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Ich suche Zuflucht bei Gott, vor dem verfluchten Teufel
Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen
In letzter Zeit wurde ich Zeuge vieler Debatten, die darüber handelten, wie wichtig der Verstand sei. Die jeweilige andere Gruppe betonte aber, dass ohne das Herz gar nichts mehr funktionieren würde. Dies erinnerte mich in der Tat an Diskussionen zwischen Evolutionisten und Kreationisten. Heute, in einer Zeit der Wissenschaft und Technik, fragen mich viele Leute danach, ob ich denn überhaupt an einen Gott glauben könne, wenn ich die Evolutionstheorie annehme. Es scheint so zu sein, dass viele Menschen sich gar nicht dessen bewusst sind, dass sie lediglich nur eine vereinzelte Extremposition einnehmen.
Nebst der Tatsache, dass Evolution im Qur’ân bestätigt wird, sehen sogar noch viele so genannte Muslime grosse Probleme darin, die Evolution zu akzeptieren. Sie haben Angst, dass ihr Glaube durch die Evolution widerlegt würde (einer der prominenteren Personen dieser Richtung ist Adnan Oktar alias Harun Yahya). Und in der Tat, die Evolution (besser gesagt, der wissenschaftlich berechtigte Rationalismus) widerlegt viele ihrer abergläubischen und mit Mythen versehenen Doktrinen und Dogmen, in dem sie ihren Irrationalismus offenbaren. Andererseits nehmen die Evolutionisten und Atheisten jede noch so kleine und vielfach auch unsinnige Gelegenheit wahr, um ihre These zu stützen und um sich „vor Gott zu schützen“.
Ich will meine Worte aber nicht auf Themen wie Evolution und Kreationismus ausdehnen. Dies ist eindeutig nicht meine Absicht. Als Mathematiker und leidenschaftlicher Romantiker war ich, wie bereits erwähnt, durch Gottes Willen „gezwungen“ mir Gedanken über Wörter wie „Verstand“ und „Liebe“ bzw. „Herz“ zu machen.
Als rationaler Monotheist halte ich mich an wissenschaftliche Prinzipien. Das Wort „Glaube“ hat für mich in letzter Zeit einen eher negativen Unterton erhalten. Glaube impliziert für mich, dass man gewissen Doktrinen oder Dogmen folgt, ohne sie rational zu begründen. Als Rationalist aber habe ich philosophische, spirituelle, rationale und emotionale Gründe, an den Qur’ân als Gottes Wort zu glauben. Doch was heisst „philosophisch“, „spirituell“, „rational“ und „emotional“?
| Zitat: |
„Philosophie“ [Die Liebe zur Weisheit] lässt sich nicht allgemeingültig definieren, weil jeder, der philosophiert, eine eigene Sicht der Dinge entwickelt. Daher gibt es annähernd so viele mögliche Antworten auf die oben gestellte Frage wie Philosophen. Carl Friedrich von Weizsäcker hat einmal formuliert: „Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben.“
Spiritualität (v. lat.: spiritus = Geist, Hauch) bedeutet im weitesten Sinne eine Form von Geistigkeit als Gegensatz zum rein rationalen Denken und einer materiellen Körperlichkeit. Der Psychologe Rudolf Sponsel definiert Spiritualität als bewusste Beschäftigung mit Themen, die im Zusammenhang stehen mit dem Sinn des Lebens und Fragen der Existenz. Bewusstes religiöses Erleben ist danach nur eine Form des Spirituellen.
Rationalität (von lat. rationalitas = Denkvermögen) ist einer der Begriffe mit der höchsten Zahl an verschiedenen Bedeutungen. In der Regel wird er ohne genaue Definition verwendet.Auf allgemeinster Ebene enthält der Begriff drei Bedeutungen:
1) Erstens wird damit eine bestimmte Beziehung zwischen einem angestrebtem Zweck und den zu seiner Erreichung angewandten Mitteln angesprochen, hierbei meint Rationalität also die Fähigkeit zur Abschätzung von Ursache-Wirkung-Ketten.
2) Zweitens geht es um die Bewertung eines Zwecks als angemessen, "vernünftig", "richtig", hier wird der Begriff Rationalität also zur Rechtfertigung bestimmter subjektiver normativer Standpunkte in Anspruch genommen.
3) Drittens werden Muster der Bewertung und Muster von Entwicklungsvorgängen als "Rationalität" (bisweilen auch als "Logik") eines Prozesses bezeichnet.
