Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Impressum | Suche

Freimaurer












Hallo Fipps,

das Gefühl "hier nicht hinzugehören" wie du es ausdrückst, kenne ich so nicht..aber ich hatte seit ich denken kann, diese wahnsinnige Sehnsucht, die ich nie als solche erkannt hatte, sondern ewig rastlos im Leben unterwegs war, bis ich meinen Platz gefunden habe in der Spiritualität, meiner Auseinandersetzung mit Gott, mit meinem Glauben. Und dahin kam ich in der Realität durch einen Therapeuten!
Vielleicht kannst Du mir das Gefühl -hier eigentlich gar nicht richtig hinzugehören- etwas näher beschreiben?
Deinen Traum finde ich durchweg positiv, da ich denke, wir sind hier auf Erden um zu werden; Du musst Dich nicht degradiert fühlen.

Liebe Grüsse, bis bald Favola
Zitat:
Vielleicht kannst Du mir das Gefühl -hier eigentlich gar nicht richtig hinzugehören- etwas näher beschreiben?


Na, ich will mich nicht zu sehr über mich ausbreiten. Dieses Gefühl besteht überwiegend darin, dass mich all die Sachen, über die andere Leute soviel Trara machen, wie Fußball, Geldverdienen, Karriere, Familie und Brutgeschäft, Auto, extensive Liebesbeziehungen und Geschlechterspiele usw. nie sonderlich interessiert haben. Da waren zwar die Hormone, aber ich war beispielsweise immer ganz erleichtert, wenn eine Dame, die mich hätte interessieren können, schon verlobt war oder einen festen Freund hatte. Denn das bedeutete, dass ich einen Grund hatte, mich nicht weiter zu bemühen und mir das Gockeln und Erobernwollen zu ersparen.

Durchgängig war da aber das jahrzehntelange Bemühen, irgendwie über dieses Dasein hinauszusteigen. Ansonsten bin ich aber im Leben gut klargekommen, ohne mich sehr anzustrengen (freiberuflicher Übersetzer, da ist man sein eigener Herr). Und ich liebe es nicht, wenn mich jemand herumkommandieren und mir sagen will, wo es lang geht. Kurz und bündig: ein Einzelgänger und Hagestolz. Aber darunter leide ich nicht. Ich liebe das Alleinsein und ich laufe gern in den Wäldern umher, während mich das, was man so Kunst und Kultur nennt, ganz überwiegend langweilt, weil es mir so banal und trivial vorkommt.

Was dieses milde Gefühl angeht, degradiert worden zu sein, na so schlimm ist es nicht. Ganz wie du schreibst, wir sind hier, um uns zu entwickeln. Manchmal fürchte ich nur, dass ich all den oben genannten Krempel doch noch durchmachen muss. Beispielswiese bewundere ich meine Nichte und ihren Mann, die mit dem größten Vergnügen und voller Tatendrang vier Kinder aufziehen, sich intensiv um die goldigen Kleinen kümmern und dabei noch alle beide berufstätig sind (sie ist Konzertharfenistin). So etwas würde ich niemals durchhalten können.

Daher habe ich gelegentlich den Verdacht, eher am Anfang als am Ende meiner Erdenlaufbahn (mit noch etlichen Inkarnationen hienieden) zu stehen. Das täte mir schön stinken!
Hihi Fipps.
Wie stellst Du Dir denn ein Ende deiner Erdenlaufbahn vor?
Erst als Vater von 4 Kindern mit Interesse an Kultur, Kunst und Fußball bist Du endlich reif für das erlösende Nirvana?

Jetzt mal im Ernst. Du hast doch einmal Einblicke in deine früheren Leben gehabt. Wie unterschiedlich waren die Leben? War da eine Linie drin?

Ich habe auch lange mit Reinkarnation geliebäugelt, finde aber die Vorstellung, noch mal "ran" zu müssen, auch ziemlich bedrohlich. Vor dem einfachen Hintergrund, daß bei den Milliarden von Seelen, die noch einmal auf ein neues Leben warten die Wahrscheinlichkeit doch ziemlich groß ist ins Klo zu greifen und als 4.Tochter einer indischen Bettlerin entweder in jungen Jahren zu verhungern oder aber als Haussklavin meiner zukünftigen Schwiegermutter ein armseliges freudloses und schweres Leben führen zu müssen.
Ich habe es mir immer so vorgestellt (Inanna würde jetzt sagen: Ein Konzept), daß man alles einmal durchlaufen muß, um perfekt zu sein: Arm und reich, krank nd gesund, Mann und Frau, geliebt und ungeliebt, Verbrecher und Opfer, Sünder und Heiliger, Aussenseiter...alles, was halt das Leben so zu bieten hat. Und je mehr man in einem Leben unter den Hut kriegt, um so besser..
Aber da ich meine früheren Leben nicht kenne, falls ich welche gehabt habe, kann ich auch nicht sagen, was meine Seele schon gelernt hat. Kann eine Seele denn nur durch Erfahrung lernen, durch körperliche Erfahrungen? Muß sie am eigenen Leib erfahren, was es heißt, arm zu sein, Hunger zu haben, Schmerzen zu fühlen und krank und hilflos zu sein?

