LUS-ULS-LUZ Das Auferstehungsknöchelchen


Ich habe ein bisschen in meiner Literatur gewühlt und folgendes rausgepickt:


De Occulta Philosophia (Henricus Cornelius Agrippa)
Kap.XX p123


"In dem menschlichen Körper ist ein sehr kleines Bein, von den Hebräern LUS genannt, das erbsengroß, unverweslich, selbst durch Feuer nicht zu zerstören, sondern unverletzbar ist.
Aus ihm wird - nach der Juden Vorgeben - bei der Auferstehung der Toten unser neuer Körper hervorsprossen, wie die Pflanze aus dem Samen.
Derartige Kräfte lassen sich jedoch nicht rational ergründen, sondern werden durch die Empirik erwiesen."


Von der althebräischen sakralen Literatur bis zu den anatomischen Büchern der Renaissance findet man geschrieben von dem "Auferstehungsknöchelchen LUS". Caspar Bauhinus (1691) versetzte es ins Rückgrat zwischen den 18. Wirbel und den Schenkelknochen, Hieronoydus Magus in die Hirnschale; man identifizierte es mit dem Steißbein (al ajib), das Muhammad (570-632) als unzerstörbar angesprochen hatte, oder mit dem Rabenschnabelfortsatz (Processus caracoideus), der am vorderen, mittleren Rand des Schulterblattes (scapula) sitzt.

Carl Kiesewetter (1896) schrieb in seinem 'Der Occultismus des Altertums':
"Dieser LUZ der Kabbalah ist aber identisch mit dem ULS der ägyptischen Lehre, welcher da liegt, wo das Rückgrat vom Hinterhaupt nach den Schultern eine Einbiegung macht. LUZ heißt im Hebräischen wie ULS im Altägyptischen "Einbiegung" oder "Krümmung"... dort wurde eine günstige Stelle zum Erwecken mentaler Kräfte des Menschens gesehen. Vielfache Textstellen bezeugen, daß bei der "Sa-Bestreichung" die Absicht war, inneres Leben zu erwecken."

Jetzt meine Frage:
Gibt es zb. in den Schriften des Buddismus oder der Bahaì's ähnliche Stellen die auf soetwas hinweisen?? Wenn ja, könntet ihr mir vielleicht Textstellen zeigen? Würde mir aus Interesse die betreffenden Schriften gern einmal zu Gemüte führen.

Herzlichen Dank vorab.
Gaby

(Quellen: !meine! Bücherwand)
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Lieben Gruss
Gaby
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Zitat:
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Hallo girl,

Nach den Lehren von Bahá'u'lláh ist "Auferstehung" rein geistig zu verstehen. Der Mensch kann verschiedene Daseinsstufen bekleiden. Jesus spricht in diesem Zusammenhang von "wiedergeboren werden".

Wenn die Eindrücke des Geistes unser Leben und unsere Sichtweise bestimmen, dann wurden wir wiedergeboren und leben, wenngleich noch auf der Erde, im Herzen im Königreich Gottes. Solange der Körper das Maß aller Dinge ist, Behaglichkeit, Essen, Reichtum, weltliche Bildung, Ruhm, Macht und Schlaf unser Streben bestimmt, leben wir in der stofflichen Welt.

Was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist, was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch.

Darauf bezieht sich die Wiedergeburt. Da diese Wiedergeburt bei "lebendigem Leibe" vollzogen wird, gibt es sicherlich keinerlei Notwendigkeit für ein bestimmtes anatomisches Körperteil, hier als Samen zu dienen.

Denn, wie Jesus schon sagte, was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch. So ist alles irdische notwendigerweise dem Wandel und Wechsel unterworfen, und obliegt am Ende sicherlich dem Zerfall. Während die Sonne des Königreiches zeitlos am Horizont der ewigen Herrschaft Gottes, unseres Vaters, Schöpfers und Urhebers erstrahlt.

Keine irdische Hand kann diese Schönheit verunzieren, kein irdisches Streben diese Throne des Seins entmachten. Fleisch ist Fleisch und Geist ist Geist.

Wiedergeburt des Körpers ist natürlich möglich, zum Beispiel durch Wiederbelebung in der Medizin oder durch Hilfe des Heiligen Geistes. So gibt es Nahtoderfahrungen in denen eine Mutter das Lichtwesen bittet, wieder zurückzudürfen zu ihren Kindern, und diesem Wunsch stattgegeben wird. Der bereits tote Körper füllt sich wieder mit Leben. Dies ist aber ein Vorgang des Geistes. Körperliche Wiedergeburt alleine ist aber gegenüber der Wiedergeburt des Geistes völlig unbedeutend. Jene Mutter war bereits wiedergeboren... ihre Spanne auf der Erde wurde verlängert.

Alles Liebe von Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Hallo,

zunächst erst einmal ein Danke für die schnelle Resonanz.

Ich stelle jetzt einfach mal die Behauptung in den Raum, das es sich bei den Ägyptern, Hebräern wie auch in den Auszügen der Kabbalah um eine meditative Wirkung handelt unter Zuhilfenahme eines greifbaren Objektes.
Währenddessen Agrippa die ihm damals vorliegenden Überlieferungen miteinander verschmelzen liess (Medizin & Philosophie); körperliche sowie geistige Vorstellungen.

Möglicherweise können in Dichtungen; Liedern; oder auch Mythen und Sagen so etwas über Jahrtausende den Weg in die heutige Zeit überstanden haben. Dinge die vor langer, langer Zeit den Menschen (durch greifbare Möglichkeiten) Halt und Kraft gegeben haben den Glauben an ein neues/besseres/körperloses Leben nicht zu verlieren.
Welch meditative Subjekte (geistiger sowie körperlich, existentieller Ebene) sind in den verschiedenen Religionen (heutiger) Zeit gegeben?

