Mit dem Leben abgeschlossen und doch nicht gestorben


guten tag,

mich interessiert es , was andere leute zu meinem traum sagen. was er bedeutet oder aussagt. ich selbst kenne mich in der traumdeutung nicht aus, träume aber ungemein viel und erinner mich auch oft (zumindest am morgen noch) an die träume, aber manche träume lassen mich gedanklich nicht mehr los, wie der hier zum beispiel.

kurze instruktion zum traum:
der traum spielt in münchen bei der haltestelle leuchtenbergring (das ist eine station vorm ostbahnhof) es ist eine mehrgleisige haltestelle mit 2 bahnsteigen (ein bahnsteig stadt einwärts, der andere stadtauswärts). dazwischen sind aber auch noch gleise.

ich befinde mich also in einer sbahn und ich wollte garnicht richtung stadt, aber dann war ich auch schon am leuchtenbergring (wo die sbahn wohl wieder umdrehte?). ich befand mich ganz vorne, bzw. dachte ich das ich am zugende wäre. wir standen auf einem gleis zwischen den beiden bahnsteigen. ich sah wie vom ostbahnhof ein zug in unsere richtung kam. kurze zeit später stellte ich voller sorge fest das der zug auf unserem gleis fuhr. ich blieb wie angewurzelt am fenster stehen und sah wie der zug sich uns näherte. als er ca. 50m entfernt war dachte ich mir "oh oh". nach diesem gedanken zog das leben an mir vorbei, zumindest vom gefühl her und nicht so wie im tv wo man einzelne abschnitte des lebens sieht. als er nur noch 10m. entfernt war dachte ich mir "yeah". ich war auf eine gewisse weise glücklich und zufrieden. ich hatte mit meinem leben abgeschlossen. ich wusste das es in sekunden vorbei sein würde. ich war erleichtert das das leben endlich zu ende ist. ich war bereit zu sterben. als der zug (der geschätzte 160 fuhr) nur noch ein meter entfernt war musste ich mitansehen wie er über eine weiche auf das nebengleis gelenkt wurde und an uns vorbeirauschte. ich war irgendwie enttäuscht, weil ich schon mit meinem leben abgeschlossen hatte und das alles umsonst. jetzt muss ich doch weiterleben.
-Ende-

Anschließend hab ich kurz überlegt und mir ist gleich der letzte Todestraum eingefallen:
Ich war in einem Flugzeug das abgestürtzt ist, ich lag in den Trümmern. Ich sah wie die Leute nach überlebenden suchten. Aber ich rührte mich nicht, sage nichts. Ich ließ alles über mich ergehen. Dann fand mich einer und ich sah wie er überprüfte ob ich noch lebe. Ich wusste das sobald ich was sagen würde, er weiß das ich noch lebe. aber ich wollte nicht mehr sprechen. ich wollte nicht leben. er erklärte mich für tot und ich wusste das ich gestorben war. ich konnte nichts bewegen, nichts sagen, aber geistig war noch völlig anwesend.
-Ende-

Das war übrigens das einzigste mal das ich wirklich gestorben bin!

MfG
Carsten
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makin' me feel eternally missed
Lieber Carsten,

wau, Du kannst wunderbar schreiben, die Geschichte bzw. Traum mit der SBahn ist irgendwie richtig aufregend.
Bist Du traurig, dass Du nun weiterleben mußt, weil der Zug umgelenkt wurde?

Als Kind hatte ich jede Menge Albträume, wie mich z. B. Monster jagen, aber Todesgefühle überkamen mich nie. Du schreibst, dass Du im Traum bereit warst zu sterben, wie, was fühlst Du in solchen Augenblicken?
Ich wünschte das könnte mein Deutschlehrer hören. Erst letzte Woche habe ich in der Schulaufgabe eine 5 geschrieben und das obwohl ich auf die Konsequente Kleinschreibung verzichtet habe (wie auch in dieser Antwort).

