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27.11.06 (Neues deutschland)
Fremd in Deutschland
Von Nils Floreck
Viele Muslime fühlen sich als Fremdkörper in der deutschen Gesellschaft. Wen wundert's? Frauen in christlichem Habit lehren an deutschen Schulen, Frauen mit Kopftüchern werden in vielen Bundesländern per Gesetz aus der Schule geworfen. Der bayrische Innenminister Beckstein fordert, dass muslimische Frauen ihr Kopftuch ablegen, und verteidigt gleichzeitig Frauen in Nonnenhabit und Kruzifixe in Schulen. Auch der Papst prügelte in seiner Regensburger Rede auf den Islam ein, die christliche Geschichte voller Gewalt, Inquisition und Hexenverbrennungen aber erwähnte er mit keinem Wort. Hinterher dachte er, die Muslime hätten ihn nur falsch verstanden. Ganz im Gegenteil: Sie hatten Benedikt sehr gut verstanden und waren genau deshalb empört. Völlig zu Recht.
Christliche Kirchen genießen in Deutschland Privilegien. Nun mag man
Kruzifixe, Frauen in Nonnenhabit und christlichen Religionsunterricht an der
Schule gut oder schlecht finden. Wer aber diese Privilegien der christlichen
Kirchen verteidigt, sollte auch die Konsequenz erwähnen: Auch der Islam hat dann ein Recht auf Moscheen, auf Frauen mit Kopftüchern und auf staatlich geförderten Islamunterricht. Das Gleichheitsgebot im Grundgesetz ist da eindeutig. Nur leider ist die Verfassungstheorie oft anders als die Realität. |
Traurig aber wahr!
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