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Zur "Feindbild-Theorie":
Die soziale Rolle des Sündenbocks kann auch einer ganzen Gruppe von Menschen per Attribution zugewiesen werden. Einer umstrittenen Theorie Sigmund Freuds zufolge lässt sich damit die Entstehung von Vorurteilen erklären: Durch Frustration entstandene Aggressionen in einer Gruppe werden auf eine Außengruppe verschoben, um den Zusammenhalt der eigenen Gruppe zu bewahren. Dies kann auch mittels einer durch Machteliten verbreiteten Ideologie geschehen, die ein Feindbild bewusst entwickelt mit dem Ziel, bestimmte soziale, rassische oder politische Minderheiten im eigenen Land oder auch äußere Feinde zum Sündenbock für aktuelle Krisenerscheinungen zu machen oder von der eigenen mangelnden oder schwindenden Legitimation abzulenken. Eine solche Projektion auf einen Sündenbock kann für die Mehrheitsbevölkerung identitätsstiftende Funktionen bekommen.
Der Soziologe Lewis A. Coser hat den Begriff "Sündenbock" in Bezug auf die Verschiebung von nicht direkt ausfechtbaren sozialen Konflikten (realistic conflicts) auf abstraktere aber ausfechtbare Konfliktebenen (unrealistic conflicts) verwendet.
Der Religionsphilosoph René Girard hat in seiner Anthropologie aus dem von ihm so benannten „Sündenbockmechanismus“ eine grundlegende Hypothese über die Entstehung der menschlichen Kultur gemacht.
http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCndenbock
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