Eine Emotion (v. lat.: ex „heraus“ und motio „Bewegung, Erregung“) ist ein psychophysiologischer Prozess, der durch die mentale Bewertung eines Objekts oder einer Situation ausgelöst wird und mit physiologischen Veränderungen, spezifischen Kognitionen, subjektivem Gefühlserleben und einer Veränderung der Verhaltensbereitschaft einhergeht. Emotionen treten beim Menschen und bei höheren Tieren auf.
Quelle aller Definitionen: http://de.wikipedia.org/wiki/ |
Hier wird das Dilemma bereits offensichtlich gemacht. Für viele der Leser/innen mögen diese Definitionen kalt, herzlos und ohne jegliche Liebe sein. Für einen Rationalisten aber sind hier enorm viele Informationen versteckt.
Was bewegt den Menschen, das Wort „Liebe“ in einem Sinn zu gebrauchen, den Rationalisten a priori nicht annehmen können? Liebe ist für die Rationalisten nur ein biochemischer Prozess, der durch gewisse Hormone in den Rezeptoren ausgelöst wird. Viele Menschen sehen darin eine Vergewaltigung des Wortes Liebe, wenn er auf etwas „wissenschaftliches“ beschränkt wird. In der Tat, niemand wird dem Rationalisten widersprechen können, aber für sich selber werden die wenigsten diese Definition annehmen. Aus gutem Grund. Auch ich nicht.
Viele Male dachte ich nach, wie man einem puren Rationalisten beibringen könnte, dass das Herz, eine symbolische Figur für viele Menschen, unabdingbar ist, wenn der Mensch diese Welt auch nur ein wenig ertragen will. Wer pur rationalistisch veranlagt ist, erntet weder Sympathie noch „Wärme“. Sehen Sie die Schwierigkeit, Begriffe wie Wärme, Liebe nicht immer in der Bedeutung zu gebrauchen zu können, wofür sie eigentlich stehen? Der Rationalist mag diese Wörter in diesem Kausalzusammenhang wieder mit den Begriffen Symbolik, Metapher, Allegorie, Gleichnis etc. assoziieren und so eine vernunftgemässe Beschreibung herbeiführen, womit er natürlich auch recht hat, aber er verfehlt damit den eigentlichen Sinn des Gegenübers völlig.
Herz.
Die wohl am nächsten liegende Beschreibung für den symbolischen Sinn dieses Wortes ist Geistsinn. Dieses aus zwei Wörtern gebildete Substantiv vermag dem Rationalisten vielleicht, so Gott will, am nahesten erklären, was das Herz wirklich sucht. Der Geistsinn unseres Lebens besteht nicht daraus, sich biologisch fortzupflanzen (das ist lediglich die biologische Erklärung für den Sinn unseres Lebens), sondern genau diese rationalistische Denkarten (manche nennen sie Denkblockaden) zu sprengen. Dies könnte als Philosophie gelten. Warum auch nicht?
Der Rationalist hat bereits von vornherein verloren, wenn er sich als purer Rationalist herausstellt. Die heutige Wissenschaft ist nicht in der Lage, die Natur des Menschen und der Welt zu 100% zu beschreiben. So oder so wird der Rationalist auch philosophieren müssen, um Vermutungen aufzustellen, damit überhaupt eine Erklärung erst existiert, mit der er sich ansatzweise zufrieden geben kann.
Jedoch haben bereits auch diejenigen von vornherein verloren, die glauben, dass Rationalismus nicht nötig sei (ich nenne sie „Die Vergewaltiger der Liebe“ bzw. „Liebende“). Kein Mensch ist in der Lage, sich nicht durch rationalistische Gedanken beeinflussen zu lassen. Heutzutage erst recht nicht. Und am wenigsten der Mathematiker (so einer soll ich gemäss meinen Freunden und Zeitgenossen sein, dabei bin ich doch aber nur ein Mensch?).
Herz. Abneigung. Zuneigung.
Wieso empfinden wir Emotionen? Wieso werde ich durch Hormonen gereizt, Emotionen zu empfinden, wenn ich eine schöne Frau sehe? Wenn ich solche Fragen stelle, denke ich erst gar nicht an rationale Erklärungen, überhaupt nicht. Ich philosophiere und scherze darüber, denke zuerst über die wundersame Natur meiner Umwelt nach und bin entzückt in der Liebe Gottes und gehe manchmal vollständig auf (manche mögen diese Erfahrungen als „irrational begründeten Rausch“ bezeichnen – wenn dem so ist, dann lasse ich mich gerne von der Liebe und der Gnade Gottes berauschen!).
