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Verschiedene Ermahnungen












Liebe Gabriele,

ich verstehe Dich und Deine Sichtweise sehr gut.
Ich habe nur eine kleine Frage an Dich: siehst Du auch in Jesus, dem Christus
keinen vollkommenen Menschen, der Gottes Wort verkündet hat?

Sei lieb gegrüßt von Minou
Liebe Minou, Jesus ist anders: aber wie ?

Darüber habe ich mir so oft schon Gedanken gemacht und als ich dann das Buch "Anatomie der Seele" in der Hand hielt , fühlte ich hinein und kann einige Passagen für annehmen. Ich mache es mir nicht leicht und kann keine einfache und beiläufige Antwort geben.

Jeder beschreibt ihn anders und ich bin weder dogmatisch noch fundamental.
Die Theosophie beschreibt ihn als einen hohen Avatar , der initiiert wurde - siehe bei www.theosophischer-verlag.de unter Bücher online - Heft Nr. 9 -

Ich stelle mir die Bedingung - wenn ich ihn nicht in mir erfahre, werde ich viele Inhalte von Büchern über ihn in frage stellen.

Wer schrieb denn: Der Christ von morgen wird Mystiker sein oder gar nicht.

Ich höre nicht auf zu denken, wenn ich ein Buch lese - ich setze ab und denke dann nach, nehme auf - innerlich.

So konnte ich in dem Kapitel des o.g. Buches darüber nachdenken, ob ich alles so annehmen kann und bin doch noch innerlich von Zweifeln geplagt.

Gott ja - er ist in allem - Jesus, der historische oder Jesus, der mystische - ?

Das ist hier für mich die Frage.

Als Lichtleib - in dem wir leben - das kann ich annehmen - wir haben es nur leider noch nicht erkannt - wozu soll er also wiederkommen - wir würden ihn wieder nicht erkennen - glaube ich.

Die Seiten von Elias Erdmann haben für viele Inhalte der Bibel eine symbolische Erklärung bereit - vieles sehe ich auch so.

Weiß aber, daß , wir sehen es ja hier im Forum - die Menschen sich ihr Bild machen und machen möchte und keiner sollte es ihnen nehmen - aber ich will es selbst erleben - das, was Glauben in dem Menschen ausmacht.

Wie gesagt: ich bin auf der einen Seite eine Romantikerin, die gern das Schöne sehen möchte, aber auch gleichzeitig eine Pragmatikerin, die manche Dinge auch sehr nüchtern betrachten kann.

Als Pragmatikerin frage ich mich, wie die Situation dort vor 2000 Jahren war - welche Sitten und Gebräuche es dort gab , wie gesellschaftabhängig jeder war und frage mich dann auch: wie würde man unsere gesellschaftliche Situation in 2000 Jahren betrachten - was würde man sagen, wer was gesagt hat und wie er es gesagt hat.

Als Romantikerin bewundere ich die verschiedenen schönen Mannsbilder, die Jesus abbilden sollen und erfreue mich daran - sie haben die Züge eines europäischen schönen Mannes - Schönheit zu betrachten und sich daran zu erfreuen ist ja nicht verkehrt - Es gibt ja wunderbare Gemälde von so begabten Malern, daß man glaubt, in einem verzauberten Reich zu leben - sie haben so exzellent gearbeitet, daß ich nur noch staunen kann. Wenn ich da an die abstrakten Werke denke, die später dazu kamen -na, schweigen wir lieber.

Kommen wir auf Jesus zurück. Es genügt mir nicht, wie es in der Bibel oder anderen Heiligen Büchern steht - ich will es selbst erfahren.

Im Grunde genommen bin ich eine Freidenkerin, die nur annimmt, was bei ihr im Innern ankommt - wo es einfach "Klick" macht.

Ich lebe ja auch mein Leben, und nicht das von Marie oder Julia - ich muß zu dem stehen, was mich ausmacht. Auch wenn mir manches an mir nicht gefällt. Diese Erkenntis war ein schwieriger innerer Prozeß - glaube mir - ich bin auf meinem Weg über so manchen Stolperstein gefallen.





Alles Liebe
Gabriele
Liebe Gabriele!
Zitat:
Jesus ist anders: aber wie ?


