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Ich hatte mir schon vir einiger zeit die Frage gestellt, warum die Juden überhaupt verfolgt werden. Ich hatte gelesen, und ich glaube es war in diesem Artikel, dass der Judenhass irrational ist. Wie lässt sich dieses Phänomen Judenhass überhaupt erklären? Ich versteh es nicht.
Artikel:
Die Formen von Judenfeindlichkeit haben je eigene Hauptmerkmale, die historisch voneinander unterschieden werden. Zugleich bestehen Kontinuitäten zwischen ihnen: Dazu gehören antijüdische Stereotypen vom „gottlosen“, „menschenfeindlichen“, „verstockten“, „reichen“, „geizigen“, „neidischen“, „schmarotzenden“ und „heimtückischen“ Juden. Verunglimpfende antijüdische Karikaturen aus verschiedenen Zeiten ähneln sich. Auch die Verschwörungstheorie eines angeblichen Weltjudentums ehrt immer wieder.
Ab 1933 wurde ein rassistischer Antisemitismus zur staatlichen Doktrin im Nationalsozialismus. Die antisemitische NS-Ideologie gipfelte in der staatlich organisierten und industriell vollzogenen Massenvernichtung des „Holocaust“ während des 2. Weltkriegs.
Da die Wurzeln, Gemeinsamkeiten und Unterschiede von antiker, christlicher, neuzeitlicher und gegenwärtiger Judenfeindlichkeit noch unzureichend erforscht wurden, trifft man oft eine begriffliche Konfusion an: So werden antike und mittelalterliche Judenverfolgung, aber auch heutige antizionistische und anti-israelische Haltungen oft pauschal als „Antisemitismus“ eingeordnet, auch wenn sie nicht rassistisch motiviert sind. Doch dieser Begriff hat sich seit 1945 in der Antisemitismusforschung für die fundamentale Ablehnung alles „Jüdischen“ eingebürgert. Damit wird allerdings der von Judengegnern ideologisch geprägte Rassenbegriff indirekt übernommen. Dies unterstellt unter Umständen auch dort Ausrottungsabsichten, wo diese nicht vorhanden waren.
Andererseits bezieht sich auch sonstige kulturelle, religiöse und nationalistische Judenfeindlichkeit oft auf das Judentum als Ganzes und bekämpfte es als „Volk“. Der Begriff „Judenfeindlichkeit“ kann Tendenzen, die schon vor 1870 auf Unterdrückung, Vertreibung und Ausrottung aller Juden hinausliefen, übersehen und einebnen. Auch erfasst dieser unspezifische Oberbegriff noch nicht die besondere Ablehnung „des Jüdischen“, die auch ohne reale Juden funktioniert. Darin deutet sich das Problem einer allgemein gültigen Definition des Phänomens an.
Gemeinsam ist allen Formen von Judenfeindlichkeit ihr Irrationalismus. Juden wird gemäß dem Zitat des Patriarchen aus Gotthold Ephraim Lessings Drama Nathan der Weise oft das Existenzrecht abgesprochen, einfach weil sie Juden sind: Tut nichts, der Jude wird verbrannt. Das zu Grunde liegende Phantombild, das im Nationalsozialismusparanoide Dimensionen annahm, besagt: Juden seien per se verkommen, böse und verdorben. Als „typisch“ für sie gilt dann alles, was diesem Negativbild entspricht; Was ihm widerspricht, kann nichts mit dem Judesein zu tun haben und wird als Verstellung angesehen. Die Absurdität dieser Vorurteilsstruktur drückt ein von Kurt Tucholsky überlieferter jüdischer Witz aus den 1930er Jahren aus. Darin sagt ein Jude zum anderen:
Es geht wieder los, gegen die Juden und gegen die Fahrradfahrer!
Wieso denn gegen die Fahrradfahrer?
Prinzipielle Judenfeindschaft tendierte bei all ihren widersprüchlichen Begründungen letztlich auf die völlige Auslöschung des Judentums: sei es, indem es zur überholten und „verworfenen" Religion erklärt wurde, sei es, indem es einem allgemeinen humanen „Fortschritt“ zum Opfer gebracht werden sollte oder zum Untergang durch den Selbstbehauptungskampf einer überlegenen „Rasse“ bestimmt wurde. Diese irrationalen pauschalen Judenbilder gelten als Beispiel für Bildung von Vorurteilen und politische Instrumentalisierung daraus konstruierter Feindbilder (Wolfgang Benz). Sie haben sich über die Jahrhunderte als außergewöhnlich stabil und wandlungsfähig erwiesen. Weshalb dieser Hass in Europa immer wieder besonders Juden traf und gerade in Deutschland zu einem staatlich organisierten, industriell durchgeführten systematischen Ausrottungsversuch führte, ist noch nicht zureichend erklärt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus
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