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Gefühle oder Konditionierungen












Hallo Phan,

Zitat:
Diese Art Kulthandlungen hatte ich auch nicht im Sinn vielleicht habe ich den falschen Begriff gewählt

die Griechen waren sehr tiefgründige Menschen und hatten eine wunderbare Kulthandlung "Drama" das kannst du dir tatsächlich wie ein Theaterstück vorstellen nur sind die Teile des Stücks so angeordnet dass sie deine tiefen Gefühle oder Konditionierungen zum Vorschein bringen und so die Möglichkeit geben sich zu reinigen und etwas über sich selbst und das Wesen des Menschen zu lernen


Ja, da kann ich dir nur zustimmen

Die Veden erklären diesbezüglich folgendes:
Das nach eigenen Angaben 5000 Jahre alte Mahabaratha, der grösste Epos der Welt, oder das noch ältere Ramayana von Valmiki und die Puranas beschreiben die Taten der Höchsten Persönlichkeit Gottes, mächtiger den Kosmos verwaltender Diener Gottes - den Göttern (die auch nicht immer das tun was gut für sie wäre), mächtiger Könige bis hin zu einfachen Bettelmönchen. Diese Art des Dramas wird in Indien seit Jahrtausenden kultiviert. Jedes Kind kennt diese Geschichten.
Selbst der Himmelskönig Indra hat noch mit seinem falschen Ego zu kämpfen. Und wenn selbst ein für unsere Begriffe unvorstellbar mächtige Person die gleichen Probleme hat wie wir (Geburt, Alter, Krankheit, Tod), ist es nur natürlich das wir den Wunsch entwickeln noch in diesem Leben im spirituellen Leben Fortschritt zu machen. Und nicht auf der faulen Haut zu liegen, oder der falschen Vorstellung zu verfallen das irgend wann der Erlöser vom Himmel heruntersteigen wird und uns mit dem Zauberstab von unserem falschen Ego befreien wird (hilf dir selbst dann hilft dir Gott). Der tiefere Sinn hinter diesen Dramen ist es, den Menschen zu erheben auf die Ebene der Tugend.

Die Aussage der Veden geht jedoch noch weiter. Sie erklären, das allein das Hören über die Taten der Höchsten Persönlichkeit Gottes direkt eine Verbindung zwischen Gott und der bedingten Person herstellt und so in seinem Herzen der Samen des Wunsches nach Vollkommenheit gelegt wird (denn Gott ist ABSOLUT und somit nicht verschieden von Seinen Taten und den Erzählungen über Seine Taten). Wenn nun dieser Same regelmäßig "bewässert" wird, entwickelt der Zuhörer das Bewusstsein das sich immer mehr nur auf dieses eine Ziel fixiert.
Shri Krishna erklärt in der "Bhagavad Gita wie sie ist", das die Wünsche eines Menschen der nach fruchtbringenden Tätigkeiten strebt (genannt Karmi), vielverzweigt sind (sobald er seine Wünsche erfüllt hat, kommen neue hinzu - ein Kreislauf ohne Ende) Mit anderen Worten kein wirkliches Ziel haben.
Und das die Ziele eines Menschen der nach Vollkommenheit strebt nur ein Ziel kennt, selbst wenn diese Person scheinbar vielen materiellen Tätigkeiten nach geht - diese Person haftet nicht an den Ergebnissen(Früchten) ihrer Tätigkeiten. Sie weiss das alles streben nach sinnlichem Genuss Betrug ist, da in dieser Welt alles nur zeitweilig ist. Das wahre Selbst, die ewige individuelle Seele (atma), jedoch ewig ist, und deshalb in dieser materiellen Welt nicht glücklich werden kann.

shravanam kirtanam Vishnoho
smaranam pada-sevanam
arcanam vandanam dasyam
sakhyam atma-nivedanam

(Shrimad Bhagavatam 7.5.23)

shravanam bedeutet hören und kirtanam berichten (auch singen und lobpreisen) und Vishnu ist die transzendentale Form Gottes als Schöpfer und Erhalter des zeitweiligen Kosmos.
Alles endet in sakhyam atma-nivedanam , sich vollständig ergeben und nach den Wünschen Gottes zu handeln.
Nach den Wünschen Gottes zu handeln, empfindet die bedingte Seele als Zwang/Diktat. Die befreite Seele (nitya-siddha) jedoch, als höchste Glückseligkeit, da sie sich selbst direkt und persönlich im liebevollen Austausch mit der Höchsten Persönlichkeit Gottes erfährt (nicht mehr durch das falsche Ego getäuscht wird).


Das Shrimad (schöne) Bhagavatam auch Bhagavata Purana genannt, beginnt mit den Worten:
Das Bhagavata Purana ist leuchtend wie die Sonne, und es ging auf, begleitet von Religion, Wissen und so weiter, gleich dachdem Shri Krishna in Sein Reich zurückgekehrt war. Menschen, die durch die tiefe Finsternis der Unwissenheit im Zeitlater des Kali die Orientierung verloren haben, sollen von diesem Purana Licht empfangen. (SB 1.3.43)

sorry für die Länge, aber das Thema von "göttlichem Drama", in sanskrit Krishna-kata genannt, geht bis ins tiefste Wesen Gottes und der ewigen Beziehung die wir mit Gott haben.

Gruss
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum IV


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