Ich bin schon der Ansicht, daß es ohne die Erfahrung von Trauer und Schmerz auch nicht den Gegenpol, die Erfahrung von Glück und die Dankbarkeit von Schmerzlosigkeit gibt.
Aber wenn ich von meinem vorherigen Schmerz nix weiß? Wenn man nicht aus Fehlern lernen kann, weil alles, was man lernt, vergessen ist? Würde man dann nicht ewig in den gleichen Fehlern steckenbleiben?
Und - falls es so ist, daß man erst im Jenseits all seine Erfahrungen zusammensetzen kann wie die Steinchen beim Trivial Pursuit - ah, ein Blaues fehlt noch, na, dann würfel ich doch noch mal und mach mich wieder auf die Socken: Warum sollte sich eine Seele auf so eine Beschäftigung einlassen? Hat sie ansonsten Langeweile?

Inzwischen bin ich eher geneigt zu glauben, daß man nach seinem Tod eben tot ist, alles, Körper, Bewusstsein, Geist - wie auch immer.
Ich höre so oft: Nichts verschwindet im Universum. Aber: Wohin verschwindet die Flamme, wenn die Kerze ausgeht?
Hallo Astrella,

Ja, falls es keine sonderbaren Hirngespinste waren, kenne ich einen ganzen Haufen meiner früheren Leben und habe sonach schon alles Mögliche durchlebt, Hure im 17. Jh. in England als besonderen Lichtblick, aber auch schon Jahrtausende früher die jungfräuliche Erde durchwandernd (Mord immer gleich um die Ecke, denn es gab ja schon andere Menschen), unzählige Folterungen und Hinrichtungen, Elend in jeder Hinsicht, aber auch Machtpositionen, die ich dann ohne viel Zögern mit exzellenter Brutalität behauptet habe oder schmählich unterlag. Eine besonders hübsche Erinnerung war die, als ich mal ein äußerst dümmlicher Henker war, der der jubelnden Menge einen abgehackten Kopf präsentiert -- mit einer Handbewegung, die mir heute noch eigen ist, alles was man sich nur vorstellen kann. Unter anderem war da das Abseihen eines unterirdischen Exkrementeteichs in der Nähe einer Großstadt, in dem ich ertrank. Also wirklich, mir langt es langsam. Heute kann ich nur noch darüber lachen, denn es ist schon so lange her, und jetzt geht's mir ja gut.

Frühere Leben sind lustig in der Erinnerung.

Ach ja, es ist nicht zufällig, wo man wiedergeboren wird.
Eine meine Erfahrungen besteht darin, dass man genau dort wieder zum Vorschein kommt, wo man ein paar Angelegenheiten von früher abarbeiten kann. Natürlich weiß man nichts davon. Das Leben präsentiert einem die geeigneten Situationen in einigermaßen liebevoller Weise, wie ich mittlerweile feststelle. Als Jugendlicher hat man es da recht schwer, weil man einfach nicht schnallt, wie es läuft.
Wüsste man schon vorher Bescheid, könnte man überhaupt nicht leben vor lauter Entmutigung.
Ich weiß nicht, was mich noch erwartet, aber ich stelle mir vor, dass es Lebenssituationen sein werden, die ich allmählich mit viel mehr Verantwortung als früher bewältigen könnte.
Nun ja - Hure als Lichtblick zu bezeichnen...öhm..ist doch sehr männlich gesehen.
Wenn man da wiedergeboren wird, wo man noch was abzuarbeiten hat, dann setzt es doch voraus, daß der Ort entscheidender ist als die Menschen. die sind ja dann auch schon alle tot.
Und es setzt voraus, daß es etwas gibt, was lenkt.
Was uns bestimmte Leute treffen lässt, was uns bestimme Schicksalsschläge treffen lässt - bestimme Menschen verlieren, deren Schicksal es dann war, nur diese Rolle im Leben des Anderen zu Spielen?
Wie soll man reifen, wenn man nicht auf Erfahrungen zurückgreifen kann? Es muß ja nicht jedes Detail sein, vielleicht eher wie ein Traum, von dem ein bestimmtes Gefühl zurückbleibt?

Ich weiß, daß es müßig ist, solche Fragen zu stellen, denn wenn es etwas gibt was uns lenkt wird es sich scho was dabei gedacht haben, unsere Erinnerungen auszulöschen, und wenn es keine Widergeburt und kein Leben im Jenseits gibt, dann sind wir eben tot. Und letztendlich spielt es nur eine Rolle ob das Leben gerecht ist, solange man lebt...
Forum -> Andere Religionen | Glaubensrichtungen & Dialog

Zurück  
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17  Weiter
Ähnliche Themen
Freimaurer
Freimaurer
Goethe als Freimaurer
Freimaurer
Habe schon früher über Freimaurer etc gehört und gelesen