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Wieso hältst Du die Welt für nicht erklärbar?
Die "Konzepte", wie die Welt funktioniert sind für den wahr, der an sie glaubt.
Kein Konzept zu haben - ist das nicht auch schon wieder ein Konzept?
Vieles ist möglich, vieles einfach unvorstellbar - aber heißt das auch, daß es ewig so bleibt?
Was passiert, wenn jemand die einzig richtige Wahrheit getroffen hat?
Ändert das den Lauf der Geschichte? Das Bewußtsein der Menschen?
Überhaupt irgendetwas?
Will ich überhaupt alles wissen?
Würde es mich glücklicher machen? Wissen kann auch unglücklich machen.
Ist das Nichtwissen um bestimmte Dinge der Zukunft nicht wie ein letzter Sonnenstrahl aus dem Paradies, der uns unbelastet und zuversichtlich unser Leben leben lässt?
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@ Astrella
Hältst Du denn die Welt für erklärbar? Dann mal los ....
Die Diskussionen hier im Forum sind ein Zeichen dafür, dass es viele Wahrheiten gibt, viele Interpretationsmöglichkeiten. Da sich Menschen, seit es sie gibt, dieselben Fragen gestellt haben, die wir uns heute stellen, liegt es nahe, anzunehmen, dass die Welt, unser Leben, nicht erklärbar ist.
| Zitat: |
| Was passiert, wenn jemand die einzig richtige Wahrheit getroffen hat? |
Das hatten wir ja schon ein paar Mal. Beispiel: Die Erde ist eine Scheibe/Kugel. Wir werden den Verkünder dieser neuen Wahrheit auf dem Scheiterhaufen verbrennen, und uns dann mühsam an die neue Wahrheit gewöhnen.
Aber ... sobald wir uns daran gewöhnt haben, tauchen neue Fragen auf, die nicht beantwortbar sind. Und so weiter. Und so fort.
Ich habe kürzlich ein Buch gelesen und versuche nun, mich an den "Möglichkeitenraum" zu gewöhnen. Hast Du davon schon gehört? Ganz spannend, aber für mich (noch) kaum vorstellbar.
Ich glaube schon, dass sich Bewusstsein durch Wissen verändern kann. Nicht durch technisches Wissen natürlich. Aber durch Wissen über die Abläufe von Leben in jeder Form.
Ob wir glücklicher werden durch Wissen? Da müßten wir erstmal definieren, was wir jeweils unter Wissen verstehen.
| Zitat: |
| st das Nichtwissen um bestimmte Dinge der Zukunft nicht wie ein letzter Sonnenstrahl aus dem Paradies, der uns unbelastet und zuversichtlich unser Leben leben lässt? |
Dem stimme ich voll und ganz zu.
Aber ich meine ein anderes Wissen, z. B. die alten philosophischen Fragen:
wer bin ich
woher komme ich
wohin gehe ich.
Die können wir immer nur punktuell beantworten, nie vollständig. Und immer wieder ändern wir unsere Antworten. Dies meine ich, wenn ich schreibe, die Welt sei nicht erklärbar. Sinn des Lebens, z.B.
Inanna
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Inanna, man sagt, wenn die Analphabetisierung eines Großteils der Menschen in der Welt beseitigt wird, daß die Menschen dann auf dem Weg sind in ein besseres Leben.
Doch Prozentual: wieviel Analphabeten gibt es noch auf der Welt - Wissen ist immer gut - denken wir doch an die Zeit, als im Feudalismus der Bauer aus seinen Schulden nicht heraus kam, weil man ihm gesagt hat, daß 3 + 3 = 20 wäre - und er arbeitete sich zu Tode und wurde die Schulden nie los. Insofern ist Wissen schon ganz bedeutsam und manchen Leuten, die andere ausbeuten, macht das Wissen Angst - könnte ja jemand auf Gedanken kommen, die ihm sonst nicht kämen.
Reife Seelen, so las ich in einigen Büchern, bekommen große Aufgaben - sie sind so in etwa wie Ghandi oder Albert Schweitzer oder Einstein oder Mutter Theresa. Daß nun allmählich unsere Vorbilder solche Kratzer bekommen in der letzten Zeit, ist bedauerlich. Es schmälert ihre Engagement nicht - aber vielleicht soll es uns darauf hinweisen, daß wir auch wer sind, auch wenn wir nicht so große Werke geleistet haben.
Unser Tun, ich denke da an meine Arbeit, beschränkte sich auf die Arbeit mit Maschinen, nicht so mit Menschen - aber sie mußte auch geleistet werden - zum Nutzen von Menschen - warum, so frage ich mich, werden immer nur die Promis ausgezeichnet, die sich irgendwo mal hinbegeben, die Köpfe streicheln und wieder weggehen - oder fahren - zurück bleiben die, die täglich mit den Menschen zu tun haben. Geht es nur um große Namen ? Wie klein kommt man sich dabei vor ? Was sagt die Frau, die als Altenpflegerin täglich mit Menschen zu tun hat, sehr oft das Sterben sieht und damit auch umgehen muß - was sagt der Straßenbahnfahrer, der jeden Tag so viele Menschen befördern muß , täglich, stündlich, und so eine große Verantwortung auf seinen Schultern trägt.
Man schaut auf Menschen, die sich zurück gezogen haben und ihrer Spiritualität nachgehen - sie geben auch - aber sollten wir nicht alles in einem Zusammenhang sehen - Jeder an seinem Platz ?
