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Ihr Lieben,
das ist ja eine tolle Diskussion, und sie geht - aus meiner Sicht - wirklich um das Wesentliche im Leben:
Astrella schreibt:
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In einem stimme ich dir voll und ganz zu: Den eigenen Weg findet man nur selbst. Es mag viele Wege und ausgetrampelte Pfade geben, aber man muß sich selbst entscheiden, welchen man geht, ob man geht.
Und ich glaub, ich gehe in Schnörkeln.
Jedenfalls komme ich immer wieder dort an, wo ich schon war...
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Gabriele schreibt:
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| Aber letztlich, glaube ich, bin ich froh, daß ich diese Wege gegangen bin. Meine Arbeit damals hätte ein "Abheben" im spirituellen Sinne gar nicht zugelassen - ich mußte schon schön mit beiden Beinen auf dem Boden der Realitäten bleiben - und man lernt eine Menge dazu |
Fipps schreibt:
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| ...offenbar ist tatsächlich der Weg das Ziel, und es ist immer diese Unrast, die einen voranbringt. Jesus, Mohammed, Baha-Ullah, Freimaurer, Rosenkreuzer, Hexenwesen, aufgestiegene Meister usw. usw. -- es sind alles Stufen und Trittleitern. Wichtig ist nur, dass man nicht stehen bleibt. Und vielleicht ist sogar das manchmal für ein Weilchen notwendig. |
Astrella schreibt:
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| Ich glaube, der Weg liegt in einem selbst verborgen. Wobei - verborgen ist vielleicht falsch formuliert. Vielleicht ist der eigene Weg so offensichtlich, daß man ihn gar nicht mehr wahrnimmt. |
Zu diesem Thema gibt es ein Ritual, das wir immer Wintersonnwend (21.12.) gefeiert haben. Wir sind im Schnee die Spirale gegangen:
"......
Wir gehen nun den Weg nach innen, die Spirale. In der Mitte wird jede das Licht entzünden und nach außen bringen. ...
Geht dann alle, eine nach der anderen schweigend den Weg zur Mitte. ...
Fühlt, wie ihr immer wieder an den gleichen Stationen vorbeikommt. Immer wieder nach Norden, nach Osten, nach Süden und nach Westen euch wendet, immer wieder konfrontiert werdet mit dem Prinzip der Erde, der Luft, des Feuers und des Wassers. Es sieht so aus, als würdet ihr gar nicht von der Stelle kommen, euch gar nicht ent-wickeln, auswickeln.....
Und dann geht man plötzlich im Kreis, tritt auf der Stelle und nun ist man da.
Wenn du im Zentrum bist, im Zentrum der Spirale, dann sei dir bewusst, dass du nun in deinem Innersten bist. Verharre ruhig und schweigend. Nimm dir Zeit.
Geh langsam in die Hocke.
....
Zünde dein Licht im Zentrum an.
Trage es langsam und bewusst in das Außen zurück.
Der Weg nach außen ist einfach und gerade.
Einfach ist er dann, wenn man von der Mitte kommt und das Licht trägt.
...
In der Zeit des mangelnden Lichtes sind wir aufgerufen,
unser Licht leuchten zu lassen...."
Vorsichtshalber habe ich alles weggelassen, was naturwissenschaftlich geprägte Seelen vielleicht abstoßen könnte, weil es zu "mystisch" ist.
Für mich ist die Spirale ein sehr gutes Symbol für unsere verschlungenen Lebenswege. Wie oft hat man das Gefühl, ein Problem gemeistert zu haben und dann, in einer Krise, wird man erneut damit konfrontiert. Mir hilft es, dann an die Spirale zu denken. Da gehe ich erst auf den Baum im Osten zu, wende mich dann nach Norden und sehe ihn nicht mehr. Wenn ich den Spiralkreis aber fast vollendet habe, komme ich wieder auf den Baum zu .... Solange, bis ich in der Mitte bin ...
Ich habe in meinem Leben erfahren, dass es Problemkreise gibt, die man aufarbeiten kann, und die man hinter sich läßt. Aber es gibt Lebensthemen, die einen lebenslang begleiten.
Beispielsweise bin ich in einer areligiösen Familie aufgewachsen. Als ich kaum laufen konnte, bin ich schon zu Nachbarn getippelt und habe deren fundamentalistische Gebetsstunden mitgemacht. Wenn die Kirchenglocken geläutet haben, bin ich auf die Knie und habe gebetet unter Gelächter meiner Leute.
Natürlich hatte ich auch Phasen, wo mir Religion oder Spiritualität egal war. Aber nie lange.
