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Was ist Baha'i aus soziologischer Sicht?
Kleine Einfuehrung in die Soziologie ideologischer Systeme
Uebergeordneter Begriff:
Ideensysteme:
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| Die Idee (gr. e?d?? (eidos) / ?d?a (idea) = Vorstellung, Urbild, Idee) oder das Bild, der Leitgedanke, das Musterbild, bezeichnet eine geistige Vorstellung, einen Gedanken. Heute versteht man im Allgemeinen unter einer Idee einen Einfall oder einen neuen Gedanken. Wenn eine Idee Gestalt annimmt, kann sie z.B. auch zur Erfindung werden. Ideen warten in der Regel auf Ihre Umsetzung. Um auf Ideen zu kommen, können verschiedene Techniken und Strategien angewendet werden. Häufig finden z.B. Kreativitätstechniken Verwendung, wie z.B. das Brainstorming. Ein Ideensystem ist insofern ein struktureller und sinnhafter Zusammenschluss von mehreren Ideen zu einer eigenen Entitaet |
Spezialfall eines Ideensystems:
Ideologie:
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Der Begriff Ideologie (griechisch gr. d?a (idea) - die Ideenlehre) bezeichnet eine Weltanschauung, ein Ideal oder ein System von Wertvorstellungen.
Eine Ideologie ist demnach ein fixiertes Weltbild, das auf fixierten Grundannahmen beruht, welche ein Ideologe für axiomatisch hält bzw. darauf basierend einen Wahrheitsanspruch postuliert.
Wird ein Ideensystem im Ton einer "wissenschaftlichen Weltanschauung" formuliert, um damit Autorität zu beanspruchen, obwohl es stark von Glaubensannahmen und Werturteilen geprägt ist, und setzt es dabei stark wiederholend und selbstreferenziell auf unbewiesene Grundaxiome, dann ist dieses Ideensystem tendenziell ideologisch. |
Spezialfaelle von Ideologien:
Religionen.................Sekten.................politische Weltanschauungen
Spezialfall einer Religion:
Islam
Spezialfall des (orthodoxen) Islams:
z.B. Gruppe der Sunniten
Daraus folgt, dass alle Eigenschaften einer Ideologie ihren speziellen Ausformungen vererbt wurden und und manchmal sogar durch Neuinterpretationen "mutierten".
Eigenschaften einer Ideologie:
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Ideologien wirken orientierend, lenken die Wahrnehmung – zudem steuern sie Handlungsprogramme, z.B. in der Forschung oder Politik. Innere Widerspruchsfreiheit wird teils erst durch Ausblendung entgegenstehender Auffassungen, Sichtweisen und Erfahrungen erreicht. Sie beanspruchen zumeist einen Wahrheitsanspruch für ihre Grundannahmen, es werden also bestimmte Thesen, Dogmen oder Grundideen für axiomatisch gehalten. Die Abänderung dieser Grundannahmen wird meist abgelehnt.
In Ideologien werden Grundideen als gegeben vorausgesetzt, mit denen die Hauptideen und weitere Ideen begründet werden. Da die Wahrnehmung der Welt Grundideen voraussetzt, sei jegliche Aussage über die Realität ideologisch geprägt. Ideologiekritik ist demnach das Hinterfragen dieser Grundideen und der Grundkategorien, in denen wir denken.
Ideologien finden sich besonders häufig im Bereich Politik und Gesellschaft, wo sie auch Werturteile sowie erwünschte politische Veränderungen rechtfertigen bzw. begründen. Fanatiker und Fundamentalisten neigen zu rigiden Ideologien und streben nach Hegemonie.
Typisch für Ideologien ist, dass sie sich selber viel weniger ideologisch empfinden als konkurrierende Ideologien. Der eigene Ideologiecharakter wird gerne nicht wahrgenommen oder geleugnet. |
Ideologisch geprägter Blickwinkel:
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Typisch für einen Ideologen ist häufig, dass er die Erfahrungstatsachen, auf die er sich beruft, sehr stark nach den Notwendigkeiten der Ideologie zusammenstellt, interpretiert oder die jeweils vorgefundene komplexe Wirklichkeit v.a. aus dem Licht der Ideologie heraus betrachtet - es bildet sich ein ideologisch geprägter Blickwinkel.
Sogenannte "Patentrezepte" in gesellschaftlichen Fragen deuten auf ideologischen Gehalt hin. Widerstehende Tatsachen werden tendenziell abgestritten, mitunter sogar systematisch, oder für unerheblich erklärt. Ausgestaltete Ideologien verfügen zur Abwehr konkurrierender Ideen oftmals über regelrechte Einwandbehandlungen. Fanatische Ideologen zeichnen sich sogar durch ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit aus, oft in Verbindung damit, dass sie Widerspruch aggressiv abwehren oder gar unterdrücken. (Anm.> Oder den Widersprechenden sogar beseitigen, exekutieren, "termineren") In diesem Abwehrcharakter strikter Ideologien liegt eine gewisse Gefahr des Totalitarismus. |
Da jedoch die Baha'i weder innere Widerspruchsfreiheit garantieren, noch sich einen Wahrheitsanspruch für ihre Grundannahmen anmassen*, kann eigentlich nicht von einem Spezialfall einer Ideologie gesprochen werden.
Ist Baha'i nicht deshalb nicht eigentlich eher ein Ideensystem als eine Religion?
*Da ihre Lehrsaetze einer permanenten wissenschaftlichen Ueberpruefung standhalten sollen.
Wissenschaft aber kann per se nie endgueltige wahrheiten liefern, deshalb beansprucht auch Bahaii keine solchen.
LG
Martin
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