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Die Rolle des Bösen in der Schöpfung
Da drängt sich auch die Frage auf, warum dies alles geschehen muß. Warum beginnt der Mensch seine äonische Entwicklung mit einer stark zerstörerischen Tendenz und warum tut er das Böse sogar in der Weise, daß er - ob Magier oder Nicht-Magier, ob bewußt und also absichtlich oder völlig unbewußt und unwillkürlich - immer auch Wesenheiten der Finsternis heranzieht, die mit ihm das Zerstörungwerkt - und wie es sich auch immer zeigt, überaus gekonnt - verrichten ?
Die erste Frage kann nur vor dem Hintergrund des Kosmischen Gesamtgeschehends beantwortet werden, also unter Berücksichtigung der Entstehung unserer Welt, der Erdsphäre, und ihrer Zurückführung zu Gott.
Die Menschheit hat den Auftrag, an der Vergeistigung der Erdsphäre mitzuwirken. Zu dieser gehört auch die grobstoffliche Materialität, und diese beinhaltet nicht nur die Materie im engeren Sinne, sondern auch die Bedingungen, unter welchen der Mensch in der grobstofflichen Materialität zu leben hat.
Die Entstehung einer Welt vollzieht sich stets als Verästelung und Verzweigung des Einen. Hierzu bedarf es einer enormen Kraft. Diese Kraft liefert LUZIFER mit seiner Schar. Er und seine Engel sind es, die ermöglichen, daß die Schöpfung aus Gott nicht bloß hinausströmen, sondern sich von ihm immer mehr entfernen kann. Sie muß sich von Gott entfernen, damit sie eine immer reichere Gestalt annehmen, immer mehr Formen erzeugen und somit immer mehr Individualität hervorbringen kann. Je reicher eine Schöpfung ist, desto mehr Individualität hat alles und umso mehr und umso reicher gegliederte Ordnungen von Wesenheiten gibt es in ihr.
Damit für die Individualisierung hinreichend Raum zur Verfügung steht, und - was dasselbe ist - damit die Schöpfung, von Gottes Liebessog angezogen, nicht zugleich wieder in ihr zurückströmt, muß die Gegenkraft von Gott alles wegziehen und auf Distanz halten. Es entsteht dabei Raum, sowohl im materiellen als auch im übertragenen Sinne: Raum zur Entfaltung und Entwicklung der von Gott ausgegangenen Funken. So kann durch Wirkung der drei Göttlichen Strahlen immer Neues entstehen. Das Neuentstandene verästelt sich weiter, und dies geht mit Zerstörungen einher, denn es wird alles immer wieder umgestaltet, damit es sich weiter entfalten und vervielfältigen kann.
LUZIFER zieht also mit seiner Schar von Gott die Schöpfung gleichsam weg, und dies erlebt der Mensch als etwas Böses.
Er erlebt das Böse, indem er diesen Kräften, die sich in ihm als seine eigenen Triebkräfte melden, vorerst, am Anfang seiner Entwicklung, noch wehrlos ausgeliefert ist. Er tut also dasselbe, was diese Kräfte , die in ihm noch in Rohgestalt sind, tun: Sie wollen sich von allen anderen trennen, um sich zu individualisieren, und das bedeutet für den Menschen, daß er sich auf Kosten anderer behauptet und sich rücksichtlos auslebt, und dies aus dem einzigen Grunde; um sich zu entwickeln.
Tut also der Mensch das, was in der Zeit jeweils, im Zeitmaß des Kosmischen Rhythmus , geschieht, so schaltet er sich in dessen Wellengang, in dessen Lauf ein, und er tut dasselbe wie LUZIFER: Er hilft, die Schöpfung von Gott "wegzuziehen", wobei er im Grunde nur an der Verwirklichung der Schöpfung mitarbeitet. Denn die Schöpfung muß eine bestimmte Gottesferne erreichen und eine Weile in der Gottesferne bleiben, damit sie sich voll entfalten und all jene Gestaltungen und Prägungen annehmen kann, die vorgesehen wurden, - vorgesehen selbstverständlich von dem einzigen Wesen, das in der Schöpfung überhaupt etwas vorsehen kann: von Gott.
Denn auch in der größten Gottesferne ist und bleibt alles göttlich: eine Erscheinungsform Gottes.
Lebt sich der Mensch aus, und das bedeutet, daß er seine Triebkräfte auslebt und damit den von Gott in der ersten Zeithälfte der Schöpfung noch wegführenden Kräften Wirkungsraum gibt, so befindet er sich im Kosmischen Geschehen an der Seite von LUZIFER und seiner Mitarbeiter und er hilft diesen, ihren Auftrag zu erfüllen. Der Auftrag, den sie selbstverständlich von Gott erhalten haben, besteht ja darin, die Schöpfung - vervielfältigt und individualisiert, bereichert und sich ihrer selbst bewußt geworden - zu Gott zurückzuführen.
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