In der Tat, vielleicht meinte es Bukhary ja auch scherzhaft, als er schrieb, dass unser Prophet gesagt haben soll, dass Frauen das grösste Elend für die Männer seien? Wer weiss? Vielleicht war der Prophet nebst seiner Berufung ein angenehmer Mann unter den Männern, der auch mal Scherze trieb? Ein Freund? Wahrhaftig können Frauen den Männern grosses Elend zufügen, wenn sie nur wollen. Männer: haltet zusammen! Wir schaffen’s!
Um ja Missverständnisse zu vermeiden: Frauen sind für mich eines der grössten Geschenke Gottes, nebst all den unzählbaren Dingen, die Er für uns Menschlinge erschaffen hat und ich respektiere die Frauen genauso, wie wir dies gemäss dem Qur’ân tun sollen: Sie als gleichwertige, kompetente, in sehr vielen Bereichen als gleichberechtigte menschliche Wesen anzusehen (natürlich sollen die biologischen Unterschiede untereinander nicht vergessen werden. Es steht ausser Frage, dass die Frau das Recht hätte, keine Kinder zu tragen, so wie wir Männer.) Ich bemühe mich, Frauen zu verstehen (das tue ich wirklich!), doch es ist manchmal fast zum verzweifeln. Es wird aber auf jeden Fall nie langweilig mit den Frauen, denn immer wenn ich meine „jetzt verstehe ich die Frauen!“, handeln sie garantiert wieder anders, als erwartet.
Ich möchte hier eine liebe, mir naheverbundene Christin zitieren, die es nicht lassen konnte, einen Kommentar zu diesem Abschnitt abzugeben (Frauen eben):
| Zitat: |
Aha! Das klingt ja ganz so wie Walther von der Vogelweide einmal sagte:
"Dass die Männer übel sind - Die Frauen sind schuld daran; es ist leider so."
Darauf möchte ich mit einem klugen Zitat von Marie von Ebner Eschenbach antworten: "Wo wäre die Macht der Frauen, wenn die Eitelkeit der Männer nicht wäre?"
Was sagt uns das? Ja, es ist wahr, dass Frauen den Männern großes Elend zufügen können, wenn sie wollen - aber auch nur, wenn es dieser zulässt. Der Mann, der durch eine Frau in Elend gerät, ist in erster Linie Opfer seiner Eitelkeit und seiner Triebe. Denn so wie es Männer gibt, die sich von Frauen ausnutzen lassen, so gibt es doch auch solche, die sich nicht ausnutzen lassen. Wodurch unterscheiden sich nun diese Männer? - Durch die Selbstbeherrschung!
Männer die sich nicht ausnutzen lassen, haben gelernt, sich selbst zu beherrschen und nicht vor lauter Eitelkeit gleich den Verstand auszuschalten, wenn ihnen eine Frau "schöne Augen macht". Denn wie sagte doch auch schon der französische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Anatole France (Anatole François Thibault, 1844-1924):
"Nur Frauen und Männer wissen, wie gern sich die Männer belügen lassen"
Kerstin Lyons |
Als ich meinen Vater, möge Gott ihn segnen und ihm den Eintritt ins Paradies gewähren, der sich mit solchen Themen auch beschäftigt hat, nach seiner Meinung fragte, da meinte er: unmöglich, einem Rationalisten zu erklären, welche Bedeutung das Herz hat. Er war der Meinung, dass Rationalisten zuerst die Tatsache annehmen sollten, dass alles, was wir fühlen, schmecken, hören und sehen lediglich Einbildungen sind (Nota bene: Dass alles Einbildung ist, wurde von der Hirnforschung bewiesen). Damit meint er: Wir alle sind erschaffene Wesen.
Es scheint aussichtslos zu sein. Hin und wieder treffe ich aber auf Rationalisten, die sich heimlich als „Verräter“ outen, indem sie an Gott glauben, obwohl solch eine Existenz an sich weder beweisbar noch widerlegbar ist (damit ist gemeint, dass wir so eine Existenz weder sehen noch schmecken/hören können). Heute Morgen sah ich wieder einen. Er sah ziemlich verschlafen aus und hätte gut ein paar Tassen Tee vertragen. Wir seien aber immer noch im Ramadan, meinte er und dankte kurz Gott für sein Leben. Aufmerksame und scharfsinnige Leser/innen werden wissen, dass ich mich selber meine.