Warum meinst Du, dass Jesus anders ist? In welcher Beziehung anders?
Ist es nicht nur die 2000-jährige Tradition, die ihn anders macht?
Ist es nicht so, dass wir es als Kinder so gelernt haben und nun niemand
anderen akzeptieren wollen?
Ich verstehe Dich schon gut. Mir ist es auch lange nicht anders ergangen.
Aber wenn man Jesu Spuren nachgeht - so weit das überhaupt möglich
ist- trifft man auf einen Offenbarer Gottes, der vollkommen gewesen
sein muss. Der uns verkündigt hat, dass Er wiederkommen wird, wie
ein 'Dieb in der Nacht'. Also, er hat schon gewusst, dass wir Ihn nicht
so leicht wiedererkennen werden.

Ich denke, man kann den historischen Jesus gar nicht so sehr vom
mystischen trennen. Er war einfach Jesus - als Mensch und als Gottes-
offenbarer.

Zitat:
wozu soll er also wiederkommen - wir würden ihn wieder nicht erkennen - glaube ich.


Du sagst es! Es fällt schwer, Ihn wiederzuerkennen!
Aber sollte man nicht, wenn man hört, dass jemand diesen Anspruch
erhebt, diesen tatsächlich prüfen? Sollte man nicht, wenn jemand
sagt, dass er Gottes Wort verkündet, hinlaufen und sehen, was es
damit auf sich hat? Auf die Aussagen Dritter sollte man sich auf keinen
Fall verlassen. Man sollte schon selbst prüfen, was er zu sagen hat.
Meinst Du nicht auch? Erst wenn ich selbst Seine Schriften gelesen habe,
kann ich Ihn annehmen oder verwerfen. Über ocean kannst Du Dir alle
Schriften herunterladen. Wenn Du das nicht möchtest, gibt es die
Möglichkeit, sich über www.wiederkunft.at jeden Tag kleine Texte aus
den Schriften schicken zu lassen. So gewinnt man ein bisschen besser
Einblick.

Auch Abdu'l Baha erklärt vieles aus der Bibel symbolisch. Das ist ja
sogar Deine Linie .
Wenn Du Beweise willst, würde ich Dir von William Sears "Dieb in der
Nacht" empfehlen.

Ich finde halt, dass es sich allemal lohnt, dem Anspruch Baha'u'llahs
nachzugehen. Wie gesagt - wenn Du Ihn dann nicht annehmen kannst,
ist das für Dich auch okay. Du hast Dir nichts vergeben, hast aber
auch nichts versäumt.

In diesem Sinne, liebe Gabriele, sei herzlich gegrüßt von Minou
Zitat:


Also erhebt die Nachtigall ihren Ruf an dich aus diesem Gefängnis.
Nur diese deutliche Botschaft hat sie zu künden. Wer immer es wünscht,
den lasse von diesem Ratschlag sich wenden, und wer immer es
wünscht, den lasse den Pfad zu seinem Herrn erwählen.
O ihr Menschen, wenn ihr diese Verse leugnet, auf welchen Beweis hin
glaubt ihr dann an Gott?
Baha'u'llah

Liebe Minou,

Zitat:
Ist es nicht so, dass wir es als Kinder so gelernt haben und nun niemand
anderen akzeptieren wollen?


Ich bin nicht religiös erzogen worden und ich erinnere mich noch, daß mein Lehrer die einzige Religionslehrerin, die einmal ihre Bildchen verschenkte, vor allen Kindern hinausgejagt hat. Es hat mir als Kind sehr leid um die Frau getan. Irgendwie spielt das Schicksal - der Lehrer ist später - im Alter sehr elend verstorben. Manchmal denke ich darüber nach - wenn es mir wieder einfällt.

Zitat:
trifft man auf einen Offenbarer Gottes, der vollkommen gewesen
sein muss.


Offenbarer sind, meiner Meinung nach, auch nur Menschen, die aber die wesentlichen Dinge erfahren haben - wenn Du in dem theosophischen Heft Nr. 9 www.theosophischer-verlag.de hineinschaust - dann erfährst Du, daß es Menschen gab , die initiiert wurden - wie das vor sich geht, wird dort beschrieben. Sie haben die Zusammenhänge durch diese Art kennen gelernt zwischen Kosmos und Erde. Trotzdem werden sie alle ihre persönlichen Stärken und Schwächen gehabt haben - und ihre Anhänger werden ihnen immer ein Bild machen, das sie so gern sehen wollen. Hier auf der Erde mußten sie essen, trinken, sich ernähren und sind bestimmt nicht immer unserer bildlichen Vorstellung gemäß gewesen(denke mal an Jesus, der die Tische umwarf - so es denn so gewesen sein sollte, damit hat er anderen den Broterwerb zerstört) - ich denke, sie sahen wie durch eine durchsichtige Blume die Menschen so, wie der normale Mensch, den die Sorgen niederdrückten, sein Umfeld nicht in der Form wahr nehmen kann. Ich kann es Dir wortmäßig nicht so rüberbringen, wie ich es gern möchte - da sind immer Barrieren zwischen dem, was man erfühlt und dem, was man ausdrücken möchte, ohne mißverstanden zu werden.

