theoretische Methoden verstanden werden. Man muss sie annehmen wie sie sind.
(was nicht heisst das wir sie blind akzeptieren sollten!)

Das Shrimad-Bhagavatam gibt ein einfaches Beispiel:
Wenn du wissen willst wer dein Vater ist, kann dir niemand ausser deiner Mutter helfen. Sie ist die Autorität, die dir die Frage schlüssig beantworten kann. (du "musst" ihr vertrauen, denn sie ist die höchste Autorität die du finden kannst um dir diese Frage verlässlich zu beantworten)
Aus diesem Grund werden die Veden als die "Mutter" betrachtet, die uns über transzendentale Themen Auskunft gibt.

Die Höchste Persönlichkeit Gottes sagt in der Bhagavad-Gita (2.Teil 15.15)
"Das Ziel aller Veden ist es, Mich zu erkennen. Wahrlich, Ich bin der Verfasser des Vedanta, und ich bin der Kenner der Veden."

Zitat:
Stelle dir doch mal 2 Glaubige vor:
Der eine sagt "Gott ist der gerechteste".
Der andere sagt "Gott ist der ungerechteste"
Nun soll Gott beide Attribute gleichzeitig haben.
Wie soll das gehen? Wie ist dann noch eine sinnvolle Aussage moeglich?


Sehr gut!
Das ist die Sicht des Dualisten, der nur die Bewegung des Baumes sieht der sich im Wasser spiegelt. In dieser Welt der zeitweiligen Erscheinungen können wir Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit finden.
Die Widerspiegelung des wirklichen Baumes ist verzerrt. Wir können sie nicht im 1:1 Maßstab auf das Original übertragen.
Ein Baum mag auf seiner Sonnenseite viele Früchte tragen und auf der Schattenseite keine. Bedeutet das das die Schattenseite des Baumes ungerecht ist?
Die Wolken tragen das Wasser über das ganze Land und viele Pflanzen wachsen dank des Regens, kann nun der Regen dafür verantwortlich gemacht werden welche Pflanzen wachsen? (giftige oder heilende)

Die zeitweilig, materielle Welt ist dazu da, das wir wieder in Kontakt treten mit der Höchsten Person und eine individuelle dienende Beziehung aufnehmen. Da wir Teile des Ganzen sind, ist unsere Position, die des Dieners für das Ganze. Der Finger dient der Hand, die Hand dem Körper etc.
Die Schraube der Maschine.
Aber was ist, wenn der Finger unabhängig sein will?
Was für eine Bedeutung hat eine Schraube ohne Maschine?
Beide sind nutzlos.

In der Welt der Dualität, versucht jeder ein König zu sein.
Und so streiten sich alle wie Katzen und Hunde.
Advaita - Nichtdualität bedeutet, wieder mit dem Höchsten und grössten Lebewesen den gleichen Wunsch zu haben. Der Finger findet seine Vollkommenheit in der Aufgabe der Hand zu dienen. Keiner der anderen Finger kann seine Aufgabe so perfekt übernehmen wie er. Vollkommenheit bedeutet nicht Gott zu werden, das ist Un-sinn. Denn Gott kann man nicht werden. Gott ist und bleibt Gott. Gott kann nicht in Unwissenheit fallen, ein bedingtes Dasein annehmen und dann wieder Gott "werden" - das ist Unsinn.

