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Wie konnte aus Adam und Eva eine Zivilisation entstehen?












Schönen guten Morgen!

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es für eine Diskussion nicht förderlich ist, kopierte Stellen der Bibel (des Korans oder eines sonstigen Buches) immer wieder als solchen Trumpf auszuspielen, der theoretisch nicht angegriffen werden kann.

So eine Kopie sagt: Das was hier steht ist richtig und verbindlich. Aber in Wirklichkeit bekundet der Betreffende nur, dass er sich in einer gewissen Starrheit befindet, die ihm eigentlich nicht erlaubt, eine eigene, freie Meinung zu bilden. Außerdem wird dann nur aneinander vorbei geredet oder miteinander gestritten, auch wenn man das nicht lesen muss.

Zitate, Aussagen oder Stellungnahmen "wichtiger" Persönlichkeiten, die irgendwo nachzulesen sind, spiegeln immer die Auffassung einer bestimmten Zeit oder eines bestimmten Menschen, seien es Propheten, Erleuchtete oder berühmte Gelehrte, die großen Einfluss ausübten oder heute ausüben.

Eigentlich muss man den Mut entwickeln, eine Sache fehlerhaft, unzureichend oder rein persönlich zu erfassen und auch darzustellen. Muss man unbedingt vollkommen sein?

Jeder eigene Versuch hat bereits einen hohen Stellenwert. So auch jener, wie man das Essen des Apfels im Paradies oder wie man den symbolischen Wert rund um den Löwen deuten könnte. Damit erlaubt man sich, nicht nur diese Stellen, sondern vieles oder sogar das meiste als Symbol, als Unterlage für eine Deutung zu begreifen.

Man kann alles reflektieren, Altes einer Prüfung unterziehen und oft entscheidend entrümpeln. Man wird auch jene Werte abstrahieren, die sowohl den persönlichen Weg in die Zukunft gestalten als auch das Miteinander der Menschen befruchten, meint - reinwiel
@ galater 319

Zitat:
Die von mir angesprochene Verwandschaft mit der Aussage im Bild vom "Eckstein"
Frei aus dem Gedächtnis, bin gerade zu faul, die Schriftstelle zu suchen:
"Wer auf ihn fällt, der zerschellt,
auf wen er fällt, der wird zerschmettert."

Auch hier kann nicht verhindert werden, an diesem Eckstein vorbeizukommen. Jesus gibt keine andere Möglichkeit vor:

Wenn ich mich auf ihn fallen lasse, dann zerschelle ich, mein bisheriges Leben und Denken wird aufgelöst. Aber es gibt mich noch, wenn auch in umgewandelter Form. Sicher in einer besseren Form, so hoffe ich.

Wenn er auf mich fällt, wenn ich mich also nicht auf ihn einlasse, dann wird er mich ebenso erreichen, aber auf eine extremere Art, er wird mich zerquetschen, vernichten.

Diese zwei Möglichkeiten habe ich, es liegt an mir zu entscheiden, in welcher Weise ich mich der Wahrheit Jesu nähere, aber verhindern kann ich es nicht.


Mit dieser Interpretation liegst Du vollkommen richtig. Aber - wie bereits Morpheus zu Neo sagte: "Ich kann dir nur die Tür zeigen. Hindurchgehen musst Du selber!"

Du sagst, dass Du deine Karten bisher in diesem Forum immer auf den Tisch gelegt hast. Kannst Du machen - solange es sich um "harmlose" Karten handelt! Das sind solche "Karten", die man auch jederzeit wieder anders interpretieren, bzw. einfach beiseite schieben kann. "Karten", an die man glauben kann oder auch nicht, die niemanden aus der Bahn werfen können. Genauso, wie man irgendeine politische Partei wählen kann. Damit mag sich zwar die Besetzung in der politischen Seifenoper gelegentlich ändern, aber es ist und bleibt eine Seifenoper. Was in der Realität dann passiert, wird von ganz anderen Faktoren bestimmt, auf welche die politische Seifenoper gar keinen Einfluss hat und auch gar nicht erst haben will, um die Seifenoper bis zum endgültigen Zusammenbruch der Volkswirtschaft fortführen zu können.

