|
|
|
Hallo Julian,
leider hab' ich auch noch nichts über die Selbstverteidigung in der
Baha'i Religion gehört .
Würde mich auch interessieren! Vielleicht meldet sich ja noch jemand?
LG, Minou
|
|
|
|
Liebe Minou
Weil ich viele Jahre in einem Schützenverein aktiv war und auch zum Besitz von 4 Faustfeuerwaffen berechtigt bin, hab ich mich vor einiger Zeit mit dem Waffenbesitz aus Bahai-Sicht auseinandergesetzt. Zu meinem Erstaunen hab ich festgestellt, dass die Vorschriften im Heiligsten-Buch und die österreichischen Waffengesetze einander sehr nahe kommen. So weit ich mich erinnere sind Waffen zur Jagd oder zum sportlichen Schießen erlaubt. Das normale führen einer Waffe ist den Bahais nicht erlaubt, solange der Staat für die Sicherheit seiner Bürger sorgt. Nach österreichischem Gesetz ist mir auch das führen einer Waffe verboten. Ausgenommen der Weg zum und vom Schießstand oder zum Waffenhändler (ungeladen natürlich).
So kann ich mir auch gut vorstellen, dass es kaum Einwände geben sollte, eine Kampfsportart zu praktizieren. So weit mir bekannt ist wird jeder Kampfsport (ich denke auch Selbstverteidigung) ausdrücklich nicht dazu gelehrt um Andere zu verhauen. Von Abdu’l-Baha hab ich mal gelesen, dass er sich, würde „nur“ er persönlich angegriffen, sich nicht wehren würde und dem Angreifer sogar vergeben. Aber wenn einer seiner Freunde tätlich attackiert würde, so würde er den Angreifer wohl daran hindern.
Für mich bedeutet das, so jemand die Größe aufbringt sich selbst verprügeln zu lassen, dann ist das annehmbar. Wenn jemand anderer verprügelt wird, soll man aber durchaus eingreifen.
Gesunder Menschenverstand und Zivilcourage eben.
Alles Liebe
|
|
|
|
hmmh, staune ich aber. Laut den Bahai-Lehren will man den Weltfrieden. Wozu brauchst Du eine Waffe, wenn Du nicht vor hast, ein menschliches oder tierisches Lebewesen zu töten. Weshalb liebst Du Waffen und weshalb bist Du innerlich ständig auf Gefahr aus oder erwartest sie ?
Was geht da in Dir vor und wie verträgt es sich mit der Harmonie, die alle Bahai ausstrahlen sollen ?
Mir , ehrlich gesagt, sehr unverständlich.
Mit allem, sei es über oder unter dir, fern oder nah, sichtbar oder unsichtbar, soll dich schrankenlose Liebe verbinden, und gegen kein Wesen soll ein feindliches Gefühl oder der Wunsch zu töten in dir auftauchen.
Vedanta, einem der sechs klassischen Systeme der indischen Philosophie, das einen strengen Monismus lehrt
|
|
|
|
Lieber Robinson!
Vielen Dank für Deine erhellenden Ausführungen!
Also Kampfsport zur Selbstverteidigung ist erlaubt! Ich darf mich aber
schon auch selbst verteidigen, nicht nur jemand anderen?
Liebe Grüße von Minou
|
|
|
|
| Zitat: |
| Laut den Bahai-Lehren will man den Weltfrieden. Wozu brauchst Du eine Waffe, wenn Du nicht vor hast, ein menschliches oder tierisches Lebewesen zu töten. |
Weil die Baha'i keine verträumten Pazifisten, sondern realistisch sind, die wissen, dass solange es die Menschheit gibt, es auch die bösen Seiten des Menschen immer geben wird. Es wird sicher nie eine Zeit geben, wo es zb keine Mörder mehr gibt.
Aber das Ausmaß ist entscheidend, die USA allein geben heute 400-600 Milliarden USD (!) pro Jahr für Waffen aus - wieviel Hunger und Elend man auf der Welt damit vernichten könnte, brauch ich nicht zu sagen.
Abdu'l-Baha schreibt in "Das Geheimnis Göttlicher Kultur":
| Zitat: |
| Wenn solche erfreulichen Zustände einträten, mußte keine Regierung mehr ständig Waffen speichern oder sich gezwungen sehen, immer neues Kriegsgerät herzustellen, um damit die Menschheit zu unterwerfen. Eine kleine Streitmacht für die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung, die Verfolgung von Verbrechern und Asozialen und die Verhütung örtlicher Unruhen würde genügen - nichts weiter. Auf diese Weise wäre die ganze Weltbevölkerung von der drückenden Last der Rüstungsausgaben befreit; außerdem brauchten zahllose Leute nicht länger ihre Zeit darauf zu verschwenden, ständig neue Vernichtungswaffen zu ersinnen, neue Beweise der Habsucht und Blutgier zu liefern, die in unvereinbarem Widerspruch zu den Gnadengaben des Lebens stehen. Stattdessen könnten sie ihren Eifer darauf richten, solche Geräte herzustellen, die das Leben erleichtern, Frieden und Wohlstand fördern, und könnten so dem Fortschritt und der Wohlfahrt der ganzen Welt dienen. Jede Nation auf Erden würde dann in Ehren regiert, und jedes Volk fühlte sich geborgen in Ruhe und Zufriedenheit. |
Vor einigen Jahren war mal eine interessante Statistik im Radio zu hören: Mit nur einem Prozent aller jährlichen Rüstungsausgaben weltweit könnte man alle Kinder der Dritten Welt ein Jahr lang in die Schule schicken!
|
|
|