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Preisgekrönte Edelpudel












Hallo Engeljani,

die Tierliebe in Deutschland ist längst pervertiert. Ich hab eine Freundin deren Eltern haben zwei preisgekrönte Edelpudel. Die Tierchen haben alles, goldene Halsbänder, goldene Trinkschüsselchen, Kaschmirdeckchen für den Winter und die Tochter mußte gegen die eigenen Eltern wegen Bafög (schon länger her) prozessieren. Ist kein Einzelfall! Viele haben so einen Haß gegen die eigene Art entwickelt, das sie ihren Haustierchen mehr Liebe entgegenbringen als ihren Kindern. Falls sie denn welche haben, denn hier in Deutschland herscht ja das Motto: Wer Kinder hat, hat nur kein Geld für einen Hund.

Ich halte das für eine schwerwiegende Verhaltensstörung, die nicht mit dem christlichen, noch mit sonst irgend einem Glauben in einklang zu bringen ist!

Ich halte es auch für vollkommen verantwortungslos, wenn Hunde das doppelte ihres Idealgewichts auf die Wage bringen, weil Frauchen nicht nein sagen kann. Oder wenn Schäferhunde mit äußerst schmerzhaften und meist sinnlosen Hüftoperationen gequält werden, statt das der Besitzer Barmherzigkeit walten läßt und das Tier erlöst.

Tiere werden zunehmend vermenschlicht. Ihnen werden emotionale und intelektuelle Eigenschaften zugeschrieben, die sie ganz einfach nicht haben. Gleichzeitig sind sich die Tierhalter ihrer Verantwortung gegenüber den in menschlicher Obhut befindlichen Wesen nicht bewußt. Oft quälen sich Haustiere elendig zu Tode, weil Herrchen oder Frauchen nicht fähig ist eine Entscheidung zu fällen. Ich hab schon ein 27 Jahre (das entspricht etwa 90 Menschenjahre) altes Pferd schweißbedeckt und vor Schmerzen zitternd in seiner Box stehen sehen, über Wochen und der Besitzer konnte es nicht "übers Herz bringen" das Tier zu erlösen. Ist das etwa Tierliebe, leben um jeden Preis? Qualen damit Herrchen/Frauchen eine Entscheidung vor sich herschieben kann!

Ich halte nicht viel von der industriellen Tierhaltung. Das ist oft nicht in Ordnung. Aber ein Steak von den Rindern meines Nachbarn esse ich immer gerne. Die Tiere haben beste Weiden, Unterstände, gutes chemiefreies Futter und wenn Sie geschlachtet werden, dann in Begleitung des Bauern. Das geht in der Regel so schnell und präzise, das ich mir selbst manchmal wünsche so zu sterben. Im Vergleich zu den umsatzorientierten Therapiemaßnahmen unsere Gesundheitsanstalten oft ein wesentlich Humaneres ableben! Mit sicherheit aber ist ein solcher Tod wesentlich besser als das Elende dahinsiechen alter und krank gewordener Hätscheltiere von "tierliebenden" Besitzern.

Gruß Heiko
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum IV