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Hallo Gabriele,
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| Was bleibt, wenn wir alle Heiligen Bücher so auseinander nehmen ? |
Niemand kann die Heiligen Schriften "auseinander nehmen".
Die Bhagavad-Gita schenkt uns diesbezüglich einen tieferen Einblick in dieses Thema.
Gesprochen wurde sie von Shri Krishna auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra. Durch einen Konflikt der mächtigsten Familien kam es zu immer größeren Auseinandersetzungen der schließlich in einem gewaltigen Krieg mündete - dem Mahabharatakrieg.
Bevor nun die Schlacht begann, wünschte Arjuna, der Freund Shri Krishnas in die Mitte (Neutralität) zwischen die Konfliktparteien geführt zu werden. Shri Krishna war der Wagenlenker Arjunas und führte den Wunsch seines Freundes aus. Arjuna wollte noch einmal die Gegnerische Seite sehen, mit all seinen Verwandten und seinem Astra-Guru (Waffenlehrer) Drohnacarya.
Bei diesem Anblick wurde nun Arjuna von Mitleid überwältigt, und er entschied sich nicht zu kämpfen (Neutral / tatenlos zu bleiben). Sein Argument: Was nützt es mir der König eines Landes zu sein wenn ich dafür all diese Krieger töten muss und deren Frauen zu Witwen mache. Nur um des Genusses von Ansehen und Reichtum willen werde ich niemanden töten - schon gar nicht meine eigenen Verwandten und meinen Waffenlehrer.
In grösster Verzweiflung bat (Beten) Arjuna in dieser Situation Shri Krishna um Rat und Hilfe.
Diese Ausgangssituation stellt den Beginn spirituellen Lebens dar.
(Arjuna unterwirft sich der Autorität Shri Krishnas/Gottes)
Und nun kommt ein sehr wichtiger Punkt, Shri Krishna erklärt Arjuna, dass weil Arjuna sein Freund und sein Geweihter sei, Er ihm die Absolute Wahrheit offenbaren werde.
Worauf er ihn dann über die transzendentale Natur des ewigen Selbst - der individuellen Seele, und der Beziehung die sie mit Gott, der grössten Seele hat, und noch vieles mehr, aufklärt.
Srila Prabhupada gibt in seinem Kommentar zur "Bhagavad-Gita wie sie ist", das Beispiel mit dem Honigglas. Nur eine Heilige Schrift zu lesen und zu versuchen diese zu "zerlegen", kommt dem Versuch gleich den Honig im Glas zu kosten in dem man an der Außenseite des Glases leckt.
Die Heiligen Schriften sind nicht da um sie lediglich zu lesen wie eine Tageszeitung - das wäre nur Zeitverschwendung (Unistudium).
Spirituelles Leben besteht aus Studium, Praktikum und Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Diese drei Faktoren gehen Hand in Hand. In der "Bhagavad-Gita wie sie ist", unterscheidet man zwischen jinana (Wissen, gesprochen "giana") und vijnana (der Realisation aus der Praxis = Erkenntnis).
Solange es nicht zu vijnana kommt, ist das Studium Zeitverschwendung.
Die transzendentale Höchste Persönlichkeit Gottes wird sich NUR SEINEM GEWEIHTEN, offenbaren. Der Weg der Er-Kenntnis folgt dem Naturgesetz des freien Willens. Ein Geweihter Gottes wird man, wenn man sich frei-willig an die Regulierenden Prinzipien des Yoga, des Re-Ligio hält, die in der Heiligen Schrift vorgegeben ist. (ohne das genaue Einhalten der "Gebrauchsanweisung" funktioniert's nicht )
Ein gutes Beispiel ist das töten von Tieren, und dem gegenüber das Verständnis von Barmherzigkeit (um die ja alle so innig beten in den Kirchen, Tempeln und Moscheen), die in allen Glaubensgemeinschaften fundamental ist.
So lange der Suchende sich nicht "ergibt" - seine eigene Unwissenheit und Fehlbarkeit erkennt, gibt sich auch die Absolute Wahrheit nicht zu erkennen (natürlich ist das ein Schritt für Schritt-Prozess).
Erst durch das praktische beschreiten der spirituellen Praxis, wird man befähigt, um nochmals auf das Beispiel des Honigglases zurück zu kommen, den "Honig im Innern des Glases" zu kosten.
In den Veden wird erklärt, dass diejenigen die auf Gott neidisch sind, sich Gott nicht ergeben können (alle Lebewesen in der mat. Welt sind mehr oder weniger neidisch auf Gott) Und um diesen Neid aus unseren Herzen/Bewusstsein zu entfernen, muss man sich einem "Reinigungsprozess" unterziehen.
und bezüglich "gelehrte Wissen-Schaftler" die die Heiligen Schriften auseinander nehmen, gibt es in Indien ein schönes Sprichwort:
Die Hunde am Strassenrand mögen bellen und doch wird die Karawane ihres Weges ziehen ...
Gruss
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