Gruss
Gaby
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Lieben Gruss
Gaby
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Zitat:
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Hallo girl,

unter dem Gesichtspunkt, daß es an diesem Tage die Sehnsucht Gottes ist, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu sehen, ist die Vereinigung aller Menschen im Bewußtsein desselben Körpers in der Tat der Gipfel der geistigen Inspiration.

"Seid wie die Finger einer Hand", sind Worte die beredsames Zeugnis davon ablegen, oder auch "jede Frau, die eine Last im Leibe trug, hat sie ausgestoßen", ein zwingender Beweis.

In diesem Lichte betrachtet, gibt es keine Schranken und keine Entfernungen. Die Möglichkeiten der Innigkeit sind grenzenlos. Das ist immerwährende Freude, immerwährendes Glück.

Alles Liebe von Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Hallo Yojo,

besteht die Möglichkeit das viele nicht wagen oder glauben können gerade weil das greifbare fehlt mit dem man ein Leben nach dem Tod, oder auch den Glauben an einen Gott, assoziiert?

Ich nehme das Beispiel aus katholischen Kreisen; das Jesuskreuz; welches zwar seine Symbolik erhalten hat aber dennoch teilweise in den Wohnzimmern (oder in Form eines Anhängers an einer Halskette) nur noch als Schmuck dient.

Gaby
Hallo Gaby,

die Sache mit dem Knöchelchen war mir völlig neu - hat aber große Ähnlichkeit
mit einem buddhistischen Glauben - dort werden Leichen ja verbrannt, und wenn
ein Erleuchteter oder Buddha stirbt und verbrannt wird, dann finden sich in seiner
Asche sarira - unvergängliche edelsteinähnliche Körner, die dann in den stupa
aufbewahrt werden... sicherlich ein Symbol, aber für Viele eine Glaubenshilfe...

P.S. - eine moderne Nutzanwendung: eine Schweizer Firma presst die gereinigte
Asche von Verstorbenen unter großer Hitze und ungeheurem Druck zu Diamanten -
die dann der glückliche Erbe um den Hals hängen oder als Ring tragen kann
...übrigens kaum teurer als ein 'normales' Begräbnis
Huhu Wu,

das klang jetzt so interessant, das ich mal schnell geguckt habe. Leider fand ich lediglich dies:

"...Sarira, manche sagen, daß das Knochen oder Zähne seien."

Gibt irgendeine Schrift, Lied, Dichtung oder ein Aphorismus darüber Auskunft??

Danke im übrigen
Gaby
Hab da noch ein bisserl was gefunden:

Zitat:
Hesekiel 37;5-6
So spricht Gott der HERR zu diesen Gebeinen: Siehe, aich will Odem in euch bringen, daß ihr wieder lebendig werdet. Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut und will euch Odem geben, daß bihr wieder lebendig werdet


Zitat:
Ein indianisches Märchen:
Eine alte Frau lebt irgendwo und nirgendwo in der Wüste. Sie sucht dort nach verbleichten Knochen. Alle, die sie findet, legt sie zusammen, Tier für Tier, wie sie zusammengehören. Ganz besonders gerne

sucht sie nach Wolfsknochen. Wölfe sind ihre liebsten Geschöpfe. Wenn sie ein Skelett säuberlich und sorgsam zusammengelegt hat, steht sie auf und beginnt über den Knochen zu singen. Sie singt und singt, sie singt das Fleisch, sie singt das Fell, sie singt den Atem herbei. Der Wolf öffnet seine Augen und springt auf. Er läuft dem Horizont entgegen, wie es seine Natur ist. Und am Horizont verwandelt er sich in eine Frau.

Knochen galten immer und in allen Kulturen als die Bewahrer des unzerstörbaren Seins eines Lebewesens. Die Jäger der Steinzeit warfen nie achtlos die Knochen weg, sie sammelten sie nach der Mahlzeit ein und gaben ihnen einen Ehrenplatz. Nur die Bewahrung der Knochen - als Lebensessenz des erlegten Tieres - gab ihnen die Gewissheit, daß es wiedergeboren werden würde und somit der Kreislauf von Leben und Tod nicht verletzt war. Besonders dem Schädel wohnte nach ihrem Glauben die Kraft der Wiedergeburt inne.


Zitat:
Alten Auffassungen zufolge, die sich von Europa bis zu den Ainus im Norden Japans finden, erfolgte eine Wiederauferstehung erlegter Tiere und auch die des Menschen aus seinen Knochen, dem unverweslichen "ewigen" Teil. Darauf beruht auch das heute noch gültige Gesetz im Judentum, daß jüdische Friedhöfe nicht umgebrochen und für profane Zwecke verwendet werden dürfen. Auch hielt sich im Christentum bis in das Mittelalter hinein der Glaube, daß die Auferstehung über das "Auferstehungsknöchelchen" erfolgt. Es handelt sich hierbei um einen Halswirbel mit der Form des Ankh Zeichens.

^^ Weiss jemand was die 'Ainus' sind??

Gruss
Gaby
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Lieben Gruss
Gaby
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Zitat:
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Ainus: nordjapanisches Volk, mit den Inuit g verwandt
Dankeschön, Thomas
Für jeden den es interessiert, hier ein Link zum Ainu Museum in Japan:
http://www.ainu-museum.or.jp/english/english.html

edit:
kleine Info auf deutsch zu den Ainu: http://matriarchat.net/welt/ainu.html