Von der anderen Seite betrachtet aber können Rationalisten die grössten Irrationalisten werden. Nicht wenige Skeptiker stellen die seltsamsten und merkwürdigsten Vermutungen an. Einige werde ich in diesem Artikel, so Gott will, erwähnen.
Mathematik.
Sie ist der Ursprung aller Wissenschaften. Sie ist eine wundersame Abzweigung innerhalb der Wissenschaften. Alle anderen hängen von ihr ab. Sogar die skeptischsten Rationalisten berufen sich auf die Gewissheit der Mathematik. Ist es nicht ein Wunder, dass Zahlen überhaupt existieren? Dass Menschen sich überhaupt Gedanken über abstrakte Dinge wie die komplexen Zahlen machen?
Die Mathematik liess mich verstehen, dass die Welt ohne ein Herz nicht überleben würde. Der Drang, der Wille zur Liebe (zum Herz). Und doch lautet mein Lebensmotto, nebst der Gottergebenheit:
Glaube, nicht unterstützt durch Verstand und empirische Beweise, ist ein Wunschdenken. Verstand wird mit dem Herzen gemessen, nicht mit dem Gehirn.
Hier möchte ich dem Rationalisten eine Übung liefern, Herz und Verstand zu erkennen (so Gott will) und dem Liebenden eine Möglichkeit liefern, zu erkennen, dass der Verstand ebenso unabdingbar ist. Dem Rationalisten will ich aufzeigen, dass auch er Ohren (ein Herz für die Musik) hat, mit der er der Musik zuhören kann. Dem Liebenden zeige ich, dass Musik durch Noten und System erfassbar ist. Eine statistische Beweisführung des 19er Wunders.
| Zitat: |
"No, don't you see? This would be different. This isn't just starting the universe out with some precise mathematical laws that determine physics and chemistry. This is a message. Whoever makes the universe hides messages in transcendental numbers so they'll be read fifteen billion years later when intelligent life finally evolves. I criticized you and Rankin the time we first met for not understanding this. 'If God wanted us to know that he existed, why didn't he send us an unambiguous message?' I asked. Remember?"
"I remember very well. You think God is a mathematician."
"Something like that. If what we're told is true. If this isn't a wild-goose chase. If there's a message hiding in pi and not one of the infinity of other transcendental numbers. That's a lot of ifs."
"You're looking for Revelation in arithmetic. I know a better way."
"Palmer, this is the only way. This is the only thing that would convince a skeptic. Imagine we find something. It doesn't have to be tremendously complicated. Just something more orderly than could accumulate by chance that many digits into pi. That's all we need. Then mathematicians all over the world can find exactly the same pattern or message or whatever it proves to be. Then there are no sectarian divisions. Everybody begins reading the same Scripture. No one could then argue that the key miracle in the religion was some conjurer's trick, or that later historians had falsified the record, or that it's just hysteria or delusion or a substitute parent for when we grow up. Everyone could be a believer." (Sagan, Carl. Contact. Simon and Schuster. New York: 1985, p 418-419) |
zum weiterlesen:
http://www.alrahman.de/index.php?id=191
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Hier wird das Dilemma bereits offensichtlich gemacht. Für viele der Leser/innen mögen diese Definitionen kalt, herzlos und ohne jegliche Liebe sein. Für einen Rationalisten aber sind hier enorm viele Informationen versteckt.
Was bewegt den Menschen, das Wort „Liebe“ in einem Sinn zu gebrauchen, den Rationalisten a priori nicht annehmen können? Liebe ist für die Rationalisten nur ein biochemischer Prozess, der durch gewisse Hormone in den Rezeptoren ausgelöst wird. Viele Menschen sehen darin eine Vergewaltigung des Wortes Liebe, wenn er auf etwas „wissenschaftliches“ beschränkt wird. In der Tat, niemand wird dem Rationalisten widersprechen können, aber für sich selber werden die wenigsten diese Definition annehmen. Aus gutem Grund. Auch ich nicht. |
Eine solche Definition ist mit einer einfachen Ueberlegung annehmbar.
Wenn man sich einmal bewusst gemacht hat, das sie ja nichts an der subjektiven Emotionalitaet aendert, so tritt sie im Alltag in den Hintergrund.
Auch der extreme Rationalist kann ja durchaus (vieleicht sogar besser) weinen, wenn er ein ergreifendes Musikstueck hoert oder erregt jemanden anschreien oder ueber einen Witz herzlich lachen.
