|
|
|
Erfahrungen eines Insiders
mit der deutschen Skeptikerbewegung
http://www.skeptizismus.de/henke.html
Ohne Zweifel unterschied mich bereits diese bis heute anhaltende Neugier von zahlreichen erklärten "Skeptikern", als ich mich 1990 der damals einzigen deutschen Skeptiker-Organisation Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) anschloß.
Der Grund für meinen Eintritt in die GWUP lag in meinen im Laufe der Jahre zuvor gemachten Erfahrungen mit fanatischen, wissenschaftlich unredlichen und religiös verbrämten Haltungen innerhalb der sogenannten UFO-Szene. Als Jugendlicher hatte ich mit Begeisterung die Bücher des Schweizer "Sonntagsforschers" Erich von Däniken sowie Donald E. Keyhoes Buch "Der Weltraum rückt näher" (Originaltitel: "Flying Saucers from Outer Space") verschlungen. Irgendwann ließ ich es nicht bei der reinen Lektüre derartiger "Erbauungsliteratur" bewenden, sondern stellte eigene Nachforschungen an. Im Zuge einer Literaturrecherche stieß ich auf die Mannheimer Gruppe Centrales Erforschungsnetz außergewöhnlicher (Himmels-)Phänomene (CENAP), deren Mitglieder sich schon länger mit dem UFO-Phänomen auseinandergesetzt hatten. Im Gegensatz zu mir waren die CENAP-Leute aufgrund zahlreicher Falluntersuchungen zu dem ernüchternden Schluß gelangt, daß man das, was in der populären Literatur stand, nicht für bare Münze nehmen dürfe, entpuppten sich doch die meisten vermeintlich spektakulären "UFOs" bei näherem Hinsehen als recht irdische Erscheinungen.
Die meisten Mitglieder des CENAP arbeiten kaum mit einem wissenschaftlich-systematischen Ansatz, sondern eher im Sinne eines kritisch-investigativen Journalismus.
Meine vorausgegangenen Erfahrungen mit einigen Wissenschaftlern vom MUFON-CES hatten mich jedoch sensibilisiert, so daß ich daher auch der GWUP von Anfang an skeptisch gegenüberstand.
Zunächst interessierte mich, wie GWUP-Mitglieder zu ihrer Skepsis gelangt waren. Ich erinnere mich gut, wie meine kritische Frage beim GWUP-Geschäftsführer Amardeo Sarma gar nicht gut ankam. Selbstkritisches Hinterfragen schien nicht in seinem Interesse zu liegen...
Mangelndes Fachwissen
Mir fiel schon bald auf, daß drei der damaligen fünf GWUP-Fachressorts - nämlich die Bereiche Astrologie, UFOs und Okkultismus - von wissenschaftlichen Laien geleitet wurden. Das mußte natürlich noch nichts Negatives bedeuten, leisten doch erfahrungsgemäß auch wissenschaftliche Laien häufig wertvolle wissenschaftliche Arbeit (z.B. in der Amateurastronomie). In der Tat besaßen alle Leiter dieser Fachbereiche auf den betreffenden Gebieten reichhaltige persönliche Erfahrungen, so daß es sich schon deshalb anbot, ihnen deren Leitung anzuvertrauen. Doch im Laufe der Zeit mußte nicht nur ich feststellen, daß es den Betreffenden nicht nur erheblich an wissenschaftlichem Grundlagenwissen mangelte, sondern daß alle drei ihre Tätigkeit mit einem missionarischen Eifer betrieben, der mich abstieß. So besaß der Okkultismusbeauftragte als Lehrer und Zauberkünstler zwar reichhaltige Erfahrung über die von Jugendlichen und Erwachsenen ausgeübten okkulten Praktiken, und es besteht für mich auch kein Zweifel darüber, daß er in Form von engagierter Öffentlichkeitsarbeit wertvolle Aufklärungsarbeit über die möglichen Gefahren dieser Praktiken leistete und noch leistet, doch erwies er sich als hochgradig uninformiert über die
http://www.skeptiker.de/aktuell/news.php?aktion=detail&id=308
http://www.google.de/search?q=gwup&....._de&start=10&sa=N
http://www.google.de/search?hl=de&a.....che&meta=lr%3Dlang_de
|
|
|
|
http://www.skeptizismus.de/henke.html
Eine Umfrage unter Lesern der GWUP-Zeitschrift Skeptiker bestätigte, daß die Mehrzahl der GWUP-Mitglieder gar keine parawissenschaftliche Literatur liest und damit genauso einseitig informiert ist, wie es erfahrungsgemäß viele Anhänger parawissenschaftlicher Thesen sind.
