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Gedichte












Träumen

Versucht zu träumen.

Träume verhindern, daß wir

abstumpfen, müde werden.

In Träumen liegt Hoffnung,

und die besiegt das Grauen

des Alltags.


Annegret Kronenberg
Kennst du das auch, daß manchesmal
Inmitten einer lauten Lust,
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehn mußt?

Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf
Wie Einer, den ein plötzlich Herzweh traf;
Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch,
Du weinst, weinst ohne Halt - Kennst du das auch?

Hermann Hesse

eins meiner Lieblingsgedichte

Gruß Rachel
oh, Hermann Hesse an sein "Goldmund und Narziß" denke ich noch oft und auch an "Siddharta" - er liegt auf meiner Wellenlänge

Abendwolken

Was so ein Dichter sinnt und treibt,
Sich Reim und Vers ins Büchlein schreibt,
Manch einem scheint es ohne Kern,
Doch Gott versteht's und duldet's gern.

Er selber, der die Welt ermißt,
Zuzeiten auch ein Dichter ist,
Und wenn das Abendläuten ruft,
Greift er wie träumend in die Luft,
Baut sich zum Feierabendspiel
Zartgoldene Wölklein schön und viel,
Läßt sie an Bergesrändern säumen
Und rot im Abendglanz erschäumen.
Und manche, die ihm wohl gelang,
Die leitet er und hütet lang,
Daß sie, die fast aus nichts gemacht,
Am Himmel ruht und selig lacht.
Und die nur Tand und Reimwerk schien,
Wird nun ein Zauber und Magnet
Und zieht der Menschen Seelen hin
Zu Gott in Sehnsucht und Gebet.
Der Schöpfer lächelt und erwacht
Vom kurzen Traum, das Spiel verglüht,
Und aus der kühlen Ferne blüht
Herauf die friedevolle Nacht.
Nur daß aus Gottes reiner Hand,
Sei's auch im Spiel, jedwedes Bild
Vollkommen, schön und selig quillt,
Wie es kein Dichter je erfand.

Mag denn dein irdisch Lied bedeuten
Ein schnell vertönend Abendläuten,
Darüber hin, im Licht entbrannt,
Die Wolken wehen aus Gottes Hand.



http://www.bibliomaniac.de/hesse/prim/poem1.htm
suche: hermann hesse gedichte
Alle Bücher dieser Welt

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.

Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne Stern und Mond,
Denn das Licht, wonach du frugst,
In dir selber wohnt.

Weisheit, die du lang gesucht
In den Bücherein,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt -
Denn nun ist sie dein.
Sylvester
Schnell welkt das Vergängliche.
Schnell stieben die verblühten Jahre davon.
Spöttisch blicken die scheinbar ewigen
Sterne.
In uns innen der Geist allein
Mag unbewegt schauen das Spiel,
Ohne Spott, ohne Schmerz;
Ihm sind "vergänglich" und "ewig"
Gleich viel, gleich wenig…
Aber das Herz
Wehrt sich, glüht auf in Liebe,
Und ergibt sich, welkende Rose,
Dem unendlichen Todesruf,
Dem unendlichen Liebesruf.

H.Heese

ist ja bald soweit

Rachel
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