Der Dreh- und Angelpunkt ist wie gesagt das Erkennen der tatsächlichen Bedeutung der Erbsünde. Diese "Karte" kann man aber nicht mehr einfach auf den Tisch legen - jeder muss sie selbst erkennen! Das heißt ganz und gar nicht, dass es für die Erbsünde verschiedene Interpretationen gibt. Es gibt nur eine und die erkennt man oder man erkennt sie nicht. Das Erkennen der Erbsünde ist der Beginn der Auferstehung und die Urchristen hatten dafür einen Initiationsritus, die Taufe:

Spruch 21: Diejenigen, sie sagen: "Der Herr ist zuerst gestorben und (dann) auferstanden", sind im Irrtum. Denn er ist zuerst auferstanden und (dann) gestorben. Wenn jemand nicht zuerst die Auferstehung erwirbt, wird er sterben.

Spruch 90: Die, die behaupten: "Man wird zuerst sterben und dann auferstehen", irren sich. Wenn man nicht die Auferstehung zu Lebzeiten empfängt, wird man nichts empfangen, wenn man stirbt. Entsprechend redet man auch von der Taufe, wenn gesagt wird: "Groß ist die Taufe; denn wenn man sie empfängt, wird man leben."

Spruch 92: Aber der Baum des Lebens ist in der Mitte des Paradieses. Und es ist der Ölbaum, dem die Salbung entstammt. Durch sie [entstand] die Auferstehung.

Spruch 95: Die Salbung steht über der Taufe. Denn aufgrund der Salbung wurden wir "Christen" genannt, nicht wegen der Taufe. Und man nannte Christus wegen der Salbung (so). Denn der Vater salbte den Sohn. Der Sohn aber salbte die Apostel. Die Apostel aber salbten uns. Wer gesalbt worden ist, hat das All. Er hat die Auferstehung, das Licht, das Kreuz, den Heiligen Geist. Der Vater gab ihm dieses Brautgemach, er erhielt (es).

Der zweite Initiationsritus war die Salbung. Wer gesalbt war, sympathisierte nicht nur mit den Urchristen, sondern war auch aktives Mitglied einer Urchristengemeinde. Diese bestanden aus einigen tausend Mitgliedern. Nur bis zu einer Anzahl von ca. 150 Menschen können sich aber alle noch gegenseitig bekannt sein. Also: Was genau hielt diese Gemeinden zusammen? Die Antwort findet man, wenn man erkennt, was genau hier mit Liebe gegeben und im Glauben empfangen wird:

Spruch 45: Der Glaube empfängt, die Liebe gibt. [Niemand wird] ohne den Glauben [empfangen können]. Niemand wird ohne Liebe geben können. Daher, damit wir nun empfangen, glauben wir. Damit wir lieben, geben wir. Denn wenn jemand nicht aus Liebe gibt, hat er keinen Nutzen von dem, was er gegeben hat.

Die Urchristen mussten jedoch scheitern - prinzipbedingt! Sie versuchten letztlich das gleiche, was schon im Garten Eden nicht funktioniert hatte: Die Beeinflussung der Gesinnung des einzelnen Menschen zur Vermeidung der Erbsünde. Das kann aber niemals funktionieren.

Das Ergebnis ist bekannt. Das Wissen um die tatsächliche Bedeutung der Erbsünde geriet wieder in Vergessenheit und heute sind die so genannten "Christen" nach ihrer eigenen urchristlichen Definition die schlimmsten "Heiden", die diese Welt je gesehen hat!