Skeptizismus als ideologische Grundhaltung
Immer wieder neu mußte ich erleben, ausgerechnet von GWUP-Mitgliedern gefragt zu werden, warum ich mir die Mühe machte, UFO-Meldungen nachzugehen, obwohl doch feststünde, "daß das alles eh nur Quatsch und meine Mühe daher nur Zeitverschwendung" sei. Im Laufe der Zeit stellte ich fest, daß diese Haltung innerhalb der GWUP wesentlich verbreiteter war, als ich anfänglich angenommen hatte. Zahlreiche Bitten an Kollegen, mich bei Falluntersuchungen zu unterstützen, blieben entweder unbeantwortet oder es wurde gar mit Spott und Häme darauf reagiert. Ein Psychologe aus der Gesellschaft erklärte, daß man da ja genau so gut den Bericht jedes Irren in einer psychiatrischen Anstalt ernstnehmen könne. Obwohl dieser Psychologe nie mit einer einzigen Person gesprochen hatte, die glaubte, von einem "UFO" entführt worden zu sein, war er sich doch absolut sicher, daß es sich bei allen Berichterstattern nur um "Borderliner" handeln könne
Was nicht sein kann, nicht sein darf - nach dieser fragwürdigen Prämisse handeln nicht wenige erklärte Skeptiker. Kritiker werden als "reine Empiriker" abqualifiziert. Statt sich zunächst über die Datenlage zu informieren, wird die Existenz behaupteter oder nachgewiesener Anomalien von vornherein bestritten, sofern sie nicht ins gegenwärtige physikalische Theoriengebäude passen.
Mangelnde Forschungsbereitschaft
Wer der Auffassung ist, daß "eh alles Quatsch" ist, was Vertreter von Parawissenschaften behaupten bzw. daß bestimmte Naturgesetze (besser: Theorien!) die Existenz diverser "Anomalien" ausschließen, wird natürlich auch kaum einen Forschungsbedarf sehen. In der Tat wurden innerhalb des zwölfjährigen Bestehens der GWUP so gut wie keine echten Forschungsprojekte durchgeführt, obwohl die Gesellschaft mittlerweile rund 600 Mitglieder umfaßt! Noch heute zehrt die GWUP im wesentlichen von einer einzigen Studie, die in ihren Gründerjahren durchgeführt wurde. Gemeint ist ein Rutengänger-Test in Kassel. Bei näherem Hinsehen fällt jedoch auf, daß es sich dabei eher um eine öffentliche Demonstration als um ein echtes Forschungsvorhaben handelte. Denn man war sich aufgrund vorangegangener ähnlicher Demonstrationen von vornherein über das Ergebnis sicher. Es wurden weder mögliche kleine Effekte berücksichtigt, noch traf man Anstalten, Versuchspersonen, die über- oder unterzufällige Ergebnisse erzielt hatten, erneut zu testen, um die "Robustheit" eines etwaigen kleinen Effektes zu prüfen.
Mangelnde Dialogbereitschaft
Schon früh fiel mir auf, daß an den GWUP-Tagungen fast nur Mitglieder teilnahmen. Verblüfft mußte ich im Laufe der Zeit zur Kenntnis nehmen, daß diese Isolation von fast allen GWUP-Mitgliedern, mit denen ich sprach, gewollt war. Kein Wunder auch, erfolgten Vorankündigungen zu den GWUP-Tagungen bis heute doch nie in parawissenschaftlichen Publikationen. Was nutzt es, so fragte ich die GWUP-Funktionäre immer wieder, wenn auf den GWUP-Tagungen ein "Skeptiker" dem anderen auf die Schultern klopft, jedoch das eigentliche Zielpublikum außen vorgehalten wird. Doch ich stieß mit dieser Kritik innerhalb der GWUP bis heute nur auf Unverständnis.
Fanatismus
Fanatiker innerhalb der GWUP sind aus Gründen eines möglichen Imageverlustes für die Gesellschaft von vielen Mitgliedern zwar nicht gern gesehen, werden jedoch durchweg geduldet. Erschreckend fand ich, daß ausgerechnet einige führende Funktionäre der GWUP selbst fanatische Züge an den Tag legten. Ich erinnere mich gut daran, wie sowohl die langjährige ehemalige Präsidentin der Gesellschaft, als auch etwa der Vorsitzende des GWUP-Wissenschaftsrates auf so manchen internen Sitzungen voller Zorn reagierten, wenn die Rede auf bestimmte Vertreter von Parawissenschaften kam.
Taktierertum
Die meisten GWUP-Mitglieder bestreiten die Existenz von paranormalen Fähigkeiten.
Zensur
Selbstkritik wird als "Nestbeschmutzung" unter den Teppich gekehrt
"Das Unglaublichste an Wundern ist, dass sie geschehen. Am Himmel fügen sich einige Wolken in die Form eines staunenden menschlichen Auges zusammen. In der Landschaft erhebt sich während einer zweifelhaften Fahrt ein Baum in der genauen, kunstvollen Form eines Fragezeichens. Ich habe beides während der letzten Tage selbst gesehen. Nelson stirbt im Augenblick des Sieges; und ein Mann namens Williams ermordet ziemlich zufällig einen Mann namens Williamson, was wie nach Kindsmord klingt. Kurz: im Leben findet sich ein Element zauberischer Zufälligkeit, die Menschen, welche mit dem Prosaischen rechnen, ständig verpassen. Poe hat das in seinem Paradox hervorragend ausgedrückt: Weisheit sollte mit dem Unvorhergesehenen rechnen."
(Gilbert Keith Chesterton)
"Der Zufall ist Gott, der inkognito spazieren geht."
(Albert Einstein)
http://www.stauff.de/methoden/dateien/zufall.htm
Ganzen Artikel bei Interesse - siehe Link -
http://www.psychophysik.com/html/ak03-gwup.html
http://www.kbwn.de/html/wunder___zeichen.html
|
|
|