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Der Preis der Verdrängung ist die seelische oder die leibliche Krankheit. Die sogenannten "psychischen" Krankheiten wie die Depression selbst, sodann in verschärfter Form Paranoia (Verfolgungswahn) , Phobie (z.B. Platzangst, Angst vor bestimmten Tieren), Schizophrenie, Katatonie (seelische und leibliche Regungslosigkeit) , Autismus (Aussenweltsperre besonders bei Kindern) einerseits, Unfälle mit bleibenden Folgen wie Verkrüppelung oder unheilbare Krankheiten andererseits sind einige Angebote auf der "Preisliste". Es gibt keine psychische Krankheit, deren Grund nicht in der Konfrontation mit der düsteren Vergangenheit des Kranken liegen würde, sie sind Erzeugnisse seiner Angst vor der Strafe.
Ebenso findet sich unter den Menschen, die im Sterben oder bereits in ihrem irdischen Leben Todesangst haben, kein einziger, der sich im Grunde nicht vor der Strafe fürchtet. Ein Mensch, dessen Gewissen gut ist, sei es, weil er noch so dumpf ist, daß sein Gewissen noch nicht erwacht ist, sei es, weil er bereits durch die Konfrontation mit der Vergangenheit hindurchgegangen ist und seine Verfehlungen mit Gott bereinigt hat, hat Angst vor dem Tod.
Alle anderen Gründe für die Angst, gleich welcher Art, die man anzugeben pflegt, sind illusorisch und Früchte der Unkenntnis der wahren Hintergründe des Lebens und des Wesens des Menschen.
Wie kann sich aber der Mensch von seiner Angst befreien ?
Befreien kann er sich überhaupt nicht, er muß aus ihr herauswachsen, wie er ja auch in sie - und zwar allmählich - hineingewachsen ist.
Damit er aus der Angst herauswachsen kann, muß er zwei Sachen tun. Erstens muß er sich seiner üblen Vergangenheit stellen und - ob ihm die bösen Taten genau oder nur unterschwellig zugänglich werden - er muß sie bereuen. Selbst dann, wenn er, gestützt auf sein Wachbewußtsein, keine Ahnung hat, was er genau getan hat, soll er immer, wenn in ihm Angst aufsteigt und er von Depressionen heimgesucht wird, daran denken, daß er sehr vielen Seelen Leid zugefügt hat. Wenn es ihm jeweils von Herzen leid tut, so soll er die Seelen um Verzeihung bitten und er soll Gott um Verzeihung bitten.
Denn zweitens muß er seine Rechnung auch mit Gott begleichen. Nur muß er es völlig anders tun, als er es sich früher vorgestellt hat. Es wurde ja schon ausführlich dargelegt, daß es nicht Gott , sondern der Mensch ist, der sich verurteilt. Er muß sich also klar machen, daß er von Gott immer schon angenommen war und ist, gleich, was er getan hat oder tut, daß Gott ihm nicht zürnt, ja ihm nicht einmal zu verzeihen braucht, weil er ihm nie "böse" war und ihm nichts von dem, was er angestellt hat, übel nimmt. Er mußt erkennen, daß Gott ihn nie straft und er ihn noch nie gestraft hat. Er muß in seinem Herzen erwägen, was es heißt, daß Gott ihn wirklich liebt.
Und er muß unter Beweis stellen, daß er erkannt hat, daß Gott ihn wirklich liebt. Er stellt es unter Beweis, indem er bemüht ist, anderen - seine Schuldigern - immer und überall zu verzeihen.
Wenn er erkennt, daß Gott nur liebt - und zwar ausschließlich liebt -und niemals straft, so wird auch seine Angst , die Angst vor der Strafe, langsam abflauen. Der Mensch, der vielleich tein noch so großer Bösewicht war, der vielleicht auch noch in der Gegenwart so manches anstellt, aber sich absolut klar macht, daß er jederzeit zu Gott gehen kann und ihn in redlicher Absicht wegen seiner verbliebenen schlechten Neigungen um Hilfe anflehen kann und der weiß, daß ihm die Hilfe unfehlbar gewährt wird, der braucht Gott nicht zu fürchten. Denn seine Weisheit übersteigt jene des biblischen Schriftstellers, nach welchem "die Furcht des Herrn der Anfang der Weisheit" ist. (Spr. 1, 7), weiß er doch schon, daß der Anfang der Weisheit die Liebe und nicht die Furcht Gottes ist.
Der Weg, den der Mensch nun einschlägt und den jeder Mensch auf seine Weise zu begehen hat, ist zwar ein mühsamer, aber ein schöner Weg, der bei jedem Schritt immer leuchtender wird, so daß das Herz immer heiterer wird.
Der Mensch, der mit seinem echten Gewissen konfrontiert ist, erfährt seine Erlösungsbedürftigkeit. Der Mensch, der den Weg einschlägt, der ihn aus der Dunkelheit, in der er bisher war, hinausgeführt hat, betritt den Weg der Erlösung.
Und mit zunehmender Erhellung seiner Seele, derzufolge sich auch sein Bewußtsein mehr und mehr erhellt, wird er etwas Eigenartiges erfahren. Er wird immer deutlicher erkennen können, daß jeder Mensch, ohne Ausnahme, von "unten" , aus der Finsternis kommt. Es gibt keinen Menschen, der nicht durch das Reich des Bösen hindurchgegangen wäre. Denn es gehört zu einer wesentlichen Etappe der Menschwerdung, das Böse zu erfahren und die ganze untere Hälfte der Menschwerdnung mit der Erfahrung des Bösen beginnend.
Die Rolle des Bösen in der Schöpfung
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