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Wenn wir nur diesen einen Satz hätten: „nicht den Frieden, sondern das Schwert“, dann könn-ten wir tatsächlich meinen, Jesus habe vorgehabt, Kriege zu führen. Und so haben sich man-che das auch vorgestellt: dass der Messias sich zum militärischen Anführer gegen die römi-schen Besatzungstruppen macht. Jesus als Feldherr, der Schlachten schlägt!
Aber an dieser Vorstellung stimmt was nicht. Als die jüdische Regierung eine Schar von be-waffneten Männern losschickt, um Jesus am Ölberg, im Garten Getsemane, zu verhaften, greift einer von seinen Begleitern, Petrus, nach seinem Schwert und fängt an, auf die Gegner loszuschlagen. Und wie reagiert Jesus? Freut er sich über diese unerwartete Hilfestellung? Ganz im Gegenteil. „Steck dein Schwert zurück!“, sagt er zu Petrus. „Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durchs Schwert umkommen.“ (Matthäus 26,52)
Jesus lässt sich festnehmen und vom jüdischen Gerichtshof verhören. Anschließend wird er an den römischen Gouverneur Pontius Pilatus überstellt. „Bist du wirklich der König der Ju-den?“, fragt ihn Pilatus. „Warum liefert dich dann dein eigenes Volk an mich aus? Was hast du getan?“ Die Antwort, die Jesus ihm gibt, ist erstaunlich und aufschlussreich: „Du hast Recht, ich bin ein König. Aber mein Königreich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, dann hätten meine Diener für mich gekämpft, damit ich nicht den Juden in die Hände falle. Nun ist aber mein Reich nicht von dieser Erde.“ (Johannes 18,33ff)
Jesus lässt also keinen Zweifel daran: Er wird nicht mit dem Schwert für seine Sache kämp-fen. Und seine Anhänger sollen ebenfalls nicht mit dem Schwert für seine Sache kämpfen. Jesus führt keinen Krieg, um dem Evangelium Geltung zu verschaffen. Er versucht nicht, sich mit Waffengewalt durchzusetzen. Wenn er also zu seinen Jüngern sagt: „Ich bin nicht ge-kommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert“, dann redet er nicht vom Krieg. Er muss etwas anderes meinen.
Hier erlaube ich mir mal ein kleines Pop-up. Sie wissen bestimmt, was Pop-ups sind. Pop-ups trifft man auf dem Computer-Bildschirm an; sie sind sozusagen die elektronische Version von Fußnoten in Büchern. Ich habe z. B. für meine Übersetzungsarbeit eine CD, auf der sind zahl-lose Bibelübersetzungen und Kommentare und Wörterbücher gespeichert. Da lese ich also am Bildschirm z. B. die Auslegung zu einem bestimmten Bibelvers, und plötzlich sehe ich hinter einem schwierigen Wort einen kleinen hochgestellten Buchstaben. Ich klicke ihn mit der Maus an – und prompt öffnet sich ein Fenster im Fenster, ein bisschen so was wie eine Sprechblase in einem Comic. Und in diesem Fenster stehen Hintergrund-Infos zu dem betref-fenden Wort oder zu dem schwierigen Gedankengang – Infos, die ich nicht unbedingt wissen muss, aber die doch nützlich sind und mir helfen, den Vers richtig einzuordnen. Wenn ich das Fenster wieder anklicke – ups, ist es verschwunden. Das ist so ein Pop-up, etwas, was auf-springt wie ein Fenster, bei dem man die Läden aufstößt. Und wenn man die Läden wieder schließt, ist das Bild wieder weg.
POP-UP
Also nun unsere elektronische Fußnote. Eben habe ich gesagt, Jesus lehnte es ab, mit dem Schwert zu kämpfen. Das könnte so klingen, als hätte ich im Irak-Konflikt Stel-lung bezogen: Die USA dürfen dort keinen Krieg beginnen. Nein, diese Schlussfolge-rung habe ich nicht gezogen. Wenn Jesus Waffengewalt ablehnt, redet er von seinem Reich, „einem Reich, das nicht von dieser Welt ist“. Er redet nicht davon, wie ein irdi-scher Staat vorgehen soll, um seine Interessen zu wahren und seine Bürger zu schüt-zen. „Wäre mein Reich von dieser Welt, dann hätten meine Diener für mich ge-kämpft!“, sagt er. „Aber mein Reich ist nicht von dieser Welt, und bei der Durchset-zung geistlicher Ziele haben weltliche Mittel nichts zu suchen.“
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