In der Transzendenz lebt jedes Wesen in vollkommener Harmonie mit dem Wunsch des Höchsten und grössten Wesens, in dem es seine Stellung als Vollkommener Diener erkannt hat.
So gibt es in der Transzendenz auch Vielfalt wie Gerechtigkeit und Betrug.
Aber der Betrug in der Transzendenz ist absolut und trägt zur Freude aller bei, da niemand Gott sein will (da alle Gott und ihre eigene Stellung kennen).
Durch die dienende Hingabe aller Lebewesen für das Höchste Lebewesen steigert sich die Freude aller beteiligten. Alles ist voll ewiger Substanz, wissend und glückselig ---> sat-cit-ananda vigraha

Gruss
Hallo ihr Lieben und Frieden sei mit euch

Hier wird ja heiß diskutiert ich wollte nur die Dinge aus meiner muslimischen Sicht schreiben im Islam ist es verboten sich ein Bild von Gott zu machen und ihm menschliche Eigenschaften zu zu schreiben, da hat martin schon recht jedoch dienen die 99 Namen nicht dazu ihn zu personifizieren sondern hier berichtet Gott selber von seinen Eigenschaften, denn Gott kann keiner irgendwie mit seinem Verstand erfassen.

Ist Gott nur eine höhere Macht und greift er aktiv in das Leben eines jeden ein? oder ist er nur ein Beobachter der seine Schöpfung sich selbst überläßt? ich finde Antworten im Buch Gottes.

Zitat:
Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, der König, der Heilige, der Eigner des Friedens, der Gewährer von Sicherheit, der Beschützer, der Allmächtige, der Verbesserer, der Majestätische. Hoch erhaben ist Allah über all das, was sie ihm beigesellem! Er ist Allah, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter. Sein sind die schönsten Namen. Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist Ihn, und Er ist der Allmächtige, der Allweise. (59:23-24)
Er weiß, was in die Erde eingeht und was aus ihr hervorkommt, was vom Himmel niederkommt und was zu ihm aufsteigt. Und Er ist mit euch, wo immer ihr sein mögt. Und Allah sieht alles, was ihr tut. (57:4)
„Blicke können Ihn nicht erreichen, Er aber erreicht die Blicke. Er ist der Unerforschliche und Allwissende.“ (6:103)
"Er ist Allah, ein Einziger ,Allah, der Absolute (Ewige Unabhängige, von Dem alles abhängt). Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden , und Ihm ebenbürtig ist keiner."(112.)
Nichts ist Ihm gleich, und Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ (Sure 42 /11)
Der Allerbarmer hat den Qur'an gelehrt. Er hat den Menschen erschaffen. Die Sonne und der Mond kreisen nach einer festgesetzten Berechnung. Und die Sterne und Bäume fallen (vor Ihm) anbetend nieder. Und den Himmel hat Er emporgehoben. Und Er hat das (richtige) Abwiegen zum Gebot gemacht,...lles, was auf (Erden) ist, wird vergehen. Aber das Angesicht deines Herrn bleibt bestehen - des Herrn der Majestät und der Ehre. Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen? Ihn bitten alle, die in den Himmeln und auf Erden sind. Er ist tagtäglich in jeglichem Einsatz. Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen? (sure 55)

Und sie sagen: "Allah hat Sich einen Sohn genommen." Gepriesen sei Er! Wahrlich, Ihm gehört, was in den Himmeln und auf der Erde ist - alles ist Ihm untertan , Dem Schöpfer der Himmel und der Erde! Wenn Er eine Sache beschließt, so sagt Er nur zu ihr: "Sei!" und sie ist. (Sure2)
Wahrlich, Allah ist Allverzeihend, Barmherzig. Und wenn ihr straucheln solltet, nachdem die Beweise zu euch gekommen sind, dann wisset, daß Allah Allmächtig ist und Allweise.Erwarten sie etwa, daß Allah ihnen beschirmt von Wolken erscheine und mit Ihm die Engel - doch dann ist die Sache schon entschieden. Und zu Allah werden alle Dinge zurückgeführt. [2:209]
Allah - kein Gott ist da außer Ihm, dem Ewiglebenden, dem Einzigerhaltenden. Ihn ergreift weder Schlummer noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt; sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen, es sei denn das, was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie (beide) zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Erhabene.


Es gibt noch mehr Verse aber ich denke das reicht um euch ein Einblick darüber zu verschaffen was Gott selbst über sich aussagt.

mfg keys.
Forum -> Gott


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