Kritik vs Ermutigung



Fehlern in Mitmenschen begegnen wir mit:
Kritik, damit der andere ganz klar seine Fehler erkennt
3%
 3%  [ 1 ]
Ermutigung, wir betrachten gemeinsam etwas schönes
29%
 29%  [ 8 ]
Erst Kritisieren, Fehler aufzeigen, dann ermutigen
22%
 22%  [ 6 ]
Erst Ermutigen, dann auf die Fehler hinweisen
37%
 37%  [ 10 ]
Weder ermutigen noch kritisieren, jeder soll doch machen was er will
7%
 7%  [ 2 ]
Stimmen insgesamt : 27

In meinen Augen ist konstruktive Kritik ermutigend!

Wer mich kritisiert, weil er mir aufrichtig helfen möchte (statt mich niederzumachen), bringt mir damit seine Wertschätzung zum Ausdruck und sagt damit indirekt, dass er an mich und meine Fähigkeiten glaubt.

michael
Lieber Michael, sei herzlich willkommen im Forum.

Wichtig finde ich unbedingt, dass wir zuerst unsere Fürsorge und Wertschätzung deutlich zum Ausdruck bringen. Viele von uns sind leider sehr empfindlich bei jeder Art von Kritik und fühlen sich vorschnell niedergemacht, selbst wenn das garnicht die Absicht des Kritikers war.

Daher glaube ich, dass jede Ermutigung unterm Strich die eingesetzte Energie viel konstruktiever anlegt als eine Kritik. Wir alle pregen uns ja so gerne Ermutigungen durch andere Menschen ein und denken auch viele Jahre später noch gerne und liebevoll daran zurück. Wogegen wir an Kritik auch lange Zeit danach noch mit Undehagen denken.

In diesem Sinne alles Liebe
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"Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger"
Bahà'u'llàh
Hallo Robinson!

Mir geht es da anders! Ich weiß, dass mich die Kritik anderer weit gebracht hat, weil ich durch sie lernen konnte.

Ich denke, jeder sollte lernen, mit Kritik umzugehen. Kritik ist Bereicherung, die zu gesunder Selbstreflexion führt. Jeder, der sich weiterentwickeln möchte, braucht Kritik!

Das gilt übrigens auch für das Beratungsmodell der Bahai. Nur wenn die Beratung absolut aufrichtig geführt wird, wenn alle kritischen Fragen zum Gegenstand der Beratung offen auf dem Tisch liegen, kann man gemeinsam die beste Lösung finden. Wer hier aus falscher Rücksichtsnahme gegenüber den Empfindlichkeiten anderer wichtige Punkte unter den Tisch fallen lässt, gefährdet, dass "der Funke der Wahrheit" sprühen kann, der - so Abdul-Baha - nur durch den "Zusammenprall verschiedender Meinungen" entstehen kann.

Vorraussetzung ist, dass man - gerade auch als Bahai - lernt, mit Kritik umzugehen! Alles andere führt letztlich zu Unaufrichtigkeit und einem Heile-Welt-Szenario, das nichts anderes als eine hohle Maske ist. Wir alle sind Menschen, haben unsere Emotionen, sind auch mal wütend auf andere. Niemand ist perfekt und das ist gut so! Zweierlei bringt uns dabei voran: verzeihen zu lernen und ein dankbarer Umgang mit Kritik!

LG michael
also eigentlich sollte man das ganze auch mit nachsicht betrachten, den manche fehler charakterisiren den menschen, wüde diese eine eigenschaft fehlen, vileicht wäre er dann um so unglücklicher?
Hallo Michael!

Da bin ich ganz Deiner Meinung - Fehler existieren nun mal, und sie nicht zu sehen
und anzusprechen führt nur zu Unaufrichtigkeit auf der einen, und Verdrängung
auf der anderen Seite. Was sich dabei im Unterbewusstsein abspielt, merkt man
oft genug selbst nicht. Ein Kochtopf mit zugeschraubtem Deckel ist immer eine
gefährliche Sache...
Liebe Freunde

Ermutigung darf aus meiner Sicht weder mit Unaufrichtigkeit noch
Mit falscher Rücksichtname zu tun haben. Der Zusammenprall verschiedener Meinungen
Ist auch fruchtbarer wenn er sich in ermutigender Atmosphäre abspielt. Um mit konstruktiver Kritik leicht (nicht leichtfertig) umzugehen sollte man sicher nicht mutlos sein. Wenn meine 2-jährige Tochter kommt und ihr Tellerchen in die Spüle wirft, dass die Scherben fliegen, so zeige ich ihr das nächste mal, dass es besser ist das Teller auf die Arbeitsplatte zu stellen, als es zu werfen. Sie freut sich dann wenn sie es richtig macht. Ich sehe Kritik und Ermutigung nicht als entweder oder, sondern als 2 wichtige Teilbereiche des Lebens. Um aber ein gesundes Selbstwertgefühl überhaupt entwickeln zu können, bedarf es dringend der ehrlich gemeinten Ermutigung. Kritik, so wichtig sie auch ist, kann sehr leicht verletzen, Ermutigung aber nicht. Zumal 70 Prozent aller Kommunikation missverstanden wird.

