Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche

Die Bergpredigt: Gerd Lüdemann












http://wwwuser.gwdg.de/~gluedem/eng/002004009.htm

Was verbindet Jesus und Paulus ?
Zitat:

Aber trotz aller Unterschiede haben die beiden auch Gemeinsamkeiten. Jesus und Paulus waren entschiedene Juden, die stolz auf ihren Gott waren, den Vater, der Himmel und Erde geschaffen und der Israel erwählt hat. Beide lebten in der Gewissheit, dass Gott Jerusalem zum Mittelpunkt der Erde bestimmt hatte. Hier sollte am Ende der Tage der "Retter" kommen, und hier wurden, von Gott angeordnet, die Opfer für die Sünden der Juden dargebracht. Gleichzeitig hielten die wiederum von Gott angeordneten großen Feste wie Passah, Pfingsten und Laubhüttenfest den Zyklus des Jahres zusammen. Dieses Grundgerüst religiöser Überzeugungen hatten Jesus und Paulus mit den meisten anderen Juden gemeinsam. Zusätzlich mag man noch bemerken, dass sowohl Jesus als auch Paulus die Spezialbegabung besaßen, Dämonen auszutreiben, und dass beide meinten, Kontakt zum Teufel zu haben.


Zitat:
Jesu neu entdeckte Fähigkeit zur Heilung sprach sich in Galiläa bald herum. Seine Exorzismen, in denen er psychisch Kranke heilte, sind die am besten bezeugten Wundertaten im Neuen Testament. Nerven- und Geisteskrankheiten wurden damals auf die Besessenheit durch Dämonen zurückgeführt. Als Oberster dieser bösen Geister galt Satan. Jesus verlieh dem Kampf gegen ihn Realität. Er sah in Vorwegnahme des Reiches Gottes den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen (Lk 10,1 und war damit stärker als dieser selbst geworden. Er konnte daher Männer und Frauen heilen, indem er sie der Herrschaft des Teufels mit der Zusage der Vergebung der Sünden entriss. Krankheit und Sünde bildeten für ihn einen unzerreißbaren Zusammenhang. Auch darin war ihm Paulus ähnlich. Dieser konnte sich die zahlreichen Krankheitsfälle in der Gemeinde von Korinth nur durch den sündhaften Missbrauch des Abendmahls erklären (1Kor 11,29-30).


Zitat:
Glühende Hoffnung erfüllte Jesus, dass Gott demnächst seine Zusage einlösen werde. Und im Laufe seines Auftretens - nach der Ablösung von Johannes dem Täufer - gewann er die Überzeugung, dass er selbst einen wesentlichen Teil in diesem Enddrama zu spielen habe. Auch hier ist die Parallele zu Paulus frappierend und erhellend, denn auch dieser meinte, eine ähnliche Rolle im Enddrama spielen zu können, wo es um die Eingliederung der Heiden in das Gottesreich ging (vgl. Röm 11,13-36).


Zitat:
Man hat gefragt, wie sich die quasi zeitlosen Weisheitsregeln bei Jesus sich zu jenen Stücken verhalten, die von einer ungebrochenen Naherwartung zeugen. Manche hauen den Knoten mitten durch und erklären das eine für echt und das andere für unecht. So entsteht dann wenigstens ein für uns heute verständlicher Jesus. Aber das ist wahrscheinlich zu modern gemacht. Was wir nicht zusammenbringen können, gilt für einen Menschen des ersten Jahrhunderts noch lange nicht. Jesu Zeitgenosse Paulus ist für das Beieinander von zeitloser Weisheit und ungestümer Naherwartung ein schlagendes Beispiel. Er war davon überzeugt, das Kommen seines Herrn Jesus auf den Wolken des Himmels noch selbst zu erleben, und wollte, wie in einem Fiebertraum befangen, das gesamte römische Weltreich noch vor der Wiederkunft Jesu missionieren. Doch finden sich bei ihm gleichzeitig quasi zeitlose Ausführungen darüber, dass die menschliche Weisheit vor Gott Torheit sei (1Kor 1,18-2,16), und er selbst hat der Nachwelt das schöne Lied von der Liebe überliefert, das keinerlei Naherwartung kennt. In 1Kor 13 spricht er davon, dass die Liebe größer sei als die Hoffnung (auf das Ende) und größer auch als der Glaube (an Christus, der die Naherwartung erst ermöglicht hat). Daraus folgt: Bei Jesus ebenso wie bei Paulus stehen Naherwartung, Weisheitslehre und Ethik gegen alle moderne Logik nebeneinander. Wahrscheinlich hat bei Jesus die Naherwartung aber die Überhand gehabt, wie sich aus der Betrachtung der letzten Tage seines Lebens noch ergeben wird.
Hi Gabriele,

würde hier sagen GOTT im Wandel - oder der Alte GOTT JAHWE hat vielleicht ein Drehung um 180° gemacht.

Das aktuelle Weltbild hat sich aber leider Nicht geändert.

Gruss Lovesoul
Hi, Lovesoul, es wird sich in den nächsten 1000 Jahren noch viel verändern.
Wir werden mehr erfahren und Klarheit wird das Ziel sein.

http://www.theosophischer-verlag.de/online/pdf/Wind.pdf


Gruß Gabriele
Forum -> Judentum und Christentum


Ähnliche Themen
Bergpredigt
Bergpredigt
Bergpredigt
Lüdemann - Feindbild Judas
Bergpredigt
Aus der Bergpredigt von Jesu
Grundsätze der Bergpredigt des Christentums: Toleranz, Resp
Die Bergpredigt
Die Bergpredigt: Gleichnis vom Hausbau
Die Bergpredigt: Die enge Pforte und der schmale Weg