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http://www.theosophie.de/pdf/21995.pdf
Es wird nicht von uns verlangt, im Wald oder in einer Höhle oder von ein
paar Reiskörnern täglich zu leben. Wir, jeder einzelne, haben unser Dharma zu
erfüllen, unsere Pflicht unserem höheren Selbst gegenüber, die aus dem Gesetz
unseres tiefsten Seins entspringt; wir haben Verantwortung für unsere Familie,
unseren Beruf und die Welt. Wenn wir irgendeinen Teil unseres Dharmas
auslassen in der irrigen Vorstellung, daß wir dadurch „den Pfad betreten“,
bedeutet das soviel wie das Mitleidsideal aufzugeben. Wir müssen in der und
für die Welt leben, jedoch ohne von ihr zu sein. Es ist ein Prozeß täglicher
Selbstbefreiung und Selbstverneinung, sich selbst von überflüssigem mentalem
und emotionalem Gepäck zu befreien, ohne das wir bei näherer Selbstprüfung
sehr gut auskommen können. Es klingt einfach, und so ist es auch; dennoch ist
Mut notwendig, wenn man es auf vernünftige Weise tun will, ohne Gefahr zu
laufen, stolz oder fanatisch zu werden. Äußerste Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber
ist erforderlich, Willenskraft und vor allem tiefgehende Achtung und
Liebe für alles Leben, für uns selbst und unsere Brüder überall, das bedeutet für
den gesamten Kosmos.
Der Kampf zwischen denjenigen, die die Lampe der Wahrheit am Leuchten
halten wollen, und jenen, die jeden Funken von Weisheit auslöschen möchten,
muß ständig geführt werden.
Beginnen wir mit einem allgemeinen Überblick. Das Johannes-Evangelium
beginnt so: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott
war das Wort.“ Die König-James-Bibel enthält eine Menge wundervoller
Dichtkunst. Ihre Übersetzer gebrauchten die englische Sprache auf erhabene
Weise. Am Anfang war das Wort, der Logos, Klang, Schwingung. Dieser
lebende Ton oder Atem ordnete die Materie, um ein Universum oder eine
Welt zu formen. Aus dem unermeßlichen, anscheinend leeren Raum ging eine
Welt hervor - und der Ton ist die erste Emanation des grenzenlosen Alls. Die
Poesie verwendet den Klang in ihrer Kunst – er war dazu bestimmt, gehört zu
werden. Wie der walisische Dichter Kenneth Morris einmal sagte:
Könnten wir den Ton durch das Hören so wahrnehmen wie die äußere
Schönheit durch das Sehen, welch wunderbare Symphonien der Glockenblümchen
im Wald und der gelben Narzissen auf den Hügeln würden wir dann
hören; denn sind sie nicht Glockenblümchen und Narzissen durch eben diese
wundersame, seltsame Musik, deren Schwingungen die Atome zu lieblichen
Kelchen und Glocken formen? Welche musikalischen Schwingungen brachten
diese große Blume, das Universum, zur Blüte? Welche feurigen Harmonien
ertönten, um diese schimmernden Galaxien in Form, Leben und Bewegung
erzittern zu lassen?
Die Erweckung des menschlichen Geistes gab uns die Macht zu denken,
uns der Selbstbetrachtung hinzugeben, selbst abstrakte Gedanken auszudrücken
und zu übermitteln; das sind enorme Vorzüge. Der erweckte Geist schafft
Situationen, die für uns Menschen eigentümlich sind: Durch unsere Selbsterkenntnis
befinden wir uns zwischen den animalischen und spirituellen
Kräften und schwanken zwischen den beiden – im Verlauf eines Tages unter
Umständen sehr oft. Unser Denkvermögen (mind) isoliert uns so, als befänden
wir uns hinter einem Schleier, und wir können die unsichtbaren Kräfte und
Mächte der Natur nicht erkennen und fühlen, wie es einige der niedrigeren
Geschöpfe tun.
google: fundamentalismus + sunrise + Theosophie
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