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Entnommen aus "Rückblick" Nr. 16/Nov. 2006
Ausschnitte:
Traume sind Botschaften der Seele. Diese Botschaften senden die Geistigen Führer an den Menschen, um ihm konkrete Mitteilungen zu machen. Es gibt für die Seele keinen Unterschied zwischen "wichtigen" und "unwichtigen" Träumen, lediglich ihre Bedeutung ist für die augenblickliche Situation des Menschen unterschiedlich. Träume sind immer sinnvoll, nur mujß man sie deuten können.
Die Deutung der Träume aus Büchern, in Kursen oder Seminaren (so bedauerlich es auch ist) nicht erlernbar. Sie setzt Intuition und Erfahrung voraus. Es gibt im allgemeinen keine Regel, kein Schema und keine Methode, mit welchen man an die Träume herantreten könnte.
Warum nicht ? Weil jeder Traum individuell ist. Er ist eine individuelle Botschaft an den Menschen und hat daher eine individuelle Bedeutung. selbst wenn sich Träume verschiedener Perosnen dem Inhalt nach gleichen, können sie für jeden eine andere Bedeutung haben.
Der Umgang mit Träumen muß erlernt werden. Der Mensch, der Träume deuten möchte, muß sich in die Person und in die gegenwärtige innere Situation des Träumenden hineinfühlen können, und er muß den Traum auf sich wirken lassen. Er muß aber immer damit rechnen, daß der Träumende über sich und über seine wahre innere Situation nicht oder nicht hinreichend im Bilde ist, was sich auch in den Träumen niederschlägt. Darum sind Träume oft verdreht und scheinen gerade das Gegenteil dessen zu zeigen, was in der Seele des Träumenden -objektiv gesehen - vor sich gegangen ist.
Letztlich sind es immer die Geistigen Führer des Menschen, die dem Therapeuten den Sinn eines Traumes auf irgendeine Weise zugänglich machen. Es kommt oft vor, daß der Therapeut (falls er sich nach oben öffnet) mit einem Schlag begreift, worauf der ihm vorgelegte Traum hinweist. Übung im Umgang mit Träumen bedeutet daher stets, Übung im Umgang mit den Geistigen Führern und also Kontakt mit ihnen zu haben. Und auf diesem Kontakt , selbst wenn er unbewußt ist, beruht schließlich jede gute Intuition. - Ein Beispiel:
Der Traum
Eine Frau träumt: sie steht unter einem Hochhaus. Auf dem Balkon des obersten Stockwerkes steht ein Mädchen. Die Frau merkt, daß das Mädchen herunterspringen will: Sie schreit und ruft ihm zu, es solle nicht springen. Aber das Mädchen springt hinunter und wird am Boden - buchstäblich - völlig "zermatscht". Die Frau ist entsetzt. - Dann steht das Mädchen, das nur ein Fleischklumpen ist, dennochauf, wirft den Oberarm der Frau zu und entschwebt durch die Luft. - Die Frau erwacht und ist bestürzt.
Die Deutung des Traumes
Es ist offensichtlich, daß das Traumgeschehen "spiegelverkehrt" gedeutet werden muss. Bei der Frau, die im Traum verhindern will, daß das Mädchen hinunterspringt, beherrscht bereits ihre heutige Gesinnung ihre Absichten: Sie würde heute - selbstverständlich - um jeden Preis verhindern wollen, daß ein Kind sich von einer solchen Höhe in die Tiefe stürzt.
Ihre heutige Einstellung formt daher das Geschehen , das sich offenkundig in einer früheren Inkarnation abgespielt hat, indem sie es in das Gegenteil verdreht: Damals war sie es, die das Mädchen von einer Höhe hinabstürzen ließ oder es selbst hintergestoßen hat. Heute ist sie über ihre einstige Tag entsetzt, damals war sie vielleicht - ihrer damaligen Mentalität gemäß - damit sogar recht zufrieden.
Die Frage, wieso es offenkundig ist, daß es sich im Traum um ein Ereignis aus einer frühere Inkarnation handelt, ist einmal mit dem Hinweis auf die Szenerie des Traumes zu beantworten, die ja weitgehend irreal ist. Ebenso deutet das intensive Schuldgefühl, das in der Frau nach dem Erwachen aufgestiegen ist, auf eine Konfrontation mit vergangener Verschuldung, - Gegenwartsbezogen könnte der Traum nur dann sein, wenn sich im heutigen Erdenleben der Frau irgendein Unfall (z.B. Absturz bei einer Bergwanderung) ereignet hätte, was ja nicht der Fall war.
Der Traum arbeitet ferner mit sparsamen , aber deutlichen Hinweisen , was erkennen läßt, daß es in erster Linie um die Motivation der Tag und damit auch um die Beziehung der Frau zum Mädchen , geht. - die Frau sagt bei der Traumbesprechung, sie glaube, daß Mädchen sei ihre Tochter.
Das Hochhaus kann - direkt - eine erhöhte Stelle am Rand eines Abgrundes darstellen oder aber - indirekt - eine sinnbildliche Höhe symbolisieren, von welcher das Mächen damals hinuntergestoßen wurde.
Die Folge des Sturzes: das Zerfleischen des Körpers , zeigt unmißverständlich den Tod - vermutlich die Ermordung - des Mädchens an, bei welcher der Arm des Opfers auf irgendeine Weise ergriffen wurde.
