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Freimaurer












Hallo Astrella,

Zitat:
... aber wenn ich etwas erreichen will, versuche ich es lieber direkt und stelle keine farbigen Kerzen auf und umarme Bäume und so.


Wo hast Du denn diese interessante Vorstellung her?

Die katholische Kirche hat einen Papst, der die Deutungshoheit hat und sieh mal, wass alles rauskommt an Glaubensvorstellungen. Zirkel, die materiarchale Feste feiern, gibt es viele, und jeder tut was er will. Es gibt also vermutlich auch welche, die farbige Kerzen anzünden und Bäume umarmen ...

Für uns war es eine besondere Form, uns mit dem Jahreskreislauf auseinanderzusetzen, diesen in unser Leben hinein zu nehmen und symbolisch Verbindungen zwischen Naturabläufen und menschlichem Leben herzustellen.

Und Magie heißt nicht (nur), eine Wachspuppe zu formen, Zaubersprüche zu murmeln und ihr eine Nadel durchs Herz zu bohren. Kommt mir ziemlich primitiv und kindisch vor.

....Magie ist was anderes .. schlecht zu erklären, ein anderer Bewusstseinszustand ....? Und wenn ich Dinge anders sehe, dann sind sie manchmal auch anders ...

Zitat:
Warum warst Du in den verschiedenen Logen/Bünden/Vereinigungen?
Was hast Du dir davon versprochen? Wissen? Macht? Einfluß? Zugehöhrigkeit?


Neugier. Das ist ja alles schon sehr lange her, damals - ungefähr Ende der 70er Jahre - gab es nicht diese große Menge an Informationen, die es heute gibt. Eine Freundin hatte die Adresse von AMORC und dann gings los. Ich hab dort auch sehr vieles gelernt, was damals anders nicht zu bekommen war.

Macht oder Einfluß war es nicht. Damals habe ich in meinem beruflichen Leben verheimlicht, was ich da treibe an den Wochenenden. Das hätte mir geschadet.

Zugehörigkeit schon eher. Es ist nämlich ziemlich toll, wenn man eine Rolle in einem Ritual hat, feierlich schreitend den Tempel betritt ....

Irgendwann war es dann aber so, dass ich zuviele Widersprüche fand in dem, was sie sagten und dem, wie sie lebten. Das war für mich oft im Leben der Punkt, woran ich Ideologien gemessen habe.

Für mich war dieser lange Weg der Suche wichtig. Ich habe ausprobiert, dass ich eine religiöse Heimat in einer Gruppe nicht finden kann, ziemlich egal in welcher. So bin ich sicherer geworden darin, Antworten in mir selbst zu finden, und mir von niemandem sagen zu lassen, was ich glauben soll (auch von keinem heiligen Buch).

Inanna
Zitat:
Wie bist Du denn ausgestiegen? Hingegangen und gesagt: Mädels, das wars?

Ich stieg nur ungerne aus, aber ich konnte als Scientology-Mitarbeiter nicht mehr weiterleben, nachdem ich vor meinen eigenen Augen sah, wie wieder einmal eine Hexenjagd in der Church of Scientology stattfand und ich mit meinen damals 38 Jahren vor lauter schlechter Bezahlung kaum noch existieren konnte. Außerdem war meine Überzeugung, dass die Scientology die Welt und Menschheit retten könnte, an der harten Realität zerschellt.
Eines Mittags ging ich nach der Pause einfach nicht mehr in die Organisation zurück, sondern saß wie gelähmt von meinem eigenen Entschluss stundenlang im Frankfurter botanischen Garten. Abends ging ich nach Hause zu meiner Mutter (eine eigene Wohnung hätte ich nicht mehr bezahlen können). Dort hatte man schon angerufen, aber ich war ja nicht zuhause, und meine Mutter wusste auch nichts.

Am nächsten Tag ging ich wieder in die Organisation, erklärte, dass ich meinen Mitarbeitervertrag kündige und durchlief willig die mir auferlegten Ethics Conditions (ein Verfahren, das es einem ermöglichen soll, sich genau zu entscheiden, wo man hingehört, und sich wieder in gutes Benehmen mit der Organisation zu setzen). Aber mein Entschluss stand fest. Ich verließ den Verein in gutem Einvernehmen und bezahlte in den nächsten Monaten noch die verschiedenen Schulungen und das Auditing, das ich als Mitarbeiter kostenfrei bekommen hatte. Einen gutbezahlten Job zu bekommen, war für mich glücklicherweise kein Problem.

Irgendwelchen Ärger hatte ich nicht, wahrscheinlich weil ich kein Geld zurück wollte, sondern alle für solche Fälle vorgesehenen Bedingungen erfüllte.

Ich hielt das für richtig, weil ich ja von vornherein gewusst habe, unter welchen Bedingungen ich einst Mitarbeiter beworden bin.

Normale Scientologen, also solche, die keine Mitarbeiter sind, brauchen weiter nichts zu tun, als sich einfach für keinen weiteren Kurs oder für Auditing anzumelden. Da bekommt man dann zwar endlos briefliche Einladungen und Aufforderungen, aber die kann man ja ignorieren.