Das Wissen um Funktionalitaet aendert sie nicht. Im Gegenteil!
Beispielsweise erhoeht das (rein rationale) Wissen um die Notwendigkeit des koerperlichen Auslebens von Stress (Laufen nach einem Streitgespraech, Zerschmeissen von Geschirr nach einer Demuetigung etc. pp.) die Lebensqualitaet. Und im Gegenzug dazu, ist das "Hineinfressen" von Stress aus gesellschaftlichen oder gar religioesen Gruenden nachweislich gesundheitsschaedlich.
Oder noch fundamentaler:
Die Tatsache, das der Rationalist weiss, warum man die Hand von der heissen Herdplatte wegzieht, aendert in keinster Weise seine Verhaltensweise.
Obwohl er dies weiss, wird er nicht anders handeln, als ein tief(aber)glaeubiger Mensch.
Diesbezueglich interessant:
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Im Rahmen des interdisziplinären Projektes "animal emotionale" wird die Rolle von Emotionen als "Missing Link" zwischen Erkennen und Handeln aus philosophischer und neurowissenschaftlicher Sicht untersucht.
Das Projekt wird von der VW-Stiftung im Rahmen des Förderprogrammes "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaft" seit Ende 2005 für zunächst 3 Jahre gefördert.
Projektleiter sind Prof. Dr. Achim Stephan (Universität Osnabrück) und Prof. Dr. Henrik Walter (Universität Frankfurt / ab 01.04.2006 Universität Bonn)
http://www.animal-emotionale.de
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Insofern wird die Aussenwelt einen rationalisten u.U. als einen extrem emotionalen Menschen erleben, der eben genau weiss, warum er emotional reagieren soll und muss. Warum alles andere eben unnatuerlich waere.
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| Viele Male dachte ich nach, wie man einem puren Rationalisten beibringen könnte, dass das Herz, eine symbolische Figur für viele Menschen, unabdingbar ist, wenn der Mensch diese Welt auch nur ein wenig ertragen will. Wer pur rationalistisch veranlagt ist, erntet weder Sympathie noch „Wärme“. |
Dem widerspreche ich vehement aus o.g. Gruenden.
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| Der Rationalist hat bereits von vornherein verloren, wenn er sich als purer Rationalist herausstellt. Die heutige Wissenschaft ist nicht in der Lage, die Natur des Menschen und der Welt zu 100% zu beschreiben. So oder so wird der Rationalist auch philosophieren müssen, um Vermutungen aufzustellen, damit überhaupt eine Erklärung erst existiert, mit der er sich ansatzweise zufrieden geben kann. |
Nein, der Rationalist in der Lage und durchaus damit zufrieden zu sagen "Ich weiss es nicht!".
Oder auch "Ich werde mal versuchen dieses oder jenes zu erforschen."
Ein Rationalist zeichnet sich dadurch aus, das er seine Schwaechen zugeben kann. Und das macht ihn sympatisch.
Wenn er lacht, zeigt er das allen.
Wenn er wuetend ist, zeigt er das allen.
Wenn er etwas nicht weiss, sagt er das allen, die es interessiert.
Wenn er etwas weiss, sagt er das allen, die es interessiert.
Ein Rationalist stellt maximal Vermutungen als Arbeitshypothesen auf.
Ein Rationalist kann und will ueberhaupt nicht alles erklaeren.
Ein Rationalist verfuegt ueber kein geschlossenes Weltbild.
Vielmehr lebt er in einer Welt voller Pattern.
In einer Welt von Dingen die er kennt und anderen die er nicht kennt und ueber die er deshalb nichts weiss.
Er lebt in einer Welt, die viele weisse Flecken hat. Und das sehr konfortabel, denn diese vielen weisse Flecken sind Nahrung fuer seine Neugier, seinen Forschungsdrang. Sie sind es, ihre Erforschung, die sein Leben lebenswert machen!
Wie ein kleines Kind braucht der Rationalist GEISTIGE NAHRUNG. Die weissen Flecken sind seine Nahrung!
Und ebenso wie bei Kindern ist die Freude des rationalisten riesengross, wenn er den Inhalt eines solchen weissen Fleckens erkannt hat.
