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Freimaurer












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Ein Insider bietet Einblick in die Logen der Freimaurer
W. Kirk MacNulty konnte sehr seltene Aufnahmen in den Geheimarchiven machen
In seinem opulenten Bildband "Freimaurer" geht W. Kirk MacNulty den Geheimnissen und Mythen der Loge von ihrer Gründung bis zur Neuzeit nach. Da er selbst drei Logen in England und den USA angehört, konnte er in den - laut Verlag - geheimen Archiven der Freimaurer machen. Die großformatigen 386 Abbildungen sind dann auch wirklich sehenswert.


© Herbig

Auf Außenstehende wirken ihre nach wie vor praktizierten Rituale geheimnisvoll: In der "Dunklen Kammer" wird der Suchende mit Totenkopf, Stundenglas und Bibel allein gelassen. Er soll sich besinnen. Erst nach einer Stunde kommen die "Brüder", verbinden seine Augen und führen ihn in den erleuchteten Tempel. Jetzt ist er aufgenommen in die Freimaurerloge. Der Beginn der 1717 gegründeten Organisation der Freimaurer ist Legenden umwoben. Die meisten Freimaurer berufen sich auf mittelalterliche Bauhütten. Ihr Name verweist auf das Handwerk der Steinbildhauer und Bauplaner. Die Logenbrüder erbauen - so ihre Vorstellung - eine bessere Welt. Ihre Symbole sind Bibel, Winkelmaß und Zirkel. In Zeiten der Aufklärung gegründet, hat sich dieser Männerbund von Anfang an zu Vernunft, Menschlichkeit und Weltoffenheit bekannt.

Eine zweite Grünungslegende bezieht sich auf den mittelalterlichen Tempel-Ritterorden. Es handelt sich um die Hochgrad- Logen, eine konservative Minderheit, die bei ihren Ritualen bis heute Templermäntel mit rotem Kreuz trägt sowie Schwert und Doppelaxt. "Es ist verständlich, dass sich gerade Autoren von Fantasie- und Verschwörungsliteratur von dieser Minderheit inspirieren lassen", sagt Freimaurer-Forscher Marcus Meyer aus Bremen.

Vieles, was so veröffentlicht werde, sei allerdings geradezu hanebüchen. Nicolas Cage Kinofilm "Der Vermächtnis der Tempelritter" sowie der Thriller "Illuminati" von Bestseller-Autor Dan Brown würden allenfalls auf "pseudofundiertem Halbwissen" beruhen. Ein Grund für Missverständnisse ist die Verschwiegenheit der Freimaurer.

"Niemand soll und wird es schauen, was einander wir vertraut, denn auf Schweigen und Vertrauen ist der Tempel aufgebaut", schrieb Johann Wolfgang Goethe 1815 in Weimar. Ein weiteres Problem ist nach Ansicht von Meyer, dass die exklusiven Freimauer-Logen ihre Geschichte lange Zeit selbst und entsprechend unkritisch geschrieben haben.

Erst als um 1990 auch die in der DDR verwahrten Freimaurerarchive frei zugänglich wurden, habe die Zahl unabhängiger Wissenschaftler zu diesem Thema zugenommen. Obwohl dem Männerbund nach Schätzungen von Experten weltweit ungefähr vier Millionen Mitglieder angehören, gibt es - entgegen der Beteuerung vieler Logen - offensichtlich Nachwuchsprobleme.

Die Kapitel befassen sich mit den Ursprüngen der Loge bis zur Neuzeit. MacNulty erläutert die symbolischen und Hochgrade der Logen, ihre Rätsel und Geheimnisse und schildert, wie sie die Binnengesellschaft darstellt, aber die Freimaurer auch in der übrigen Gesellschaft wirken - bis hin zu den prominenten Vertretern. Zu den prominentesten Freimaurern in Deutschland zählten König Friedrich II. von Preußen und Kaiser Wilhelm I. In den USA, wo die Freimaurerbewegung heute am stärksten ist, gilt George Washington als der bekannteste Freimaurer.

Auch wenn das Buch eher arm an Text ist, erfassen diese Textpassagen doch die wesentlichen Informationen zur Geheimloge. Hochinteressant wird das Buch, erschienen im Herbig-Verlag, durch die Insider-Bilder.
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