Wie man eine solche Prägung nun nennen möchte: Opposition gegen die Familie (psychologisch), Karma (Reinkarnationslehre), Determinismus oder sonstwie, das ist eigentlich egal. Solche Prägungen bestehen bei allen Menschen.
Und ob man sein Leben selbst steuert, wie wir Abendländer das so gerne sehen, oder ob alles vom Schicksal (oder sonstwem) vorgegeben ist, letztlich ist auch das egal. Beide Interpretationen sind Konzepte, an denen wir uns festhalten in dieser so unklaren Welt. Aus Angst vor dem Unbekannten, dem Fremden.
Inanna
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Hallo Inanna,
das ist ein schönes Ritual und beantwortet uns die Frage, warum wir manchmal den Eindruck haben, dass wir nach etlichen Jahren des Strebens und der Bemühungen doch kaum weiterzukommen scheinen.
Ich habe den Eindruck, dass einem alles mancherlei immer bewusster widerfährt. Man packt es doch jedesmal ein bisschen anders an.
Danke für den schönen Beitrag.
Fipps
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Wie Astrella schreibe auch ich seit meiner Teenagerzeit Tagebuch, mal lange nicht, mal wieder täglich. Es ist schon interessant, darin zu blättern ...
Ich glaube, dass ich mich in meiner Grundstruktur nicht verändert habe. Und wie ich vorher schon sagte, es gibt Lebensthemen, die ich überall hin mitnehme.
Vieles aber hat sich geändert. Ich bin viel gelassener, ausgeglichener, freudiger geworden (vielleicht ist das schon die Altersweisheit, wer weiß). Ich fühle mich sicherer, geborgener. Ich weiß, dass ich mit Krisen zurechtkommen werde, weil ich das eben aus Erfahrung weiß. Mir tun oft die jungen Leute Leid, so orientierungslos wie sie sind, so gebeutelt von ihren Erfahrungen, und ich erinnere mich gut daran, dass das bei mir auch so war. Aber jetzt ist es nicht mehr so.
Ich glaube schon, dass wir uns verändern im Laufe des Lebens. Doch.
Inanna
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| Geht mir genauso. Ist doch schön, alt und weise zu werden.
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Liebe Inanna, die jungen Leute von heute kommen leider zu schnell und zu leicht an Drogen heran und das ist nicht gut. Finde ich. Wir in unserem Staat hatten keine Möglichkeiten dazu und heute sage ich mir: bloß gut.
Die Sache mit der Spirale hat auch Leobrand in seinem Buch "Der auferstandene Gott" beschrieben. Alles in der Natur soll es beinhalten.
In seinen Themen dreht sich vieles um den Universalo und seine Kraft im Universum. Wenn man das wegläßt, was einen nicht so anspricht, dann filtert sich trotzdem so einiges heraus, was annehmbar ist.
Es gibt keinen Autor, bei dem man alles findet, bzw., der alle Fragen klären kann - aber darum geht es uns ja nicht - wüßten wir alles endgültig, dann wäre es ja langweilig. Das Neue, das Prickelnde, das reizt uns Gott sei dank immer wieder neu - und treibt uns zu neuem Suchen an.
Ich glaube, ich könnte mich keiner Religion, Gruppe oder Sekte anschließen, die von mir fordert, daß ich bedingungslos gehorche.
Müßte ich es, würde ich damit Schwierigkeiten bekommen.
Vielleicht ist es unser Weg - den wir immer neu beschreiten.
Würde ich jetzt die Reinkarnationslehre mit einbeziehen, würde ich sagen, daß meine Seele noch nicht sehr alt ist, ich aber in diesem Leben ein derben Schubs gekriegt habe, der mich vorwärts trieb.
Trotzdem spüre ich, irgendwie fehlt noch viel. Aber ich nehme mich jetzt so, wie ich bin, hadere nicht mehr, daß aus mir nicht mehr geworden ist und daß irgendwann so ein Lichtlein kommt und mich begleitet und dann ... schau`n wir mal, was wird
Und damit ich nicht ganz unvorbereitet bin, was ich sowieso nicht gern bin, lese ich mal die, die da mehr sagen, vielleicht kann ich mich innerlich darauf einstimmen und kann auch mit dem anderen, was uns unsere Lieben bringen, die Abschiede und das alles - der tägliche Umgang - besser umgehen lernen.
Rückblickend geschaut, ist mir klar, daß ich mich im einer Denkweise schon sehr verändert habe - was mich einmal sehr aufregte, sehe ich jetzt mit ganz anderen Augen - auch weltliche Ereignisse kommen mir ganz anders vor als noch vor Jahren.
Tja, man verändert sich eben.
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