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Hallo Ihr Lieben,
man darf natürlich nicht vergessen, in welcher Zeitepoche die Bibel geschrieben wurde. Deshalb kann der heutige Mensch die Bibel auch nur im übertragenen Sinn nutzen.
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass im Buch der Bücher jede Menge an geschichtlichen Tatsachen und Weisheiten steckt.
Jeder Bibelforscher versteht dieses Buch nur im Kontext und so muß man es betrachten! Man kann es doch nicht wörtlich nehmen! Die Bibel - das Buch der Bilder!
Schon alleine die Tatsache, dass das Neue Testament die Weiterentwick-lung der Bibel ist - zeigt uns auf, dass es auch um die Weiterentwicklung der Gesellschaftssysteme an sich geht.
Hier noch ein Zitat von Chrismon - das evangelische Online-Magazin:
| Zitat: |
Mit der Bibel Politik machen? Warum nicht. Sie eignet sich gut dafür. Das Buch der Bücher steckt voller ethischer Empfehlungen. Am bekanntesten sind die Zehn Gebote im Alten Testament und die Bergpredigt im Neuen Testament. Die Zehn Gebote gleichen einem Kalender an Vorschriften („Du sollst nicht töten“, „Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib...“), die Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kapitel 5 bis 7) mit ihrem Kernstück, den so genannten Seligpreisungen, eher einer Sammlung aus Lebensweisheiten, moralischen Forderungen und programmatischen Auskünften über das kommende Reich Gottes. Und mittendrin Sätze wie diese: „Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Kinder Gottes heißen“, „Selig sind die Barmherzigen...“, „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden...“
Allerdings sollte man dem Missverständnis entgehen, dass es in der Bibel für jede Situation eine passende Anleitung gibt. So lässt sich etwa das Gebot „Du sollst nicht töten“ allenfalls indirekt gegen die heutige Praxis der Abtreibungen ins Feld führen (die war historisch einfach nicht mitgedacht). Und das jüdische und urchristliche Zinsverbot taugt nicht als Regel für das heutige Bankensystem.
Aber es ergeben sich aus den Regeln der Bibel wichtige Grundsätze, die bis heute ihre Geltung haben. Eine der Mahnungen Jesu heißt: „Liebet eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen!“ Aus diesem Grund haben die christlichen Kirchen vor dem Irakkrieg gewarnt. Dieses Bibelwort verpflichtet alle Christen, immer wieder streng zu prüfen, wie sie „Feinden“ ohne Gewalt begegnen können. Ein anderer zentraler Grundsatz heißt: „Wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt, halte ihm auch die andere hin.“ Man liest dieses Gebot heute als Appell gegen die Rechthaberei. Die Seligpreisung der Verfolgten wiederum enthält die Aufforderung, sich um diese Menschen zu kümmern. Das biblische Zinsverbot schließlich setzt einen Akzent gegen rücksichtsloses Gewinnstreben.
Das Evangelium ist allerdings kein politisches Programm. Wer Politik mit der Bibel machen will, muss sie mit Verstand und im historischen Zusammenhang lesen. Und selbst wenn die Forderungen nach Gewaltverzicht, Feindesliebe oder persönlicher Armut in vielen Fällen als unerfüllbar erscheinen, haben sie doch ihre Bedeutung: Sie sind ein Gegenprogramm zu Egoismus und Rücksichtslosigkeit, Herrschsucht und Gewalt in der Gesellschaft. Neue Gesetze, schon gar eine erschöpfende ethische Lehre auszuarbeiten – das war nicht die Absicht des Mannes aus Nazareth. Es wundert deshalb nicht, dass in den achtziger Jahren sowohl Anhänger der Friedensbewegung als auch Militärs auf Bibelzitate zurückgriffen: die einen, um die Rüstungsspirale zu durchbrechen, die anderen, um ihre Pflicht zum Schutz von Leben und Freiheit zu unterstreichen.
Wer mit der Bibel Politik macht, sollte beachten: Die Verhaltensempfehlungen stehen in einem religiösen Zusammenhang. Die Bergpredigt ist eine Verheißung, keine Verordnung. Sie stellt eine neue Welt in Aussicht, aus der Ungerechtigkeit, Gewalt und Zerstörung gebannt sind. Nicht die Menschen schaffen diese neue Welt, sondern Gott. Weil die Menschen von seiner Gnade berührt sind, setzen sie sich für Veränderungen ein. Ob die Ziele der Menschen und die Gottes im Einklang sind, die Frage bleibt letztlich offen. |
Engeljani
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