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| Wieso empfinden wir Emotionen? Wieso werde ich durch Hormonen gereizt, Emotionen zu empfinden, wenn ich eine schöne Frau sehe? Wenn ich solche Fragen stelle, denke ich erst gar nicht an rationale Erklärungen, überhaupt nicht. |
Ich schon und habe die Experimente vor Augen, in denen solche Gefuehle sprichwoertlich per Knopfdruck ein und ausgeschaltet werden koennen. Ganz und gar mechanisch.
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| Ich philosophiere und scherze darüber, denke zuerst über die wundersame Natur meiner Umwelt nach und bin entzückt in der Liebe Gottes und gehe manchmal vollständig auf (manche mögen diese Erfahrungen als „irrational begründeten Rausch“ bezeichnen – wenn dem so ist, dann lasse ich mich gerne von der Liebe und der Gnade Gottes berauschen!). |
Ein solcher Rausch ist etwas Wunderbares an und fuer sich.
Es bedarf keiner Erklaerung seines Ursprungs um ihn zu geniessen.
Der Rationalist, der Atheist, der glaubige Muslim oder Christ, der Mathematiker ebenso wie der Theologe geniessen solche Gefuehle gleichermassen. Das Wissen um Funktionalitaet aendert nichts an der Funktionalitaet.
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| Männer die sich nicht ausnutzen lassen, haben gelernt, sich selbst zu beherrschen und nicht vor lauter Eitelkeit gleich den Verstand auszuschalten, wenn ihnen eine Frau "schöne Augen macht". |
Das gilt vice versa auch fuer alle Frauen
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| Er war der Meinung, dass Rationalisten zuerst die Tatsache annehmen sollten, dass alles, was wir fühlen, schmecken, hören und sehen lediglich Einbildungen sind (Nota bene: Dass alles Einbildung ist, wurde von der Hirnforschung bewiesen). Damit meint er: Wir alle sind erschaffene Wesen. |
Fühlen, Schmecken, Hören und Sehen sind "fest verdrahtete" Instinkte des Menschen, welche im Stammhirn und Rueckenmark zu finden sind.
Sie koennen jedoch (wie alle Instinkte) durch Refokusierung, Ersatzhandlungen und unbewussten Ueberlagerungen ala modifiziert empfunden werden.
Beispiel Geschmack / Geruch:
Angeboren(Instinkt): Wir essen keinen Kot und kein verdorbenes Fleich
Erworben: Wir moegen Schimmelkaese, obwohl wir instinktiv dieses ablehnen. (kein Kleinkind wuerde dieses tun)
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| Sie ist der Ursprung aller Wissenschaften. Sie ist eine wundersame Abzweigung innerhalb der Wissenschaften. Alle anderen hängen von ihr ab. Sogar die skeptischsten Rationalisten berufen sich auf die Gewissheit der Mathematik. Ist es nicht ein Wunder, dass Zahlen überhaupt existieren? Dass Menschen sich überhaupt Gedanken über abstrakte Dinge wie die komplexen Zahlen machen? |
Wir wissen nicht, warum Zahlen überhaupt existieren.
Alles als Wunder zu bezeichnen, was wir nicht erklaeren koennen, ist vermutlich der aelteste Fehler der Menschheit!
Denn ein Ereigniss mit dem Label "Wunder" zu versehen, hindert an seiner Erforschung.
Wenn etwas schon erklaert wurde (als Wunder) so muss es ja nicht mehr erforscht werden.
wassalam
Martin
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Mein lieber Rationalist Martin, Friede und Liebe sei mit dir!
Genau das wollte ich eben nicht. Rationell gesehen habe ich nicht viel einzuwenden. Natürlich nicht! Aber du hast ja nicht verstanden worum's geht.
Obwohl ich nichts Rationales in diesem Thread besprechen wollte:
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Alles als Wunder zu bezeichnen, was wir nicht erklaeren koennen, ist vermutlich der aelteste Fehler der Menschheit!
Denn ein Ereigniss mit dem Label "Wunder" zu versehen, hindert an seiner Erforschung.
Wenn etwas schon erklaert wurde (als Wunder) so muss es ja nicht mehr erforscht werden. |
Korrekt. Wenn ich etwas als "Wunder" bezeichne, so heisst das nicht, dass ich keine weiteren Erklärungen mehr suche, sondern nur noch hartnäckiger bin.
Die Liebe sei mit dir!
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Salam Zaf Ad,
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| Aber du hast ja nicht verstanden worum's geht. |
Kannst du's mir und allen anderen, die es nicht verstanden haben, vieleicht nocheinmal anders erklaeren?
w,s,
Martin
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