Eine genaue Reinkonstruktion des Geschehends, das der Traum anzeigt, ist natürlich nur in einer Rückführung möglich.
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Die Rückführung
In der Rückführung sieht sich die Frau als Mann, der allein in einem Wald lebt. Er hat einen Wolf bei sich, der offenbar gezähmt ist und ihn wie ein Hund überallhin begleitet. - Ein Mädchen kommt in den Wald, um Beeren zu pflücken. Der Mann beobachtet das Mädchen, dann läßt er den Wolf los. Der fällt das Mädchen an, packt seinen Arm, das Mädchen wehrt sich und beide stürzen in eine Schlucht. - Die Klientin hat das Gefühl, ihre Vermutung bei der Traumdeutung sei bestätigt: Das Mädchen ist ihre heutige Tochter.
Das Mädchen wurde von den Dortleuten gesucht. Sie fanden in der Schlucht -neben der Leiche des Wolfes - ihre Leiche. Der Mann wurde festgenommen , verurteilt und aufgehängt.
Die Frau erfuhr zudem in der Rückführung, daß das Mädchen nicht das erste Kind war, das im Wald vom Wolf getötet wurde. Es war allerding nicht die Absicht des Mannes, die Kinder umzubringen, er wollte sie nur aus dem Wald jagen. Er haßte Kinder.
Dies läßt aufhorchen. Kein Mensch haßt ohne einen Grund. Es war also also abzuklären, ob in der Jugendzeit des Mannes oder in einer seiner früheren Inkarnationen sich etwas ereignet hatte, das seinen Hass Kindern gegenüber erklärte. - Nun gab es aber im Leben des Mannes vorher nichts, was seinen Hass hätte verständlich machen können.
Der Leitfaden für die Fortsetzung der Rückführung ergab sich aus der Frage, weswegen der Mann Kinder haßte. - Es zeigte sich folgendes:
Die Frau sieht sich wieder als Mann, der angstvoll eine Frau beobachtete, die auf einen Bett liegt. Sie steht offenbar vor der Niederkunft, eine Hebamme versucht ihr zu helfen. Das Kind liegt offenbara quer, die Geburt will nicht einsetzen. Die Hebamme ist hilflos. Nach stundenlangem Leiden sterben Frau und Kind.
Der Mann ist verzeifelt über den Tod seiner Frau und verflucht das Kind, das "seine Frau getötet hat." - Er beginnt alle Kinder zu hassen, greift nach der Flasche und trinkt sich zu Tode.
In dieser Inkarnation war der Mann (die heutige Frau) in einer Opferrolle. Das Erleiden des Schicksalsschlages erklärt jedoch keineswegs den Hass, dafür aber wirft sie in aller Deutlichkeit die Frage auf: Was tat der Mensch, daß er sich - hier als Mann - für den Verlust von Frau und Kind disponierte ? Denn der Tod seiner Frau im Kindbett war nicht der Grund zu seinem Hass, der ihm einige Inkarnationen später noch zum Töten von Kindern veranlaßte, er ließ in ihm lediglich einen alten Hass aufleben.
Der Faden mußte also noch weiter zurückverfolgt werden, und die gleich anschließend vorgenommende Rückführung versetzte die Klientin in einen Wanderzirkus. Zogen die Zirkusleute nach den Vorstellungen in einem Dorf weiter, so nahmen sie die Kinder mit, die sie im Dorf - wie Wildtiere - eingefangen und in einen Käfig eingesperrt hatten. Die Kinder wurden äußerst notdürftig ernährt und zu schwerer Arbeit gezwungen. Die Schachen oder Arbeitsunwilligen wurden aus den Karren auf die Landstrasse geworfen.
Am Unternehmen war die ganze heutige Familie der Frau: sowohl ihre Herkunftsfamilie als auch die ihres Mannes beteiligt; ihre heutigen drei Kinder waren unter den eingesperrten Kindern.
Es war offensichtlich , daß der Mann im Wald die Kinder aus dem Grunde hasste, weil er sich ihnen gegenüber über aus schuldig fühlte. Da er noch primitiv; innerlich unreif war, projizierte er den Hass, der eigentlich Selbsthass war, aus sich hinaus: auf die Kinder, die er zwar nicht selber, sondern auf dem Umweg: durch Loslassen seines Wolfes umbrachte.
Nachspiel:
In solcheh Fällen, wenn jemand in der Rückführung mit Verschuldungen konfrontiert wird, die ihn heute betroffen machen und ihm - von seiner heutigen Gesinnung her - unglaublich erscheinen (die Frau liebt ihre Kinder über alles und liebt Kinder im allgemeinen) , ist es ratsam, die Geistigen Führer zu bitten, ihm einen Blick auch in eine Inkarnation zu gewähren, in welcher die Schuld - zumindest zum Teil - abgetragen wurde. Dies geschah auch, und die Frau sah sich in der Inkarnation als Vater von zehn Kindern. die Mutter war die damals im Kindbett gestorbene Frau. Sie waren arm, aber bedürfnislos, somit auch glücklich. Sie mußten viel arbeiten, doch ihre Arbeit trug materiell wie seelisch Früchte. Die Familie vermehrte sich, und mit diesem Bild endete die Reihe der Rückerinnerungen: Die Klientin sah sich als alten Mann, der von einer großen Schar von Enkelkindern umgeben war. Und sie fühlte, wie glücklich sie damals - in der Gestalt dieses Mannes - war.
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