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Salam ihr Lieben!
Auf meine Frage, wieso Engeljani den Koran ablehnen wolle, ist dieser Thread nun entstanden. Ich hoffe, der Dialog verläuft friedlich und ist darauf aus, den Gegenüber verstehen zu wollen.
Ich will nun also anfangen:
Bevor wir aber im Dialog weiterfahren, möchte ich zuerst, dass alle Teilnehmer ihre Position darstellen und definieren, so wie sie es für richtig halten.
Ich bin ein Muslim, der Gott allein vertraut und deswegen dem Koran und der Bibel alleine folgt.
Päpste, Imame, Gelehrte etc. interessieren mich in dieser Hinsicht nicht. Man kann ihnen zuhören und vielleicht sogar etwas lernen. In dieser Hinsicht sind sie gleichwertig und es gilt das koranische und biblische Prinzip: Prüft alles, das Gute behaltet! (siehe im Koran: 39:18 )
Ich lehne die sektiererische Jurisprudenz, die mittelalterliche, arabische Kultur und die Lehren der Gelehrten, welche auf den so genannten Ahadith und Sunnah basieren (Wörter und Praktiken, die fälschlicherweise dem Propheten Mohammed zugeschrieben wurden), ab. Ich mache keine Unterscheidung zwischen den Gesandten Gottes; ich ziehe keinen vor dem anderen vor. Ich fokussiere mich auf Gott und Seine universelle Botschaft, nicht auf Seine sterblichen Gesandten. Ich glaube, dass die ursprüngliche Botschaft von Sokrates, Buddha, Moses, Jesus, Mohammed von ihren so genannten Folgern und Gelehrten erheblich verzerrt wurde.
Ich verstehe Gottes Religion so, dass die Sunna, die fälschlicherweise dem Propheten Mohammed von "muslimischer" wie von westlicher Seite zugeschrieben wird, eine dekonstruktive Wirkung auf die Religion Gottes hat. (kurz: Wer die Sunna befolgt, wird von Gott bestraft, den die Sunna von Bukhary und Co. hat keine Ermächtigung von Gott erhalten)
Ich glaube, dass Männer und Frauen, nebst einigen kleinen Unterschieden, gleich vor Gott sind, und dass Frauen durch die frauenfeindlichen Lehren von nur-männlichen Klerikern unterdrückt wurden.
Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass die Unterdrückung von Ideen die Hauptquelle politischer, ökonomischer und sozialer Korruptionen ist. Deswegen fördere ich Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Ich weiss auch, dass religiöser Dogmatismus und sektiererische Lehren viele Tragödien in der menschlichen Geschichte verursacht haben. Aus diesem Grund werbe ich für den 19er Code, der durch kritisches und rationales Denken religiöse Köpfe von der knechtenden Autorität der Religionsgelehrten und aus der Dunkelheit von Aberglauben und Mythologien befreit.
Es ist eine sehr bekannte Tatsache, dass der Name Gottes, so wie viele andere Konzepte und Wesenheiten, von bestimmten Klassen unter den Menschen, speziell den Religionsgelehrten und den Politikern, für Machtzwecke missbraucht wurde. Meine Aufgabe ist es (bzw. ich versuche es), diese Ausnützung aufzudecken, ohne dass ich selber in diese Falle gerate. Ich beschreibe meine Position als monotheistischen Rationalismus.
Ich weiss, dass der Fanatismus innerhalb des Skeptizismus zu Blindheit gegenüber der metaphysischen Realität führt, während der Fanatismus innerhalb des Glaubens zu Leichtgläubigkeit gegenüber allen Mythen und jedes vorgebrachte Paraphenomen führt, was ultimativ zu allen Formen der Ausnützung, Miseren und Widersprüchen führt. Kurz gesagt, ich verfechte eine "vernünftige" Herangehensweise in religiösen Angelegenheiten; ich versuche all all unsere Sinne zu gebrauchen und eine heuristische Methode zu verwenden.
Ich glauben, dass eine universale Reformation in allen Religionen notwendig ist, um ihren gemeinsamen Nenner zu betonen: Gott. Religionsgelehrte haben Gott zu einer sekundären Figur oder zum Mittel gewisser Strukturteile werden lassen. Monotheistische Religionen wurden zu Polytheismen transformiert, in dem die ursprünglichen Gesandten zu Idolen gemacht wurden, nachdem sie diese Welt verlassen hatten. Abspaltungen und Feindseligkeiten unter den Religionen wurden von den Gelehrten gestartet, den Befürwortern von menschlichen Idolen und den Erfindern von den lächerlichsten Geschichten über Heil und Erlösung.
Ich bin also ein Konvertierter des Sunnismus bzw. des Mislams (Menschen/Mainstream-Islam) zum Islam.