Hat man in dieser Welt, die mittlerweile die Erbsünde sogar zum gesamtgesellschaftlichen Grundprinzip erhoben hat, diese erkannt, so hat man ein Problem: Man weiß absolut nichts mehr mit "dieser Welt" anzufangen. Denn: Die Erbsünde lässt sich nur gemeinschaftlich aus der Welt schaffen! Die Erbsünde ist kein Problem des einzelnen Menschen, sondern ein Grundübel der Kultur in der der einzelne Kulturmensch lebt.

Solange nun die Kultur in der Erbsünde und mit der Erbsünde existiert, ist es für den einzelnen Kulturmenschen immer angenehmer, die Erbsünde nicht zu kennen, um in Unwissenheit halbwegs glücklich sein zu können. Erkennt er aber die Erbsünde, kann er niemals mehr glücklich sein, bevor nicht die ganze Kultur die Erbsünde erkannt und dann abgeschafft hat!

Also: Es wäre absolut unverschämt und zumindest unhöflich von mir, wenn ich hier "einfach so" ausplaudern würde, was die Erbsünde tatsächlich ist.
Ja reinwiel, da gebe ich dir vollkommen Recht! Abe ich entdecke hier noch eine andere (Un)Art des Postings. Ansätze von halben Referaten, die einem Leser zugemutet werden. Dabei werden dann 1001 Nacht, sorry Themen angesprochen, Thesen aufgestellt als ob diese Plattform geradezu nur noch zu einer Selbstdarstellung querfeldein zu dienen hat.

M.A. nach schon am Rande einer Unzumutbarkeit, der Verdacht, einen möglichen Leser geradezu erschlagen wollen liegt da nicht ferne!

In diesem Sinne - ja ich werde solche Beiträge außerhalb einer PN in Zukunft ignorieren - wünsche ich eine angenehme gute Nacht, was davon noch übrig ist...

Gruß
Hallo Gnostiker,

ich kann dich beruhigen, ich glaube nicht, daß es die Erbsünde gibt. Also habe ich damit überhaupt keine Probleme. Du scheinst eher Probleme zu haben, da du dieser Fiktion, erschaffen von den Mächtigen der Erde der Herrschaft wegen, eine wichtige Rolle zuweist. Wenn deine Erkenntnis vom Erkennen des Wesens von etwas abhängt, was es gar nicht gibt, dann glaubst du, weise zu sein, bist aber zum Toren geworden.
Die Stellen die du anführst, haben schon eine gewisse Bedeutung, nämlich daß es Vorraussetzung ist, die Gnade Gottes zu erkennen, um in den "Genuss" der Auferstehung zu kommen. Schön formuliert in Röm 5,21. Aber selbst das widerspricht schon der Aussage von Röm 2,14f. Wieso widerspricht sich Paulus offensichtlich in ein und demselben Brief? Hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht. Die Sünde, die Paulus in Röm 5,21 anspricht, müßte demnach eine ganz spezielle sein, nicht die Heiden betreffend. Dann widerspricht sich Paulus nicht. Man könnte der Versuchung erliegen, Paulus habe hier die Erbsünde gemeint. Aber die haben die Heiden doch auch. Und die herrschte doch angeblich bis das wahre Wort Gottes in die Welt kam. Also doch nichts mit Erbsünde. Bestenfalls kann ich als Definition von Erbsünde "Mangel an Gnade" durchgehen lassen. Aber die Gnade Gottes ist doch nicht abhängig von der Verkündigung durch einen Menschen, da Gott sich doch nicht ändert. Jesus hat der Welt die Botschaft von der Gnade Gottes gebracht, daß sich die Welt daran ausrichten kann. Aber es gab sie vorher auch schon.
Wen meint Paulus in Röm 5, wenn er von Adam spricht? Hatte Adam ein Gebot, das er übertreten konnte? Durch wen kam die Sünde in die Welt? Adam war es nicht!
@Gnostiker
Mit Verlaub gesagt, Deine Rätselecke wird auf Dauer etwas langweilig... Brauchst diese Spannung, um dich selber zu erhalten?

Gruß
Forum -> Judentum und Christentum

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