Die merkwürdigen Geschichten, von denen man in den Medien über Austseiger hört, sind mir nicht untergekommen. Schon möglich, dass anderswo die Scientology-Sitten rauer waren.
Alle Achtung, Fipps,

dieses Aussteigen war ja eine ganz entscheidende Sache für Dich und Dein Leben. Nicht nur, dass Du jetzt weg bist von den Scientologen, sondern die Art, wie Du zu Deiner inneren Wahrheit gestanden bist. Hut ab!

Inanna
@Fipps
Ja, der finanzielle Ruin - der hatte auch bei meinem damaligen Freund zugeschlagen. Ich weiß noch, wie ich das erste Mal das die 1-Zimmer Wohnung betrat, in der er nicht mehr hatte als eine Matratze, kein Schrank, keinen Stuhl, nichts weiter.
Er war auch "Mitarbeiter", irgendwas im Immobilienbereich.
Was mich damals neben den "Unstimmigkeiten" in der Lehre gestört hatte, war, daß man massiv versucht hat, mir mein bisheriges Umfeld madig zu machen. Plötzlich waren alle Personen, einschließlich meiner Familie, assozial und unterdrückerisch - komischerweise nur nicht die Leute von Scientologie, die für mein Gefühl aber den größten Druck auf mich aufbauten.
Ich hatte das Gefühl, Sozialkontakte seien nur innerhalb der Gemeinschaft vorgesehen und erwünscht.

@Inanna
Ich muß zugeben, ich habe mit Magie bisher nicht wirklich Berührungspunkte gehabt. Ich habe mal eine Zeit in einem Hexenforum mitgelesen, aber irgendwie waren die dort alle ein wenig durchgeknallt. Vielleicht muß man aber "nur" die Vorstellung von Realität verrücken, eben ver-rückt sein - jetzt mal ohne die negative Wertung des Wortes. Ich weiß es nicht. Ich habe keinen Zugang zu Menschen, die mir erzählen, sie könnten meine Gedanken lesen, aber noch nicht einmal meine offensichtlichen nonverbalen Signale richtig interpretieren...
Mystische Rituale, Kaballa - alles ja ganz interessant, ich bin auch immer ganz fasziniert, wenn ich es sehe, davon höre oder lese.
Hast Du Dich nicht manchmal gefragt, warum es so neugierig macht? Warum man so ein Interesse daran hat? Ist es nicht doch das Gefühl, Macht über etwas zu haben oder Einfluß auf Dinge, auf die man sonst keinen Einfluß hat?
Und Rituale - Beschwörungen: Ich denke, nur man selbst verändert sich dabei. Wenn man daran glaubt.

In einem stimme ich dir voll und ganz zu: Den eigenen Weg findet man nur selbst. Es mag viele Wege und ausgetrampelte Pfade geben, aber man muß sich selbst entscheiden, welchen man geht, ob man geht.
Und ich glaub, ich gehe in Schnörkeln.
Jedenfalls komme ich immer wieder dort an, wo ich schon war...
Inanna, so geht es mir auch - die meisten können die Harmonie zwischen Theorie und Praxis nicht in Einklang bringen. Sagen und reden kann man viel - aber es ist auch viel "Geplapper" dabei. Aber man sagt ja so schön, daß man nur durch Erfahrungen lernen kann.

Fipps, es ist wirklich gut, daß Du erkannt hast, daß es nicht gut für Dich war. Ausbeutung - das stimmt nun wirklich.

Heilsversprechen - das ist das, womit man Menschen anzieht - und dann - erwacht man und ! merkt, es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wurde.

Als die Zeit der Seminare begann, hätte ich gern an einem teilgenommen. Doch das Geld fehlte. Also kaufte ich manchmal Bücher. Lernte Menschen durch Briefwechsel kennen und später traf man sich. Irgendwie ging mir allmählich ein Licht auf - sie verhielten sich anders, als sie sich geschildert hatten.
Und ich war enttäuscht.

Aber letztlich, glaube ich, bin ich froh, daß ich diese Wege gegangen bin. Meine Arbeit damals hätte ein "Abheben" im spirituellen Sinne gar nicht zugelassen - ich mußte schon schön mit beiden Beinen auf dem Boden der Realitäten bleiben - und man lernt eine Menge dazu.

Es ist am Ende so, daß man das an und in sich zuläßt, von dem man ein gutes Gefühl hat, daß es einem geholfen hat.

Das Buch "Magie" von Katja Wolff habe ich immer noch in meinem Bücherschrank stehen - Magie, das ist immer etwas, was man so gar nicht in Worte fassen kann. Es hat wohl selten etwas mit Zauberkunststückchen zu tun.

und Inannan: von diesem AMORC habe ich auch so viele Heftchen bekommen, aber nie hinein geschaut. Es entprach so wenig dem wirklichen Leben und vieles konnte man gar nicht leben.

Irgend etwas in mir warnte mich und ich hatte mich daran gehalten.

Es gibt bestimmte Dinge, für die man sicherlich etwas später reif wird. Oder gar nicht.

Ich bin nachdenklicher geworden - es strömt so vieles auf einen ein und man beginnt zu überlegen - ist etwas nicht richtig, weil ich es nicht verstehe oder ist es noch nicht an der Zeit, es zu erfahren, weil man es noch nicht umsetzen kann ?
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