>>Bist Du traurig, dass Du nun weiterleben mußt, weil der Zug umgelenkt wurde?
Ist die Frage auf das reale Leben bezogen oder auf das virtuelle?
Im realen Leben:
Bin ich aufgewacht und war irritiert, vielleicht auch ein bißchen traurig. Ich hatte wieder verschlafen, mein Auto war voller Schnee, Falschparker in meinem Weg und viele Kleinigkeiten boten mir Anlass um mich darüber zu ärgern. Ich war irritiert und angreifbar. Die Traurigkeit das ich weiterleben muss verflog trotzdem aber schon mit verlassen des Bettes. Ich habe aber anschließend die ganze Zeit an meine letzten Worte bzw. gesprochenen Gedanken gedacht ("ohoh", "yeah" <--- resignierendes)
Im virtuellen Leben:
Der Traum lief nicht mehr lange nach dem Ereignis. Das vorbeifahren des Zuges war der finale Akt. Ich war überrascht und traurig.

>>Du schreibst, dass Du im Traum bereit warst zu sterben, wie, was fühlst Du in solchen Augenblicken?
Nun, ich versuche die Gefühle in Worte zu fassen, wenngleich es auch schwer ist. Das ist der erste Traum in dem ich wirklich mit meinem Leben abgeschlossen habe. In vielen Träumen habe ich schon viele gefährliche Szenen durchlebt, aber es war nie so das ich mich aufgegeben habe. Spontan fallen mir 2 Träume ein: einmal bin ich als Kleinkind ein Hochhaus hochgekraxelt und dort von Stange zu Stange gesprungen ohne mir gedanken zu machen was ist wenn ich eine Stange nicht erwische und hunderte Meter in die Tiefe stürze. Bei dem anderen Traum war ich in Frankfurt und mein Kopf sollte rollen. Ich war in einer Giutine und um mich rum die Bürger Frankfurts, die nur eins wollten: mich sterben sehen. Aber ich entkam der Giutine und auch dem Pöbel der mich anschließend jagte.

Nun, aber zur eigentlichen Antwort:
Es war ein Gefühl von Erleichterung. Ich war erleichtert das es endlich vorbei ist. Ich war froh das ich ganz vorne bin wo mich der Zug zuerst trifft, dort wo ich keine Überlebenschance haben werde. Ich werde in einem Bruchteil einer Sekunde sterben und das machte mich Glücklich. Ich war eine 1/4 Sekunde traurig das mein Leben vorbei ist, schließlich bin ich erst 22, aber es überwog die Erleichterung.
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makin' me feel eternally missed
Also, ich glaube Du bist nicht suizid oder so.

Nebenfrage: Fährst Du einen Cabrio?

Deine Träume sind toll, schon mal versucht darüber einen Buch zu schreiben? Wie die Sache mit der "Frankfurter Horizontale", vielleicht daraus einen Abenteuer-Roman schmieden.
Wäre mir auch noch wenn ich suizid wäre. Bisher gab es den Selbstmord nur im Gedanken und die wenn auch häufigen Gedanken waren noch einige KM von der Ausführung entfernt.

>>Nebenfrage: Fährst Du einen Cabrio?
Nein. Je nach Witterung/Anlass einen Smart, Golf 4 oder 5er Spam Kombi
Warum?

Ja, ich habe schonmal versucht darüber ein Buch zu schreiben. Ich habe mal als ich in Amerika im Urlaub war eine Woche lang meine Träume niedergeschrieben und anschließend die Träume zu einer Geschichte zusammengefügt. Das ist schon einige Jahre her. Ich habe vor einem halben Jahr dieses "Buch" (es ist eigentlich nur ein PDF mit Cover) gelesen und es ist teils diletantisch naiv und teils recht gut geschrieben. Aber es ist nur eine Kurzgeschichte und nicht sonderlich Umfangreich.

Ansonsten schreibe ich meine aktuellen Träume immer nieder und könnte irgendwann mal ein Buch mit zig Kurzgeschichten rausgeben

Ich träume übrigens in folgenden Genres:
Liebe, Hass, Action und eine Kömidie war auch schonmal dabei.

Soll ich die Kömdie mal in einem neuen Thread niederschreiben?
Jaa, her mit den Niederschrift zum Komödie.
(Hoffentlich geht es dabei nicht um Lynchjustiz oder so)


An Cabrio dachte ich, weil Du schreibst, Dein Wagen war voller Schnee...
Okay, ich muss jetzt los (Zur Schule).

Bin heute Abend wieder online und dann gibts die Geschichte und es geht nicht um Lynchjustiz sondern um EBay und der Rest ist überraschung

Achja. Auch ein GOlf bietet viel Angriffsfläche für Schnee den man runterschaufeln muss
Wo bleibt die Komödie?