Ich bin immer noch sehr emotional, reagiere, wenn ich mich ärgere und dann ärgere ich mich, daß ich überhaupt reagiert habe - jei, jei, das kleine Ego kämpft noch tapfer mit sich - zumindest denkt man über kritische Stimmen nach, wie recht sie haben oder ob sie recht haben und was es einem sagen soll. Früher war das anders: da polterte man gleich los, wenn einem etwas nicht gefiel, heute denkt man in anderen Kategorien.
Spiegelgesetz: was ich hinaus trage, erhalte ich zurück.
Denkt man aber oft nicht daran.
Man weiß um so manches, aber man mißt mit anderen Ellen. In sich weiß man: da und dort hat so mancher recht, man hat es sich selbst schon gesagt - innerlich - man erwischt sich beim Nachdenken und abwägen.
Beim Klassentreffen, wie Astrella es formuliert, war ich nicht. Aber es haben sich viel verändert, hörte ich. Manche wurden wirklich nicht mit ihrem Leben fertig - einige leben nicht mehr - und der Lebensweg so manches Mitschülers wurde durch die Wende arg gebeutelt.
Warum ist der Mensch mit sich selbst nie zufrieden ? Vielleicht läßt man sich durch Bilder zu sehr beeinflussen und sieht sich so klein im Vergleich derer, die man ständig belobigt und auszeichnet.
Ehe man es schafft, hinter die Kulissen zu schauen, hat man schon seinen Knacks weg. Man ist eben kein Außenminister, der große Geschicke leitet, man ist kein großer Schauspieler, der in so vielen guten Filmen den Menschen viel geben konnte - ich denke da an Meryl Streep, an Robert de Niro, an Robert Redfort und all die vielen anderen, an Bildhauer , an Schriftsteller - an Friedenskämpfer, die sich besonders durch große Taten hervorgehoben haben, an die Sängerin mit der wunderbaren Stimme einer Withney Houston, die leider nicht mehr viel von sich gibt, weil sie in dunkle Tiefen ging - was sehr bedauerlich ist und es gäbe noch so viele zu nennen....
Aber liest man ihre Biografien, weiß man, daß es in ihnen gearbeitet hat, daß sie es sich nicht leicht gemacht haben - daß in ihnen auch Kämpfe tobten.
Bin ich da, wo ich bin, richtig ? Ist ruhige Zeit - verlorene Zeit ? Muß es immer hektisch zugehen ? Warum stört uns Ruhe, was treibt uns vorwärts ?
Ich kennen Menschen, die waren die Hälfe ihres Lebens im Gefängnis - was für eine Verschwendung von Zeit - was hätten sie tun können, schaffen, etwas Großes leisten - aber wenn das Große nichts Gutes wäre -da kann man wieder rätseln, weshalb es ihnen so erging, wie die Geschehnisse in ihrem Leben verlaufen sind - andere haben ihr Leben lang auf der Arbeit geschuftet, und als sie zu Hause waren, wußten sie mit sich nichts anzufangen, sind eingedämmert ins Nichts.
Ich bin in meinem Leben so vielen Menschen begegnet und es gibt Tage, in denen frage ich mich manchmal: wo seid ihr alle geblieben ?
Leben: was ist das ?
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| Die Verzweiflung und Ausweglosigkeit des Augenblicks kannst Du mit "dem höheren Wissen und Verstehen" besiegen, für eine Sekunde oder eine Minute oder für ein paar Stunden. Irgendwann versinkst Du wieder in Deiner Rolle in diesem großen Drama auf dieser großen Bühne und wirst dort wieder "dem Bösen und dem Guten" begegnen und von ihm betroffen und getroffen sein, bis Du meinst, es nicht mehr auszuhalten. Dann erinnerst Du Dich an Dein höheres Wissen in Deinem Herzen, trittst mit Deinen Gedanken einen Augenblick beiseite und lächelst hinter Deiner Maske, in dieser Rolle, in diesem Stück, auf dieser Bühne. Du lächelst und spielst weiter... |
http://seelenheimat.eu/seelenheimat_das_boese_und_das_gute.htm
quelle: varda hasselmann + seelenreife
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Bin ich da, wo ich bin, richtig ? Ist ruhige Zeit - verlorene Zeit ? Muß es immer hektisch zugehen ? Warum stört uns Ruhe, was treibt uns vorwärts ?
Hallo Gabriele,
Ich spreche jetzt nur für mich: Richtig bin ich da, wo ich auch ruhig sein kann, in mir ruhen darf, ohne, dass andere daran Anstoss nehmen. Ohne hektische Aktivitäten, die einfach nur innere Leere füllen.
Ruhe stört uns, da es nur die wenigsten aushalten, sich mit ihrem Inneren auseinander zu setzen, die Leere auszuhalten, die man dann vielleicht fühlt.
Und was treibt uns vorwärts? Vielleicht eine ganz grosse Sehnsucht, dahin zurück zukehren, wo wir hergekommen sind...
Liebe Grüsse Favola
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Hallo Favola,
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| Und was treibt uns vorwärts? Vielleicht eine ganz grosse Sehnsucht, dahin zurück zukehren, wo wir hergekommen sind... |
Da könnte etwas dran sein. Hin und wieder träume (hier korrigiert ein Parser automatisch falsch, "träume" wird in diesem Fall natürlich klein geschrieben) ich sogar, wie mich irgendeine Instanz aus therapeutischen Gründen ins irdische Dasein schickt, weil ich für eine andere Ebene doch noch nicht ganz reif bin. Dabei fühle ich mich dann im Traum irgendwie degradiert.
Kennst Du das Gefühl, hier eigentlich gar nicht so richtig hinzugehören?
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