Ich diene so Gott will Gott allein und folge nichts ohne eine rationale oder wissenschaftliche Untersuchung. Ich ziehe es vor, mich als Muslim (sich den Gesetzen des Schöpfers aus vollstem Herzen zu ergeben, ohne es mit sektiererischen Präfixen oder Suffixen zu verschmieren) oder als Monotheisten zu bezeichnen. Von Adam bis heute, alle rechtschaffenen Leute, die Gott allein gedient und ans Jenseits geglaubt haben, waren Muslime (Gottergebene), ungeachtet ihrer religiösen Praktiken.
Ich bin bereit, mein Glaubenssystem aufzugeben, wenn es mir als falsch oder irrational gezeigt wird. Ich habe eine Aversion gegenüber Widersprüchen, aber wenn zwingende Begründungen existieren, Paradoxe anzunehmen, so werde ich sie in einer kalkulierten Dosis akzeptieren. Allerdings muss der Schwellenwert für die zwingende Begründung sehr hoch sein. In diesem Falle interpretiere ich das Problem als einen scheinbaren Widerspruch, welches mehr Licht oder Hirnfähigkeit erfordert, um verstanden zu werden. Zum Beispiel kreiert mein Glaube an einen Allwissenden, Allmächtigen, Wohlwollenden Gott, welches auf unserem Wissen beruht, das wir durch rationale Interpretationen der empirischen und persönlichen Erfahrungen erhalten haben, einen scheinbaren Widerspruch mit unserer Beobachtung des physikalischen und moralischen Übels in dieser Welt. Ich bin offen jedes Thema auf Basis der Logik, des Verstandes und der empirischen Beweise zu diskutieren und ich werde nie Fragen unterdrücken, sogar wenn sie gegen den Kern meines Glaubenssystems gerichtet sind.
| Engeljani hat folgendes geschrieben: |
| inwiefern siehst Du den Koran als Bestätiger der Bibel? |
Dass der Koran ein "Bestätiger der Bibel" sein kann, muss er nach meinem Verständnis mehrere Kriterien erfüllen:
a) Übereinstimmung mit der Einheit Gottes
b) Übereinstimmung mit der Vorgehensweise (arab.: sunnatullah) Gottes
c) Ablehnung der Vielgötterei und der falschen Anbetung (bzw. Heuchelei)
d) Bestimmungen gewisser Gesetze, die jeweils nur für die eine Gruppe bestimmt sind
e) Weiterführung bzw. Festlegung bei unklaren Fragen, die in der vorherigen Religion aufgetaucht sind
f) die Schrift, die Offenbarung "erschüttert" die Menschheit, bzw. bringt ihnen die frohe Botschaft Gottes zu e) Ein Beispiel an Jesus. Gemäss Koran und den Evangelien hat er das Gesetz mit der Erlaubnis Gottes verändert - in schriftlichen Formulierungen: vollendet.
zu d) Die Thora enthält eigene, für die Juden (Folger der Thora) gültige Gesetze, das Christentum hat seine eigenen Regeln und der Koran schreibt wiederum für seine Folger eigene Regeln auf.
Des weiteren darf natürlich der Punkt der Gemeinsamkeit nicht vergessen werden - eine grosse Übereinstimmung in den fundamentalsten Glaubensinhalten der Gottesreligion:
Dieses wurde bereits im Forum bestätigt. Siehe Gemeinsamkeiten (einen riesen Dank an Gott und auch einen Dank an Kiki (mein Vorwand! )! )
Weiter empfinde ich eine Abneigung gegenüber der Dawa-Arbeit; viel mehr fordere ich einen konstruktiven Dialog, in der beide Glaubensparteien voneinander lernen können! Der Allwissende ist Gott allein!
Also liebe Engeljani, ich wäre nun erfreut, wenn du mir deine Position erläutern würdest und gleichzeitig auch deine Kritikpunkte am Koran nennst .
Frieden und Segen sei mit den Guten!
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Hallo Zaf-ad,
ich weiss wo Engeljani steckt.
Sie ist aber nichtmehr hier im Forum.
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Salam Zaf-Ad,
ich habe so ziemlich die GENAUE Position wie du nur, dass ich an Teilen der Hadithe glaube, unterscheidet die Positionen.
Ich hätte eine kleine Frage zu deiner Position.
Du sagst, dass du Dawa nicht sonderlich magst.
In deiner Signatur hingegen ist die Seite alrahman.de verlinkt. Ist diese seine nicht genau so eine Dawa?
Allah sagt:
16:125 Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf, und streite mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt jene am besten, die rechtgeleitet sind.
Das ist ja eigentlich Dawa oder nicht?
Tut mir Leid, dass ich nicht wirklich etwas zum Thema schreibe. Aber die Position der anderen zu kennen, ist Voraussetzung für das Diskutieren.
Uasalam Karim
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