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Hier wird das Dilemma bereits offensichtlich gemacht. Für viele der Leser/innen mögen diese Definitionen kalt, herzlos und ohne jegliche Liebe sein. Für einen Rationalisten aber sind hier enorm viele Informationen versteckt.
Was bewegt den Menschen, das Wort „Liebe“ in einem Sinn zu gebrauchen, den Rationalisten a priori nicht annehmen können? Liebe ist für die Rationalisten nur ein biochemischer Prozess, der durch gewisse Hormone in den Rezeptoren ausgelöst wird. Viele Menschen sehen darin eine Vergewaltigung des Wortes Liebe, wenn er auf etwas „wissenschaftliches“ beschränkt wird. In der Tat, niemand wird dem Rationalisten widersprechen können, aber für sich selber werden die wenigsten diese Definition annehmen. Aus gutem Grund. Auch ich nicht. |
Eine solche Definition ist mit einem einfachen Trick annehmbar.
Wenn man sich einmal bewusst gemacht hat, das sie ja nichts an der subjektiven Emotionalitaet aendert, so tritt sie im alltag in den Hintergrund. Auch der extreme Rationalist kann ja durchaus weinen, wenn er ein ergreifendes Musikstueck hoert oder erregt jemanden anschreien oder ueber einen Witz herzlich lachen.
Das Wissen um Funktionalitaet aendert sie nicht. Im Gegenteil!
Beispielsweise erhoeht das (rein rationale) Wissen um die Notwendigkeit des koerperlichen Auslebens von Stress (Laufen nach einem Streitgespraech, Zerschmeissen von Geschirr nach einer Demuetigung etc. pp.) die Lebensqualitaet. Und im Gegenzug dazu, ist das "Hineinfressen" von Stress aus gesellschaftlichen oder gar religioesen Gruenden nachweislich gesundheitsschaedlich.
"Das Auto faehrt, egal ob es von einem KFZ Mechaniker oder einer Nonne gefahren wird."
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| Viele Male dachte ich nach, wie man einem puren Rationalisten beibringen könnte, dass das Herz, eine symbolische Figur für viele Menschen, unabdingbar ist, wenn der Mensch diese Welt auch nur ein wenig ertragen will. Wer pur rationalistisch veranlagt ist, erntet weder Sympathie noch „Wärme“. |
Dem widerspreche ich aus o.g. Gruenden.
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| Der Rationalist hat bereits von vornherein verloren, wenn er sich als purer Rationalist herausstellt. Die heutige Wissenschaft ist nicht in der Lage, die Natur des Menschen und der Welt zu 100% zu beschreiben. So oder so wird der Rationalist auch philosophieren müssen, um Vermutungen aufzustellen, damit überhaupt eine Erklärung erst existiert, mit der er sich ansatzweise zufrieden geben kann. |
Nein, der Rationalist in der Lage und durchaus damit zufrieden zu sagen "Ich weiss es nicht!".
Oder auch "Ich werde mal versuchen dieses oder jenes zu erforschen."
Ein Rationalist zeichnet sich dadurch aus, das er seine Schwaechen zugeben kann.
Wenn er lacht, zeigt er das allen.
Wenn er wuetend ist, zeigt er das allen.
Wenn er etwas nicht weiss, zeigt er das allen.
Wenn er etwas weiss, zeigt er das allen.
Ein Rationalist stellt maximal Vermutungen als Arbeitshypothesen auf.
Ein Rationalist kann und will ueberhaupt nicht alles erklaeren.
Ein Rationalist verfuegt ueber kein geschlossenes Weltbild.
Vielmehr lebt er in einer Welt voller Pattern.
In einer Welt von Dingen die erforscht wurden und anderen die nicht erforscht wurden und ueber die er deshalb nichts weiss.
Er lebt in einer Welt, die viele weisse Flecken hat. Und das sehr konfortabel!
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| Wieso empfinden wir Emotionen? Wieso werde ich durch Hormonen gereizt, Emotionen zu empfinden, wenn ich eine schöne Frau sehe? Wenn ich solche Fragen stelle, denke ich erst gar nicht an rationale Erklärungen, überhaupt nicht. |
Ich schon und habe die Experimente vor Augen, in denen solche Gefuehle sprichwoertlich per Knopfdruck ein und ausgeschaltet werden koennen. Ganz und gar mechanisch.
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| Ich philosophiere und scherze darüber, denke zuerst über die wundersame Natur meiner Umwelt nach und bin entzückt in der Liebe Gottes und gehe manchmal vollständig auf (manche mögen diese Erfahrungen als „irrational begründeten Rausch“ bezeichnen – wenn dem so ist, dann lasse ich mich gerne von der Liebe und der Gnade Gottes berauschen!). |
Ein solcher Rausch ist etwas Wunderbares an und fuer sich.
Es bedarf keiner Erklaerung seines Ursprungs um ihn zu geniessen.
Der Rationalist, der Atheist, der glaubige Muslim oder Christ, der Mathematiker ebenso wie der Theologe geniessen solche Gefuehle gleichermassen. Das Wissen um Funktionalitaet aendert nichts an der Funktionalitaet.
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| Männer die sich nicht ausnutzen lassen, haben gelernt, sich selbst zu beherrschen und nicht vor lauter Eitelkeit gleich den Verstand auszuschalten, wenn ihnen eine Frau "schöne Augen macht". |
Das gilt vice versa auch fuer alle Frauen
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| Er war der Meinung, dass Rationalisten zuerst die Tatsache annehmen sollten, dass alles, was wir fühlen, schmecken, hören und sehen lediglich Einbildungen sind (Nota bene: Dass alles Einbildung ist, wurde von der Hirnforschung bewiesen). Damit meint er: Wir alle sind erschaffene Wesen. |
Fühlen, Schmecken, Hören und Sehen sind "fest verdrahtete" Instinkte des Menschen, welche im Stammhirn und Rueckenmark zu finden sind.
Sie koennen jedoch (wie alle Instinkte) durch Refokusierung, Ersatzhandlungen und unbewussten Ueberlagerungen ala modifiziert empfunden werden.
Beispiel Geschmack / Geruch:
Angeboren(Instinkt): Wir essen keinen Kot und kein verdorbenes Fleich
Erworben: Wir moegen Schimmelkaese, obwohl wir instinktiv dieses ablehnen. (kein Kleinkind wuerde dieses tun)
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| Sie ist der Ursprung aller Wissenschaften. Sie ist eine wundersame Abzweigung innerhalb der Wissenschaften. Alle anderen hängen von ihr ab. Sogar die skeptischsten Rationalisten berufen sich auf die Gewissheit der Mathematik. Ist es nicht ein Wunder, dass Zahlen überhaupt existieren? Dass Menschen sich überhaupt Gedanken über abstrakte Dinge wie die komplexen Zahlen machen? |
Wir wissen nicht, warum Zahlen überhaupt existieren.
Alles als Wunder zu bezeichnen, was wir nicht erklaeren koennen, ist vermutlich der aelteste Fehler der Menschheit!
Denn ein Ereigniss mit dem Label "Wunder" zu versehen, hindert an seiner Erforschung.
Wenn etwas schon erklaert wurde (als Wunder) so muss es ja nicht mehr erforscht werden.
wassalam
Martin
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