Zitat:
Er war einfach Jesus - als Mensch und als Gottes-
offenbarer.


Dann schildere mir einmal, wie Du es Dir vorstellst. Über sein Leben gibt es nämlich sooo viele Erzählungen - das ist,als wäre er eine Persönlichkeit, die in dem kurzen Leben (33 J) soviel erlebt haben muß , er war, ohne Auto und Flugzeug zu kennen, in der ganzen Welt unterwegs. In welchem Alter soll er dann losgetrippelt sein ? Als Kind war er belesen - aber seine Eltern waren arm, konnten kein Schuldgeld bezahlen - wie das ? Er war Tischler oder Zimmermann - das wiederum sind Menschen aus der Mittelschicht , also nicht arm. Wann hat er gearbeitet ? Wie hat er sich seinen Lebensunterhalt verdient und den seiner Jünger auf ihrer Wanderschaft - glaubst Du, die armen Menschen, die damals lebten, konnten eine 13 köpfige Gruppe ständig ernähren ? Ach, ja - ich vergaß, sie wurden durch die Frauen der römischen Stadthalter finanziell unterstützt, bis diese dann eben auch nicht mehr wollten.
Es paßt eben einiges nicht zusammen - wenn man richtig hinschaut.
So wie ich weiß, werden heute Menschen wie der Dalai Lama und andere religiöse Führer von der Masse ernährt - von den Zuhörern. Es ist ihr Brot als Gegenleistung für die Bekanntgabe bestimmter Erkenntnisse. Heute nennt man sie Philosophen, die die Welt erforschen und erkennen wollen.
Was also weißt Du wirklich über ihn ?

Zitat:
Auch Abdu'l Baha erklärt vieles aus der Bibel symbolisch. Das ist ja
sogar Deine Linie


Nun, ich habe schon einiges hier im Forum gelesen. Da sage ich mal nichts dazu.

Liebe Minou, wir werden geführt - die Bücher, die auf Dich zukommen, sind für Dich und Deinem persönlichen inneren Reifegrad gerade die richtigen. Das habe ich selbst gemerkt im Leben. Oder wenn Du Bücher geschenkt bekommst und die anderen es gut meinen, wie Du auch - wie ich auch. Aber für manche Menschen ist die Zeit für manche Dinge noch nicht gekommen - da hat Gott mit ihnen etwas anderes vor. Deshalb hat mir das Buch von "Anatomie der Seele eben viel gegeben oder geben können - es ist ein kleines Steinchen auf dem Weg und deckt sich inhaltlich mit dem, was ich sonst noch lese - oder wo mich der Weg hinführt.
Jeder Tag bringt neue Erkenntnisse und neue Möglichkeiten, die Welt zu erkennen. Und vor allem sich selbst.

Ich weiß, Du meinst es gut und es ist sicherlich Dein Weg. In allem , was geschrieben steht, kann man Gutes wie weniger Gutes herauslesen. Du siehst es ja hier im Forum auch. Manchmal ist es, als hätte jemand in ein Buch gebissen und läßt es nicht los - wie man auch Gedanken und Ideen nicht los läßt. Sie sind wie eine Schwingung - nannte man auch aurisches Ei, daß dich umgibt, und das dich beeinflußt und ehe du den Weg durch diese unsichtbare Hülle findest, das dauert - vielleicht, wenn die Zeit reif geworden ist, platzt sie auf wie das Ei eines Kükens, das dann in die Welt schauen kann und merkt, daß es noch mehr gibt,als nur das Innere des Ei`s.

Ich glaube, wir brauchen noch eine ganze Zeit, ehe wir uns fortbewegt haben, innerlich reifer geworden sind. Und dafür braucht es noch Äonen

Insofern ist mir die Reinkarnationstherie Erklärung - sollte aber nicht verhindern, Mitgefühl zu leben und Nächstenliebe und Feindesliebe und doch kann ich es noch nicht - in aller Gänze. Mein aurisches Ei ist eben auch noch nicht vollständig offen, damit ich alles in seiner Weite erkennen kann.

Aber wir sind ja auf dem Weg - wir alle -

Sei auch Du herzlichst gegrüßt von Gabriele
Forum -> Baha'i-Religion

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