Alles Liebe
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"Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger"
Bahà'u'llàh
Hallo Robinson!

Da hast Du recht - 'Kritik' und 'positive Verstärkung' sind in der Pädagogik keine
Entweder-oder-Alternativen - in der Fragestellung hier sieht's aber so aus.
Dein Beispiel mit der Tochter hat mich erinnert daran, wie einmal mein kleiner
Sohn ganz zerknirscht daherkam: "Du Mama, ich habe falsch gedenkt..."
Wir mußten uns schon das Lachen verbeißen, als er fortfuhr:
"Ich habe gedenkt, in die Teekanne kann man Steine einfüllen,
ohne daß sie kaputtgeht..."
Natürlich ist da Trost und Ermutigung angebracht.
Wenn ich aber mit Unterdrückung oder Gewalt konfrontiert bin, dann hilft es wenig,
mit dem Unterdrücker oder Gewalttäter die Schönheit des Mondes zu betrachten...
Was wird in das Wort "Fehler" denn alles hineingepackt? Sind es die Schreibfehler, sind es die vielen Versprechungen die wir im Laufe unseres Lebens machen? Sind es die falsch montierten Bestandteile? Sind es die ärztlichen Kunstfehler?
Wie schmal ist der Überganz vom Fehler zum Fehlverhalten? Wie dünn ist der Vorhang zwischen Absicht und Versehen?
Und wer hat das Recht den Fehler zu beurteilen, zu kritisieren oder sogar zu verurteilen? Ein Richter, die Geschworenen, Gott, oder reicht es wenn du und ich es tun?
Wie geschehen Fehler? Aus Unkenntnis, aus Absicht, aus Versehen, aus Angst, unberechenbar.
Und Fehler werden ja unterteilt. In der Unterteilung gehört Toleranz mit dazu. Und wieviel davon?
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©zeitlos
Kommt gut durch den Tag!
Herzliche Grüße
Donata Frank
"Die Geschichte lehrt uns immer wieder das wir nichts gelernt haben!"

-wieviele "Hexen, Hexenmeister, Scharlatane, Ketzer, etc" haben ihr Leben aufgrund eines "Urteiles" eines weltlichen Gerichtes lassen müssen. Die Kirche spielte immer wieder eine gewaltige Rolle im aburteilen von "Wundern, Zauberei etc." Von Toleranz war keine Spur vorhanden.

Vor 200 Jahren kamen uns Schuldsprüche eines kirchlichen Gerichts wie groteske Unterstellungen vor: Schuldig weil:

-Ausritt auf den Ötscher
-Wettermachen
-Erscheinen als Teufel in Zwirnknäuelgestalt
-Heliozentrisches Weltbild
-etc - usw

IN 200 Jahren werden vielleicht die heutigen Gerichtssprüche als grotesk angesehen...vielleicht liegt die Zukunft im Vorbeugen und nicht im Urteilen. (amüsant in Minority Report, Pre-Crime-Detection...)

Als "Fehler" etwas zu beurteilen unterliegt nicht meinen Lebensmaximen. Viele "Fehler" haben sich schon im Nachhinein als glänzende wissenschaftliche Leistungen herausgestellt! (Kautschuk-Herstellung von Goodyear, Penicillin, Keplerisches Weltbild, Kopernikus, etc)

Offensichtliche Fehler unterliegen immer dem Urteilsvermögen von dem der ihn gesehen hat, aufgrund seiner Lebenserfahrung und -einstellung urteilt dieser Mensch.

Typischer Fehler:

"Bei Rot in die Kreuzung einfahren, schon oft beobachtet von mir. Ich dachte Mensch, da is ja Rot und der fährt trotzdem..."

Lg phödi

PS: "...hab vergessen zu erwähnen das er einem Einsatzfahrzeug Platz gemacht hat...." -nur ne kleine Episode...
Jeder von uns hat Angst irgendwann einen Fehler zu machen. Eines müssen wir bedenken: niemand ist davon ausgeschlossen Fehler zu machen, seien sie noch so winzig.

Jede Entscheidung, spontan oder gründlich durchdacht birgt das Risiko in sich falsch zu sein. Und deswegen scheuen wir uns oder schrecken zurück uns Risiken einzugehen.

Wenn wir nach dem °Gesetz der großen Zahl° handeln, wissen wir dass im Durchschnitt vier von zehn Entscheidungen falsch sind.

Und schon zeihen wir uns in unser Schneckenhäuschen zurück und lassen uns von der Angst keine weiteren Fehlern zu machen leiten.

Was wäre denn, wenn wir unseren Erfolgen mehr Gewicht beimessen würden?

Warum siegt meistens die Angst? Nun, sie siegt nur dann wenn wir sie siegen lassen. Und dagegen müssen wir kämpfen - gegen die Angst
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©zeitlos
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Herzliche Grüße
Donata Frank